Robert Misik
Ausgabe 2713 | 06.07.2013 | 06:00 8

Weder Egoist noch Altruist

Sozial Pierre Rosanvallon entstaubt in einem tollen Buch die Idee der Gleichheit unter der Menschen

Weder Egoist noch Altruist

Foto: Ulf Andersen / laif

Das zeitgenössische linke Lamento lautet zugespitzt: Seit 30 Jahren wird alles schlechter. Die Ungleichheiten wachsen. Solidarität gibt es nicht mehr, der Wert der Gleichheit wurde diskreditiert. Und an all dem ist der Neoliberalismus schuld: mit seiner Konkurrenzideologie und seinem erfolgreichen Prinzip, alles zur Ware zu machen.

Aber so einfach ist das nicht, sagt Pierre Rosanvallon. Schon die Beschreibung der vergangenen Jahrzehnte als Verfallsgeschichte – und der siebziger Jahre als Paradies – muss die Hälfte der Wahrheit ausblenden. Ja, die ökonomischen Ungleichheiten wachsen wieder in einem Ausmaß, das man vorher nicht mehr für möglich gehalten hätte, sie werden beklagt und akzeptiert zugleich, und doch sind andere Ungleichheiten heute viel weniger akzeptiert als früher. Gesellschaftlicher Rückschritt und gesellschaftlicher Fortschritt gehen Hand in Hand. Während krasse ökonomische Ungleichheiten wieder die Gesellschaft zerreißen, werden viele Formen sozialer und kultureller Ungleichbehandlung nicht mehr akzeptiert: Frauenunterdrückung, die Rechtlosigkeit von Schwulen und Lesben oder auch rassistische Ausgrenzung sind auch im Mainstream nicht mehr akzeptabel. Dass jede und jeder das gleiche Recht hat, nach der eigenen Fasson glücklich zu werden – diese Gleichheit ist heute kaum mehr angreifbar. Parallel dazu ist die Gesellschaft zunehmend in Reich und Arm zerrissen.

Rosanvallon, der am renommierten Collège de France Geschichte lehrt, hat den Verdacht, dass diese Fortschritte und Rückschritte auf subtile Weise miteinander verbunden sind. Knapp gesagt: dass Individualisierung und die Akzeptanz ökonomischer Ungleichheiten etwas miteinander zu tun haben. Wobei Akzeptanz vielleicht nicht das richtige Wort ist: Viele Umfragen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger heute mehrheitlich das Gefühl äußern, die Ungleichheiten seien „zu groß“, sogar „skandalös“. Die gleichen Bürger halten aber Einkommensungleichheiten für notwendig und für akzeptabel, wenn sie eine Entlohnung für individuelle Leistungsunterschiede sind. Nahezu jede Einkommensdifferenz, vielleicht mit Ausnahme der Boni für irgendwelche Doofbanker, lässt sich so letztendlich rechtfertigen. Die große Ungleichheit wird also beklagt, aber viele Mechanismen, die sie hervorbringen, sind akzeptiert. Dieser Widerspruch ist für Rosanvallon die eigentliche Ursache für das Grundgefühl, „sich mit Situationen konfrontiert zu sehen, die man zwar bedauerlich findet, denen gegenüber man aber letztlich passiv bleibt“.

Auf Augenhöhe

Lässt sich unter den Bedingungen der Individualisierung (der „Singularitäten“, wie er das nennt) die Gleichheit als mächtige Idee neu begründen? Über weite Strecken seiner grandiosen Studie führt Rosanvallon die Leser durch ein Panorama der Gleichheitsideen, die in den vergangenen 300 Jahren aufkamen: Rechtsgleichheit, demokratische Gleichheit, ökonomische Gleichheit, Chancengleichheit, Umverteilung. In feinen Schilderungen beschreibt er das allgemeine, gleiche Wahlrecht, das uns heute so selbstverständlich erscheint.

Gleichheit braucht gleiche Rechte, und krasse ökonomische Ungleichheiten untergraben das Gleichheitsgefühl: Dieses Gefühl ist das Entscheidende, schwer zu Beschreibende. Gleichheit steht dann auf stabilem Fundament, wenn man andere als Ähnliche erlebt; wenn alle mit allen „auf Augenhöhe“ leben und für eine „Leichtigkeit des Miteinanders“ stehen. Eine Welt der Gleichen, schreibt Rosanvallon, „ist als eine definiert, in der jeder sich in die Lage der anderen hineinversetzen kann“. Gleiche Rechte und relative ökonomische Gleichheit sind ihr Fundament, aber letztlich braucht sie einen Wandel der Mentalitäten: In ihr ist der „beleidigende Dünkel“ verschwunden, der Hochmut der Reichen, auch das Gebuckel der weniger Glücklichen.

In gewissem Sinn begründet Gleichheit tatsächlich die Gesellschaft, in der nur die Leistung zählt, weil sie den privilegierten Zugang Einzelner, der sich auf nichts gründet als auf ererbten gesellschaftlichen Status, ablehnt.

Gleichheit hält Gesellschaften zusammen, während Konkurrenz sie zerreißt. Rosanvallon gräbt vergessene Pamphlete von Denkern und Sozialreformern wie Robert Owen und Louis Blanc aus, deren Gedanken zur Konkurrenz sich sehr aktuell lesen: „Die Konkurrenz führt unweigerlich zu einem verdeckten Bürgerkrieg zwischen den Individuen … Sie erzeugt Übel aller Art“, bis hin zum „mörderischen Wahnsinn, sich zu unterscheiden“. Dass der Egoismus die Gesellschaft „wie mit Rost befällt“, schrieb Alexis de Tocqueville. Allein für diese Passagen lohnt sich die Lektüre des Buchs. Es ist ein großer Einwand gegen die Meinung, dass Konkurrenz, mag sie auch hart sein und uns fordern, immer positive Auswirkungen habe. Sie ist manchmal nützlich, sicher, aber sie hat eben auch viele fatale Folgen.

Warum aber, und diese Frage ist letztlich der Fluchtpunkt von Rosanvallons Studie, machte die Gleichheit über 300 Jahre so unbestrittene Fortschritte, während heute die Tendenz eine zumindest asynchrone ist? Und könnte man daran noch etwas ändern?

Die Gleichheitsidee war zumindest unausgesprochen von der Vorstellung einer homogenen Gesellschaft getragen. Kompakte „Reformmilieus“ machten sich für sie stark – die Arbeiterbewegung, Gewerkschaften, Parteien, zivilgesellschaftliche Organisationen. Diese homogenen Milieus gibt es heute nicht mehr, und Homogenität als solche ist, durchaus aus guten Gründen, desavouiert. Unsere Welt ist bunter, individualistischer und komplexer geworden, was ja eine schöne Sache ist. Auch gruppeninterne Ungleichheiten untergraben das Zusammengehörigkeitsgefühl und stacheln die Überzeugung an, dass offenbar jeder selbst für sein Geschick verantwortlich ist. Jeder führt sein eigenes Leben und zieht dann die Bilanz, die man gemeinhin „Lebenslauf“ nennt. Die Schlüsselfrage, die Rosanvallon stellt, lautet also: „Wie kann man ähnlich und einzigartig, gleich und verschieden, gleich in der einen und ungleich in einer anderen Beziehung sein? Das sind die Fragen unserer Zeit. Von ihnen hängt die Zukunft der Demokratien ab.“

Der soziale Sinn

Die Gesellschaft der Singularitäten ist nicht notwendigerweise eine Gesellschaft, in der die Bürger atomisiert nebeneinanderher leben. Sie haben einen sozialen Sinn. Sie engagieren sich für die Gesellschaft, machen ihr Engagement aber abhängig davon, wie sie das Engagement anderer wahrnehmen. Dieser Sinn ist also ganz massiv von einem Gefühl der Reziprozität modelliert. Wer das Gefühl hat, dass andere auch ihren Beitrag leisten, ist zu Solidarität bereit, glaubt er dagegen, nur er halte sich an Regeln und andere nicht, klinkt er sich aus. „Wie die Beobachtung zeigt, ist der Mensch weder rein egoistisch noch eigentlich altruistisch. Er ist immer eine Mischung aus beiden Elementen, wobei je nach Person und Umständen das eine oder das andere überwiegt.“

Letztendlich geht es darum, die Gleichheitsidee in einer Gesellschaft der Differenten, der Verschiedenen neu zu verankern. Das ist heute wieder möglich, da viele Bürger sehen, welche gesellschaftlichen Pathologien wir uns mit der Akzeptanz von Ungleichheiten eingehandelt haben. Es bräuchte politische Kräfte, die sich dafür in einer zeitgemäßen Sprache starkmachen. Worauf eine zeitgemäße Philosophie der Gleichheit bauen könnte, das macht Rosanvallons wichtiges Buch deutlich.

Die Gesellschaft der Gleichen Pierre Rosanvallon Hamburger Edition 2013, 384 Seiten, 33 € Robert Misik bespricht im Freitag regelmäßig neue Sachbücher

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 27/13.

Kommentare (8)

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Ehemaliger Nutzer 06.07.2013 | 08:10

ich seh da einen anderen aspekt ... die ungerechtigkeit führt zu sozialen spannungen ... und zugeständnisse im nicht ökonomischen bereich fällt den profitgeiern leichter und sind ... ich sag mal im "biologischen" bereich viel emotionaler (abtreibung, gleichberechtigung mann/frau, akzeptanz von homosexualität/hautfarbe ...) , denn aus allen diesen könnten ja willige helfer für ihre profitinteressen werden ... die wahren feinde sind einzig die, die gegen ökonomische ungerechtigkeit aufbegehren ... so ist die entscheidung logisch, die ökonomisch armen immer weiter ... bis zu fehlender teilhabe an gesellschaft/kultur/gesundheitsversorgung/bildung usw. auszugrenzen und erpressbar zu versklaven und von ihrer arbeitskraft zu profitieren (zeitarbeit/unbezahlte praktika/minimalisieung der sozialen fürsorge >>> hartz4 usw)

ja, es stimmt: theoretisch könnte man sich als freies individium fühlen ... vogelfrei passt besser

wwalkie 06.07.2013 | 09:23

Danke für die Besprechung. Wenn die deutsche Sozialdemokratie oder die Linke doch Autoren wie Rosanvallon hätte!

Das Buch ist auch ein Dokument einer gewissen Radikalisierung des Autors. Ronsavallon galt lange als intellektueller Berater Jacques Delors, war Vorzeigedenker der reformistischen Gewerkschaft CFDT und gar Sekretär der Fondation Saint-Simon, dem "schicken Salon der antitotalitären Intellektuellen und der sozial denkenden Patrons" (Libération). In dem Thinktank dachten Antitotalitäre wie Francois Furet,Alain Minc, Luc Ferry, Serge July - "Hegemonen" der politischen Theorie der neunziger Jahre, die sich scharf von Bourdieu demarkierten, weil dieser sich in der Streikbewegung 1995 engagierte, während sie die Regierungspläne unterstützten.

Seit der Auflösung der Fondation und der Berufung an das Collège de France scheint Rosanvallon freier geworden zu sein. Das Buch ist wirklich "toll". Er versucht durch "Relektüre der langen Geschichte" die heutigen "Pathologien" zu durchleuchten. Überraschend ist die Rehabilitation einiger Gedanken von Marx durch einen eigentlich Libertären. Die Stärke des Buches aber liegt in den Einzelanalysen: wunderbar z.B. das leider kurze Kapitel über die "Metaphorik des sportlichen Wettkampfs".

Aber da fehlt doch etwas. Es ist die alte Frage. Wie kann die "Communalité", die "Durchdringung der sozialistischen und demokratischen Ideale", angesichts der gegenwärtigen globalen Verhältnisse (die nicht besser werden) erreicht werden? Da bleibt Ronsavallon, wie ich finde, recht bescheiden und überlässt dies den "großen zukünftigen intellektuellen und politischen Debatten der Zukunft". Nur den Debatten?

anne mohnen 06.07.2013 | 12:45

Die Pointe an dem Buch von erschließt sich mir nicht so ohne weiteres, selbst dann, wenn es um eine hervorragende Rekonstruktion von Positionen in der „Gleichheitsdebatte“ geht, was sicherlich verdienstvoll ist.

RMisik schreibt selbst, dass die Debatte um die Gleichheit seit 300 Jahren geführt wird. Es war Rousseau, der mit seinem Diskurs über die Ungleichheit wie eine Bombe einschlug. Eine Welt der Gleichen, schreibt Rosanvallon, „ist als eine definiert, in der jeder sich in die Lage der anderen hineinversetzen kann“. Nun das ist “Einfühlung“ja eher eine psychologische Einstellung- knüpft aber auch an Rousseau an. (Rawls ist ein strikter Anti-Intuitionalist). Und hierzu hat Rousseau vernichtendes geschrieben im Brief an D'Alembert , indem er zeigt, dass Gefühle ebenso korrumpiert bzw. korrumpierbar sind wie Politik, Wissenschaft und Kunst, was sich am besten am „Mitleiden“ zeige. Dabei betont Rousseau bereits, dass Gleichheit auf dem Hintergrund von Entfremdung, zwar heuristisch, dennoch nurmehr als Hypothese anzunehmen sei. Wie sehr Entfremdung auf menschliche Soziabilität Auswirkung hat und damit auf Gleichheit, Gerechtigkeit, Freiheit und schließlich als andauernde Hypo-Krisis der Moderne beschrieben werden kann, hat Reinhart Kosseleck inin seiner Rezeptionsgeschichte machenden Dissertation , Kritik und Krise aus den 1950er Jahrenbereits dargelegt.

Kant hat übrigens das Problem der Entfremdung resp. Gleichheit so gelöst, dass er zum nachdrücklichen Verfechter des „Person-Gedanken“ wurde. Die Person, das Subjekt sei in seinen sozial vorgegebenen Rollen und Beziehungen vorgeordnet und nur dann frei, wenn es zu ihnen auf Distanz gehen und sie vor den Richterstuhl der Vernunft ziehen könne. Rawls hat dies so auf den Punkt gebracht: „Die Person ist vor ihren Zielen da (Rawls, J. (1975): Eine Theorie der Gerechtigkeit. Frankfurt am Main). Der Personbezug ist damit der gleichheitsstiftende universale Ausgangspunkt für alle. Die kritische Frage, die nun zu stellen ist, lautet folglich: "Wird jemand in der Entfaltung seiner Person ausreichend gefördert oder gar systematisch daran gehindert?"

Nun arbeiten sich die einzelnen Strömungen daran ab, ob dieses Ich mehr oder weniger so in soziale Rollen eingebunden ist (Kommunitaristen), dass sich die Frage stelle, ob es sich davon nicht unabhängig machen könnte. Im Grunde geht es dabei um das Problem, ob Selbstbestimmung innerhalb bestimmter Rollen oder unabhängig davon gelebt werden kann. Das ist natürlich ein Popanz.

Die Linke, so wie ich sie wahrnehme, teilt zwar nicht mehr die alte Marxsche Auffassung vom antisozialen Privatleben, also die vom liberalen Staat betonten Rechte des einzelnen seien die Freiheiten >> des Menschen in isolierter auf sich zurückgezogener Monade. (…)“ (vgl. MEGA-B, I, 2, S. 1957f: >>Zur Judenfrage>>), habt aber gute Argumente an der Hand,gegen eine scharfe Trennung von privater und öffentlicher Sphäre zu argumentieren.

Die Nagelprobe ist meiner Meinung nach dann bestanden, wenn auch nicht mehr so ohne weiteres zwischen häuslicher und öffentlicher Sphäre unterschieden würde, die Hegel ganz brutal einzog. Denn obwohl er die Trennung von öffentlich-privat ablehnte, so bildet seine Theorie von "häuslich-öffentlich" (ganz artistotelisch) >> das anschauliche Beispiel dafür, wie man die Fähigkeit der Frauen auf die gefühlsbeherrschte Familie festlegte und damit ihre Unterordnung, mangelnde Bildung und ihrens Ausschluss aus öffentlichen Sphären des Marktes<< begründete ( vgl. Elshainn, J. (1981). Public Man, Private Women. Women in Social and Political Thought. Princton, NY.)

Ich bin gespannt, wie die Rekonstruktion und Meinung von Rosanvallon dazu ausfällt, wenndie „Schlüsselfrage, die Rosanvallon stellt, lautet (also): „Wie kann man ähnlich und einzigartig, gleich und verschieden, gleich in der einen und ungleich in einer anderen Beziehung sein? Das sind die Fragen unserer Zeit. Von ihnen hängt die Zukunft der Demokratien ab.“ Und im Speziellen von gelungenen Geschlechterbeziehungen!!!!!

Nil 07.07.2013 | 00:03

Vielen Dank auch von mir. Zum Thema könnten folgende Erkenntnisse hilfreich sein. (aus den 20 Grundaussagen zu Holons)

Ken Wilbers umwelttheoretischer Ansatz geht vom Grundwert aus, intrinsischem Wert und extrinsischemWert.

Alle Holons haben gleichen Grundwert, das heisst, alle Holons von den Atomen bis zu den Affen (oder Menschen) sind vollkommene Manifestationen des kósmischen GEISTES, und keines ist höher oder niedriger, besser oder schlechter.

Je grösser die Ganzheit (oder je grösser die Tiefe) jedes Holons ist, desto grösser ist sein intrinsischerWert. Der Affe hat mehr intrinsischen Wert als das Atom, weil er mehr Bewusstsein hat. Aber jedes Holon ist nicht nur ein Ganzes, sondern auch ein Teil. Als Teil hat daher jedes Holon auch extrinsischen Wert, das heisst Wert für andere. Das Atom hat mehr extrinsischen Wert als ein Affe. Das Atom hat einen sehr grossen extrinsischen, instrumentellen Wert für andere Holons, weil es instrumenteller Teil so vieler anderer Ganzer ist. Die Rechte eines Holons stellen die Bedingungen für die Erhaltung seines intrinsischen Werts dar, für die Erhaltung seiner Ganzheit, seiner Agenz, seiner Tiefe.

Und wenn ein Holon Teil eines Ganzen sein will, muss es bestimmte Pflichten übernehmen, da sonst seine Kommunion, sein kulturelles und sein funktionelles Passen enden würden.

Wir Menschen jedoch nehmen uns mehr unsere Rechte zu Herzen als unsere Pflichten; wir möchten ein Ganzes sein, ohne Teil von etwas zu sein. Aber das eine ist nun mal nicht ohne das andere zu haben. Wir müssen die grösstmögliche Tiefe für die grösstmögliche Spanne bewahren. Wenn man nur die grösstmögliche Tiefe bewahrt, ist dies faschistisch und anthropozentrisch; wenn man nur die grösstmögliche Spanne bewahrt, ist dies totalitär und ökofaschistisch.

IF-Lesesaal_Eros, Kosmos, Logos

ch.paffen 08.07.2013 | 13:22

danke für die draufsicht auf´s buch * ich persönlich kann einem verordneten gleichheitsgedanke wenig abgewinnen * dies mag an meiner sozialisation als kid @ wirtschaftswunder kids liegen @ dagegen bin ich machtlos!? * jedoch bin ich irgendwie offen @ open mind, chancengleicheit, wertschätzendem, respektvollem umgang , einer emanzipierten emanzipatorischen perspektive * aber ich gestehe that´s all im first step * dies muss aber, so meine sicht, nicht zwangsläufig zu einem offensives vs (gleichheit/ungleichheit) führen * vs. ist so mein "fazit" keine emanzipierte perspektive für das 21. jahrh. * nachhaltig, sozial, menschlich, frei finde ich einfach feiner und frei und gleichheit bekomme ich nicht deckungsgleich * feinen wochenstart cp

wwalkie 09.07.2013 | 16:50

So kommt's Ihnen nur vor. Rosanvallon setzt sich ausführlich mit den unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs Chancengleichheit auseinanderander, auch mit ihrer ideologischen Funktion.

Es geht ihm schon um die reale Gleichheit, primär der "Egalité-relation", sekundär die "Egalité-distribution" und die "Egalité-redistribution". Unterschiede der Distribution von Vermögen und Ressourcen sind nach Rosanvallon akzeptabel, wenn sie nicht die "Egalité-relation" in ihren drei Dimensionen Singularität, Reziprokität und Kommunalität beeinträchtigt. So einfach zu denken, so schwer zu machen.