Wer kriegt wieviel?

Bußgelder Die deutschen Richter leiten Millionen Euro an Vereine weiter – und werden kaum kontrolliert. Wer davon profitiert, das zeigt die Datenbank des Recherchebüros CORRECT!V

Die Justiz in Deutschland verteilt jedes Jahr Dutzende Millionen Euro Bußgelder aus eingestellten Verfahren oder abgebrochenen Ermittlungen und so gut wie niemand kontrolliert die Richter und Staatsanwälte dabei.

Das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv hat zum ersten Mal alle verfügbaren Fakten über die Geldströme zusammengeführt und die Ergebnisse in einer umfangreichen Datenbank veröffentlicht.

In der Datenbank kann jeder Interessierte schauen, an welche gemeinnützigen Einrichtungen in den Jahren 2011 bis 2013 das Geld verteilt wurde. Fast 170 Millionen Euro sind erfasst.

Sie können die Datenbank frei nutzen. Dazu stehen Ihnen verschiedene Wege zur Verfügung.

(1) Suchen Sie nach Auffälligkeiten

Fallen Ihnen Besonderheiten in der Gegend auf, die sie gut kennen? Egal ob Berlin, Herne, Erfurt oder Ingolstadt. In praktisch jeder Stadt gibt es Treffer in der Datenbank.

Entdecken Sie Auffälligkeiten? Richter, die einem Verein Geld gegeben haben, in dem sie selbst Mitglied sind? Oder Clubs, die fragwürdige Zwecke verfolgen? Können Fördermittel missbraucht werden?

(2) Entwickeln Sie die Datenbank weiter

Mit der ersten Veröffentlichung soll die Entwicklung nicht abgeschlossen sein. Deswegen macht Correctiv seine Arbeit transparent, veröffentlicht den Quellcode der Datenbank und gibt daraus alle Daten frei.

Wir sind gespannt, was noch in den Daten drin steckt.

Ab sofort steht der komplette Quelltext der Web-Anwendung im GitHub-Account von Correctiv öffentlich zur Verfügung.

Wenn Sie Entwickler sind, können Sie mit diesen Daten kreativ werden. Wie könnte die Datenbank verbessert werden? Vielleicht haben Sie auch Ideen, wie die Geldströme aus der Justiz visualisiert werden könnten?

(3) Teilen Sie ihr Wissen

Wenn Ihnen Besonderheiten auffallen, können Sie sich an unsere Redaktion wenden. Sie können auch mit den Correctiv-Reportern über justizgelder@correctiv.org Kontakt aufnehmen. Wenn Sie sensible Informationen teilen wollen, können Sie dafür auch das anonyme Upload-Portal von Correctiv nutzen.

Wenn Sie gemeinnützigen, investigativen Journalismus unterstützen wollen, können Sie Mitglied und damit ein Teil von Correctiv werden.

Lesen Sie zu den Spendengerichten auch die Recherche-Ergebnisse und den Kommentar aus der Zeitung

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10:00 02.10.2014
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