Wer war das Volk?

Diskurs Über ein Wort, das sich dumm stellt
Georg Seeßlen | Ausgabe 45/2015
Wer war das Volk?

Bild: Archiv/der Freitag

Was blieb von jener deutschen „Revolution“, aus der dann doch wieder nichts geworden ist, außer, dass statt etwas ein wenig anders alles viel gleicher geworden ist? Zum Beispiel die Erinnerung an das trotzige, gar mutig skandierte „Wir sind das Volk!“? War dies die letzte Äußerung der wahrhaft zum Umsturz der bestehenden Herrschaft bereiten Kräfte, das eigentliche Wesen dieser Revolution? War es ein schlichter Irrtum, der von einem anderen Volk, das noch vor den Fernsehern harrte, widerlegt wurde, das nach Bananen, Peep-Shows, Westwagen und Anschluss gierte? Oder war es selbst schon ein entscheidender Denk- und Gefühlsfehler? Wenn Menschen so gewiss behaupten, das Volk zu sein, so kann das unterschiedliche Bedeutungen haben, denn „das Volk“ gehört zu den Werten, die sich so einfach sagen und so schwer verstehen. Was also mag bedeuten, wenn eine Gruppe Menschen in einer Situation zwischen individueller Gefahr und Faszination der Revolte behauptet: „Wir sind das Volk“?

Erstens bedeutet es wohl, dass die, die es gerade sagen, das Volk sind, und nicht jemand anderes, der es ebenfalls von sich behaupten mag, vielleicht an anderer Stelle und mit anderen Mitteln. Es kann darüber hinaus bedeuten, dass die Versammelten jemandem widersprechen, der behauptet, für das Volk und in seinem Namen zu sprechen und zu handeln. Die konkrete Gegenwärtigkeit einer Gruppe von Menschen widerspricht demnach einer abstrakten Doktrin.

Zweitens mag dieses „Wir sind das Volk“ bedeuten, dass die Demonstrierenden das Volk im Widerspruch zur Herrschaft darstellen. Dieser Widerspruch beweist sich in seiner Wirklichkeit durch eine leichte Betonung des Hilfsverbs. Durch sie entsteht freilich auch eine leichte, magische Nebenbedeutung, so als repräsentiere man eine Kraft, die durch dumme und böse Menschen ins Leben gerufen wurde, die weder mit ihr umgehen noch sie respektieren können: ein Geist aus der Flasche. So wäre denn die Aussage von „Wir sind das Volk“ einigermaßen deutlich, die Fronten klar, das Ziel der Aktion wohl definiert. Mit einer winzigen Ausnahme: Was, um Himmels Willen, ist das Volk, und wie, in drei Teufels Namen, kann das Wort noch verwendet werden? Wie man so sagt: Nach allem, was geschehen ist.

Wie Menschen und Gesellschaften haben auch Worte ihre Geschichte, und wie Menschen und Gesellschaften möchten auch Worte das eine Mal damit protzen und das andere Mal davon absehen, je nach Bedarf. Es gibt Worte, die so tun, als hätten sie von nichts gewusst: das Volk.

Einmal, und das ist nun ein paar Jahrhunderte her, bedeutete „Volk“ nichts anderes als eine Menge wirklich und gegenwärtig anwesender Menschen, die miteinander verbunden sind, zum Beispiel durch eine gemeinsame Absicht (etwa den Vertretern eines Volkes lange, spitze Stangen ins Gedärm zu rammen wie beim „Fußvolk“). Diese Bedeutung des Wortes Volk ist nicht eigentlich verschwunden, sie wurde vielmehr von neuen Bedeutungen überlagert. Und diese neuen Bedeutungen versorgen sich mit Legitimation und Wirklichkeit durch den Bezug auf diese ursprüngliche Bedeutung. Jedes Volk, wie kompliziert es sich auch definieren mag, lebt, insofern es zu seiner Urform, dem barbarischen Haufen, zurückkehren kann. Und durch diesen barbarischen Rest in seiner Bedeutung ist es dem Wort Volk gestattet, durchaus Widersprüchliches zu meinen. Bis vor kurzem war noch jedem Volksgenossen klar, dass ein ungenehmigter „Volksauflauf“ mit polizeilichen Maßnahmen unterbunden werden musste.

Eine der nächsten Bedeutungen von „Volk“ war die Menge der Menschen, die wirklich in einem Gebiet lebte. Betrat man das Gebiet, gehörte man dazu, verließ man es, nicht mehr. Das war das Volk, das man zählen konnte (und musste, denn die Menge der Menschen, die in einem Gebiet leben, ist immer die Menge wirklicher Untertanen).

Das Volk, das man zahlen kann, steht dem Herrschaftsapparat gegenüber, der eine Zählung veranlassen kann. Zwischen jenen, die die Zählung veranlassen (um die Steuern zu bestimmen vielleicht) und dem gezählten Volk, entstehen die Zähler, die Eintreiber, die Soldaten, die sie beschützen. Sie gehören nicht wirklich zur Herrschaft, aber gehören sie noch zum Volk? Je mehr sich Widerspruch und Kommunikation zwischen Herrschaft und Volk differenziert, desto mehr verlagert sich die Vorstellung vom Volk auf das soziale Unten: das Volk produziert den Reichtum, den es nicht verwalten soll. Zwischen der Herrschaft und dem Volk entsteht der Bürger, und der macht den Begriff erst richtig in sich widersprüchlich, weil er stets gleichzeitig dazugehören und sich davon absetzen will. Der Bürger verachtet das „gemeine Volk“ und sehnt sich doch nach nichts so sehr wie nach der Geborgenheit in einer gemeinsamen Wirklichkeit, nach etwas, das zwischen der nationalen Idee und dem Alltag vermitteln und eine „natürliche“ Vorstellung von der Rechtmäßigkeit und Ewigkeit der Ausbeutung geben könnte. So entsteht neben dem Volk als territorialer und sozialer Wirklichkeit eine Phantasie „Volk", die in den bürgerlichen Sinnkrisen boomt. Hier und dort wuchert diese Phantasie, will sich gar der Wirklichkeit bemächtigen, verlangt ihr wenigstens die richtigen Bilder ab und kann wirklich böse werden, wenn das nicht klappt.

Mittlerweile also existiert das Volk bereits viermal: als Beschreibung einer Beziehung zwischen wirklichen Menschen, Territorium und Kultur, als Beschreibung einer sozialen Wirklichkeit, als territoriale Phantasie von Einheit und als soziale Phantasie von ewiger Natürlichkeit.

Jede dieser Bedeutungen steht im Grunde zur anderen in unlösbarem Widerspruch, aber um die Welt einigermaßen heil und geordnet erscheinen zu lassen, müssen mindestens jeweils zwei zueinander gebracht werden. Die Technik dazu ist die Schöpfung von Mythen. Der Mythos ist weder Beschreibung der Wirklichkeit noch Phantasie, er ist eine Aussage in Sprache, Bild, Kult etc., die das Widersprüchliche als Einheit erscheinen lässt.

So ist also die Folge nicht allein, dass man nicht immer das gleiche meint, wenn man Volk sagt, und dass nicht jeder das gleiche sagen will, wenn er von Volk spricht. Einerseits müssen nun nahezu zwanghaft immer neue, der politischen Realität mehr oder minder angepasste Mythen über das Volk entwickelt werden, andererseits lässt die Mehrdeutigkeit nahezu beliebige rhetorische Volten und Verknüpfungen zu. Einerseits war nun das Volk ganz einfach die Wirklichkeit einer Nation, und wenn man von den Beziehungen der Völker sprach, so hatte man mehr oder weniger auch von den Beziehungen der Nationen sprechen können, wie man es auch im „Völkerbund“ gelegentlich tat. Aber andererseits ist eine Nationalliteratur ganz etwas anderes als die Volksliteratur, und nicht jede Form des Nationalismus ist gleich auch volkstümlich.

Für die Nation indes lässt sich ohne weiteres auch Staat einsetzen, wenn es um die politische Praxis geht. Die Nation verstehet sich als verstaatlichtes Volk (und auf jede nationale Frage muss es eine staatliche Antwort geben), aber umgekehrt ist das Volk mehr und mehr auch jener Teil der Bevölkerung, der einer Verstaatlichung weder bedarf noch ihr ganz und gar zugänglich ist. Das Volk in den bayrischen Bergen schmiert den Gendarmen aus und lacht über den Vertreter der Zentralmacht. Seine Ewigkeit ist Garantie dafür, dass sich Staat und Nation nicht in einem System bürokratischer Akte erschöpft, der Wirklichkeitsrest im Mythos des Staates, die Natur in der Gesellschaft. Der Staat steht, anders gesagt, dann doch im Widerspruch zum Volk, das ja immer noch, wenn auch mit Weiterungen der Bedeutung, aus wirklichen, gegenwärtigen und „natürlichen“ Menschen besteht. Zwischen der widersprüchlichen Beziehung der Idee Staat und der Wirklichkeit Volk (und umgekehrt) vermittelt einen weitere Idee: Nation, und eine weitere Wirklichkeit: Gesellschaft.

Diese zweite Wirklichkeit macht es möglich, dass sich die feine Gesellschaft vom rohen Volk absetzt. Mit mehr Methoden als der blanken Gewalt. lm Verlauf der Geschichte des bürgerlichen Staates wurde aus dem äußeren Widerspruch von Gesellschaft als Wirklichkeit der entscheidenden Klassen und Volk als Wirklichkeit der nicht-entscheidenden Klassen, ein innerer Widerspruch zwischen dem Gesellschaftlichen als dem entscheidenden und dem Volkstümlichen als dem organischen und bewahrenden. Zu den neuerworbenen Fähigkeiten des Menschen im Spätkapitalismus gehört die prinzipielle Fähigkeit zum „Umschalten“ zwischen Gesellschaft und Volk (nicht nur mit der Fernbedienung).

Mit dem „Staatsbürger" hätte das Wort „Volk“ eigentlich verschwinden können oder zumindest das marginalisierte in der „modernen“ Gesellschaft bezeichnen. Doch das Gegenteil trat ein: eine Renaissance von „Volk“, wie es nach der Entwicklung des Begriffes nicht anders zu vermuten ist, eine doppelte war.

Zum einen erklärte die Republik nicht die Gesellschaft, sondern das Volk zum neuen Souverän. Der sollte Ausdruck des Willens des Volkes sein, und die Gesetze sollten „im Namen des Volkes" angewendet werden. Natürlich konnte diese Umdeutung des Volkes zu einer politischen und historischen Institution nicht ohne Folgen für beide Seiten sein: der sich projektierende bürgerliche Staat versorgte, indem er das natürliche, ewige, gesunde „Volk“ als fiktiven Souverän einsetzte, sein System mit unzweifelhafter Wirklichkeit. So wie sich die Legitimation des Fürsten von Gott ergeben hatte, so ergab sich die Legitimation der bürgerlichen Herrschaft in der demokratischen so sehr wie in der terroristischen Ausprägung, vom Volk. Aber umgekehrt musste sich auch das „Volk“ an dieser neuen semiotischen Umgebung infizieren. Es konnte nicht als eine ganz und gar auf Wirklichkeit und Gegenwärtigkeit gegründete Vorstellung überleben. Der bürgerliche Staat setzt, ohne sich der Paradoxie bewusst zu sein, das Volk als Idee ein. Damit ist eine weitere Etappe zu einer Entwicklung vollzogen, an deren Ende das Volk eine ausschließlich bürgerlich verwaltete Erfindung ist. (So müssten wir eine Volksdemokratie mit volkseigenen Betrieben, Volkspolizisten und einer Volksarmee auch aber eben wirklich nur auch; die Geschichte ist da doch ein wenig komplizierter – als durchgeknallte Kleinbürgerphantasie deuten.)

Und die bürgerliche Gesellschaft, das führt zur zweiten Renaissance des Begriffs, erfindet das Volk noch einmal als Parallel-Mythos zur Natur. Mit der inneren und der äußeren Perfektion der Klasse wächst die Furcht vor der eigenen „Künstlichkeit". So stellt man in der Kultur des Gemachten, die man in der Gesellschaft vermutet, die Kultur des Gewachsenen gegenüber. Und neben die Entdeckung der „Naturvölker" tritt eine neue Verehrung für das ländliche und bäuerliche Leben. Wie bei Rousseau bildet sich die Phantasie, das Volk sei gewissermaßen das Ursprüngliche der Gesellschaft.

Was für ein Leidensdruck oder welche oppositionellen Impulse sich auch immer in der Renaissance des Volkes als Instrument bürgerlicher Kultur und Politik ausgedrückt haben mochten, im Nachhinein entpuppt sich das ganze als geradezu genialer Trick, um zwei widersprüchliche Denk- und Wahrnehmungsmodelle gleichzeitig benutzen und beherrschen zu können: das zweckrationale, monetäre und wissenschaftliche einerseits, das irrationale, mythisierende, barbarische andrerseits. Hier schon, nicht erst in der Zeit des Faschismus, war das Wort Volk auf rettungslose, metastasige Art erkrankt. Nation und Religion versprachen Heilung durch die Spiegelung des Mythos ins Umfassende.

Der Nationalismus machte aus dem „Volk“ einen Waffe. bizarrerweise, indem es seine Voraussetzung, die territoriale Gegenwärtigkeit, zum politischen Recht ummünzte. Mit einemmal war das Volk gerade jene Menge von Menschen, die ihr Recht einfordern, eine Nation zu bilden, und zwar auf einem ihm allein gehörenden Gebiet, auch dann, wenn dies zunächst auf mehrere Staaten verteilt ist, von denen einige mit Gewalt zerschlagen werde müssen. In einer Spätphase rief die Sucht nach dem Volk, das unbedingt Nation werden will, neben den barbarischen Genealogien, der Kultur und der Sprache auch die Rasse zu Hilfe. Und als allerletzte krepierten die Menschen im „Volkssturm“, der aus dem bestand, was sich gerade schon oder noch eignete, zu schießen und erschossen zu werden.

Insbesondere gilt der „völkische“ Anspruch gegenüber Staaten mit mehreren „Volksgruppen“. Und dass die „Demokratisierung“ zunächst einmal nicht die Demokratie, sondern Nationalismus oder Volks-Chauvinismus zur Folge hat, ist als Sehnsucht nach einer primären Wirklichkeit, die das Volk immer noch und trotz allem verspricht (und nicht zuletzt als neuer, zunächst informeller Wirtschaftsraum), so begreiflich, wie es das Konzept der Demokratisierung widersprüchlich macht.

„Wir sind das Volk“ musste von vorneherein, hauptsächlich oder nebenhin, bedeuten: Wir wollen eine Nation. Denn auch als Objekt von Herrschaft (im „linken“ Mythos des Volkes), gegen die es sich zur Wehr setzt, ist das Volk nicht mehr anders zu denken als in Bewegung auf eine nationale Einheit. Durch die vollständige kulturelle Aufhebung von Volk im bürgerlichen Mythos kann sich das Volk, das sich durch jeweilige Herrschaftsapparate produziert sieht, nicht anders zur Wirklichkeit bringen. „Wir sind das Volk“ ist auch die Rückforderung eines falsch besetzten Begriffes mit den Konsequenzen der Nebenbedeutungen. Im Hintergrund von „Wir sind das Volk“ lauert schon „Vietnamesen raus“, auch wenn es nicht von denselben Menschen formuliert wird.

Aber hätte man deswegen etwas anderes rufen können? Das Volk, so scheint's, ist die letzte Rettung in der Geschichte.

Unter den Bedingungen des Spätkapitalismus verliert „Volk" weitgehend die Fähigkeit, soziale, kulturelle und territoriale Wirklichkeit zu beschreiben. Die Bedingungen, die unter vorherigen Umständen den Begriff anzuwenden bei aller Mehrdeutigkeit erlaubten, sind weitgehend entwertet. Die Sprache, die mythische Genealogie (die Herkunft von einem Stammvater und einer Stammmutter, die in einem Volk gleichsam immer wieder geboren werden), das Territorium als Wirtschaftsraum ebenso wie die Dualität zwischen Herrschaft und Volk, die Trennung der Kulturen nach der sozialen Wirklichkeit, die Authentizität der Armut - all dies kann das Volk in unseren Gesellschaften nicht mehr konstituieren. Zur gleichen Zeit aber wuchern sowohl der rechte wie der linke Mythos des Volks.

Nachdem selbst seine Grundbedingung, die konkrete Gegenwärtigkeit der Menschen, die es umschreibt, fragwürdig geworden ist, regrediert es einerseits auf seine barbarische Urform, auf eine endlose Beschwörung in Wort und Bild andererseits. Der Bedarf an „Volk“ ist um so vieles größer als die Wirklichkeit Volk, dass eine industrielle Produktion von Surrogaten des Volkstümlichen ökonomisch wie kulturell notwendig wird. Ob das Volk so tümlich ist, ist längst nicht mehr die Frage. Die Frage ist die nach der täglichen Dosis von Tümlichkeit, in der volkstümlichen Hitparade des Fernsehens wie in den grünlinksalternativen Vor-Ort-Verbrüderungen und -verschwesterungen.

Über den Mythos des Volkes, der sich immer aus den Widersprüchen bilden musste, gelangen wir nun hinaus: alle Bedeutungen sind beliebig nebeneinander verwendbar und zu erwerben im Supermarkt der Sinnindustrie und des Lebens-Designs.

„Wir sind das Volk“. Ja, schön wäre es gewesen. Zwischen dem Volk, das ein „Herrenvolk“ sein wollte und ein Mördervolk wurde, dem Volk, dem, angeblich oder tatsächlich, der gesellschaftliche Reichtum gehörte, den es so recht nicht produzieren konnte (weil eben ein Volk nicht aus praktischer Soildarität, sondern aus einem komplizierten Geflecht von Verwandtschaften und Hierarchien besteht, als Organisationsform des Privaten, gar als mythisch-praktisches Abwehrsystem gegen alle Kollektivierungen; die volkseigene Ökonomie scheitert an diesem und jenem, vor allem aber am Volk), und dem Volk schließlich, das sich nach Bedarf in ein Volk von Fernsehern, ein Volk von Biertrinkern, ein Volk von Herzkranken oder ein geführtes Humptata-Volk verwandelt, blieben keine Optionen.

Das Volk kann als linker Mythos von stolz und in Armut der Herrschaft widerstehenden schönen und guten Menschen nicht mehr wirken, zu augenfällig sind die Komplizenschaften; der Alltag selbst und sein endloser Drogentraum bringt sie hervor, und zu ihm gibt es kein Gegenbild, kein geheimes Darunter und kein heftiges Jenseits. Und das Volk kann nicht als rechter Mythos vom stolz seine territoriale und kulturelle Auserwähltheit schaffende und bewahrende Blutsgemeinschaft mehr wirken. Zu offensichtlich ist die Wirklichkeit der Banane Vom orbitalen Wirtschaftsraum, von einem Kolonialismus ohne Mythos, abhängig, zu sehr ist die Kultur in den Dienst transterritorialer und transkultureller Waren und Nachrichten gestellt.

„Wir sind das Volk" - ein historisch vermutlich notwendiges, wichtiges für den Augenblick gar schönes Miss-Verständnis. Nachdem es auf so herzhafte, grausam-komische Weise widerlegt worden ist, mag es Zeit für ein neues Bekenntnis sein: Wir sind nicht das Volks. Wir sind kein Volk. Es gibt kein Volk. Das Volk gibt es nicht mehr.

Dieser Text erschien am 9. November 1990 in der ersten Ausgabe des Freitag

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06:00 09.11.1990

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