Umtriebige Ohnmacht

TSCHERNOMYRDINS VERMITTLUNGSMISSION Für Siege und Niederlagen der Kosovo-Diplomatie ist die russische Innenpolitik ein dankbarer Abnehmer
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In vielen russischen Medien gehört es mittlerweile zum guten Ton, im Abstand von zwei Wochen den Ministerpräsidenten in den Ruhestand zu schicken. Dabei wird vorhergesagt, wann er genau abtreten wird und warum, wird der monarchische Zorn Boris Jelzins analysiert und mindestens eine »hochgestellte Quelle im Kreml« zitiert.

Gründe, Jewgeni Primakow in die Wüste zu schicken, gibt es derzeit viele. Sie reichen von der krankhaften Eifersucht des Präsidenten auf einen Nebenbuhler, der seit langem auf allen Popularitätskurven ganz oben schwimmt, bis hin zum Ärger der Amerikaner über den halsstarrigen Russen. Dazwischen findet sich alles Mögliche an Argumenten - vom Unvermögen des Premiers, das kaukasische Pulverfaß zu entschärfe