Von Abu Ghraib nach Nordneukölln

Islamfeindlichkeit In einem Berliner Szene-Kiez möchte eine Initiative über muslimische Ehre und Straßengewalt reden. Aber es gibt nur gefährliche Klischees aus den 1970ern zu hören
Von Abu Ghraib nach Nordneukölln
Ist das noch deutsch oder schon antideutsch?

Foto: imago/IPON

Eigentlich hatte ich keine besondere Lust darauf, zu dieser Veranstaltung zu gehen. Ich ging aber trotzdem. Das „Laidak“ ist mit dem Fahrrad nur acht Minuten von meiner Wohnung entfernt. Es ist eine dieser typischen Neuköllner Kneipen, mit abgewetzten Sofas und Holztischen, an den Wänden Regale, die mit Büchern gefüllt sind, Wohnzimmer-Charme. An der Eingangstür klebt ein „Refugees Welcome“-Aufkleber, der signalisiert, dass Geflüchtete hier willkommen sind, im großen Hinterraum finden regelmäßig Konzerte, Parties und politische Veranstaltungen statt. Für diesen Novemberabend war ein Vortrag angekündigt: "Gewalt im Namen der Ehre - Triebstruktur und Neuköllner Unzumutbarkeiten", organisiert von einer lokalen Initiative mit dem kecken Namen "Ehrlos statt wehrlos" (im Folgenden als ESW abgekürzt).

Ob dieser Name eine Anspielung auf den berühmte Satz des SPD-Reichstagsabgeordneten Otto Wels darstellt, der angesichts des im März 1933 erlassenen Ermächtigungsgesetzes proklamierte, die sozialdemokratische Opposition gegen Adolf Hitler sei zwar „wehrlos aber nicht ehrlos“ und werde daher dem Gesetz nicht zustimmen, bleibt ungewiss. Auf jeden Fall spielten Nazis an diesem Abend keine Rolle. Ich hatte noch keine der Veranstaltungen der ESW besucht, aber wie viele in diesem Viertel und dieser Stadt einiges mitbekommen, als die Initiative Anfang August dieses Jahres ins Leben gerufen worden war – zuerst ihre Grundsatzerklärung und dann, ziemlich rasch darauf, eine heftige schriftliche Reaktion, in der die Gruppe beschuldigt wurde, unverhohlen einen rechtspopulistischen Diskurs zu fördern. Sie war von antirassistischen, muslimisch-feministischen, jüdischen und Roma-Organisationen und -Initiativen in Berlin unterzeichnet worden.

Die grundlegende Provokation der ESW ergibt sich schon aus ihrer Selbstbeschreibung. In der Grundsatzerklärung der Gruppe heißt es, ihr gehe es um die "Bekämpfung von Gewalt im Namen der Ehre“. Ein „Bündnis gegen Neuköllner Unzumutbarkeiten" sei das Ziel. Neukölln ist ein Berliner Bezirk, der bundesweit bekannt für seine multikulturelle Einwohner*innenschaft ist. Aber eigentlich werden die Probleme, von denen die EWS spricht, nur im begehrten Norden von Neukölln wahrgenommen. Die "Unzumutbarkeiten", denen sich die ESW tapfer entgegenzustellen wähnt, sind muslimische Männer, zweifellos zahlreich und offensichtlich bereit, ausschließlich durch den Begriff der Ehre motivierte Gewalt anzuwenden. Oder "der Islam" oder so. Der Vortrag versprach, genauer darzulegen, wie dieses System der Ehrenmotivation kulturell und psychologisch funktioniert.

Der Laden ist proppenvoll. Muslime sind wohl keine gekommen

Durch die Fensterfront ließ sich erkennen, dass das Lokal bereits 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung voll war. Als ich eintrat, hätte ich mich selbst dafür ohrfeigen können, nicht früher losgefahren zu sein. Sollte ich einfach wieder nach Hause gehen? Nein, nun war ich schon mal hier, mal sehen, ob ich mich nicht doch noch hineinquetschen konnte. Die Schlange der Spätankömmlinge glitt an der Bar vorbei in das schwach beleuchtete Hinterzimmer. Als ich schließlich die Schwelle überschritt, waren alle freigebliebenen Plätze "offiziell" schon besetzt. Die Jungs, die an einem kleinen Tisch den Eintritt von zwei Euro kassierten, verkündeten den enttäuschten Spätaufsteher*innen hinter mir , dass der Raum ausgelastet sei. Als die Referentin eintraf, musste sie sich langsam ihren Weg durch die Menge zum Rednerpult bahnen, wasnoch ein paar weiteren Personen Zeit gab, sich hinter mir durch den Türrahmen zu manövrieren. Ein Mann, der neben der Referentin saß, begann zu sprechen. Aus dem Hintergrund war das Getöse der Bar zu hören; wir bemühten uns, etwas zu verstehen, und baten darum, die Tür zum Gastraum zu schließen.

Der Sprecher fasste die schon auf Facebook veröffentlichte Veranstaltungsbeschreibung zusammen: Gewalt gegen Juden, Schwule, Frauen und Obdachlose nehme in Nordneukölln zu; muslimische Männer seien die Schuldigen; die Medien und die Linken verböten die öffentliche Diskussion über diesen Zustand ebenso wie konkrete Aktionen dagegen; jemand müsse das Steuer übernehmen. Dann stellte er die Referentin vor.

Wie im Titel der Veranstaltung und den einleitenden Worten versprochen, argumentierte die mit autoritativen Aussagen zur Kulturpsychologie der "muslimischen Männlichkeit", um das – nach Ansprache und offensichtlicher Zusammensetzung entschieden nicht-muslimische – Publikum besser darüber zu informieren, wie man die Gewaltplage bekämpfen könnte, die anekdotisch, statistisch und tautologisch als dem Wesen nach muslimisch dargestellt wurde. Die Frage von Gewalt unter Muslimen stand (zum Glück) nicht auf der Tagesordnung. Vielmehr handelte es sich um eine Diskussion darüber, warum sie – muslimische Männer – uns dies antun. Uns, das heißt den Opfern der Gewalt und denjenigen, die sich zur Solidarität mit diesen Opfern bekennen.

Diese angebliche Gewaltplage wurde nur vage dargestellt. Sowohl die einleitenden Kommentare als auch der Vortrag der Referentin entwarfen vielmehr das Gespenst dessen ",was wir alle für wahr halten", dass nämlich mehr Muslime in der Stadt mehr Verbrechen an uns bedeute. Eine solche Wahrheit sollte mit Daten und Beweisen erwiesen werden können. Man hätte in erster Linie eine klare Untersuchung der Rate der Gewaltverbrechen im fraglichen Gebiet erwartet. Aber es wurden keine solchen kriminologischen Beweise geboten. Man hätte auch erwarten können, dass sich die Referentin mit Daten beschäftigen würde, die von lokalen Anti-Gewalt- und Opferschutzinitiativen wie MANEO oder ReachOut stammen. Keine dieser Initiativen spricht von einer muslimischen Verbrechenswelle in Nordneukölln oder anderswo. Die Berliner Polizei auch nicht.

Stattdessen wurden willkürlich Scheinwahrheiten herausgestellt. Einmal führte die Referentin Umfrageergebnisse zur Einstellung von Schüler*innen der Sekundarstufe als Beweis für weitverbreiteten Antisemitismus und weitverbreitete Homophobie bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund an. Kurz darauf verwies sie auf die Unzulänglichkeit der offiziellen Polizeistatistik zu Hassverbrechen, und das am Beispiel eines angeblichen muslimischen Extremisten, gegen den strafrechtlich ermittelt wurde, weil er bei einer Al- Quds-Demonstration den Hitlergruß gezeigt haben soll. Sein Handeln, sagte die Referentin, sei offiziell als "rechtsextrem" und nicht als "islamistisch" eingestuft worden, was wir als offensichtlich lächerlich empfinden sollten. Doch natürlich kann die "Motivation" für bestimmte Verbrechen von den Behörden falsch eingeordnet werden. Aber sollte dies nicht zu weiteren, grundsätzlichen Überlegungen über die Gültigkeit des Konzepts "Hassverbrechen" anregen? Und wie sollen wir beurteilen, ob eine muslimische Verbrechenswelle im Gange ist oder nicht, wenn wir nur einen Haufen ungeklärter Vorfälle und dieses Misstrauen gegen amtliche Zahlen haben?

So wie sich die Referentin, was die vermeintliche "muslimische Verbrechenswelle" in Nordneukölln angeht, eher auf das Einvernehmen mit den Zuhörer*innen als auf schlüssige Beweisführung stützte, stellte sie auch die psychologischen Mechanismen, die die "muslimischen Täter" motivieren, dar, ohne die Quellen oder die Rezeptionsgeschichte für ihren Referenzrahmen zu benennen.

Ideen aus dem Handbuch für den Militäreinsatz

Die Gründe dafür dürften folgende sein: Im ersten Fall ist es immer besser, nicht die Hand zu heben, wenn die Daten deutlich etwas anderes besagen. Und im zweiten wäre das Spiel beendet, sobald sie ihrem Publikum eine Erklärung zu den Quellen ihrer psychosozialen Darstellung des "muslimischen Geistes" gegeben hätte. Das psychosoziale Vokabular, mit dem uns die Referentin traktierte, um zu erklären, warum sie es uns antun, kennt jeder, der sich an die Zeit der US-amerikanischen Invasion im Irak im Jahr 2003 erinnert. Die post-freudianische "Triebtheorie", eine quasi-hydraulische Darstellung einer "Ehre/Scham"-Geistesökonomie, ein ständiges Abrutschen zwischen Ethnizität, Rasse und Religion – nichts davon ist weit entfernt von Raphael Patais The Arab Mind von 1973, einem Buch, dass die psychologischen Grundstrukturen der arabischen Stammesgesellschaft zu skizzieren versucht. Diese Ideen sind peinliche Relikte für zeitgenössische Sozialwissenschaftler*innen und Fachleute, und sie waren von zentraler Bedeutung für einige der katastrophalsten Versuche der jüngeren Vergangenheit, die Geisteswissenschaften zu "mobilisieren". Ihre Wiederbelebung ist schockierend und abstoßend zugleich.

Seymour Hersh arbeitete während der Bush-Jahre für den New Yorker und war einer der ersten, der die öffentliche Aufmerksamkeit darauf lenkte, wie Patais idiotische Arbeit von 1973 zu einer Art Handbuch für die damaligen US-Militär- und Geheimdienstinstitutionen wurde. Im Lauf des 20. Jahrhunderts entwickelte die US-amerikanische Anthropologie, sei es an Universitäten oder im Auftrag der RAND-Corporation, militärisch nutzbare "Nationalpersönlichkeitsstudien" und "kulturpsychologische Profile" im Bereich der area studies nach Art von Patai, von denen Ruth Benedicts The Chrysanthemum and the Sword (1946, deutsch: Chrysantheme und Schwert. Formen der japanischen Kultur, 2006) die wahrscheinlich bekannteste wurde. Wie diese ESW-Veranstaltung, so machte auch Benedicts Buch in spekulativer Metapsychologie, mit "Scham" und "Ehre" als Hauptreferenzen, um "den" japanischen Geist und "die" japanische Kultur abzubilden. Andere Disziplinen kupferten den Trick ab (so ist Edward Banfields 1955 erschienenes Buch Moral Basis of a Backwards Society eine urkomische Variante im Bereich der Politikwissenschaft), aber schließlich drehte sich sogar die Mainstream-Anthropologie um eine, dann um mehrere Ecken und ließ einen Großteil dieses gesamten Ansatzes im Staub liegen. Nicht zufällig war das Jahr 1973, in dem Patais Buch erschien, auch das Veröffentlichungsdatum für den von Talal Asad herausgegebenen Sammelband Anthropology and the Colonial Encounter, ein Werk, das die tiefen Implikationen des Berufs in imperiale Machtstrukturen zerlegt und das heute tatsächlich ohne ironische Reserviertheit gelesen wird.

Die in The Arab Mind autoritativ vorgetragene rassistische Fabel von der sogenannten "arabischen" Psyche versorgte das Personal des Abu-Ghraib-Gefängnisses mit Phantasiewissen über Schwächen der "arabischen" Männlichkeit und regte so zu sexueller Demütigung und Folter an. Mehr noch als bei anderen anthropologischen Exkursionen in die imperiale Apologetik ist Patais Werk ein Ready Made mit militärischer Verwertbarkeit.

Solches pseudowissenschaftliches Wissen fand auch Anwendung in der anderen US-Gefängniskolonie, Guantanamo. Die American Psychological Association und andere Dachverbände professioneller Psycholog*innen ringen heute noch immer damit, wie ihre Disziplin für die Praxis verschärfter Verhöre und Folterungen vereinnahmt werden konnte. Die American Anthropological Association, die wichtigste professionelle Organisation von Anthropolog*innen, lehnte ihrerseits die Pläne der US-Armee ab, Sozialwissenschaftler*innen für die Schlachtfeldberatung in Fragen der lokalen Bräuche und Geflogenheiten in Afghanistan zu rekrutieren.

Auch wenn die ESW-Referentin Patai oder die unwürdige Tradition, in der ihr Vortrag steht, nicht erwähnte, hörte man die neokonservativen Legenden leicht durch. Sie versammeln sich bequem im symbolischen Raum, und anscheinend schaffte man es mit ihnen immer noch, einen Raum zu füllen. Sie erzwingen eine Geopolitik à la clash of civilizations und ein Billardkugelmodell der Kulturen, wie es Eric R. Wolf beschrieben hat. Sie erzwingen eine Feldherrenperspekive und Gefechtsbereitschaft, sobald der Islamalarm ausgelöst wird. Sie begründen ein Bündel irrationaler Gewissheiten über eine durch den Begriff "Islam" stigmatisierte Gruppe – Gewissheiten, die der wissenschaftlichen Kontrolle nicht standhalten. Ihre jüngste Geschichte und Erfolgsbilanz sind abstoßend, zumal neokonservative Konzepte nach rassistischer Feindseligkeit und evangelikalem Eifer riechen – keine besonders edlen Motivationen.

Der Mythos vom gewalttätigen Anderen

Neocon-Konzepte, die auf Interpretationen einer nur gefühlten Welle von Verbrechen basieren, suggerieren algorithmisch eine Liste von Opfern, die, wenig subtil, die Psyche eines einsamen Bösewichts widerspiegeln. Wir können ihn Muhammad Mustermann nennen. Neocon-Konzepte neigen zum Vorurteil und bieten so ein Narrativ für die Erlösung der Opfer und den Sieg über den Bösewicht: Zuerst müssen wir unseren Feind, seine Kultur und seine Psychologie, seine Gewohnheiten und Schwachstellen kennen. Dann ist der Rest die (jüngere) Geschichte.

In seinem Buch "Schwarze Haut weiße Masken" (1952) lenkt Franz Fanon den Blick auf “den Weißen, der mich aus tausend Details, Anekdoten, Erzählungen zusammengesponnen hat". Die Metapher vom "Spinnen" liefert ein passendes Bild für die Phantasiegbilde, die rassistischer Unterdrückung zugrunde liegen. Ein unsauberer, manipulativer Empirismus, ein Sammeln von Tausenden “Details, Anekdoten, Erzählungen“ soll dazu dienen, den Mythos eines gewalttätigen Anderen zu erschaffen, einen Mythos, der letztlich Gewalt gegen diesen Anderen legitimieren soll. Leider trifft das in Neukölln nicht weniger zu als in Abu Ghraib. Die Forderung, Migranten gegenüber nicht "wehrlos" zu sein, vermittelt den Ton einer Bedrohung. Auf einem YouTube-Account, den das Symbol der "Antideutschen Aktion" schmückt, kann man eine Aufnahme des Vortrags hören. Versehen ist sie mit dem ominösen Hashtag #bashback.

Diesen besorgten Bürgern, die den "muslimischen Geist" aus Neukölln vertreiben wollen, sollte man das von Slavoj Zizek popularisierte Hegel'sche Diktum entgegenhalten, wonach “das Böse auch im unschuldigen Blick selbst liegt, der überall um sich herum Böses wahrnimmt.”.

Die Wiederbelebung der genannten Klischees – oder warum nennt man es nicht beim Namen? - diese Art von Hassrede - haucht dem ohnehin virulenten anti-muslimischen Rassismus neues Leben ein, das ist offensichtlich. Was angesichts dessen bleibt, ist den Zweifel an der Überzeugungskraft dieser Ideen, wie sie im November 2018 mitten in Berlin vorgetragen wurden, aufrecht zu erhalten.

Doch ich mache mir keine Illusionen darüber, dass die Aufgabe, einen großen Teil der Berliner Aktivist*innen von ihren so geschätzten neokonservativen Klischees abzubringen, ein ziemlich großes und unattraktives Unterfangen bleibt. Jeden, der den konservativen und rechten Diskurs in den USA beobachtet, müsste es eigentlich mehr als verblüffen, hier mit der gleichen Sprache und den gleichen Argumenten wie dort konfrontiert zu werden – recycelt von jungen Akademiker*innen, die sich Antifaschist*innen nennen. Doch die Müllanthropologie, die hier fortlebt, ist nicht nur verblüffend und lächerlich, sie ist auch gefährlich. Indem man neokonservative Ideen in progressive Räume schmuggelt, sei es in linke Cafés oder queer-feministische Organisationen, und seine Gäste mit Pseudowissen über "den Islam" und "den muslimischen Geist" versorgt, werden die minimalen Gewinne, die gegen antimuslimischen Rassismus erzielt werden, in schamloser Weise zurückgedrängt. Das ist eine bedrohliche Situation für alle, nicht zuletzt für Muslim*innen und als solche wahrgenommenen Menschen, die hier tatsächlich leben.



Christopher Sweetapple ist Anthropologe und lebt in Berlin-Neukölln. Momentan arbeitet er an einer Dissertation über seine Feldarbeit mit queeren, antirassistischen Aktivisten in Berlin; er ist Herausgeber des kürzlich erschienenen "The Queer Intersectional in Contemporary Germany" (kostenlos im Psychosozial-Verlag erhältlich: https://www.psychosozial-verlag.de/7444).

Die Übersetzung aus dem Englischen besorgte Salih Alexander Wolter

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16:00 07.12.2018

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