Lass die Sau raus, Özdemir

Tierwohlkennzeichnung Der Grüne Cem Özdemir will, dass auf dem Etikett steht, wie es dem Schwein vor der Schlachtung gegangen ist. Stand es im Stall mit wenig Platz? Oder hatte es Auslauf? Doch Tierschützern geht sein Plan nicht weit genug
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 25/2022
Damit ein Schwein so glücklich ist, braucht es dann doch noch mehr als Cem Özdemirs Tierwohllabel
Damit ein Schwein so glücklich ist, braucht es dann doch noch mehr als Cem Özdemirs Tierwohllabel

Foto: Aaron Foster/Getty Images

Auf dem Tor, das Clemens Stromayer aufschließt, steht „Achtung, Lebensgefahr! Frei laufender Eber!“. Dann fährt der Mann im roten Overall, mit einem hellbraunen Anglerhut auf dem Kopf, seinen Pick-up auf das Gelände, steigt aus und sagt: „Nee, keine Angst, das ist nur für die Schulkinder, damit die nicht über den Zaun klettern.“

Ein paar Meter läuft er über das riesige Feld, die Junisonne knallt vom Himmel herab, vereinzelt liegen Säue in der Gegend herum, die im Schatten der Bäume Schutz suchen. Ein 200-Kilo-Vieh rafft sich auf, kommt grunzend angelaufen und reibt seine Nase an Stromeyers Gummistiefeln, die ihm fast bis zu den Knien reichen. „Du hast hier ’ne echte Rarität vor dir“, sagt der 43-J