Ultimo Freitag 42

Ultimo Orthografie, sollte man meinen, ist weiblich. Das PC-Schreibprogramm Microsoft Word sieht das im Einzelfall anders. Dessen Hersteller scheinen noch ...

Orthografie, sollte man meinen, ist weiblich. Das PC-Schreibprogramm Microsoft Word sieht das im Einzelfall anders. Dessen Hersteller scheinen noch nicht ganz kapiert zu haben, was die Frauen auf dieser Welt alles so treiben. Ein ganzer Haufen femininer Substantive ist ihm fremd, und es bietet seinen Nutzern allerlei Verbesserungsvorschläge an. So kennt es zum Beispiel Verkäufer, aber es weiß von keiner Verkäuferin. Es kennt einen Prinzipal, aber natürlich keine Prinzipalin. Es akzeptiert Mieterinnen, sogar Pennerinnen und Schnorrerinnen, aber keine Wohnungsinhaberinnen und Vermieterinnen. Offenbar sollen Frauen besser keine Immobilien besitzen. Auch der Marschallin, aus dem Rosenkavalier bekannt, steht Word skeptisch gegenüber und will aus ihr einen Marschalpin machen, was vielleicht eine besonders abenteuerliche Alpentour ist. Als Korrektur zur Rezeptionistin schlägt das Programm "Rezeptzionistin" vor. Glaubt Bill Gates, dass es den Zionismus für Frauen nur auf Rezept gibt? Was sagt die Apotheken-Umschau dazu? Andererseits hat das Programm im Angebot: Chauvinistin, Revanchistin, Ministrantin, Päderastin. Eine Päpstin kennt es nicht. Vielleicht alles nur eine Frage der Zeit?

Liebe Leserin, lieber Leser,

dieser Artikel ist für Sie kostenlos.
Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber auch in diesen Zeiten Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag hier abonnieren oder 3 Ausgaben gratis testen. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Ihre Freitag-Redaktion

Kommentare