Während der Papst um Frieden betet

IM SCHATTEN DER VATIKANDIPLOMATIE Der Kosovo-Krieg und die Gemeinschaft Sant' Egidio
Exklusiv für Abonnent:innen

Die unerwartete Ankunft des Albanerführers Ibrahim Rugova Anfang des Monats in Rom überraschte, war aber kein Zufall. Neben der italienischen Regierung hat vor allem christliche Paralleldiplomatie seitens der katholischen Gemeinde Sant'Egidio (15.000 Mitglieder - davon 12.000 in Italien) eine entscheidende Rolle gespielt. Gegründet 1968 von studentischen Kirchenlaien, die sich nach eigenem Verständnis »für die Verkündigung des Evangeliums und die Solidarität mit den Armen und Schwächsten« einsetzen, tat sich Sant'Egidio in den vergangenen Jahren bereits mehrfach als Vermittler ohne regierungsamtliches Mandat hervor. Erst 1998 vermittelte die Gemeinde im Kosovo ein Agreement zwischen Serben und Albanern über die öffentlichen Schule