Perspektivlos und unsouverän: Der Ukraine-Krieg muss zum Wendepunkt für Europa werden

Meinung Schon seit 1914 ist Europa gespalten und zerrissen. Aber: Es muss sich nicht zwischen West und Ost entscheiden, sondern mehr für sich selbst. Warum der Kontinent seinen ewigen Bürgerkrieg endlich beenden muss
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 46/2022
Kurzer Waffenstillstand im großen europäischen Bürgerkrieg unter Beteiligung der USA (rechts im Bild)
Kurzer Waffenstillstand im großen europäischen Bürgerkrieg unter Beteiligung der USA (rechts im Bild)

Foto: Everett Collection/Imago Image

Europa ist im Krieg, obwohl mit den Worten „Nie wieder Krieg“ stets seine Einigung begründet wurde. Verteidigt werden soll ein geeinter ukrainischer Nationalstaat, wo Europa gerade die Nationalstaaten-Konkurrenz überwinden wollte. Eine föderale Ordnung sollte den Kontinent politisch, strategisch und wirtschaftlich zusammenführen und sich zu Russland kooperativ verhalten. Der Tenor von 1989: Es schien möglich, in Europa den Kalten Krieg zu überwinden. Ein gemeinsames Haus Europa, wie Michail Gorbatschow es nannte, jenseits der Weltkriegsgeschichte. All das ist unerreicht. Warum? Ein Scheitern, Verrat? Blicken wir zurück.

Der Kulturraum Europa ist viele Jahrhunderte alt, erstmals geeint durch die Pax Romana, dann durch Christentum und Kirche, in

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