Theaterkritik in der Krise: Nur Scheiße am Ärmel?

Kulturjournalismus Viele Theatermacher verabscheuen die Kritik. Ein gefährlicher Fehlschluss, denn ohne Kritik wird Kunst endgültig zum Kommerz
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 37/2022
Kunst, die von Kritik nichts wissen will, beißt sich am Ende selbst in den Schwanz
Kunst, die von Kritik nichts wissen will, beißt sich am Ende selbst in den Schwanz

Foto: Zania Studio/iStock

Auf dem diesjährigen Kunstfest Weimar, das vergangenes Wochenende zu Ende gegangen ist, spielte sich auf einem feuilletonistischen Nebenschauplatz ein kleiner, aber überraschender Medienskandal ab: In der Sparte Performance wurde Animate von Chris Salter gezeigt; angepriesen als ein „faszinierender Augmented-Reality-Parcours zur drohenden Klimakatastrophe“. Der Kulturjournalist Thilo Sauer sah sich die Installation mit VR-Brille für den Deutschlandfunk an und urteilte abschließend in seiner sonst mild betrachtenden Radiokritik, dass in puncto virtueller Realität schon mehr möglich sei, Animate sei deshalb „sicherlich nicht state of the art“.

Das stimmt nicht, befand das Kunstfest Weimar und verfasste eine Gegendarstellung. Dieses „