Wenn der Papst den vernünftigen christlichen Gott aus dem Talar zaubert

Mohssen Massarrat über den Krach der Religionen Der Nahostexperte Mohssen Massarrat über eine Rede in Regensburg und den Schlagabtausch der Kulturen und Konfessionen
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FREITAG: Worin besteht aus Ihrer Sicht die Kernbotschaft des Regensburger Vortrages, den Benedikt XVI. jüngst gehalten hat?
MOHSSEN MASSARRAT: Im Klartext sind zwei wesentliche Dinge erkennbar: Erstens, der Prophet Mohammed hat den Islam durch das Schwert verbreitet, während im Umkehrschluss nahegelegt wird - ohne dass es der Papst explizit sagt -, das Christentum habe sich ohne Gewalt ausgebreitet. Zweitens preist der christliche Gott, der dem von Benedikt zitierten christlichen Kaiser Manuel II. Palaeologos vorschwebt, das vernunftgemäße Handeln der Christen, weil dieser Gott kein Gefallen an Blut habe, während der islamische Gott seinen Gesandten mit dem Schwert ausgerüstet durch die Welt ziehen ließ.

Und darüber ist die islamische Welt zu Recht e