Wenn Wasser tötet

Wasser VII Durchfallerkrankungen, Entzündungen, Wurmbefall - schon einfache Hygienemaßnahmen würden diese Krankheiten eindämmen. Es mangelt jedoch an sauberem Wasser

Ein "Recht auf Wasser" deklarierte die UN im Jahr 2002. Ein weitgestecktes Ziel, das nach langen Verhandlungen der Tatsache Rechnung trägt, dass über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben und alle acht Sekunden ein Kind durch das Trinken von verunreinigtem Wasser stirbt. Anja Garms hat in ihrem Eröffnungsbeitrag die verschiedenen Aspekte des Rechts auf Wasser beleuchtet. Sie kam zum Ergebnis, dass mit der zunehmenden Wasserknappheit auch ein regelrechter "Krieg ums Wasser" drohen könnte. Linda Tidwell hat den "Kampf ums blaue Gold" und die in der Vergangenheit ausgelösten Wasserkriege genauer untersucht. Der weltweiten Wasserverschwendung steht in vielen Gegenden eine dramatische Wasserknappheit gegenüber. Das schürt Konflikte, die wahrscheinlich nicht global virulent werden, wohl aber regionale Unruhen hervorrufen können. Insbesondere der Anstieg der Weltbevölkerung wird dabei zur Herausforderung für das internationale Wassermanagement: Die Menschen müssen ernährt werden, was voraussetzt, dass die verfügbaren Ressourcen in der Landwirtschaft nachhaltiger eingesetzt werden beziehungsweise Schmutz-, Brack- oder Meerwasser nutzbar gemacht wird. Am dramatischsten wird die Wassersituation voraussichtlich in den großen Städten und Megapolen der Welt, wo viele Menschen noch nicht einmal an die Wasserversorgung und Kanalisation angeschlossen sind. Jens Müller-Bauseneik hat nach den Bedingungen geforscht, die den Kreislauf von Trink- und Abwässern befördern. Ist es sinnvoller, die öffentliche Kontrolle über das Wasser zu erhalten oder die Wasserwirtschaft gänzlich zu privatisieren? Wie viel darf Wasser kosten und soll die Zahlungskräftigkeit der Bürger darüber entscheiden, ob sie Zugang zu sauberem Wasser haben? Die Folgen von verschmutztem Wasser und Wassermangel sind, wie Anja Garms in dieser Folge zeigt, jedenfalls desaströs: Krankheiten, die häufig zum Tode führen, bedrohen weltweit insbesondere Kleinkinder. Sechs Prozent der "globalen Gesundheitslast" gehen nach Schätzungen der WHO auf das Konto "wasserbedingter Krankheiten".

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00:00 10.02.2006

Ausgabe 39/2020

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