Muamar al-Gaddafi als Schriftsteller

Interview Was kaum einer weiß: Der libysche Dikator war mal ein Existenzialist. Der Journalist Charlie Nash ist dem nachgegangen
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 23/2022
Muamar al-Gaddafi in einer existenziellen Krise. Bildlich gesprochen
Muamar al-Gaddafi in einer existenziellen Krise. Bildlich gesprochen

Foto: Regina Schmeken/Süddeutsche Zeitung Photo

Zehn Jahre nach dessen Ermordung untersucht der britische Journalist Charlie Nash in seinem Buch „Gaddafi, Existentialist" das Phänomen Gaddafi aus einer neuen, verblüffend spannenden, philosophischen Sicht. Im Interview spricht Nash über den existentialistischen Faden in Gaddafis Leben und Werk, dessen Vorstellung von Utopie und Dystopie, über Sartre und Jean Genet, arabischen Existenzialismus und Gaddafis Outfits als politisches Statement.
Am 1. September 1969 brachte Muammar Gaddafi den Libyern in einer unblutigen Revolution die Freiheit. Er wurde zum Fürsprecher der Unterdrückten - half Palästinensern, Kurden, Sahrauis, Kashmir, IRA und ANC. Nelson Mandela nannte ihn seinen „Waffenbruder im Kampf für Frieden und Menschenrechte“,