Umweltskandal

Aussichten Alle Regierungen standen Kopf, hektische Aktivitäten auch im UNO-Hauptquartier. Bei Nnggbbrr, dort, wo das Vindhyagebirge nach Norden abbiegt, hatte ...

Alle Regierungen standen Kopf, hektische Aktivitäten auch im UNO-Hauptquartier. Bei Nnggbbrr, dort, wo das Vindhyagebirge nach Norden abbiegt, hatte ein Spaziergänger eine weggeworfene Verpackung gefunden. Ein ungeheurer Vorfall! Seit zehn Jahren waren Verpackungen auf der ganzen Welt verboten - dem Regenwald zuliebe.

Sofort überquerten Greenpeace-Aktivisten im Rahmen einer spektakulären und vom Fernsehen live übertragenen Aktion mit Schlauchbooten die Aravillekette, durchbrachen alle Absperrungen, drangen bis zu der streng bewachten Verpackung vor und riefen: "Stoppt den Waaahnsinn!"

Ein Krisenstab der UNO startete in Richtung Amazonasgebiet, um sich unter seiner eigenen Kontrolle vom Zustand des Regenwaldes zu überzeugen.

Die Welt reagierte spontan auf den größten Umweltskandal der letzten Jahre. Japan verpflichtete sich, den Regenwald künftig durch die Drosselung der Produktion von umweltfeindlichen, elektronischen Türklinkenniederdrückern zu schonen. Der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika beschloss ein Forschungsprogramm zur Entwicklung von Öko-Plaste. In Nordkorea schoss ein Papiertaschentuch-Verleih aus dem Boden. Schweden begann unverzüglich an kompostierbarem Schwedenstahl zu arbeiten. Die Schweiz brachte nur noch Uhren aus 100 Prozent Altpapier auf den Markt. Aus dem Umweltministerium der Bundesrepublik Deutschland kam die Forderung, auf die bei Nnggbbrr gefundene Verpackung ein Pfandgeld zu erheben und die Verkaufsstellen im Umkreis von 4.000 Kilometern zur Rücknahme der Verpackung zu verpflichten.

Nach ein paar Tagen wurde der Bericht des UNO-Krisenstabes zum Zustand des Regenwaldes veröffentlicht. Der Regenwald war unversehrt. Beide Bäume standen noch.

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00:00 30.11.2001

Ausgabe 42/2021

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