Victoria 15. Oktober

GUATEMALA Zwei Jahre nach dem Friedensabkommen beginnen lokale Initiativen, die Landverteilung selbst in die Hand zu nehmen
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In Guatemala, dem Land der Maya und der Mythen, dem »Land des ewigen Frühlings«, leidet die indigene Bevölkerung - die Indígena - unter einer extrem ungerechten Landverteilung, unter weitverbreiteter Armut und alltäglichem Rassismus. Das vor zwei Jahren geschlossene Friedensabkommen hat daran - nach 36 Jahren Bürgerkrieg - bisher wenig geändert. Aber lokale Initiativen beginnen allmählich, ihre Rechte wahrzunehmen.

Die Marimbas sind verstummt. Padre José Orozco hat sich einen weißen Priesterschal umgelegt und beginnt mit einem Gebet in der Maya-Sprache Pocomchí. Im neuerbauten Gemeinschaftshaus drängt sich erwartungsvoll die kleine Gemeinde »Victoria 15. Oktober«. Alle warten auf den langersehnten Augenblick: die