Nadeschda Tolokonnikowa, Pussy Riot
25.09.2013 | 16:44 152

Warum ich in den Hungerstreik getreten bin

Offener Brief Nadeschda Tolokonnikowa beschreibt die menschenunwürdigen Bedingungen in dem russischen Straflager, in dem die Pussy-Riot-Aktivistin seit einem Jahr einsitzt

Warum ich in den Hungerstreik getreten bin

Nadeschda Tolokonnikowa; hier im April diesen Jahres, als sie vor einem Gericht in Mordwinien eine Haftentlassung auf Bewährung forderte

Foto: Maksim Blinov/ AFP/ Getty Images

Beginnend am Montag, den 23. September, trete ich in den Hungerstreik. Es ist eine extreme Maßnahme, aber ich bin überzeugt, dass es keinen anderen Ausweg aus meiner aktuellen Situation gibt. Die Leitung meiner Strafkolonie lässt nicht zu, dass ich angehört werde. Ich wiederum weigere mich, meine Forderungen zurückzuziehen. Ich werde nicht schweigen, und schicksalsergeben mitansehen, wie meine Mitinsassinnen unter Bedingungen zusammenbrechen, die mit Sklaverei zu vergleichen sind. Ich fordere, dass die Verwaltung die Menschenrechte respektiert. Ich fordere, dass im Arbeitslager in Mordwinien die Gesetze eingehalten werden. Ich fordere, dass wir wie Menschen behandelt werden, nicht wie Sklaven.

Ein Jahr ist vergangen, seit ich in der Strafkolonie No. 14 in der Ortschaft Parza in Mordwinien angekommen bin. Unter Häftlingen heißt es in Russland: „Wer nie in Mordwinien eingesessen hat, hat nie eingesessen.“ Ich hatte von den Strafkolonien in Mordwinien gehört, als ich noch in der Untersuchungshaft in Moskau saß. Dass dort die Sicherheitsstandard am höchsten sind, die Arbeitstage am längsten und die Menschenrechtsverletzungen am drastischsten. Wenn man nach Mordwinien geschickt wird, ist das als werde man zum Schafott geschickt. Bis zum letzten Moment war da die Hoffnung: „Vielleicht schicken sie dich ja doch nicht nach Mordwinien? Vielleicht kommst du davon?“ Aber so kam es nicht, und im Herbst 2012 betrat ich das Straflager am Ufer der Parza.

In Mordwinien empfing mich der stellvertretende Leiter des Lagers, Oberstleutnant Kupriyanow, der das Lager de facto verwaltet, mit den Worten: „Sie sollten wissen: In politischen Fragen bin ich Stalinist.“ Der andere Verwalter, Oberst Kulagin, rief mich am ersten Tag zu sich, um mir ein Schuldeingeständnis abzuzwingen: „Ein Unglück ist über Sie gekommen. Ist es nicht so? Sie sind zu zwei Jahren in diesem Lager verurteilt worden. Menschen ändern in der Regel ihre Meinung, wenn ihnen etwas Schlechtes widerfährt. Wenn sie so bald wie möglich auf Bewährung entlassen werden möchten, dann sollten sie sich schuldig bekennen. Wenn nicht, wird es keine Bewährung geben.“ Ich erklärte ihm unumwunden, dass ich nicht länger als acht Stunden am Tag arbeiten werde, wie es das Arbeitsrecht vorschreibt. „Das Gesetz ist eine Sache – was zählt, ist, ob Sie Ihre Quote erfüllen. Wenn nicht, machen Sie Überstunden. Sie sollten wissen, dass wir schon Menschen mit stärkerem Willen gebrochen haben, als Sie!“, war Kulagins Antwort.

17 Stunden arbeiten wir am Tag

Meine Einheit in der Näherei arbeitet 16 bis 17 Stunden am Tag. Von 7.30 Uhr in der Früh bis 0.30 Uhr in der Nacht. Bestenfalls schlafen wir vier Stunden pro Nacht. Alle eineinhalb Monate haben wir einen freien Tag. Wir arbeiten so gut wie jeden Sonntag. Insassinnen reichen Anträge ein, dass sie „auf eigenen Wunsch“ am Wochenende arbeiten möchten. In der Realität kann man wahrlich nicht von einem Wunsch sprechen. Die Anträge werden auf Anordnung der Verwaltung geschrieben – und unter dem Druck von Mitinsassinnen, die ihr bei der Durchsetzung behilflich sind.

Niemand wagt es, sich dem zu widersetzen und keinen Antrag einzureichen. Das bedeutet, wir arbeiten am Sonntag bis ein Uhr morgens. Einmal bat eine 50-jährige Frau um acht Uhr abends darum, sich in den Wohntrakt zurückzuziehen. Sie fühlte sich krank; sie litt unter Bluthochdruck. Die Reaktion darauf war eine Versammlung der Einheit, bei der die Frau niedergemacht, beleidigt und gedemütigt wurde. Sie brandmarkten sie als Schmarotzerin. „Glaubst du, du bist die einzige, die mehr Schlaf will? Du musst härter Arbeiten, du Kuh!“ Wenn jemand mit einem ärztlichen Attest der Arbeit fern bleibt, wird er ebenfalls schikaniert. „Ich habe mit 40 Grad Fieber gearbeitet, und das ging gut. Was glaubst du denn – wer wird deinen Anteil übernehmen müssen?“

Als ich am ersten Tag den Wohntrakt des Lagers betrat, empfing mich eine Mitinsassin, deren neunjährige Haft dem Ende zuging, mit den Worten: „Die Schweine haben Angst, dich selber anzufassen. Sie wollen sich dafür der anderern Insassinnen bedienen.“ Es ist Aufgabe der Vorarbeiterinnen der Brigaden und der Frauen, die schon länger einsitzen, die anderen zu schikanieren, ihre Rechte zu missachten und sie in stumme Sklaven zu verwandeln – auf Anordnung der Gefängnisverwaltung.

Das inoffizielle Strafsystem

Um die Disziplin und den Gehorsam aufrecht zu erhalten, besteht ein inoffizielles Strafsystem, das sehr weit ausgelegt wird. Inhaftierte werden gezwungen, „in den Lokalka (den abgezäunten Durchgängen zwischen zwei Bereichen des Lagers) zu stehen, bis die Lichter ausgeschaltet werden“ (das heißt, es ist ihnen verboten in die Baracken zu gehen – egal ob es Herbst oder Winter ist. In der zweiten Einheit, die aus Häftlingen mit Behinderungen und Alten besteht, bekam eine Frau nach einem Tag in der Lokalka so schlimme Erfrierungen, dass ihre Finger und ein Fuß amputiert werden mussten). Sie „verlieren ihre Hygiene-Privilegien“ (das heißt, die Gefangene darf sich nicht waschen oder zur Toilette gehen); oder ihre „Einkaufs- und Teestuben-Privilegien“ (sie darf kein eigenes Essen mehr zu sich nehmen und keine Getränke).

Wenn die Inhaftierte an nichts anderes mehr denken kann, als an Schlaf oder einen Schluck Tee, wird sie gequält und schmutzig, wie sie ist, in den Händen der Lagerleitung gefügig wie Wachs. Für die Verwalter sind wir nichts anderes als kostenlose Sklavenarbeiter. Im Juni 2013 betrug mein Gehalt 29 Rubel (67 Cent) im Monat. Unsere Brigade näht 150 Polizeiuniformen am Tag. Wohin fließt das Geld, das die Verwaltung dafür erhält?

Das Lager hat einige Male Gelder für neue Ausrüstung zugeteilt bekommen. Die Verwaltung hat sich jedoch darauf beschränkt, die Nähmaschinen von den Häftlingen neu streichen zu lassen. Wir nähen mit Maschinen, die technisch am Ende sind. Laut Arbeitsrecht müssen die Produktionsquoten gesenkt werden, wenn die Ausrüstung nicht den aktuellen Industrienormen entspricht. Stattdessen wird das Pensum angehoben, plötzlich und aus dem Nichts. „Wenn sie sehen, dass du 100 Uniformen liefern kannst, heben sie die Quote auf 120!“ erklärte mir eine erfahrene Näherin. Nicht zu liefern ist keine Option, denn dann wird die ganze Abteilung bestraft. Die Strafe kann zum Beispiel darin bestehen, dass alle gezwungen werden, stundenlang im Hof zu stehen. Niemand darf auf die Toilette. Niemand bekommt einen Schluck Wasser.

Wohin geht das Geld?

Vor zwei Wochen wurden die Produktionsquoten für alle Brigaden willkürlich um jeweils 50 Stück erhöht. Wenn das Minimum vorher 100 betrug, waren es nun 150. Laut Gesetz müssen Arbeiter mindestens zwei Monate vor Änderung einer Produktionsquote informiert werden. Wir mussten eines morgens feststellen, dass wir eine neue Quote erfüllen müssen, weil es der Verwaltung unseres „Sweatshops“ (so nennen die Häftlinge das Lager) eben in den Sinn kam. Die Anzahl der Häftlinge ist gesunken (einige sind entlassen oder verlegt worden), aber die Quoten steigen. Die Zurückgebliebenen müssen immer härter arbeiten. Die Mechaniker sagen, dass ihnen die nötigen Teile fehlen, um die Maschinen zu reparieren, und dass sie sie auch nicht bekommen werden. „Es gibt keine Teile! Wann sie kommen? Machst du Witze? Wir sind hier in Russland. Warum fragst du überhaupt?“

Während der ersten Monate in der Näherei wurde ich aus der Not heraus quasi zur Mechanikerin. Ich warf mich auf die Maschine, den Schraubenzieher in der Hand, und versuchte verzweifelt, sie zu reparieren. Deine Hände sind von Nadelstichen übersät, das Blut ist auf der ganzen Werkbank, aber du nähst weiter. Du bist Teil des Fließbands, und du musst deine Arbeit so gut erledigen wie eine erfahrene Näherin. Und dann macht die Maschine schlapp. Weil du neu bist und es zu wenige funktionierende Maschinen gibt, kriegst du die schlechteste – der schwächste Motor in der ganzen Linie. Und dann ist sie schon wieder kaputt, und wieder, du rennst und suchst den Mechaniker, aber es ist unmöglich, ihn zu finden. Sie schreien dich an, weil du die Produktion verlangsamst. Nähunterricht gibt es nicht. Neuankömmlinge werden vor ihre Maschine gesetzt und bekommen ihre Aufgabe.

"Wenn du nicht die Tolokonnikowa wärst, hätten sie schon lange die Scheiße aus dir heraus geprügelt“, sagen Mitinsassinnen, die der Verwaltung nahe stehen. Es ist wahr: Andere werden geschlagen. Weil sie es nicht schaffen, das Pensum zu erfüllen. Sie werden in die Nieren und ins Gesicht geboxt. Die Gefangenen führen diese Schläge aus, aber kein einziger erfolgt ohne die Zustimmung und das vollständige Wissen der Verwaltung. Vor einem Jahr, damals war ich noch nicht hier, wurde eine Sinti-Frau in der dritten Einheit zu Tode geschlagen (die dritte Einheit ist eine „Druckeinheit“, die Gefangenen dort werden täglich geschlagen). Die Frau starb in der medizinischen Einheit der Strafkolonie 14. Der Verwaltung gelang es, ihren Tod zu vertuschen. Offiziell starb sie an einem Schlaganfall.

Verräterinnen werden zusammengeschlagen

In einer anderen Einheit wurden neue Näherinnen, die das Pensum nicht schafften, gezwungen, sich auszuziehen und nackt zu arbeiten. Niemand wagt es, sich gegenüber der Verwaltung zu beschweren. Denn die wird nur lächeln und die Gefangene in ihre Einheit zurückschicken. Dort wird die „Verräterin“ dann auf Befehl der gleichen Verwaltung zusammengeschlagen. Für die Verwaltung der Kolonie ist kontrollierte Schikane eine zweckmäßige Methode, die Häftlinge zu zwingen, sich dem systematischen Missbrauch von Menschenrechten vollkommen zu unterwerfen.

In der Arbeitszone ist die Atmosphäre bedrohlich und angsterfüllt. Die Insassinnen, die unter ewigem Schlafmangel und den unmenschlich hohen Produktionsquoten leiden, sind ständig am Rande des Zusammenbruchs, sie schreien einander an, streiten um die kleinsten Dinge. Erst vor kurzem wurde einer Frau eine Schere in den Kopf gestochen, weil sie eine Hose nicht rechtzeitig abgeliefert hatte. Eine andere versuchte, sich den eigenen Bauch mit einer Metallsäge aufzuschneiden. Sie haben sie aufgehalten.

Diejenigen, die im Jahr 2010, dem Jahr der Großbrände, des Feuers und des Rauchs, in der Strafkolonie 14 waren, berichten, dass sie selbst dann noch in die Arbeitszone gehen und ihre Quoten erfüllen mussten, als die Feuer auf die Mauern der Kolonie zukamen. Wegen des Rauchs konnte man keine zwei Meter weit sehen, dennoch gingen sie alle zur Arbeit. Ihre Gesichter schützten sie dabei mit nassen Taschentüchern. Wegen der Sicherheitslage durften sie nicht zum Essen in die Cafeteria gehen. Mehrere Frauen haben mir erzählt, sie seien so furchtbar hungrig gewesen, dass sie begonnen hätten, Tagebuch zu schreiben, um die Gräuel zu dokumentieren. Als die Feuer endlich gelöscht waren, durchsuchten die Sicherheitskräfte das Lager gründlich nach diesen Tagebüchern. Keines sollte nach draußen gelangen.

800 Frauen pro Waschraum

Die Hygiene- und Wohnbedingungen im Lager sind so ausgelegt, dass die Gefangenen sich wie schmutzige, rechtlose Tiere fühlen. In den Schlafsälen gibt es „Hygieneräume“. Es gibt aber auch einen „allgemeinen Hygieneraum“. Er dient der Erziehung und Bestrafung. Fünf Menschen passen in diesen Raum hinein, trotzdem müssen alle 800 Insassinnen der Kolonie sich dort waschen. In den Hygieneräumen in unseren Baracken waschen wir uns nicht – das wäre zu einfach. Im ewigen Gedränge des „allgemeinen Hygieneraums“ versuchen die Frauen sich aneinandergequetscht mit kleinen Bottichen so schnell wie möglich zu säubern. Einmal in der Woche dürfen wir unsere Haare waschen. Doch selbst dieser Badetag fällt immer wieder aus. Eine Pumpe geht kaputt oder die Rohre verstopfen. Bisweilen konnte meine Einheit schon zwei bis drei Wochen nicht baden.

Wenn die Rohrleitungen verstopfen, spritzt das Urin, Fäkalienklumpen fliegen aus den Hygieneräumen. Wir haben gelernt, die Rohre selbst frei zu machen, unsere Erfolge sind aber nur von kurzer Dauer – kurz darauf sind sie wieder verstopft. Werkzeuge um sie zu reinigen gibt es in der Kolonie nicht. Einmal in der Woche können wir unsere Wäsche waschen. Der Waschraum ist klein, aus drei Wasserhähnen rinnt schwach kaltes Wasser.

Eine Erziehungsmaßnahme soll offensichtlich auch sein, dass die Gefangenen nur altes Brot, stark verdünnte Milch, vom Pilz befallene Hirse und verfaulte Kartoffeln erhalten. Diesen Sommer wurden massenhaft Säcke mit schleimigen, schwarzen Kartoffeln in die Kolonie gebracht. Wir bekamen sie dann zu essen.

Beschwerden werden verhindert

Die Zahl der Verstöße gegen die gesetzlich vorgeschriebenen Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Strafkolonie 14 ist endlos. Meine größte und wichtigste Klage jedoch ist diese: Die Verwaltung verhindert mit den allerhärtesten Mitteln, dass irgendeine Beschwerde oder Forderung bezüglich der Bedingungen in der Strafkolonie 14 nach außen dringen kann. Die Verwaltung zwingt die Menschen zu schweigen. Sie scheut nicht, sich zu den allerniedrigsten und grausamsten Mitteln herabzulassen, um dieses Ziel zu erreichen. Alle anderen Probleme gehen auf dieses zurück – die Quotenerhöhungen, der 16-Stunden-Arbeitstag, etc. Die Verwaltung fühlt sich unantastbar; rücksichtslos unterdrückt sie die Insassinnen mit immer größerer Härte.

Ich konnte nicht verstehen, warum alle still hielten – bis ich mich selbst mit der Lawine der Hindernisse konfrontiert sah, die auf Gefangene herabgelassen wird, die sich entscheiden, etwas zu sagen. Beschwerden verlassen das Gefängnis einfach nicht. Eine Chance, sich zu beschweren hat man nur über einen Anwalt oder Verwandte. Die Verwaltung, kleinlich und rachsüchtig, nutzt derweil gegenüber der Insassin alle ihr zur Verfügung stehenden Druckmittel. Die Frau soll einsehen, dass ihre Beanstandung niemandem helfen und alles nur noch schlimmer machen wird. Dazu dienen ihr etwa Kollektivstrafen: Wenn man sich beklagt, dass es kein heißes Wasser gibt, schalten sie das Wasser komplett ab.

Im Mai 2013 reichte mein Anwalt Dimitri Dinze bei der Staatsanwaltschaft eine Beschwerde über die Bedingungen in der Strafkolonie 14 ein. Oberstleutnant Kupriyanow sorgte sofort dafür, dass die Bedingungen im Lager unerträglich wurden. Eine Durchsuchung nach der anderen, über meine Bekannten wurde eine Flut von Berichten verfasst, warme Kleidung wurde konfisziert, die Konfiszierung warmen Schuhwerks angedroht. Bei der Arbeit rächten sie sich mit komplizierten Nähanweisungen, Quotensteigerungen und fabrizierten Störungen. Die Vorsteherinnen der Nachbareinheit, die Oberstleutnant Kupriyanows rechte Hand sind, riefen die Insassinnen offen dazu auf, meine Arbeitsergebnisse zu manipulieren, damit ich wegen der „Beschädigung von Regierungseigentum“ in die Strafzelle verlegt werden könne. Außerdem wiesen sie die anderen Inhaftierten an, Streits mit mir zu provozieren.

Die Methode der Kollektivbestrafung 

Solange man nur selbst betroffen ist, kann man alles ertragen. Die Methode der Kollektivbestrafung geht aber über einen selbst hinaus. Sie bedeutet, dass die ganze Einheit, oder gar die ganze Kolonie, die Strafe mit einem ertragen muss. Auch – das ist am Schlimmsten – Menschen, die einem ans Herz gewachsen sind. Einer meiner Freundinnen wurde die Bewährung verwehrt, auf die sie sieben Jahre lang gewartet hatte, für die sie hart gearbeitet und ihre Arbeitsquoten übererfüllt hatte. Sie wurde gemaßregelt, weil sie mit mir Tee getrunken hatte. Am gleichen Tag verlegte Oberstleutnant Kupriyanow sie in eine andere Einheit.

Eine andere enge Bekannte, eine äußerst gebildete Frau, wurde in die „Stresseinheit“ verlegt, in der täglich geschlagen wird. Wir hatten gemeinsam ein Dokument des Justizministeriums gelesen und diskutiert, dessen Titel lautete: „Regularien für die Verhaltensregeln in Justizvollzugsanstalten“. Über jeden, der mit mir sprach, wurden Berichte angefertigt. Es tat mir weh, dass Menschen, die ich gern hatte, leiden mussten. Grinsend sagte Oberstleutnant Kupriyanow dann zu mir: „Viele Freundinnen hast du wahrscheinlich nicht mehr!“ Und er erklärte mir, das alles geschehe wegen Dinzes Beschwerde.

Nun ist mir klar, dass ich schon im Mai, als ich mich erstmals in dieser Situation befand, in den Hungerstreik hätte treten sollen. Der enorme Druck, den die Verwaltung wegen meines Handelns auf meine Mitinsassinnen ausübte, brachte mich aber dazu, keine weiteren Beschwerden über die Bedingungen in der Kolonie einzureichen.

"Im Jenseits gibt es keine Grund für Beschwerden"

Vor gut drei Wochen, am 30. August, bat ich Oberstleutnant Kupriyanow, den Gefangenen in meiner Brigade acht Stunden Schlaf zuzugestehen. Wir sprachen darüber, den Arbeitstag von 16 auf zwölf Stunden zu verkürzen. "Schön, ab Montag wird die Brigade immer nur acht Stunden am Stück arbeiten“, sagte er. Ich wusste, dass es sich dabei um eine weitere Falle handelte. Es ist physisch unmöglich, die erhöhten Quoten in acht Stunden zu erfüllen. Die Brigade wird zu wenig Zeit haben, die Folge werden Strafen sein. "Falls jemand herausfindet, dass du hinter der Sache steckst, wirst du dich nie wieder beschweren“, sagte der Oberstleutnant dann. „Im Jenseits gibt es keinen Grund zur Beschwerde.“ Nach einer kleinen Pause sagte er dann. "Eins noch: Fordere nie etwas für andere. Bitte nur für dich selbst. Ich arbeite seit vielen Jahren in den Lagern. Wer zu mir kommt und mich für andere um etwas bittet, geht aus meinem Büro direkt in die Strafzelle. Du bist die erste, der das nicht passiert.“

In den darauf folgenden Wochen wurde das Leben in meiner Einheit und in meiner Arbeitsbrigade unerträglich. Gefangene mit engen Verbindungen zur Verwaltung stiften die anderen an, es mir heimzuzahlen: „Euch sind Tee und Essen verboten, ihr dürft keine Toilettenpausen einlegen und eine Woche lang nicht rauchen. Ihr werdet immer wieder bestraft werden, wenn ihr nicht anfangt, euch anders gegenüber den Neuen zu verhalten – besonders gegenüber Tolokonnikowa. Behandelt sie so, wie die alten Inhaftierten euch behandelt haben. Wurdet ihr geschlagen? Natürlich wurdet ihr das. Setzt ihnen zu – ihr werdet nicht bestraft werden.“

Immer und immer wieder versuchen sie, mich dazu zu kriegen, mich zu streiten. Aber warum mit Menschen streiten, die nicht für sich selbst verantwortlich sind, sondern bloß auf Anordnung der Verwaltung handeln?

Beherrscht von Angst

Die Gefangenen in Mordwinien fürchten sich vor ihrem eigenen Schatten. Sie sind vollkommen verängstigt. Gestern erst standen sie einem noch wohlgesonnen gegenüber und bettelten: „Tu etwas gegen den 16-Stunden-Tag!“. Doch seit die Verwaltung angefangen hat, gegen mich vorzugehen, haben sie sogar Angst davor, mit mir zu reden.

Ich habe mich mit einem Vorschlag zur Lösung des Konflikts an die Verwaltung gewandt. Ich habe darum gebeten, vom Druck befreit zu werden, der auf ihre Anordnung von den Gefangenen ausgeübt wird, die von ihr kontrolliert werden; ich habe darum gebeten, dass sie der Sklavenarbeit in der Kolonie ein Ende macht, indem sie die Länge des Arbeitstages kürzt und die Quoten auf ein Maß senkt, das sich in Übereinstimmung mit dem Arbeitsrecht befindet. Der Druck ist nur größer geworden. Deshalb trete ich beginnend mit dem 23. September in den Hungerstreik und weigere mich, an der Sklavenarbeit in der Kolonie teilzunehmen. Ich werde dies tun, bis die Verwaltung beginnt, sich an das Gesetz zu halten und aufhört, die inhaftierten Frauen wie Vieh zu behandeln, dass aus der Geltungssphäre der Justiz ausgestoßen wurde, um die Produktion der Textilindustrie zu erhöhen. Bis sie anfangen, uns wie Menschen zu behandeln.

Kommentare (152)

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Ehemaliger Nutzer 25.09.2013 | 22:11

In der heimeligen „internationalen Gemeinschaft“ ist ein mörderischer Strafvollzug leider kein Alleinstellungsmerkmal des russischen Souveräns.

Was Nadeschda bei einem Hungerstreik mit Sicherheit zusätzlich zu erwarten hat:

http://www.theguardian.com/world/video/2013/jul/08/mos-def-force-fed-guantanamo-bay-video

Impressionen praktischer Nächstenliebe Herrschender Christenfunktionäre aus dem unheimlichen Vaterland Gottes:

http://www.labournet.de/internationales/usa/lebensbedingungen-usa/hungerstreik-in-kalifornischen-gefangnissen/

http://de.indymedia.org/2013/08/347924.shtml

http://prisonerhungerstrikesolidarity.wordpress.com/

http://prisonerhungerstrikesolidarity.wordpress.com/2013/09/05/statement-suspending-the-third-hunger-strike/

Der offene Brief über die mörderischen Zustände in den amerikanischen Folterknästen von Zigtausend Hungerstreikenden Knackis war dem Freitag übrigens keine einzige Zeile wert…wahrscheinlich weil keine „KGB-Fresse“ dafür verantwortlich gemacht werden konnte…und das Opfer nicht sonne süße und nützliche Perle ist, sondern nur lauter sowieso überflüssige und unnütze „Neger“…

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Ehemaliger Nutzer 25.09.2013 | 23:32

...nun steht da oben ja nichts, was sich gegen Nadeschda oder ihre Leidensgenossinnen auslegen ließe...ich gehe jede Wette ein, gäbe es ein solidarisches Netzwerk der Opfer globaler Strafjustiz und Nadeschda und die amerikanischen Gefangenenkommitees wären gemeinsam handelnde Teile dieser Interessensvertretung - ihr offener Brief würde weder hier noch sonstwo erscheinen und für ihre vorgeblichen Verteidiger wäre sie der gleiche Abschaum wie die 2 Millionen eingekerkerten Menschen in den USA!...

Grabert 26.09.2013 | 00:03

Moin, lieber JR,

ja, es ist schon recht verwunderlich, wie unkritisch oder kritiklos die Meldungen der staatlichen Nachrichtenagentur RIA-Novosi für bare Münze genommen werden, bei so mancher rhetorischen Spitze, die auf einer Novosti-Meldung fusst, beschleicht mich das Gefühl, eine Realsatire zu erleben. Dabei ist der Laden, der fast wie zu Sovjetzeiten eingebunden scheint, irgendwie auch ein groteskes Spiegelbild von Berlusconis Medienschaffen.

Aber wie äußerte sich schon Alt-Kanzler Schröder zum Thema eines "waschechten Demokraten", komisch nur, dass so viele Leute, die sonst kein gutes Haar an Schröder lassen, ihm ausgerechnet dieses Axiom unwidersprochen abnehmen. Nein, Russland scheint noch weit weg von einer Demokratie zu sein, wie wir sie kennen, vielleicht sogar noch ein ganzes Stück weg von einem echten Rechtsstaat. Und der heutige Putinismus scheint mir nicht der Weg zu sein, der zu beidem hin führt.

Beste Grüße

Grabert

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 01:11

"Nein, Russland scheint noch weit weg von einer Demokratie zu sein, wie wir sie kennen, vielleicht sogar noch ein ganzes Stück weg von einem echten Rechtsstaat. Und der heutige Putinismus scheint mir nicht der Weg zu sein, der zu beidem hin führt."

was freuen sie sich, dass unsere ideen weltweit gesiegt haben. die popen haben ihren anteil an der versklavung wie eh und je. putin nennt sie gerade (kirche) einen natuerlichen partner. es wird sich niemand fuer diesen archipel gulag interessieren.

JR's China Blog 26.09.2013 | 04:13

Ich glaube, der Demokrat war / ist lupenrein, Herr Grabert.

Es ist übrigens durchaus angebracht, über die Grenzen unserer Medien hinauszugucken. Diese Story z. B. werden Sie in der deutschen Presse nicht finden, und ungeachtet der unterschiedlichen Menschenrechts- und Rechtsstaatslage stellt sich da m. E. die Frage, wie weit es mit der Qualität unserer Aus- und Inlandsmedien. her ist. Daraus ergeben sich ja auch Auswirkungen darauf, wie wir informiert werden.

Aber eine KGB-Fresse bleibt eine KGB-Fresse - und wer meint, systematisches Unrecht mit "dem Unrecht anderer" relativieren zu können, stellt damit vor allem einen Mangel an Urteilsvermögen unter Beweis.

Grabert 26.09.2013 | 06:08

Moin, lieber JR,

stimmt, war mein Fehler. Der "waschechte" war ein "lupenreiner" Demokrat, da habe ich wohl das falsche Waschpulver genommen.

Ja, ich bin, wo es geht, immer darum bemüht, nicht nur eine Quelle zu lesen, gelingt aber längst nicht bei jedem Thema. Qualität sinkt bei uns auch, darüber muss man nicht groß nachdenken, in den letzten Irak-Kriegen habe ich z.B. immer ganz gerne die BBC als Quelle hinzugezogen, 5live ist da recht gut. Eben läuft dort das Thema Iran.

Beste Grüße

Grabert

JR's China Blog 26.09.2013 | 07:03

Die BBC hat erhebliche Stärken, die - wenn gewollt - auch hier in Deutschland sofort umgesetzt werden könnten, wenn daran ein Interesse bestünde.

Zum Beispiel ein transparentes Widerspruchssystem für die Öffentlichkeit, wenn unter Hörern der Eindruck entsteht, ein Sachverhalt sei nicht objektiv wiedergegeben worden.

Hinzu kommt allerdings auch ein weiterer Vorteil für britische Medien: anders als deutsche fühlen sie sich nicht genötigt der Öffentlichkeit vorzumachen, man unterstütze im Ausland Bauprojekte, wenn man sich gerade im Krieg befindet. ;-)

Ebenfalls eine gute Infoquelle: BBC Radio 4. Läuft zur Zeit noch auf Langwelle 198 kHz - solange noch einige der nicht mehr nachgebauten Ersatzteile auf Lager sind.

Guten Start in die Restwoche

JR

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 11:34

„wer meint, systematisches Unrecht mit "dem Unrecht anderer" relativieren zu können, stellt damit vor allem einen Mangel an Urteilsvermögen unter Beweis.“

…auch diese Unterstellung verrät ausschließlich den Polizeistandpunkt des Autors und seine Forderung nach Parteilichkeit (gewiss nicht für das/die Opfer!), wo die mangelnde Parteilichkeit des Verdächtigen das bewiesene Resultat seines mangelnden Urteilsvermögens ist …

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 11:59

zuallererst lese ich da entsetzen über "nichtsolidarität" ...

die frage in die welt : wie ist das möglich? mit der unterstellung (fehlannahme) : das geht doch gar nicht "unter frauen" ...

sie hockt da mit lauter frauen, ist gezwungen, mit diesen menschen mind. 17h zuzubringen, sich "diesen menschen" auszusetzen... es ist das grauen eines funktionierenden kz-systems, wo kein schäferhund mehr bellen muß, kein gewehrlauf irgendwohin sich richten muß, keine peitsche knallen muß... kein mann drohend die hand erheben muß, zu schlägen ausholend... es ist die erkenntnis, daß "pussi riot" nicht "reicht" ...

da hockt eine gewerkschaftlerin nun im groß(verschleiß)betrieb und erlebt um sich nur "betriebsamkeit" ... irgendwo im hintergrund hockt ein mann, für die putzkolonne ists "der verwaltungschef" , der taucht nie großartig auf, frau putzt ihm höchstens mal über den, aber die drohung, er könnte auftauchen um zu maßregeln erschallt beständig in einer art als wär dieser verwaltungschef der gefängnisverwalter und wir die insassen...

bitter, dort "erkennen" zu müssen als in ner putzkolonne, ganz sicher tödlicher!

die erhoffte solidarität vor ort bleibt aus, ich wüßt nicht wie ihr helfen, als selbst dort zu landen, um sich zu solidarisieren...

da wie dort - eine industrie...um (um-)erziehung gehts schon lange nicht mehr!

Fred 26.09.2013 | 12:42

Ja natürlich! Ein Gefängnis, in dem solche Zustände herrschen sollen, lässt es natürlich zu, dass eine Insassin so aus dem Nähkästchen plaudern darf.

Und natürlich wird so ein Hungerstreik nicht ganz einfach durch Zwangsernährung beendet. Bei aller Unmenschlichkeit der Lagerleitung - in diesem Fall halten sie sich dann an die Menschenrechte.

Es gibt keine Teile für die Nähmaschinen! - Hallo! Jemand zu Hause? Russland ist längst kapitalistisch. Aus welchem Jahr ist die Story, die wir hier aufgetischt kriegen? 1930?

"...Hände sind von Nadelstichen übersät, das Blut ist auf der ganzen Werkbank..."

"...vom Pilz befallene Hirse und verfaulte Kartoffeln..."

"...Fäkalienklumpen..."

Geht's nicht noch 'ne Nummer dicker? Systematische Massenvergewaltigungen fehlen noch!

Da konnte ja George Dabbelju bessere Geschichten erzählen.

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 13:11

wenns in d an der reparatur von putzmaschinen hapert und frau dann mit schwamm, schrubber, eimer und lappen sämtliche bäderfliesen schrubben darf über tage hinweg zweifelt auch niemand die "wirtschaftlichkeit" d-s an ... das is die nische für frauen in technischen berufen... sie sollen mit "kaputten" maschinen frauenarbeit erledigen und bilden sich dabei zur mechanikerin fort... erlebste auch an der fleischtheke eines edeka, in ner tankstelle, im gartenbau und im designer-lampen-produktionsbetrieb ... wer immer nicht "geistes-arbeiter" hier, kann Ihnen sicherlich noch weitere bereiche erschließen...

warum sollte es in rußland anders laufen? zudem noch in nem offiziellen straflager?

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 13:50

ausm original - SABOTAGE- büchlein ( "sabotage, arbeiter/innen aus den usa erzählen" isbn 3-929933-00-4 , ka, ob noch erhältlich)

s.82

" Postarbeiterin - Judi

Das Paketpostamt von Washington ist eines von einhundertzwanzig in den Vereinigten Staaten. Ich arbeitete dort von 1976 bis 1980. Sie haben viel Geld investiert und Fabriken gebaut, die einfach nicht funktionieren. Diese Computeridioten entwerfen Fabriken und haben selbst in ihrem ganzen Leben noch keine von innen gesehen. Sie wollten einfach nicht wahrhaben, daß da nichts funktionierte. Sie setzten Lesitungsnormen fest, aber da die Maschinen nicht funktionierten, konnten sie nicht eingehalten werden. Statt mehr Leute einzustellen und die Fehler einzugestehen, zwangen sie uns, Überstunden zu machen. Wir arbeiteten mindestens 60 Stunden pro Woche, im Dezember gar 84. Wir arbeiteten die ganze Zeit und wurden langsam verrückt.

Die Überstunden waren das Hauptproblem, Arbeitsunfälle waren ein weiteres. Und auch sonst verarschten die uns. Veteranen der Armee bekommen zehn Prozent mehr Lohn. Das soll sie glauben machen, sie wären immernoch beim Kommiß. Und die richtigen Armee-Arschkriecher werden Vorarbeiter. Weil bei der Post kein Profit gemacht werden muß, gibt es nichtmal den Anschein kapitalistischer Vernunft. Bei der Post ist es egal, wieviel Geld verschwendet wird.

Ich mußte LKW-s entladen, manchmal auch beladen. Eigentlich sollte das alles automatisch ablaufen. Wir hatten diese sogenannten ausfahrbaren Bänder, die bis an die LKWs reichten. Im Winter froren wir uns den Arsch ab, im Sommer wurden wir gebraten.

Pakete und Postsäcke wurden getrennt ausgeladen und sortiert, aber die Maschine blockierte trotzdem ständig. Die beste Methode, das Band wieder frei zu kriegen, war, ein paar der Postsäcke auf das Band mit den Packeten zu schmeißen. Die Säcke waren schwerer und schoben alles durch. Das hieß natürlich auch, daß die Säcke später auf den Paketen landeten und diese kaputtgingen. Diese Art der Sabotage wurde von der Verwaltung sogar gefördert, die ja wollte, daß wir schneller arbeiteten.

Es gibt keine Auffangsysteme im Betrieb. Wenn irgendwo was zusammenbricht, blockiert das die ganze Linie. Wenn es an der Rutsche für Sendungen ohne Postleitzahlen zu Staus kam, kam alles zum Stillstand. Diese Rutsche mußte offen sein. Wir codierten oft alle Sendungen auf diese Rutsche, und das Sytem war sofort überlastet. Als sie in New York einen wilden Streik machten, codierten wir alles nach New York.

Als wir unsere kollektive Stärke erkannten, wurden wir deutlicher und frecher. Wir begannen mit kleinen Sachen, z.B. schickten wir Zeug an den falschen Ort oder legten absichtlich Anlagen lahm. Als wir uns dann besser organisiert hatten, machten wir Spiele, wenn es zu langweilig wurde. Wir machten eine Maschine kaputt und wetteten, wie lange der Mechaniker brauchen würde, um den Fehler zu finden. Also versuchten wir, uns möglichst ausgefallene Schäden auszudenken. Eines unserer Lieblingsspiele war das Abschalten irgendeines Notschalters. Dann warteten wir, bis der Mechaniker den richtigen gefunden hatte.....

...

Schließlich fingen wir an, die Dinge richtig zu organisieren. ....."

(das folgende möcht ich niemandem "zumuten", "sick-outs" sind auch hierzulande arg verpönt...wie alle andere reale sabotage... das is wie mit den kräuterhexen, seit se die verbrannt haben, sindwa auf die damit vollkommen überforderten pharmaproduzenten angewiesen)

Fred 26.09.2013 | 14:18

@Jana

Ich glaube trotzdem kein Wort in dem obigen Artikel.

Außerdem entkräftet der Satz "...Weil bei der Post kein Profit gemacht werden muß, gibt es nichtmal den Anschein kapitalistischer Vernunft..." irgendwie Ihre Aussage bzw. passt nicht ganz zu dem im Artikel angesprochenen Geldbezug (also dass die Lagerleitung wohl eienen ordentlichen Gewinn einfährt).

Es ist reine Propaganda um Russland mal wieder als "Reich des Bösen" darzustellen, gerade jetzt, wo die Russen dem Westen die nächste Kriegstournee in Syrien vermasseln.

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 14:27

ja, Ihre interessenlage ist offensichtlich eine andere als meine, so nehm ich mir phineas` "ich gehe jede Wette ein, gäbe es ein solidarisches Netzwerk der Opfer globaler Strafjustiz und Nadeschda und die amerikanischen Gefangenenkommitees wären gemeinsam handelnde Teile dieser Interessensvertretung - ihr offener Brief würde weder hier noch sonstwo erscheinen und für ihre vorgeblichen Verteidiger wäre sie der gleiche Abschaum wie die 2 Millionen eingekerkerten Menschen in den USA!..."

und sage : wzbw

(die zustände sind nicht nichtexistent, nur weil sie "benutzt" werden...mir ist Ihre parteilichkeit kein deut "besser" als die des chinabloggers und der anderen ... )

Fred 26.09.2013 | 16:37

@Jana

Ich interessiere mich für den Menschen. Ob er nun in den USA gefoltert wird, in Russland oder sonstwo.

Den Artikel halte ich aus oben genannten Gründen für unglaubwürdig. Niemand wär so blöd, eine von der internationalen Öffentlichkeit beobachtete Person derartigen Zuständen auszusetzen und sie dann auch noch darüber berichten zu lassen.

Außerdem! Wie lange soll ein Mensch das auf Dauer durchhalten, bei 4h Schlaf, körperlicher Züchtigung, schwerer Arbeit, ohne medizinische Versorgung und bei verfaultem Essen? Das ist 'n büschen viel auf einmal.

Die Zielgruppe solcherart Berichterstattung ist die gleiche, der man auch verkaufen kann, dass Assad seine eigenen Leute vergast.

Die Art und Weise ist genauso platt und zeigt die Einschätzung der Journalisten und ihrer Auftraggeber, welches geistige Niveau man inzwischen bei der Gesellschaft vermutet.

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 17:06

mensch hält ganz schön viel aus, is blöd, aber funktioniert...

weißte, "pussi riot" hin oder her, "femen" hin oder her, lies den text nochmal durch und "überlese" meinetwegen alle zahlen... meinetwegen überlies alles, was dir "überzogen" erscheint und dann rekapitulier, was übrigbleibt ...

wenn die junge dame (und meinetwegen "aus versehen" welch interessengruppe auch immer) auf diese "industrie" aufmerksam macht, ohne das dies in der absicht lag, so ist -für mich- genau solches zu nehmen, ernst zu nehmen und wie gesagt, während ich las, dacht ich immerzu an kommenden montag, der nächste arbeitstag... und ich dacht an den/die verlinkten artikel und ich "weiß", daß egalwelch nation/person ... nicht "das übel" ist, es ist diese menschenver(schleiß)wertungsmaschine ...

"Ihr" habt gejubelt, welch "witz" assad an den tag legte, welch "überraschung" , die chemiewaffenleuts einzulassen/-laden, wenn dies also schon furrrrrschtbar "gewitzt" war, was wärs erst für ein "gag", sich des themas "zwangsarbeiter" global anzunehmen ?

und ja, vieles an oben geschriebenen halte ich für "selbstgeschrieben" , wann, wie wo von wem auch immer, es "klingt" diese fehlende bzw unterbundene (kenn ich auch) solidarität als "echte erschütterung", als etwas in dieser art nicht vermutetes, nicht gekanntes... es klingt wie "grad erst begriffen wie kapitalismus (nebst nem schwanz an weiterem) funktioniert", wie "verwertung" bzw eben "vernichtung von arbeitskraft" funktioniert... dies "rechtsschutz" in egalwelch "arbeitsverhältnissen" ...ka, die ganze palette des "aber so darfs doch gar nicht laufen!" ... die überraschung, daß es funktioniert, an/in ihr auch funktioniert (schutz der gemochten mitinsassinnen) usw... ich wüßt nicht, wozu das alles enthalten sein sollte, ginge es "nur" um/gegen putin/rußland...

JR's China Blog 26.09.2013 | 17:42

Ich finde, meine Haltung zu verschiedenen Mächten, Systemen und den jeweils Einzelnen, die ihnen vergleichsweise "machtlos" gegenüberstehen, ist in meinem Blogs und Kommentaren ausführlich und recht strukturiert dokumentiert.

Die müssen Sie keineswegs mögen, Mymind - ich schreibe sie ja auch nicht, damit sie gemocht werden. Aber für Sie nachvollziehbar sind sie durchaus, zumal Sie diese ja oft genug mitgelesen haben. Und damit müsste auch Ihre Frage beantwortet sein.

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 19:19

nein natürlich nicht!!! nur im zeitalter, wo pr-agenturen jede art auftrag annehmen, wenn ein zahlender auftraggeber dahinter steckt und ein medium wie die ard sich um oppositionelle im eigenen land wenig kümmert bzw. sie in ihren talk-show´s gegen eine übermacht von profis vorführt und ihr sonntagabendprogramm mit tatort- und jauch-theman koppelt und so eine mischung aus scheinbaren emotionen + fakten zur besten sendezeit liefert und vergessenausrufe zur gleichen zeit startet, das snowden asyl in russland bekommen hat ... gucke ich mir manches halt genau + im zusammenhang an

30sec 26.09.2013 | 20:03

Zeit-Online veröffentlicht den Brief gekürzt und ergänzt:
"Der Artikel ist eine gekürzte Version eines Berichts, den die Autorin über ihren Mann an die Öffentlichkeit gebracht hat. Die beschriebenen Zustände lassen sich nicht überprüfen. Wir wollen die Schilderungen dennoch dokumentieren, d. Red."
Mir kommen kaum Zweifel an den Zuständen, sind sie doch hunderfach vorher in der Gulag-Literatur geschildert worden und auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wird sich gerade an diesen über jahrzehntelang eingeschliffenen Herrschaftsstrukturen kaum etwas geändert haben.
Die Autorin schreibt:
"Ich werde nicht schweigen, und schicksalsergeben mitansehen, wie meine Mitinsassinnen unter Bedingungen zusammenbrechen, die mit Sklaverei zu vergleichen sind."
Vergleichsweise ein Blick auf den Bau der FußballWM-Stadien in Katar. Zeit-Online berichtet:
Zwangsarbeiter schuften für die Fußball-WM

"In den vergangenen Wochen sind in Katar laut einem Bericht des Guardian viele Einwanderer aus Nepal bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Die Rate der Todesfälle ist nach Angaben der Zeitung mittlerweile auf einen pro Tag gestiegen. Die Arbeitsbedingungen glichen – beurteilt nach Maßstäben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO – sklavenhalterähnlichen Zuständen."

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 21:56

Ein paar Zitate von ITAR TASS zum Fall und zum Brief Tolokonnikowas.

25.9.

"“Today attorney Dmitry Dinze submitted a claim to Prosecutor General’s Office, in which we ask to make an enquiry in the penal colony with participation of experts from the labor inspection in sanitary surveillance and specialists from EMERCOM in fire prevention,” spokesperson for Inter-regional Association of Human Rights Organizations "Agora", representing rights of Nadezhda Tolokonnikova, told Itar-Tass...the attorney points to serious violation of convicts’ rights in production output norms by the colony’s administration. In particular, according to the attorney’s data, certain convicts ‘work 16 hours a day, sometimes without any off days in a week; everything depends on the administration’s will, which practically forces the convicts into invariable ‘slave’ labor.."

(selbes Datum:)

"

Ilya Shablinskiy, member of the presidential human rights council claims that information conveyed by Nadezhda Tolokonnikova regarding violation of human rights in her colony is, in fact, well-grounded.

“I’ve already talked with several inmates, made my hair stand on end, “ he told Itar-Tass. A group of Human Rights Council members are to conduct inspection of the colony housing the Pussy Riot member on Wednesday.

Maria Kannabikh, member of Russia’s Public Chamber, announced that Tolokonnikova’s cell is warm and the inmate herself looks fine. “I’ve met with girls who work with Tolokonnikova; they say there are no conflicts and that she’s a normal person,” she added (noting) that inmates indeed do sometimes work 11 to 12 hours, but only if they have to process rush orders."

(26.9.)

Maria Kannabikh, member of the Presidential Council for Civil Society Institutions and Human Rights (HRC) and Public Chamber (PC) of Russia:
"I have received a complaint from Tolokonnikova about health ... Moreover, she continues her hunger strike and must be put under medical supervision. Perhaps she will be placed in hospital" (interview with Itar-Tass)
Kannabikh also noted that she received only two complaints from female convicts, and her colleagues from the HRC received more...
"Members of the working group are currently drafting a report on their visit to the colonies," member of the HRC Ilya Shablinski told Itar-Tass. Earlier, he claimed that in the penal colony Nr.14 rules of the Labor Code were violated, and the convicts worked more than 8 hours a day, did not get necessary training and this resulted in labor injuries. ... Shablinski, also received complaints on the food, in particular, the use of moldy cereals.
Member of the HRC Elena Masyuk refused to give any comments until the report is ready. “There is a lot of controversial information that needs to be interpreted”.

Tamara Zamyatina für TASS 26.9.:

For security purposes, the prison authorities have moved Tolokonnikova to a solitary confinement cell, where, the convict says, it is very cold: 14 degrees above freezing at the most.

A large group of human rights activists and journalists from Moscow visited the penitentiary on Wednesday. ..Archpriest Aleksandr Pelin ..acknowledged that there were some problems with the amenities. “Some blocks still lack hot running water.” Archpriest Pelin made no difference between the conditions women convicts are kept in at penitentiaries and those in the barracks for military servicemen. He recalled that when he was on active army service himself, the conditions in barracks were far worse... Komsomolskaya Pravda described as unprecedented the very instance of a group of 50 human rights activists and journalists visiting a penitentiary following a complaint from one of the convicts. The Prosecutor-General’s Office is sending a whole panel of inquiry there....The daily Izvestia wonders why Tolokonnikova has risen in revolt with just 160 days to go before the end of her two-year sentence. (It) believes that “Tolokonnikova’s message is not about her personal fate, but about the appalling conditions at the penitentiary for the other women.” Izvestia also points to many intolerant comments ... in the social networks, such as: ... “That’s what punishment is all about. ..It’s about compulsion. It’s about taming a human beast to a state in which the punished will shudder at every sudden noise and pee down one’s knees. Can it be otherwise?” “ written in Facebook by people at least with higher education and having highly-salaried jobs,” says Izvestia....

Archdeacon Andrei Kurayev, a lecturer at the Moscow Theological Academy and senior researcher at the Philosophy Department of the Moscow State University. “This exasperation of ostensible Christians over the letter from the penitentiary looks strange. The message is not about some special suffering experienced by the author, but about the suffering of thousands of other jailed women... As for my own personal attitude to the author of the message, I will put it this way. Tolokonnikova’s life before the arrest looked very disgusting to me. Her behaviour after it appears as decent”.

Warum haben die Kommentatoren nicht nachgecheckt, wie die Reaktionen in der russischen Presse sind? Ähnliche Pressereaktionen und Untersuchungskommissionen gab es z.B. in Frankreich und im UK ausschließlich nach blutig niedergeschlagenen Gefangenenaufständen! Außer Jana, Phineas Freek und 30sec haben sich alle gründlich blamiert. And the winner is: JR Denn <i>sofort</i> tätig geworden ist der Präsidentielle Menschenrechtsrat., den Putin in seinem ersten Term eigens regierungsamtlich bestallte!

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 21:57

Ein paar Zitate von ITAR TASS zum Fall und zum Brief Tolokonnikowas.

25.9.

"“Today attorney Dmitry Dinze submitted a claim to Prosecutor General’s Office, in which we ask to make an enquiry in the penal colony with participation of experts from the labor inspection in sanitary surveillance and specialists from EMERCOM in fire prevention,” spokesperson for Inter-regional Association of Human Rights Organizations "Agora", representing rights of Nadezhda Tolokonnikova, told Itar-Tass...the attorney points to serious violation of convicts’ rights in production output norms by the colony’s administration. In particular, according to the attorney’s data, certain convicts ‘work 16 hours a day, sometimes without any off days in a week; everything depends on the administration’s will, which practically forces the convicts into invariable ‘slave’ labor.."

(selbes Datum:)

"

Ilya Shablinskiy, member of the presidential human rights council claims that information conveyed by Nadezhda Tolokonnikova regarding violation of human rights in her colony is, in fact, well-grounded.

“I’ve already talked with several inmates, made my hair stand on end, “ he told Itar-Tass. A group of Human Rights Council members are to conduct inspection of the colony housing the Pussy Riot member on Wednesday.

Maria Kannabikh, member of Russia’s Public Chamber, announced that Tolokonnikova’s cell is warm and the inmate herself looks fine. “I’ve met with girls who work with Tolokonnikova; they say there are no conflicts and that she’s a normal person,” she added (noting) that inmates indeed do sometimes work 11 to 12 hours, but only if they have to process rush orders."

(26.9.)

Maria Kannabikh, member of the Presidential Council for Civil Society Institutions and Human Rights (HRC) and Public Chamber (PC) of Russia:
"I have received a complaint from Tolokonnikova about health ... Moreover, she continues her hunger strike and must be put under medical supervision. Perhaps she will be placed in hospital" (interview with Itar-Tass)
Kannabikh also noted that she received only two complaints from female convicts, and her colleagues from the HRC received more...
"Members of the working group are currently drafting a report on their visit to the colonies," member of the HRC Ilya Shablinski told Itar-Tass. Earlier, he claimed that in the penal colony Nr.14 rules of the Labor Code were violated, and the convicts worked more than 8 hours a day, did not get necessary training and this resulted in labor injuries. ... Shablinski, also received complaints on the food, in particular, the use of moldy cereals.
Member of the HRC Elena Masyuk refused to give any comments until the report is ready. “There is a lot of controversial information that needs to be interpreted”.

Tamara Zamyatina für TASS 26.9.:

For security purposes, the prison authorities have moved Tolokonnikova to a solitary confinement cell, where, the convict says, it is very cold: 14 degrees above freezing at the most.

A large group of human rights activists and journalists from Moscow visited the penitentiary on Wednesday. ..Archpriest Aleksandr Pelin ..acknowledged that there were some problems with the amenities. “Some blocks still lack hot running water.” Archpriest Pelin made no difference between the conditions women convicts are kept in at penitentiaries and those in the barracks for military servicemen. He recalled that when he was on active army service himself, the conditions in barracks were far worse... Komsomolskaya Pravda described as unprecedented the very instance of a group of 50 human rights activists and journalists visiting a penitentiary following a complaint from one of the convicts. The Prosecutor-General’s Office is sending a whole panel of inquiry there....The daily Izvestia wonders why Tolokonnikova has risen in revolt with just 160 days to go before the end of her two-year sentence. (It) believes that “Tolokonnikova’s message is not about her personal fate, but about the appalling conditions at the penitentiary for the other women.” Izvestia also points to many intolerant comments ... in the social networks, such as: ... “That’s what punishment is all about. ..It’s about compulsion. It’s about taming a human beast to a state in which the punished will shudder at every sudden noise and pee down one’s knees. Can it be otherwise?” “ written in Facebook by people at least with higher education and having highly-salaried jobs,” says Izvestia....

Archdeacon Andrei Kurayev, a lecturer at the Moscow Theological Academy and senior researcher at the Philosophy Department of the Moscow State University. “This exasperation of ostensible Christians over the letter from the penitentiary looks strange. The message is not about some special suffering experienced by the author, but about the suffering of thousands of other jailed women... As for my own personal attitude to the author of the message, I will put it this way. Tolokonnikova’s life before the arrest looked very disgusting to me. Her behaviour after it appears as decent”.

Warum haben die Kommentatoren nicht nachgecheckt, wie die Reaktionen in der russischen Presse sind? Ähnliche Pressereaktionen und Untersuchungskommissionen gab es z.B. in Frankreich und im UK ausschließlich nach blutig niedergeschlagenen Gefangenenaufständen! Außer Jana, Phineas Freek und 30sec haben sich alle gründlich blamiert. And the winner is: JR Denn <i>sofort</i> tätig geworden ist der Präsidentielle Menschenrechtsrat., den Putin in seinem ersten Term eigens regierungsamtlich bestallte!

JR's China Blog 26.09.2013 | 21:59

Das Problem ist aus meiner Sicht just das "Vergleichen", 30sec. Wenn auf die Beschreibung der einen Schweinerei sofort die Verrechnung mit denen der Anderen beginnt, läuft das auf nichts weiter hinaus als auf das kölsche Grundgesetz - Wat wellste maache?

Dann allerdings steht jedem geradezu das "Recht" zu, mit den Achseln zu zucken und sich auf die Position zurückzuziehen, "so etwas" passiere schließlich "überall". Auch wenn das Gleiche in Deutschland passiert, oder in der eigenen Nachbarschaft. Ob ihm das auch dann noch genügt, wenn er oder seine Angehörigen selber "dran" sind, das steht auf einem anderen Blatt. Dass Menschenrechte "unteilbar" sind, ist in dem Licht keine Phrase. Warum sollte es einen logischen Grund geben, die Einhaltung meiner Rechte zu fordern, wenn ich die Forderungen anderer immer nur danach beurteile, welchen Hut sie tragen, und welche Farbe der hat?
In Tolokonnikowas Artikel geht es um Menschenrechtsverletzungen in Russland - und schon ist ein Großteil der FC praktisch überall: im Washingtoner Postamt, im ARD-Politikstudio, etc.Nur nicht in Russland. Das finde ich seltsam.

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 22:17

'Count, machen Sie mal halblang. Sie sind gerade seit vier Tagen im Forum angemeldet und machen jetzt schon auf Foristen-Psychoanalyse.' ja und? was hat das oder mein anmeldedatum mit spontanen reaktionen oder einer analsyse zu tun? undja, es gibt leute, die sich seit jahren mit blödem onlinegeblubber beschäftigen. ich beobachte u.a. auch blogger von ZO seit jahren. dass sowas geschieht ist kein geheimnis. warum also ihre frage?

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Ehemaliger Nutzer 26.09.2013 | 22:45

Das Foreign Policy Centre wurde von Robin Cook und Tony Blair gegründet. Derzeitiger Programmdirektor ist Adam Hug, "His personal research focus is on the promotion of human rights, political and institutional reform in the Caucasus & Central Asia, Turkey, Israel/Palestine and Iran. He also explores both the role of the EU in promoting reform in these areas and Britain's relationship with Europe."

Zu den letzten Entwicklungen des HRC heißt es:

However, in the last six months, seventeen of the most respected and outspoken members of the Russian democracy movement have quit the Council ... <b>eleven members left as Putin returned to the Presidency, stating that it would be hypocritical to advise that same person against whom they organise in the opposition movement</b>."

Die hatten offenbar eine Ansicht über "unteilbare Menschenrechte", die Ihrem Statement zur "KGB-Fresse" nahe stand. Und:

"A second wave of members left in June, declaring that the new selection method of members to the Council, based on a public consultation conducted via the internet, was non-transparent and could be easily manipulated."

Putin reagierte:

"Putin decided to increase the number of members from forty to sixty-five. The Council now includes a mixture of loyal Kremlin servants such as project co-ordinator at the ruling party's youth group Molodaya Gvardia, Yana Lantratova, and fierce critics such as director of the maligned election monitoring organisation, GOLOS, and head of human rights lawyers' association, Agora, Pavel Chikov."

worauf FPC "unkt":

"...the expansion of the Council could be a ploy in order to eschew <b>the kind of independent advice that the Council has given in the past</b>."

Nämlich "Rat" aus London, Washington, Paris und Berlin ?
Die Bürgerrechtler vor Ort haben jedenfalls andere Sorgen. in dem o.zit. Artikel von Tamara Zamyatina heißt es:

“Our system of penitentiaries is tooled to make the convict suffer. This approach is ineffective because it is unable to help the individual who has gone astray to find a way back to normal life. Even at the emotional level it causes revulsion, hatred and merely adds to the ex-convict’s wish to break the law again,” picketer Dmitry Kuminov told the daily Novyie Izvestia in an interview."

Das ist ein geradezu empörend staatstragender Protest, nicht wahr, JR?

JR's China Blog 26.09.2013 | 23:02

Das ist ein geradezu empörend staatstragender Protest, nicht wahr, JR?

Keineswegs. Der Protest ist mir sehr sympathisch. Bedauerlich finde ich nur, dass erst eine international bekannte inhaftierte Russin Alarm schlagen musste, bevor mal Menschen in die Puschen kamen, deren Fachbereich das eigentlich sein sollte.

Dass sich diese russischen Bürger allerdings anständiger halten als einige Foristen, die sich schlicht weigerten, sich mit Tolokonnikowas Brief auseinanderzusetzen - wie lautet hier nochmal Ihre Punkteverteilung, Frau Barefoot? - muss mich nicht unbedingt wundern. .

Und an meiner Einschätzung Putins ändert sich dadurch nichts. Flexibilität ist eine Stärke - nicht gleichzusetzen mit Tugend -, und Stärken spreche ich auch KGB-Fressen nicht ab.

30sec 26.09.2013 | 23:32

Die hundertste Klage über menschenverachtende Zustände in russischen Gefangenenlagern trifft ob der Menge auf abgestumpfte Hörer/Leser, zumal die dortigen Machthaber in unseren Medien seit jeher als Wiedergänger Iwan des Schrecklichen gelten, während westliche Staatsfrauen und -männer vorwiegend geschildert werden, wie sie die Menschenrechte hochhalten.
Die Diskrepanz zu den Taten, die auch diese vorgeblichen Wahrer der Menschenrechte zu verantworten haben, stösst in der FC auf Kritik und führt deshalb zu Ihnen mißliebigen Vergleichen mit ähnlichen Geschehnissen in der westlichen Wertegemeinschaft.

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Ehemaliger Nutzer 27.09.2013 | 00:00

JR 18:00

"Aus diesem Artikel lernt man die alte KGB-Fresse und die mit ihr verbündeten orthodoxen Christenfunktionäre allerdings besser kennen als aus noch so vielen RIA-Novosti-Artikeln."

JR 23:00

"Und an meiner Einschätzung Putins ändert sich dadurch nichts. Flexibilität ist eine Stärke - nicht gleichzusetzen mit Tugend"

Darf man daraus folgern, ein tugendhafter Herrscher sei Ihnen lieber, als ein flexibler? Und welche Rolle spielen in diesem Kalkül die Gefangenen?

JR's China Blog 27.09.2013 | 07:00

Ist doch in diesem Zusammenhang völlig wurscht, die wievielte Klage in der deutschen Presse das ist, 30sec. Wenn Unzufriedenheit mit einer korrumpierten heimischen Presse der Grund für deutsche Leser ist, Tolokonnikowas Beschreibungen anzuzweifeln, stellt sich die Frage, mit welchem Recht sie für ihre eigene Unzufriedenheit auch nur Verständnis erwarten, während sie selbst noch nicht einmal imstande sind, Mitleid zu äußern - geschweige denn Solidarität.



Daran würde auch eine anständigere Presse nichts retten. Wer sich so verhält wie hier einige Foristen, wird seine eigene Kritik nie hinreichend gewürdigt sehen, und für das Elend "der anderen" kein Gefühl entwickeln. Solidarität funktioniert auf dem Wege auch zu Hause nicht.

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Ehemaliger Nutzer 27.09.2013 | 08:03

"Wer sich so verhält wie hier einige Foristen, wird seine eigene Kritik nie hinreichend gewürdigt sehen"

Ausnahmsweise will ich mir die Mühe machen, den Hausherrn JR -

(des Forums, oder gleich Deutschlands? Oder spricht Er gleich im Namen des Hausherrn der Welt, des "wer anzweifelt, daß Assad sein Volk vergast, beleidigt den gesunden Menschenverstand und die Würde der Vereinten Nationen"-POTUS?) -

an den Inhalt des Offenen Briefes zu erinnern. Die Zwischenüberschriften:

"

17 Stunden arbeiten wir am Tag

Das inoffizielle Strafsystem

Wohin geht das Geld?

Verräterinnen werden zusammengeschlagen

Beschwerden werden verhindert

"Im Jenseits gibt es keine Grund für Beschwerden"

Die Methode der Kollektivbestrafung

Beherrscht von Angst"

Ist es Ihm, dem Hausherrn der FC, Deutschlands oder der WELT zuzumuten, es nicht für einen Verstoß gegen die Sitten oder den Verstand zu erklären, wenn jemand sagt, der Brief enthalte einen Aufruf zur Einhaltung der russischen Gesetze? Und also richte er sich an die Justizaufsicht, ergo die Exekutive und daher - und erst recht rücksichtlich der Tolokonnikowa wohlbekannten Arbeit des präsidentiellen HRC - an Herrn Wladimir Putin? Und zwar (wie auch JR unterdessen mitgeteilt bekam) nicht via Dienstweg, sondern vermittelt durch den Ehemann des Häftlings?

Sieht Er in dem Offenen Brief irgend einen Adressaten, der mit Seinem " die alte KGB-Fresse und die mit ihr verbündeten orthodoxen Christenfunktionäre" angesprochen sein mag?

Kurzum:

Will Er sagen, Herabwürdigungen des russischen Präsidenten seien eine Voraussetzung, bei IHM dem Advokaten des (POTUS), Gehör zu finden, statt sich für Anschluß-Beleidigungen zu qualifizieren?

tlacuache 27.09.2013 | 09:27

..."undja, es gibt leute, die sich seit jahren mit blödem

onlinegeblubber beschäftigen. ich beobachte u.a. auch blogger

von ZO seit jahren"...

Was machen Sie sonst so? Wie hiessen Sie sonst so?

..."

http://images.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-09/nadeschda-tolokonnikowa/nadeschda-tolokonnikowa-540x304.jpg

=

http://www.germanguerilla.com/red-army-faction/images/meins.jpg

Holger Meinz "...

Und noch was Count, überlegen Sie sich die Antwort gut,

Sie sind ein/e alte/r Bekannte, also bloss nicht auffallen...

30sec 27.09.2013 | 09:46

Es ist nicht Unzufriedenheit, eher ein tiefes Misstrauen gegenüber den hiesigen Medien, gegen erfahrene Propaganda, die einige zweifeln lässt an Schilderungen, die Empathie verdienen. Es wird den Meldungen nicht mehr vertraut, wenn es tatsächlich angebracht wäre.

Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Solingen, ein entfesselter Mob in Rostock-Lichtenhagen, Proteste in Hellersdorf - Mitleid mit bedrängten Menschen, wenn sie Nachbarn werden, ist ein rares Gut bei deutschen Wohlstandsbürgern. Gegen Zustände in Russland, Guantanamo, China und wo auch immer Menschenrechte missachtet werden, können wir nur protestieren. Hier, in nächster Umgebung, kann und muss jede/r tätig werden!

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Ehemaliger Nutzer 27.09.2013 | 10:19

jupp, das schlimme ist:

ma sinn jetzt haus"besitzer" (naja, zumindest erb ich dannmal, was ich jetzt -bis dahin- mit miete abbezahl) unds is platz, wäre platz und ja furchtbar bürokratisch, leuts aufzunehmen, einfach wohnraum/lebenraum zu bieten... nur wenns dann in nem "antrag auf aufnahme von asylbewerbern" (falls es sowas gibt) zum punkt "gewährleistung der sicherheit" ja/nein käm, müßt ich auch hier im dorf gestehen : kann ich nicht ... :-( ...jedenfalls nicht außerhalb des zu beerbenden grundstücks :-( ...

JR's China Blog 27.09.2013 | 11:53

Die Begründung eines solchen Verhaltens mit gemachten Erfahrungen ist ein ganz schwieriges Ding, finde ich. So kann nämlich zum Beispiel auch Joachim Gauck argumentieren - und das geht zum Beispiel so: Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.

Den Gauck kann man auf jedem politischen Flügel machen, je nach eigenen Interessen oder Ressentiments. Mit einer integren Presse fängt so allerdings auch nach mehreren Lottogewinnen keiner an.
In einem Punkt kann ich Ihnen allerdings nur zustimmen: handeln lässt es sich am besten in der näheren Umgebung - bzw. da, wo man eine Situation am besten überblicken kann.

Asasello 27.09.2013 | 12:04

Selbstverständlich haben all diejenigen Recht, die sagen, dass die Zustände in Guantánamo oder sonstwo die Zustände in dem mordwinischen Gefängnis - vorausgesetzt, Frau Tolokonnikowas Schilderungen stimmen - nicht besser machen. Und selbstverständlich ist der achselzuckende Hinweis, dass sowas schließlich "überall" (hoffentlich nicht!) passiert, auch keine Lösung.

Aber man darf doch trotzdem mal die Frage stellen, warum unsere Empörungs- und Belehrungsreflexe bei ganz bestimmten Ländern reagieren und bei anderen nicht. Man muss dafür ja nicht mal den Vergleich zwischen russischen Gefängnissen und Guantánamo oder sonstigen Foltergefängnissen irgendwo auf der Welt heranziehen. Es genügt ein Vergleich zwischen Russland früher und Russland heute. Waren unter Jelzin die Zustände in den Gefängnissen humaner als heute? Das wäre mir neu. Wurden unter Jelzin keine Menschenrechte verletzt? Unter seiner Herrschaft wurden viel mehr Journalisten ermordet als unter Putin. Jelzin hat den Ersten Tschetschenienkrieg zu verantworten. Waren unter Jelzin die Wahlen fair, frei und transparent? Er hat ebenso wie Putin die Medien in großem Stil für seine Propaganda missbraucht, auf die Hilfe korrupter Oligarchen zurückgegriffen und Panzer eingesetzt, um an der Macht zu bleiben.

Hat das damals irgendjemanden interessiert? Damals wurde über Russland weitaus positiver berichtet als heute. Warum? Weil man inzwischen sensibler für Menschenrechtsverletzungen geworden ist? Oder weil Russland damals schwach und unbedeutend für Weltpolitik und -wirtschaft war? Weil es damals nicht als Störenfried empfunden wurde wie heute?

Um es nochmal zu betonen: Ich will auf gar keinen Fall die Zustände relativieren, die Frau Tolokonnikowa beschreibt. Wenn es stimmt, was sie berichtet, ist das durch nichts zu entschuldigen. Aber ich frage mich eben: Wenn es tatsächlich um Menschenrechtsverletzungen geht, warum lässt man diese Maßstäbe dann für manche Länder gelten und für andere nicht? Es fördert nicht die Glaubwürdigkeit, wenn man sich immer nur über solche Länder moralisch empört, die man als außenpolitische oder wirtschaftliche Widersacher empfindet.

Um zu diesem Ergebnis zu kommen, muss man auch nicht abstrusen Verschwörungstheorien anhängen, wie es manche Kommentatoren hier tun. Man mache einfach mal den Test: Wie oft ist über Menschenrechtsverletzungen in "Feindesstaaten" (dazu würde ich vor allem Russland, China, den Iran und Nordkorea zählen) zu lesen oder zu hören, wie oft über Menschenrechtsverletzungen in Staaten, mit denen wir verbündet sind oder die in der Weltpolitik und Weltwirtschaft bedeutungslos sind?

tlacuache 27.09.2013 | 12:31

..."warum erinnern mich diese individuellen reaktionen nur ständig an kein.scherz.org, rechercheuse, donna und weitere wiedergänger? ;-) … und dieser bemüht individuelle schreibstil mit vielen unterstrichen und ampersands"…

Ja, ganz genau, Mindonatus, Mitglied seit: 25.09.2013.

Als neues Mitglied haben Sie ein erstaunliches Insiderwissen, Hut ab.

Kann man sich das im Amazon.com kaufen? Oder muss man sich hier ein bisschen durchgelesen haben?

Mindonatus 27.09.2013 | 12:56

Ahhh, der Herr Saubermann, der hier für Meinungsreinheit zuständig ist. Wissen Sie was? Es gibt Leser, die haben einfach nicht die Zeit, sich mit einer großen Menge Meinugsmacher abzugeben. Die sehen solche Manipulationsmechanismen, weil sie eben nicht so eitel sind wie die Chefblogger hier und weil sie deshalb das ganze Theater mit Abstand betrachen oder sogar beruflich mit diesem Hirnquirl zu tun haben. Andererseits müsste geraden den Bloggern, die hier fast den ganzen Tag schreiben, auffallen was los ist. Oder gehören auch Sie zu der Gruppe, die hier täglich bis zu 30 Neuanmeldungen raushaut, diese einige Zeit 'schlafen' lässt, damit es nicht so auffällt? Mehrheitsmeinungen und ein künstliches Zusammenhörigkeitsgefühl kann in Foren geschaffen werden, indem viele eine Meinung bestimmen. Lesen Sie sich mal was zur Schweigespirale etc. durch, dann wissen Sie, wie politische Meinungen gaaaaaanz unauffällig geschaffen werden. ;-) Donna ist ja gar nicht mehr hier, habe ich gesehen. Endlich hat es mal jemand mitbekommen, daß auch diese Tante dazu gehörte.

Mindonatus 27.09.2013 | 13:16

Was haben Donna und MopperKopp (Ex-Streifzug, auch so ein offenes Geheimnis) gemeinsam? Die abgerundeten Ecken der Avatarbildchen. Allein daran erkennt es der Profi. Visuellem Wiedererkennungswert liegen sehr viele Studien zugrunde, die dies bestätigen. Die Bilder sind absichtlich so gewählt, daß sie Leuten, die sich mit diesen Themen auskennen, auffallen SOLLEN. Hier findet ein Katz-und-Maus-Spiel statt, das manche gar nicht mit bekommen. Besonders beliebt ist auch das von Grote-Animieren. ;-)

tlacuache 27.09.2013 | 13:20

..."SIE sind doch übrigens der Medienprofi, der ständig über Privatsender und Auswirkungen von Medienkonsur schwadroniert.… Daher müssten SIE doch ganz genau wissen, was hier so abgeht. SIE und ein paar andere - insbesondere die Psychotrolle hier - behaupten ständig, was Medien mit Menschen machen. GENAU DAS wenden sie hier ironischer Weise an. ;-"...

Da wissen Sie ja bald mehr über mich als ich, ich fühle mich geehrt. Sie lesen den Kram auch noch den ich so schreibe?

Womit verdienen Sie sich Ihre Brötchen?

Den einzigen PR - Profi den ich hier weit und breit sehen kann, sind Sie

tlacuache 27.09.2013 | 13:33

..."Was haben Donna und MopperKopp (Ex-Streifzug, auch so ein offenes Geheimnis) gemeinsam? Die abgerundeten Ecken der Avatarbildchen. Allein daran erkennt es der Profi. Visuellem Wiedererkennungswert liegen sehr viele Studien zugrunde, die dies bestätigen. Die Bilder sind absichtlich so gewählt, daß sie Leuten, die sich mit diesen Themen auskennen, auffallen SOLLEN. Hier findet ein Katz-und-Maus-Spiel statt, das manche gar nicht mit bekommen. Besonders beliebt ist auch das von Grote-Animieren. ;-"...

Mopperkopphttp://www.smileygarden.de/smilie/Sommer/Sommer-IceCream.gif

Grotehttp://www.smileygarden.de/smilie/Ostern/ostern066.gif

Tlacuachehttp://www.smileygarden.de/smilie/Sommer/Sommer-Drink.gif

Mindonatus http://www.smileygarden.de/smilie/Weihnachten/smilie_xmas_123.gif

Magda 27.09.2013 | 20:23

Ich habe den Bericht und Appell mit großer Bewegung gelesen. Ich denke, dass gerade die Verhältnisse in Straflagern und Gefängnissen sich am aller-aller-langsamsten wandeln, wenn sich anderswo die Dinge schon ändern, und niemand gedenkt, das böse Erbe der Zaren-Stalin-Sowjetzeit zu reformieren. Es funktioniert doch so prima und fernab der Öffentlichkeit.

Es ist doch alles glaubhaft. Die Politik, unter den Häftlingen Zwietracht und Hierarchie zu fördern, kollektive Bestrafungen zu verhängen und alle gegen alle zu hetzen. Ich denke, dass Tolokonnikowa ihre verhältnismäßige Prominenz nutzt, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Und - wie es erscheint - nicht nur für sich. Warum das angezweifelt wird, verstehe ich nicht.

Es stimmt: In vielen Ländern sind die Knäste Orte gezielter Unmenschlichkeit und disziplinierender Herrschaft. Aber, deshalb kann man doch nicht einfach über diesen Bericht hinweggehen. Das hat was Unmenschliches.

iDog 28.09.2013 | 00:05

ich frag mich als erstes wie denn dieser "Brief" aus dem Straflager da irgendwo in Sklavistan hier in den Freitag gekommen ist.

Steht's im Text ? Sagt's mir doch bitte einer ... ich hab das Elend nur quer gelesens. Es schien mir aber nicht drinzustehen. Refferenzen hat so ein Text ja heutzutage nicht ... ? Taucht einfach auf als wär es das normalste von der Welt. Pop oder Horror - alles eine Wichse.

nehmt's mir nicht übel aber mir kommt das sehr fadenscheinig vor, und das nicht weil ich die Russen wohmöglich lieber mag als die Amerikaner, sonderen weil ich mich frage was so ein Text hier zu suchen hat ohne jeglichen erklärenden Zusammenhang.

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 08:39

Wenn die Aktion südlicher in einem friedlicheren Glaubensgebäude stattfinden würde, hätten Bärtige in nur wenigen Stunden nach der Tat, der Mann auf das Kind gepfählt. Die Schreckensbilder hätten den Raum nie verlassen und es gäbe auch keine Verhandlung, nichts. Die Frau würde qualvoll sterben. Was macht die USA mit den Unliebsamen ihrer US-Ideologie? dort gibt es die Todesstrafe wegen Landesverrat, dafür steht nicht Obama gerade. In Russland hat die Ungerechtigkeit immer ein Gesicht. Die in Deutschland politisch inhaftierten werden nicht mit Merkel assoziiert. Ist jemanden Merkel in den Sinn gekommen beim Fall Gustl Mollath? Hat die Presse die Kanzlerin für kritisiert? Leben wir nicht in selbst in genau so einer Welt die wir anders wo verurteilen?

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pussy-riot-saengerin-tolokonnikowa-nachrichten-aus-dem-gulag-12589766.html

Magda 28.09.2013 | 09:56

Ich bin auch noch anderen Links gefolgt. Irgendwie - seltsamerweise - scheint es auch mit der Schönheit der Tolokonnikowa zu tun zu haben, dass ihr entweder nicht geglaubt oder dass sie sogar noch eher verspottet wird. Jedenfalls legen einige Kommentare das nahe. Weibliche Schönheit scheint Mitleidlosigkeit zu fördern.

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 10:43

Mir scheint, Sie leben in einer Welt, in der das Unrecht "der einen" so lange mit dem "der anderen" verglichen wird, bis alles so egal sein darf, dass sich niemand persönlich in der Pflicht fühlen muss, Rechercheuse.

ihre beleidigenden unterstellungen und spekulationen über mich sprechen für ihre argumentationsweise und den "WERT" ihrer ansichten ...

außerdem geht es mir nicht um duldung von unrecht, sondern lediglich um glaubhaftigkeit von öffentlichen aktionen ... sie können gern alles glauben und deuten, wie es ihnen scheint, ich jedoch möchte mich daran nicht beteiligen ...

ich werde mich weiterhin ganz konkret um die asylbewerber in kreuzberg und deren probleme kümmern

und hier meine meinung äußern, solange ich das möchte, da ich an hintergründen/informationen + diskussionen interessiert bin, die meinen horizont erweitern können und in praktische taten umsetzbar sind ... auch nur in kleinen schritten ... vor allem jedoch für menschen, die nicht im licht der öffentlichkeit stehen

wir leben alle in der gleichen welt und ich spreche mit jedem ... jedoch mit manchen lieber als mit manchen anderen ...

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 11:04

sogar die BLÖD relativiert:

In einem Brief an ihren Ehemann erhob die Mutter einer fünfjährigen Tochter weitere Vorwürfe. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, der der Brief vorliegt, habe ein Offizier die Inhaftierte gewaltsam festgehalten, während eine Mitgefangene ihr das Trinkwasser weggenommen habe.

Tolokonnikowa wertete dies als Anwendung von Gewalt und als Angriff auf ihr Leben: „Ohne Wasser stirbt ein Mensch in wenigen Tagen, wenn er einen Hungerstreik macht”.

Die Vollzugsbehörden wiesen die Anschuldigungen zurück. Ärzte hätten aus gesundheitlichen Gründen empfohlen, das Trinkwasser durch heißes Wasser auszutauschen, zitierte Interfax einen Behördensprecher. Es sei keine physische Gewalt angewendet worden.

http://www.bild.de/politik/ausland/pussy-riot/hungerstreik-pussy-riot-frau-nadeschda-tolokonnikowa-im-krankenhaus-32586240.bild.html

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 11:11

Die Pragmatik (griechisch "geschäftig") bezeichnet allgemein Geschäfts- und Sachkunde, spezieller

die Orientierung auf das Nützliche, eine zielorientierte, pragmatische, Strategie und Handlungsweise, siehe Pragmatismusin der Linguistik die Lehre vom Gebrauch von Sprache in unterschiedlichen Situationen, siehe Pragmatik (Linguistik)in der Problemtheorie eine Lösung, die funktioniert, ohne dass Fachwissen einbezogen wird ("gesunder Menschenverstand")

http://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatik

schönes we***

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 11:26

bei "kur"antritt (die mir gebotene ausweichmöglichkeit zu psychatrie, außerdem mit erlaubter kindbegleitung) nahm man mir meine kopfschmerztabletten weg, keine erklärung dazu, nichts, ich verbrachte die ersten tage unter höllischen kopfschmerzen in dieser klinik und neben all dem andren, was dort passierte (männer als arzt, als therapeut usw, obwohl ausdrücklich per "einweisung" weibliches personal gefordert war und per zuständigkeitsbereich vorhanden, patientenvollversammlung am ersten tag, während "soziophobie" extra hervorgestellt wurde von meiner thera nebst hinweisen usw usf...) kam mir das wie "folter" vor... ich schrieb auch ende der ersten woche einen brief an meine thera, mich dort rauszuholen wieder (kein ausgang die ersten zwei wochen) mit der schilderung dessen, was mit mir, um mich geschah...in der antwort konnt sie nur sagen, daß ne "entscheidungsgewalt" nun bei der klinik läge, sie da wenig einfluß nehmen könnt bzw gar keinen, aber auch die info, daß diese kopfschmerztabletten, die ich fast täglich zu mir genommen hatte über jahre süchtig machten bzw in nicht geringem maße, meine kopfschmerzen verstärkt hätten bzw gar auslösend wirken konnten, die klinik mich also auf "entzug" gesetzt hatte, jedoch ohne alternative zur schmerzeindämmung :-( ...

es wird nichts erklärt, das ist normal , ebenso in solcherlei umständen, das unerklärliche als gezielte folter (willensbrechung) zu erleben...

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 11:49

"Briefumschläge mit Geld": Russlands Staatsfernsehen wirft dem ZDF vor, Intellektuellen Geld für Kritik am Kreml und dem Pussy-Riot-Urteil gezahlt zu haben. Auch der Axel-Springer-Verlag ist im Visier der russischen Führung.

Das ZDF, so heißt es in dem Bericht von Iwan Blagoi, Korrespondent des Ersten Kanals, setze "schmutzige Techniken der Unterstützung von Pussy Riot" ein. Die deutsche Schauspielerin Anna Thalbach aber habe gestanden, vom ZDF Geld bekommen zu haben für ihr Statement, in dem sie sich für Pussy Riot eingesetzt hatte.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-staatsfernsehen-greift-zdf-an-a-908012.html

Magda 28.09.2013 | 11:52

Ich selbst habe in vergangenen, anderen Zusammenhängen auch oft auf Unrecht anderswo verwiesen. Z. B., als es um die "Zwangsadoptionen" in der DDR ging, die - wie man inzwischen weiß - sehr schnell wieder eingestellt wurden, gar nicht in dem Maße vollzogen und hin und wieder als Drohung in den Raum gestellt wurde. Da habe ich mich auch erregt, weil in Franco-Spanien Hunderttausende Kinder ihren Müttern, ihren Eltern weggenommen und zwangsadoptiert wurden. Und darüber gab es nie ein Wort in Westmedien.

Aber, dass die Sowjet-Straflager, überhaupt das Lagersystem dort schon immer unmenschlich war, finde ich, ist erwiesen. Es hat sicherlich nach dem Ende der Stalinzeit und in der Breshnew-Zeit vorsichtige Änderungen gegeben. Ich erinnere mich an einen Film "Kalina Krasnaja", in dem das - ein wenig - mal aufscheint. Oder an "Bahnhof für zwei". Aber ich denke trotzdem, dass sich unter Putin daran wenig geändert hat. Der Strafvollzug ist überall die schwarze Seite einer Gesellschaft. Und ändert sich zuallerletzt.

Grabert 28.09.2013 | 11:55

Moin, liebe Rechercheuse,

vielleicht darf ich kurz zur gegenseitigen Abrüstung aufrufen, zum einen hatte ich ganz weit oben bereits einmal darauf hingewiesen, dass ich den russischen Nachrichtenagenturen skeptisch gegenüberstehe, weil hier oft eine zu nahe Bindung an das "System" (ein Begriff den ich nur ungern so anwede) vorliegt (RIA-Novosti).

Gleichzeitig muss man aber auch berücksichtigen, hier handelt es sich um einen hoch emotionalen Aufruf ("Offener Brief"), an den man auch entsprechend heran gehen sollte, hier den Anspruch eines sachlichen Tatsachenberichts, ähnlich einer Zeugenaussage, zu erheben, ist nicht geboten. Zudem verweist der Text an vielen Stellen auf Aussagen Dritter und betont auch die besondere Stellung der Tolokonnikowa durch die Prominenz ihres Falles.

Alle weiterreichenden Interpretationen halte ich für überzogen.

Beste Grüße

Grabert

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 12:01

:-)

heyhey, frau thalbach sollte schleunigst wieder dementieren, oder hat sich die zeit zwischen "einem geschehen" und dessen offiziellem "eingestehen" so arg verkürzt? naja gut, pussy riot is nich mehr recht "das ding", aber is frau thalbach da nicht trotzdem n bissel früh dran?...ach mensch, ja, ich mag sie, vielleicht sogar begründet :-) ... angenehm, dange für die info!

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 12:11

lieber grabert,

ja, ich stehe auch anderen diversen nachrichtenagenturen/medien/journalisten skeptisch gegenüber ... besonders bei stark emotionalisierten aussagen ...

ich bin einfach neugierig ... und die ganzen "nicht nachweisbaren" medienberichte häufen sich - scheint mir - ganz schön doll - nsa/nsu/mollath/syrien usw ... an dieser stelle würde ich gern mehr licht rein bringen und nicht den mund halten ...

iDog 28.09.2013 | 12:33

liebe Magda, nun ist auch die ZO nicht gerade das Blättchen meines Vertrauens. Skeptizismus bleibt also angesagt bei solchen Offenbarungen.

Nicht dass ich etwa bezweifeln würde - wie wohl schon im Thread gesagt, dass es solche Lager inklusive deren Opfer überall gibt.

Und es ist sicher auch verständlich , dass sich die Opfer der einen an die Öffentlichkeit der andren wenden und umgekehrt. Was nicht gegeben ist, ist eine vertrauenswürdige Refferenz. Nicht mal den vielleicht kompetenten Menschenrechtsorganisationen wie zB Amnersty kann man noch vertrauen , schaut man sich das who is who der amtierenden Vortsände an.

Und Pop ist es, weil diese Art der Bereichterstattung eben widersprüchlicherweise "verkaufbar" ist und gut ankommt im Rahmen eines ideologischen "Festivals" der Feindbilder. Der durchschnittliche Infokonsument gruselt sich ja sehr gerne ohne sich zu fragen, wovor er sich eigentlich gruselt. Der Aufschrei der verelendeten Massen dieser Welt verhallt indes im Kleingedruckten unseres globalen "Gesellschaftsvertrags", während den B-Promis "unserer" Feinde der Status des Dissidententums als mediale Ehrung zuteil wird - mehr wird ihnen aber gewöhnlich nicht zuteil. Wer da nicht skeptisch wird, ist selber Opfer.

Als journlistisch oder sachlich kann man die Tatsache, dass hier einfach nur der "Brief" ohne jeglichen Kommentar veröffentlicht wird , ganz und gar nicht bezeichnen. Enttäuschend.

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 12:44

manchmal lieber idoc kommt mir der unangenehme eindruck aufs hirn, daß Ihnen jegliche störung im sichselbstauffressenden system (kapitalismus kapitalisiert sich zugrunde,woraufhin neues...usw) unlieb aufstößt, solches gar verhindert werden muß, um den unter-/niedergang des systems nicht zu behindern ...

?

hier und da gibts aber dochn paar leuts mit "eigensinn" und manchmal erscheints, als sollten die, die zuvor "mitmachten" und schließlich -möglicherweis- eigenmächtig handeln bestraft werden, indem solches "querulantentum" als "systemrelevant" (im sinne eines sich um erhaltung/aufrechterhaltung bemühenden systems) weggezaubert, die leuts dem tod, den "der kapitalusmus" erwartet , anheimgestellt werden...

sorry, aber so erscheints manches mal , auch hier wieder, nicht nur bei dir :-(

Magda 28.09.2013 | 12:48

Dass die Menschenrechtsfrage eine politische Frage ist und der spot - wie rechercheuse schreibt - eine Art politische Zielfahndung ausübt, scheint mir auch so. Aber, es ist einfach so: Wenn man das liest, was Tolikonnikowa da beschreibt, erinnert man sich wirklich an die Verhältnisse in russischen Straflagern. Und dass die probatesten Techniken dort weiter bestehen- ich glaube das aufs Wort.

Und Pop ist es, weil diese Art der Bereichterstattung eben widersprüchlicherweise "verkaufbar" ist und gut ankommt im Rahmen eines ideologischen "Festivals" der Feindbilder.

Mir schießen solche Gedanken immer ein, wenn ich chinesische Dissidenten höre. Da läuft bei mir auch ein Film ab, der sagt: Aja, die Chinesen sind unsere Konkurrenten.

Aber, die Häftlinge haben ihre persönliche Leidensgeschichte, auch wenn sie ideologisch verpoppt wird. Hier schildert ein Mensch die Haftbedingungen und - was ich gut finde - auch die der anderen. Im Gegensatz zu dieser ukrainischen Politikerin, die immer nur über ihre eigenen Haftbedingungen lamentierte. Ich komme jetzt nicht auf den Namen. Von daher - Mitgefühl, auch wenns manipuliert wird - kann man nicht einfach abstellen. Man kann nicht sagen: Diese Frau jammert und anderswo schuften Frauen in sweatshops überall auf der Welt. Das ist analytisch völlig richtig, aber auch unmenschlich.

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 13:05

sorry, gleich geh ich raus, aber, ähhm :

natürlich schreibt sie diesen brief, um ihre lage zu verbessern, warum auch nicht?

janz selbstreferienziell tu ich solches ebenfalls permanent hier ;-) , darf mensch das nicht? darf mensch nur für andre?

irgendwannmal, auch in chile und algerien wars noch so, daß die menschen "folter" , die sie erfuhren niederschrieben, so vermocht, manches mal erlebt mensch eben auch folter, wenn er ohnmacht erlebt, ohnmächtig "zuschaun" muß...

ganz intellektuell deutsch könnt die junge frau dagesessen haben, hin und her, ob sie ihre prominenz nutzt oder nicht, egal, was sie täte, alles wäre falsch im hinblick auf "mißstände aufzeigen", aber nuja, da gibts noch das eigene leben, gibt ja auch nochn kindlein irgendwo, gibt halt irgendwiewas urpersönliches und so könnt mensch sich entscheiden zu sagen : scheiß auf die regeln... ich weiß, wie die reaktionen ausschaun werden, aber vielleicht, ganz vielleicht komm ich mit meinem leben davon...

Magda 28.09.2013 | 13:07

Ach, das Netz fördert Missverständnisse. Ich denke, Sie meinen diese Passage:

Hier schildert ein Mensch die Haftbedingungen und - was ich gut finde - auch die der anderen. Im Gegensatz zu dieser ukrainischen Politikerin, die immer nur über ihre eigenen Haftbedingungen lamentierte.

Ich habe die Tolokonnikowa verglichen mit dieser ukrainischen Politikerin, der Timoschenko (ich hab nachgeguckt).

Die ist ja nicht im Lager, sondern im Gefängnis. Und die war auch im Hungerstreik. Die hat sich aber nicht generell über das Gefängnis und die Haftbedingungen ausgelassen, sondern über ihre eigene Situation. Das ist - bitteschön - auch legitim, aber eben doch anders. Das wollte ich sagen. Ich habe einfach gedacht, die Tolokonnikowa nützt ihre Prominenz, um generell auf Zustände aufmerksam zu machen und das ist ihr gelungen. Mir ging das schon nahe.

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 13:16

sorry ... ein mißverständnis ... ich meine eher BEIDE schreiben nur für sich ...

und mir geht es eher nicht wie dir, ich denke immer daran:

Die 15-jährige Tochter eines kuwaitischen Diplomaten hatte vor dem Kongress weinend die Lüge von irakischen Soldaten aufgetischt, die Babys aus Brutkästen entnommen und getötet hätten. Die Story sorgte damals für Schlagzeilen. Die späteren kurzen Meldungen, die darauf verwiesen, dass es sich um eine völlig frei erfundene und erlogene Geschichte handelte, entgingen weitgehend der Öffentlichkeit.

http://www.theintelligence.de/index.php/politik/international-int/3725-bilanz-eines-krieges-eine-million-tote-und-unbezahlbare-schulden.html

iDog 28.09.2013 | 13:28

liebe Jana,

ich denke da missintrerpertieren sie mich. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass man nicht den Vordergrund mit dem Hintergrund verwechseln darf. Die Frage bleibt immer: Wer instrumentalisiert welche und wessen Faktenlage bzw. welche Symptome der Kapitalistischen Machthierarchie wie und warum.

Wir leben in einer Zeit , in der wirklich niemand von politischer Seite fähig oder willens zu sein scheint irgend etwas zu verbessern oder Missstände zu beseitigen. Diese werden nicht nur politischer erst erzeugt , sonderen auch fast ausschließlich von der Politik ideologisch bzw propagandistisch genutzt, dannach dann aber ignoriert nach dem Motto : was ich ignoriere gibt es nicht bzw. wenn das "Gesetzt" diese (oder jenes) sagt , dann ist es auch so , und das ganz unabhängig von den praktizierten Tatsachen.

Verstehen sie was ich meine? Es gibt die Menschenrechte zwar - auf dem Papier und in den Köpfen vieler, aber es gibt sie auch nicht - nämlich in der Wirklichkeit des politischen Alltags werden sie ignoriert. Um beim Beispiel zu bleiben. Sie werden nur benutzt , um anderen Vorhaltungen zu machen oder anderen zu Drohen.

Und was das alles mit dem stattfinden Untergang des Kapitalismus zu tun hat ? ... kann ich hier nur in sofern verstehen, als dass es sich bei diesen Phänomenen um interenen und exterenen strategischen Kleinkrieg der ökonomichen Machtpools handelt. Also nicht : sags durch Blumen , sonderen : sags durch Dissidenten.

Georg von Grote 28.09.2013 | 13:53

Könnt Ihr Euch nicht mal von diesem ewigen Gezeter über Eure diversen Wirtschaftsideologien lösen und einen Fall mal ganz nüchtern ohne Nebenschauplätze zu betrachten.

In diesem Brief geht es um die Zustände in einem Straflager. Zustände, die übrigens auch dem bekannt sein müssten, der immer noch dem alten Stalin hinterhertrauert. Und da ist es auch müßig, damit zu argumentieren, dass das in Guantanamo, im Irak, in China auch nicht anders sei.

Diese Lager sind moderne KZs. In den Verwaltungsbüros und auf den Wachtürmen sitzen überall die gleichen Sadisten und die sterben nicht aus. Darum geht es und nicht um die Frage Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus.

iDog 28.09.2013 | 14:19

.... da haben sie im Grunde Recht. En Detail aber muss man dann wohl wirklichkeitsbezogen auch sagen , dass es wenn , dann ausschließlich um den Kapitalismus geht - denn Kommunismus oder Sozialismus gibts nicht , zumindest nicht das ich wüsste - bzw. geht es um Symptome, die der Kapitalismus ganz offensichtlich eben auch nicht verhindern kann und nicht verhindern will.

Dies zu den unsäglichen Duos Kapitalismus und Freiheit oder Kapitalismus und Menschenrechte, Kapitalismus und Demokratie oder ....oder was es da auch immer für ideologisches Ansprüchsdenken geben mag. All diese Pärchen sind offensichtlich inkompatibel. KZs sind historisch und geographisch gleichmäßig im Kapitalismus verteilt.

Und nur um Missverständnisse auszuschließen: Staatskapitalismus ist kein Sozialismus etc.

Und schließlich : ist es ja doch recht menschlich wenn so mancher im Verweis auf die originär westlichen Unmenschlichkeiten seine Bereitschft zeigt erst einmal vor der eigenen Haustür zu fegen. Dies wird der diesbezüglichen globalen Misère sicher am ehesten zur Besserung verhelfen.

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Ehemaliger Nutzer 28.09.2013 | 14:23

tja, sich außerhalb von gefangenschaft zu tode hungern is natürlich sehr sinnvoll (machen viele junge mädchens , jungens neuerdings auch) ...

ich seh "die sache" eher so:

"

enemY-s homeland

von wolfsmilch @ 2012-05-28 – 22:25:30

F-UK-USA/Israel/Rebel Libya/Saudis/Others: Fuck the fuck off. I wish I could flat out say “you will lose here,” but that’s not clear yet. I hope it does soon get that way. Above named parties - make it so.

http://libyancivilwar.blogspot.de/2012/05/houla-may-26-turning-point-in-syria.html

das einzige, mein lieber caustic, was hilfreich not tut, wäre in deinem land du, in meinem land ich, in petris land petri, in felix` land felix und in all den "visitor-flag"-ländern all diese "visitors" zur waffe zu greifen, großflächig, weitreichend, in einer vielzahl, daß "sie" an weit mehr "fronten" zu kämpfen hätten, zu allererst vor der eigenen house-türe, daß sie ihre familien schützen müßten, sich, ihre nächststehenden, so wie all die, die sie ungeschützt meucheln...

nur...

WER TUT SOWAS ? "

+

den linken

...stellt sich keine gewaltfrage und auch sie stellen sie niemandem...

15.3.
...
was willst du mit der wut, wenn du sie -scheints- ausschließlich als „zu kanalisieren“, wahrscheinlich in „vernünftige bahnen zu lenken“ ansiehst? dann bleibt nichts von der wut und alles aber beim alten!

ich will kein „äktschn“ !
aber ich habe das gerede,zerrede,drumherumgerede usw usf satt, ich habe es satt, daß die wut in diskussionen aufgebraucht wird, die KEINE ergebnisse, keinerlei befähigung zum handeln übrig lassen…
globale netzwerke, schau dir an, wie der strom der wütenden (global vernetzten) g8-demonstranten versiegt, schau dir an, was mit gesammelten informationen, global vernetzt geschieht …
NICHTS!

der sieg, der erfolg ist immer „das gesammelthaben“, das „sich vernetzen“, sind all die „vorstufen“, denen auch keine weiteren folgen sollen…

sicher stellst du die gewaltfrage nicht, sicher,sicher… *gähn* , den satz aber hast du ebenso sicher nicht wirklich wahrgenommen : wie reagierst du auf die dir gestellte?
wie reagierst du auf all das, was du an infos zusammenträgst? reagierst du übers zusammentragen hinaus? ja?
diskutieren wir solange bis alle mitnander in die luft fliegen, klar, isn lebensziel und ja, wenns vorbei ist, ists vorbei, naja, auch für meine tochter vorbei, geben wir ihr mal noch fünf jahre (wenn die welt so weiterläuft), dann isse immerhin noch „volljährig“ geworden, also so`n vollwertiger staatsbürger, sie diskutiert auch gern…

vor ner weile hab ich mal angemerkt, daß der neue trend anscheinend „das engagiertsein“ ist, also kein interesse am sich-engagieren, sondern eins am „schondrinstecken“, also engagiertsein, hauptinteresse am engagiertsein-thema egal, hauptsache offensichtlich „sich in aktion befinden“ , zumindest diesen anschein zu erwecken. beileibe sinds nicht nur die jüngsten generationen, das greift um sich, wie das ehrenamt sich aus „alten“,“mittelalten“ und „jungen“ speist nunmal. „diskutieren“ ist der punkt, meinetwegen sogar „sichn kopp zerbrechen“, nur ohne jegliches interesse am thema, eben nur auf die denkleistung bezogen, auf diese art sportlicher betätigung. nebenher kanalisiert soetwas auch „frei flottierende wut“, wie schön …

nein, ich will nicht diskutieren, ich spinne lieber einsam vor mich hin und übe an ort und stelle gewalt aus, wenn mir ebensolche entgegengebracht wird. mag sein, ich verlier darüber job um job, mag sein, wir ernähren uns demnächst von den angehäuften konserven, wenn die nahrungsmittelpreise weiter steigen bzw immermal explosionsartig auf grund von katastrophen, die um hilfe leisten zu können einen engere gürtel den schmalhanseln abverlangen, mir egal, ich bin keine gesprächspartnerin in ausrufernden interessegeleiteten gesprächen , sorry…

(ich komm jetzt aus diesem blocksatz nicht raus, aber schreibe noch hinzu : schau dir deine reaktion in ernstchens blog an, schau dir "eure reaktionen" an, ... wenn ich "allein auf der welt" wär und suizidal zudem noch würd ich sagen : jupp, dann gehn wir alle halt hopps, um EUCH ists nicht schade! )

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Ehemaliger Nutzer 29.09.2013 | 07:41

pardon ... die zweideutigkeit war vorprogrammiert ... ich meinte den vergleich mit der EMOTIONALISIERUNG der botschaft, der ich misstraue ... aber liebe magda, wir müssen uns nicht streiten ... ich glaube 100%, dass in den russischen arbeitslagern die zustände menschenverachtend und jedenfalls kritikwürdig sind und an die öffentlichkeit kommen sollen

doch seit dem ich nach der wende äußerst wütend die einseitige propaganda gegen ALLES aus dem osten-der ddr-jetzt russland verfolgt habe, bin ich halt auch "etwas" kritischer geworden und beziehe stellung für differenzierte meinungen nach ALLEN richtungen ... die "demokratie" des jetzigen systems ist für mich genauso kritikwürdig in ihrer raffiniertheit, wie die zustände in der ddr, die mir kritik+reformwürdig waren - obwohl vergleichsweise simpel und durchschaubar

ich glaube wie @idog, dass dissidenten gern als emotionalisiertes sprachrohr verwendet (um sich hinter ihnen verstecken zu können) und instrumentalisiert werden - das habe ich bei der (einseitig-instrumentalisierten) berichterstattung über die ddr erlebt und kann und will das nicht vergessen und außer acht lassen, weil es nicht für aufarbeitung+veränderung steht, sondern nur interessen dient, die ich nicht bedienen möchte

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Ehemaliger Nutzer 29.09.2013 | 09:57

"doch seit dem ich nach der wende äußerst wütend die einseitige propaganda gegen ALLES aus dem osten-der ddr-jetzt russland verfolgt habe"

wenn es gegen die ddr geht, dann gegen sozialismus, wenn es gegen russland heute geht, dann geht es - hier im forum im wesentlichen - gegen einen der uebelsten kapitalistischen staaten, der den sozialismus selber verraten hat, wohingegen die ddr geschluckt wurde.

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Ehemaliger Nutzer 29.09.2013 | 10:18

wenn es gegen russland heute geht, dann geht es - hier im forum im wesentlichen - gegen einen der uebelsten kapitalistischen staaten, der den sozialismus selber verraten hat

im gegensatz zu dir glaube ich nicht an eine kapitalistische allianz von z.b. usa+russland ... jeder kämpft gegen jeden um ökonomische macht ... die menschen interessiert dabei weder die eine noch die andere seite ... und doch: es ist differenzierter zu sehen - russland schützt snowden und erlässt gleichzeitig mittelalterliche gesetze gegen schwule

unabhängig von ost-west+rechts-links möchte ich eine freie und unabhängige berichterstattung ... und wenn es die gäbe ... eine der man vertrauen könnte ... wäre schon ein großer schritt für alle menschen getan ...

Magda 29.09.2013 | 11:25

Ja, da bin ich völlig einverstanden. Ich habe mich darüber oft und wütend zum Teil ausgelassen.

https://www.freitag.de/autoren/magda/es-hangt-mir-zum-halse-raus

Das ist eine Weile her. Ist nur als Beleg :-) gedacht.

Mich kotzt das auch alles an. Aber andererseits: Nach der Wende habe ich die - öffentlich krawallige Aufarbeitung - privat ergänzt und einiges nachgeholt. Es war uns ja vieles auch bekannt. Ich habe Solshenizyn gelesen, Scharlamow, - sehr empfehlenswert Jewgenija Ginzburgs zwei bewegende Erinnerungsbücher: "Marschroute des Lebens" und "Gratwanderung". Was die DDR angeht: Da ist fast alles schief gelaufen. Niemand hat - bei offiziell verordneten Geschichtsbildern - noch Lust, sich kritisch mit der Vergangenheit auseinander zu setzen.

Ansonsten: Die offizielle sofortige Linie noch in Wendezeiten ging: "Hitler - Stalin-Mörderbrüder". Damals gab es auch ein Buch "Der Eisbrecher", in dem ein gewisser Suworow "nachwies", dass Hitler Stalin nur zuvorgekommen ist mit seinem Angriff auf die SU. Und wenn man manche Leute so hört, hat man das Gefühl, das ist unterschwellige Überzeugung (West) noch immer.

Da war mir auch sofort übel. Das geht bis heute. Die offizielle Geschichtsschreibung auch in Bezug auf die DDR ist unerträglich, langsam aber setzen sich da auch vernünftigere Stimmen durch. Interessanterweise ja auch unter der jüngeren Generation. Die Rechnung geht nicht auf. Die jüngeren Leute lassen sich auch nicht von so einseitigen Bildern der Vergangenheit mehr beeindrucken, da kann der Hubertus Knabe noch so wütend randalieren.

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Ehemaliger Nutzer 29.09.2013 | 11:40

eine bestätigung für mein -sicherlich nervtötendes- beharren auf auseinandersetzung mit wende+dem kurzzuvor und dem draufhin, ich war 15 zu der zeit, n "lecker alter" für "wenden" (180 grad) ... manches mal unkts in mir : diese ganzen therapien, jana, diese endlose auseinandersetzung mit "sich und der welt" zusammen mit ner sehr, sehr klugen westfrau (thera) und ner ex-jugoslawin (alt-68-er nunmehr westfrau, neurologin/psychaterin) galten diesem "wendepunkt" und all dem "irren hernach" , die kindheit war -do-it-your-self- schon in weitem maße vorab bearbeitet, da es auch zu ostzeiten in bibliotheken freud und co gab, wenn auch nichts so recht zu "trauma-bearbeitung" ... da ich, wenn, berlinere (nicht sächsle zb) darf ich hier drüben (niedersachsen) immernoch und immer erneuert das, was hier im freitag auch geistert und sich unmäßig breit gemacht hat, erfahren... am schlimmsten ists jedoch, wenn meine -noch 15-jährige- tochter ausm "geschichts-/politik-/ethikunterricht" plaudert, von allen anderen fächern (kunst mal ausgenommen, das fach fiel in meiner schulzeit zumeist aufgrund von lehrerinnen-burnout aus) und den bescheuerten lehrplänen mal ganz abgesehen... der "ziehvater" meiner tochter ist der allgemeine "nachwendehals" , zuvorderst westlicher, aber per familie im gros auch "der osten" ...

ich erlebte die "arbeitswelt im osten" nicht, ein wichtiger punkt in der auseinandersetzung, nachgeholt in zahlreichen gesprächsrunden (runde tische -regional) und das wort "staatskapitalismus" oder wie der begriff heißt, trifft da doch angemessen... so verbleibts (arg verkürzt) bei :

" ich "weiß", daß egalwelch nation/person ... nicht "das übel" ist, es ist diese menschenver(schleiß)wertungsmaschine ..."

dame.von.welt 29.09.2013 | 16:17

Die Diskussion hier unterscheidet sich von denbeiden bei Zeit Online in eigentlich nur zwei Punkten: bei ZO sind etliche der Meinung, es geschähe ihr ganz recht und man diskutiert ihre äußere Erscheinung (anhand von Fotos vermutlich aus dem Prozess vor einem Jahr). Hier ist es dafür selbstreferenzieller.

Mit dem Inhalt des Briefs scheint sich hier wie dort nur wenige beschäftigen zu wollen. Falls Zweifel bestehen sollten, daß dessen Inhalt mindestens wahrheitshaltig ist, könnte man sich zusätzlich vom Staatsfernsehen über Haftbedingungen in Moskau manipulieren lassen oder sich mit dem Unterhaltungsfilm Allein in vier Wänden amüsieren.

Es ist eine Binse (deswegen hier m.M.n. nur untergeordnet wichtig), daß man immer nur dann Dissidenten statt Blumen sprechen läßt, wenn es den eigenen Interessen dienlich ist. Das aber wäre ein anderes Thema, nämlich der Mißbrauch von Dissidenten für Medien- und Machtpolitik.

Fakt ist, daß Rußland die europäische Menschenrechtskonvention ratifiziert hat, die Allgemeinen Menschenrechte mit Zähnen. Auch deswegen finde ich es sehr begrüßenswert, daß die Medien sich auf Nadeshda Tolokonnikowa stürzen - die allgemeine Aufmerksamkeitsökonomie könnte mit dazu beitragen, daß sich die Haftbedingungen in Rußland via Straßburg zu verbessern haben, wenn sie lange aus der Haft entlassen ist (es sei denn, die Diskussion, wer wessen Doppelnick ist und wer wen warum wie lange schon wo beobachtet, wird als wichtiger erachtet - obwohl - auch das bringt Klickzahl).

Hier kann man lesen, wie sich bereits das Urteil gegen Pussy Riot zur EMRK verhält (dagegen ist bereits eine Klage eingereicht), wie sich die russisch-orthodoxe Kirche positioniert, was die russische Öffentlichkeit von Punk-Gebet, Urteil und insgesamt von der Justiz hält, gefolgt von ein paar Wirtschaftsdaten und einem allgemeineren Meinungsbild zu den Lebensbedingungen der russischen Bevölkerung.

Georg von Grote 29.09.2013 | 20:46

Ach so, sorry, für einige hier sind ja russische Straflager 5 Sterne Luxus Ressorts, Sport- und Freizeitangebot all inclusive. Hab ich vergessen, tut mir echt leid.

Falls Sie aber der KZ-Vergleich stört, dann sagen Sie es doch gleich und versuchen Sie es nicht so altklug von hinten durch die Brust ins Auge :-) Erwarten Sie aber nicht, dass ich darüber irgendwie mit Ihnen diskutieren will.

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Ehemaliger Nutzer 29.09.2013 | 21:19

"Falls Sie aber der KZ-Vergleich stört, dann sagen Sie es doch gleich und versuchen Sie es nicht so altklug von hinten durch die Brust ins Auge :-) Erwarten Sie aber nicht, dass ich darüber irgendwie mit Ihnen diskutieren will."

Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich nicht wie es in russischen Gefängnissen oder Straflagern zugeht. Deshalb fragte ich Sie.

Über die Zustände in KZs kenne ich mich aus und kann alles, was ich diesbezüglich behaupte belegen. Aber keine Sorge, ich hatte nicht die Absicht mit Ihnen - und schon gar nicht in diesem Diskussionsstrang - darüber zu diskutieren. Vielleicht schreiben Sie oder jemand anders ja mal einen Beitrag über Neonazis... , z.B. solche, die aus Russland ausgewandert sind... Wenn Sie wissen, was ich meine.

Russen- und Linkenhetze geht mir auf den Beutel. Und bloßes Spekulieren ohne Fakten zu kennen oder nachweisen zu können langweilt mich in der Regel.

Grüße elisRea

alalue 30.09.2013 | 09:50

"Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich nicht wie es in russischen Gefängnissen oder Straflagern zugeht."

Tja, wissen Sie, da gibt es einen offenen Brief, der steht weiter oben, mit deutlichen Schilderungen.

Man kann auch die Gulag-Berichte lesen: eine gewisse Kontinuität kann man durchaus vermuten. Oder glauben Sie, daß unter der Lichtgestalt Putin wesentliche Änderungen geschehen ?

Aber selbstverständlich muß man jedes Wort auf die Goldwaage legen, wenn man Rußland kritisiert, der Vergleich mit KZs ist natürlidch überzogen: dort wurden sie ja vergast und mit Absicht vernichtet, während die Gefangenen hier weit bessere Überlebenschancen haben. Ist halt nicht so gemütlich.

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Ehemaliger Nutzer 30.09.2013 | 10:25

Russen- und Linkenhetze geht mir auf den Beutel. Und bloßes Spekulieren ohne Fakten zu kennen oder nachweisen zu können langweilt mich in der Regel.

ja, so geht es mir auch !!! eigentlich jede art von spekulierter hetze ist mir zuwider und ich scheine zu beobachten, dass viele medien sich jedoch gern in ihre "lieblingsrichtung" damit wenden und ihrer aufgabe der unabhängigkeit nicht gerecht werden ... sondern für mich gerade ihre (freiwillige???) abhängigkeit bis zum überdruss dokumentieren ...

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Ehemaliger Nutzer 30.09.2013 | 10:51

Was Pussy Riot im Arbeitslager erwartet 13. Oktober 2012, 13:35 Uhr

Zwei Aktivistinnen der Politpunk-Aktion Pussy Riot müssen für zwei Jahre ins Arbeitslager. Aber was bedeutet diese erschreckende Aussicht eigentlich im Jahr 2012? Von Sophie Albers

http://d1.stern.de/bilder/stern_5/kultur/2012/KW41/camp_fitwidth_489.jpg

http://www.stern.de/politik/ausland/russische-strafkolonie-was-pussy-riot-im-arbeitslager-erwartet-1908518.html

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Ehemaliger Nutzer 30.09.2013 | 11:39

"Tja, wissen Sie, da gibt es einen offenen Brief, der steht weiter oben, mit deutlichen Schilderungen."

Nur so viel: Wenn Ihnen ein Zeitungsartikel über einen vermeintlichen oder echten Brief genügt, um sich ein Urteil zu bilden, dann ist das ihre Sache. Ich meinerseits lege - zumindest bei politischen Diskussionen - Wert auf nachprüfbare Fakten und auf die Darstellung beider Seiten.

Vermuten und glauben kann man selbstverständlich alles, auch dann wenn es ein Paradoxon ist, auf Lüge, Betrug und/oder Täuschung basiert.

"Aber selbstverständlich muß man jedes Wort auf die Goldwaage legen, wenn man Rußland kritisiert,..."

Waage würde mir als Metapher schon reichen: Pro- und Kontraargumente abwägen bevor man urteilt. Jedem Berklagten steht als Gegenpart zum Staatsanwalt ein Verteidiger zu. Das ist, wer immer auch der Beklagte ist, selbst dann, wenn es sich um einen rechtsradikalen Kindermörder handelt, o.k.

Über KZs diskutiere ich hier nicht. Dieser Vergleich ist einen gesonderten Artikel wert.

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Ehemaliger Nutzer 30.09.2013 | 12:01

Ich finde die einseitige politische Manipulation durch viele große Medien schon fast beängstigend. Dazu kommt die bezahlte Propagandamaschinerie im Netz/in Diskussionsforen, die oft dermaßen plump und unverschämt agiert, dass man sich wundert, dass gebildete Menschen darauf reinfallen.

Schwieriger zu durchschauen sind trojanische Pferde, die als sebstgebastelte PseudoOpposion daherkommen, mit dem Ziel echte Opposition lächerlich zu machen, zu verhindern oder in eine falsche Richtung zu lenken.

Ich freue mich jedesmal, wenn ich Beiträge von Foristen lese, die kritische Fragen stellen, zweifeln, nachdenken, unterschiedliche Möglichkeiten und Motive in Erwägung ziehen und Spott und Beschimpfung durch andere gelassen in Kauf nehmen.

Ich möchte hier in diesem Strang nicht weiter diskutieren, rechercheuse. Woanders gerne.

Grüße elisRea

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