Birgit Walter
Ausgabe 0914 | 03.03.2014 | 06:00 219

„Müssen pädophile Neigungen akzeptieren“

Im Gespräch Der Psychologe Christoph J. Ahlers behandelt Pädophile. Die Edathy-Debatte gleicht einer Hysterie, sagt er. Pädophile sollten auch Bundespräsident werden können

Pädophilie findet keine Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Sebastian Edathy, bisher anerkannter Parlamentarier und NSU-Aufklärer, erhält Morddrohungen, wenngleich ihm bisher nicht mal eine Straftat vorgeworfen werden kann. Die SPD will ihn nicht mehr in ihren Reihen dulden. Die Regierung wankt, diskutiert schärfere Gesetze, ein Minister tritt zurück. Anlässlich der aktuellen Überreaktionen der politischen Akteure ein Gespräch mit dem Klinischen Sexualpsychologen Christoph J. Ahlers über Pädophile, deren Gefährlichkeit und Not.

Der Freitag: Ist Pädophilie eine sexuelle Neigung wie Homosexualität, die sich weder erwerben noch ablegen lässt? Oder sprechen wir von einer Krankheit?

Christoph J. Ahlers: Als Pädophilie bezeichnen wir das sexuelle Interesse an Kindern. Wenn Betroffene damit ein Problem haben, darunter leiden, dass sie so empfinden, und befürchten, dass sie sich oder anderen schaden könnten, dann wird aus der Ausprägung dieser Sexualpräferenz eine Krankheit. Nicht, dass ein Mensch Kinder begehrt, ist also das Problem, sondern das Leiden darunter, wenn es zu selbst- oder fremdgefährdendem Verhalten kommt. Wenn sich jemand zu Kindern hingezogen fühlt, heißt das aber noch lange nicht, dass er sein Bedürfnis auslebt. Auch Homosexuelle können in Fassaden-Ehen leben. Inneres Verlangen lässt keine Rückschlüsse auf das äußere Verhalten zu und umgekehrt.

Der Abgeordnete Sebastian Edathy fühlt sich möglicherweise zu Kindern hingezogen und hat im Internet Bilder gekauft, die aber offenbar nicht strafbar sind. Dennoch äußern Politiker und Medien geradezu Ekel über die moralische Verwerflichkeit des Mannes, der da „unerkannt“ in ihren Reihen hockte. Ist das verständlich?

Absolut nicht. Es handelt sich um eine politische Affäre, denn über Sebastian Edathy wissen wir nichts. Es ist ungeheuerlich, dass eine Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz gibt – ohne einen Tatvorwurf, nur mit Vermutungen. Es ist unzulässig, klinische oder juristische Rückschlüsse zu ziehen aus dem Umstand, dass Edathy im Internet Bilder bestellt hat. Die Affäre ist aus politischer und juristischer Perspektive empörend, aus sexualpsychologischer lässt sich dazu nichts sagen.

Sie behandeln im Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ Patienten, die freiwillig zu Ihnen kommen, weil sie ihre sexuelle Neigung schwer aushalten. Vermutlich wissen sie, dass ihr Problem nicht „heilbar“ ist. Wie helfen Sie trotzdem?

Die Kernmotivation steckt im Projekt-Namen: „Kein Täter werden“. Eine wirksame Behandlung heißt, die Person bekommt eine Rückmeldung darüber: Wie bin ich in sexueller Hinsicht? Viele wissen das nicht genau. Das Ergebnis kann sein, dass eine sexuelle Ausrichtung auf vorpubertäre Kinder vorliegt. Das muss der Betroffene erst mal verdauen. Dann geht es darum, dass daraus kein selbst- und fremdgefährdendes Verhalten erwächst, kein Übergriff auf Kinder, insbesondere keine Straftat. Die Patienten brauchen eine Palette an Einsichten und Fertigkeiten, um ihr Leben straffrei zu führen. Das ist schwer, aber möglich.

Diese Menschen verzichten dann auf ein Sexualleben.

Es ist nicht einfach, aber möglich. Es ist vor allem ein Akzeptanzprozess.

Wie verläuft eine Therapie?

Wir messen Persönlichkeitseigenschaften und soziale Kompetenzen wie Perspektivenübernahme- und Empathiefähigkeit, soziale Anteilnahme und Verantwortung. Die Therapiegruppe trifft sich dann wöchentlich, was für viele mit weiten Anreisen verbunden ist. Zum ersten Mal im Leben bilden diese Menschen mit anderen eine Gruppe, die sind wie sie. Allein das ist für die meisten ein therapeutischer Schritt, den man nicht hoch genug schätzen kann. Sie haben ihr Leben damit verbracht, ihr So-Sein zu verbergen und sollen jetzt in einer Gruppe darüber sprechen. Sie halten es nur aus, weil sie wissen, den anderen geht es wie ihnen.

Wir haben überdies ein Ampelsystem entwickelt, das den Patienten Orientierung gibt: Grün sind Bilder aus Wäschekatalogen, dem Schwimmbad, FKK-Strand-Videos, aufgenommen ohne sexuelle Motivation. Bei Gelb werden Kinder in erotischen bis aufreizenden Posen gezeigt, hier beginnt das Risiko-Verhalten. Oft sind diese Bilder Auftakt zu einer Strecke, die im Rot endet, also Kinder durch Fokussierung auf Genitalien und sexuelle Handlungen in pornografischer Weise zeigt. Rot ist das, was umgangssprachlich als Kinderpornografie bezeichnet wird und eine Straftat ist. Tatsächlich bedeutet der Konsum kinderpornografischer Bilder, mittelbar sexuellen Kindesmissbrauch zu begehen, weil zu deren Herstellung Kinder missbraucht werden. Das müssen die Patienten lernen.

Wie sieht ein Erfolg aus?

Jemand hat seine Sexualpräferenz akzeptiert und übernimmt für sein Verhalten Verantwortung. Das gelingt bei mehr als der Hälfte der Patienten.

Woher können Sie das wissen?

Wir bemühen uns, in Kontakt zu bleiben. Die Patienten sind sehr eng gebunden an das Projekt, dankbar für dieses kostenlose anonyme und schweigepflichtgeschützte Therapieangebot. Viele kommen zur Nachuntersuchung.

Ist es nicht ungewöhnlich, mit so einer Neigung ein derart exponiertes Amt wie das eines Parlamentariers anzustreben?

Nein. Wir wissen nichts über die Sexualpräferenz der Menschen um uns herum. Pädophile sind eine unsichtbare sexuelle Minderheit in unser aller Umgebung. Ein Prozent der männlichen Bevölkerung, ca. 250.000 Männer in Deutschland. Heute sind Homosexuelle in den Medien, der Politik, überall. Niemand konnte sich vor hundert Jahren vorstellen, dass ein Politiker sagt: Ich bin schwul. Heute ist undenkbar, dass ein Politiker sagt: Ich bin pädophil. Da sind wir noch nicht. Wir müssen zu dem Bewusstsein kommen, dass niemand für sein So-Sein verurteilt werden darf, sondern nur für Handlungen, die andere schädigen.

Die Debatte um Sebastian Edathy aber zeigt, dass wir von dieser Normalität weit entfernt sind.

Genau, diese Hysterie über einen Fall, über den wir nichts wissen. Eine pädophile Neigung (von der wir nicht wissen, ob sie bei Edathy vorliegt) bedeutet nicht, dass eine Person nicht jedes Amt im Staat bekleiden kann, bis hin zum Bundespräsidenten. Ich gehe davon aus, dass mehrere Volksvertreter im Bundestag eine auf Kinder gerichtete Sexualpräferenz haben. Dort tritt Pädophilie genau so oft auf wie anderswo auch. Nur sind das Denktabus. Deshalb heißt die Überschrift über unserem Projekt: „du bist nicht Schuld an deinen sexuellen Fantasien, aber Du bist verantwortlich für dein sexuelles Verhalten.“ Menschen werden moralisch entlastet für ihr So-Sein, aber ethisch in die Pflicht genommen für ihr Handeln.

Auf Ihrer Ampel wären die von Sebastian Edathy gekauften Fotos aber gelb, also im Übergangsbereich zur Pornografie. Trotzdem diskutieren Parlamentarier jetzt die Verschärfung des Gesetzes, um auch den Handel mit Nacktfotos unter Strafe zu stellen.

Politiker wollen den Handel von Bildern verbieten, auf denen die Nacktheit von Kindern den Bildinhalt ausmacht, was in unserer Ampelkategorie die Farbe gelb bedeuten würde. Das Verbot des Handels mit solchen Bildern finde ich vollkommen angemessen und begrüße ich auch aus sexualpsychologischer Perspektive ausdrücklich. An grünen Bildern hingegen nimmt keiner Schaden, niemand wird beeinträchtigt. Beim Ansehen darf jeder denken was er will, sich befriedigen so oft er will, weil es niemandem schadet.

Was würde ein Verbot auch von grünen Bildern bringen?

Es ist ein realitätsleugnender, frommer Ammenwunsch, in Zeiten des Internets zu denken, jemandem irgendwelche grünen Bilder vorenthalten zu können. Die Bilder existieren, das Internet bietet alle Möglichkeiten. Wir brauchen einen aktiven sozialen Umgang mit dem Problem Konsum von Kinderpornografie. Angebote für Personen, die diesbezüglich Hilfe brauchen.

Stimuliert die Bilderflut im Internet das Ausleben pädophiler Neigungen? Fördert der Konsum harmloser Bilder die Sucht?

Viele Männer beziehen über das Internet aufreizende erotische Bilder mit Erwachsenen, nach einer Weile suchen sie Bilder, die weitergehen. So sind wir Menschen. Dass Grün zu Gelb ver-führt, ist Quatsch. Aber wer Gelb guckt, kann zu Rot abgleiten. Eine aufreizende Pose stimuliert meine Phantasie, wie könnte es weitergehen?

Wie erklärt sich, dass die Mehrzahl der verurteilten Kindesmissbraucher keine Pädophilen sind?

Tatsächlich spricht die internationale Datenlage dafür, dass das so ist. Aus dem Präventionsnetzwerk wissen wir, dass ein Großteil der Pädophilen keinen Kindesmissbrauch begeht. Anders als es die mediale Berichterstattung suggeriert. Das aber wird hartnäckig so dargestellt, weil die meisten Taten von Vätern, Brüdern, Onkeln, Trainern, Priestern, Lehrern und Nachbarn begangen werden. Die Täter stammen aus der unmittelbaren Nähe der Kinder, aus der Mitte unserer Familien und Gesellschaft. Diese Information ist schwerer auszuhalten als die Überlegung, da gäbe es „die Pädophilen“.

Die meisten sexuellen Kindesmissbraucher sind Ersatzhandlungstäter. Männer, die mit Erwachsenen sexuell erlebnisfähig wären, aber zu ihnen keine Kontakte aufnehmen, sondern ersatzweise zu Kindern, weil Kinder prädestinierte Opfer sind: Sie sind klein, schwach, manipulierbar, attraktiv, handhabbar, beeindruckbar. Beziehungen zu ihnen lassen sich leicht sexualisieren.

Eigentlich sind auch das behandlungswürdige Täter. Die Hälfte derer, die sich für Ihre Therapie bewerben, wird aber abgelehnt.

Es handelt sich um eine wissenschaftliche Evaluationsstudie, die schließt etwa Menschen mit schweren psychischen oder Suchtkrankheiten wie Alkoholismus aus. Auch alle, gegen die ein Strafverfahren läuft. Man muss der Therapie auch intellektuell gewachsen sein, sie baut auf Einsicht und Reflexion. Das Projekt soll wissenschaftlich beweisen, dass es etwas nützt. Das ist noch nicht erforscht. Bund und Länder haben jahrelang keinen Cent gegeben für die Behandlung der Betroffenen.

Wenn wir davon ausgehen, dass Politiker jetzt zum Schutz dieser Kinder aktiv werden wollen: Was wäre zu tun?

Doppelte Vorbeugung. Die möglichen Opfer müssen geschützt werden durch Aufklärung und Projekte. Zugleich müssen potenzielle Täter präventiv therapiert werden.

Wie sieht die politische Unterstützung aus?

Sie reicht nicht aus. Alle Standorte kämpfen von Jahr zu Jahr um eine Mittelzuweisung. Die therapeutische Prävention ist flächendeckend nicht solide finanziert. Dorthin gehört die Aufmerksamkeit, die jetzt auf eine Person Edathy gerichtet ist, über die wir nichts wissen. Das wäre produktiv.

Dr. Christoph J. Ahlers hat vor zehn Jahren das Projekt „Kein Täter werden“ mitbegründet, das mittlerweile Zweigstellen in acht Bundesländern hat. Er leitet die Arbeit am Standort in Leipzig und die Praxis für Paarberatung und Sexualtherapie am Institut für Sozialpsychologie in Berlin

 

 

Das Gespräch führte Birgit Walter

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 09/14.

Kommentare (219)

Frank Linnhoff 03.03.2014 | 10:15

Die Aussagen von Herrn Ahlers dokumentieren seinen gesunden Menschenverstand. Dies ist wohltuend. Ich habe mir schon mehrere Male die Videoaufzeichnung der Pressekonferenz des Staatsanwalts Fröhlich zum "Fall Edathy" angeschaut. Faszinierend wie er ohne jede Hemmung von Minute zu Minute sich steigernd während einer Stunde das Wahnsystem offenbart, welches sein Denken und Handeln dominiert. Dazu passt später seine Anzeige gegen Unbekannt, wegen des offenen Briefumschlags seines Schreibens an den Präsidenten des Bundestages, welcher eine Woche unterwegs war. Die erbärmlichen Umstände, die zu dieser Panne führten, kennen wir. Auch die Schmierenkomödie, welche uns unsere Politikdarsteller vorgespielt haben, immer noch weiter spielen wollen, ist an Erbärmlichkeit kaum noch zu überbieten. Diese Affäre hat mir wieder einmal deutlich gemacht, dass in unserer Gesellschaft, die sich für aufgeklärt hält, der blanke Wahnsinn jederzeit ausbrechen kann. Diese Gesellschaft ist krank und Heilung leider nicht in Sicht. Insofern hat S. Edathy richtig entschieden, als er rechtzeitig ins Ausland flüchtete. Der Geisteszustand von Staatsanwalt Fröhlich und etlicher Politikdarsteller erscheint mir einer psychiatrischen Überprüfung zu bedürfen. Zum Wohl des deutschen Volkes.

balsamico 03.03.2014 | 10:50

Absolut nicht. Es handelt sich um eine politische Affäre, denn über Sebastian Edathy wissen wir nichts. Es ist ungeheuerlich, dass eine Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz gibt – ohne einen Tatvorwurf, nur mit Vermutungen. Es ist unzulässig, klinische oder juristische Rückschlüsse zu ziehen aus dem Umstand, dass Edathy im Internet Bilder bestellt hat. Die Affäre ist aus politischer und juristischer Perspektive empörend, aus sexualpsychologischer lässt sich dazu nichts sagen.

Tatsächlich sind die einschlägigen Bestimmungen im Strafgesetzbuch (§ 184b StGB) Ausdruck des Unvermögens mit Verhaltensweisen umzugehen, die die Gesellschaft in der Tat nicht akzeptieren kann. Denn dadurch, dass man "die Täter" ausgrenzt und zu Kriminellen stempelt, wird ja nichts besser. Völlig verlogen ist insbesondere die hinter diesen Vorschriften stehende ratio legis: Man will der Kinderpornografie beikommen, indem man u.a. die Bezieher von kinderpornografischen Bildern bestraft. Wenn die aus Angst vor Entdeckung nichts mehr kaufen, so das Kalkül, gibt es auf die Dauer auch kein Angebot mehr. Das ist aber irrig, denn so etwas wie Kinderpornografie kann man nicht mit den Mechanismen der Marktwirtschaft bekämpfen. Und zweitens ist es auch sozial fragwürdig. Oder hat man schon mal davon gehört, dass finanziell gutgestellte Eltern ihre Kinder für fünf Euro nackt ablichten lassen und die Fotos verkaufen, weil sie das Geld brauchen? Wer wirtschaftlich gut gestellt ist, hat es nicht nötig, Nacktfotos seiner Kinder zu verkaufen. Aber dieser Ansatz widerspricht natürlich den kapitalistischen Produktionsweisen, für deren Funktionieren Armut bekanntlich zum Kalkül gehört. Da ist es schon besser, diejenigen zu verteufeln, die sich auf die eine oder andere Art der Kinder armer Leute bemächtigen. Damit rede ich nicht der Straffreiheit von Kinderpornografie das Wort, gewiss nicht. Aber die Scheinheiligkeit derjenigen, die Pädophile verteufeln und nichts dafür tun, die Kinderarmut zu bekämpfen, stinkt zum Himmel.

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Ehemaliger Nutzer 03.03.2014 | 11:37

Gutes Interview.

Einige Ergänzungen:

"Viele Männer beziehen über das Internet aufreizende erotische Bilder mit Erwachsenen, nach einer Weile suchen sie Bilder, die weitergehen."

Das ist die Einstiegsdrogenlogik. Meines Wissens ist die gerade im Bereich Porno stark umstritten.

Wenn ich meinen eigenen Pornokonsum betrachte, dann trifft das imho z.B. nicht zu. Ich suche immer nach bestimmten Schlüsselreizen. Besonderen Posen oder Situationen die ich erregend finde. Die wechseln immer mal und die Ansprüche an die Qualität sind gestiegen, sie sind aber nicht extremer geworden.

Wenn jemand rote Bilder will, dann sind die grünen vermutlich einfach kein ausreichender Ersatz.

Wenn wir uns den legalen Pornobereich anschauen, dann ist es so, dass Pornos überwiegend zur Triebabfuhr benutzt werden. Ich meine es gibt sogar Statistiken, die sinkende Vergewaltigungsraten mit der Zunahme an Ponokonsum in Relation setzen (ich kann jetzt leider nicht danach suchen ;-)

Wenn das so wäre, sollte man den Pädos solche Wi*hsvorlagen in ausgedachter Form (z.B. comic) erlauben. Zumindest eine Studie dazu machen und die Reaktionen (ver- oder entschärft das deren Leiden) erforschen. Je niedriger der Leidensdruck, desto unwahrscheinlicher ein Verbrechen.

Es ist ein ungeheuer sensibles und emotionales Thema, gerade weil es um Kinder geht und normale Menschen diese Triebe nicht nachvollziehen können. Ich begrüße es, dass man die Debatte versachlicht.

Rufus T. Firefly 03.03.2014 | 14:44

Vielen Dank für dieses informative und sachliche Interview zum Thema.

@Balsamico

Volle Zustimmung zu ihrem Kommentar.

@ Rupert Rauch

Die Habitualiserungsthese in Bezug auf Medien ist in der Tat nicht unumstritten. Herbert Selg hat bereits 1986 in seinem Buch "Pornographie- Psychologische Beiträge zur Wirkungsforschung" starke Zweifel an einer Sättigung bezüglich des Konsums von Pornografie geäußert. Er bezog sich dabei u.a. auf eine Studie aus den U.S.A. von Berger, Simon u. Gagnon aus dem Jahre 1971. Die wiederum bei den 500 untersuchten Jugendlichen, auch bei häufiger Konfrontation mit Pornografie, keine Sättigung bzw. Langeweile feststellen konnten. Ähnliche Erkenntnisse und Meinungen kann man u.a. auch bei Silja Mathiessen (Studie: What do boys/girls with Porn?), Kurt Starke (Pornografie und Jugend) und Rüdiger Lautmann (Handbuch soz. Probleme) nachlesen.

Diese Theorie ist jedoch vermutlich auch deshalb immer noch so populär, weil sie einhergeht mit der Annhame der sexuellen Verwahrlosung und Verrohung der Jugend. Die in einigen Kreisen unserer Gesellschaft als Faktum gesehen wird und mit derer vorgeblicher Bekämpfung immer wieder auf populistische Art und Weise versucht wird strengere Gesetze oder Zensur durchzusetzen. Die Verschärfungsspirale (Medien, Öffentlichkeit, Politik, Gesetze) in Bezug auf die Pornografie sei hier mal als Stichwort genannt.

Wunk 03.03.2014 | 16:06

Doch Angnaria, genau da müssen wir hin. mit welcher Begründung sollte ein Pädophiler Politiker seinen Job denn schlechter ausführen als ein "Normaler" Warum sollen einem Menschen, der sich nie etwas hat zu schulden kommen lassen Steine in den Weg gelegt werden. Eigentlich sollte seine Pädophilie sogar für ihn sprechen, denn er hat sein ganzes Leben lang Willensstärke bewiesen indem er sie nicht ausgelebt hat.

gweberbv 03.03.2014 | 17:53

Warum sollen einem Menschen, der sich nie etwas hat zu schulden kommen lassen Steine in den Weg gelegt werden.

Weil von Menschen in verantwortungsvollen und repräsentativen Positionen erwartet wird, dass sie nicht nur "ihren Job" machen, sondern auch mit dem Selbstbild der Repräsentierten verträglich sind. Einen offen pädophilen Bundespräsidenten wird es daher genausowenig geben wie jemand zum Bundeskanzler gewählt werden wird, der/die vorher in aller Öffentlichkeit sagt, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft doof sei und bei der nächsten WM doch bitte die ballzaubernden Brasilianer den Titel holen sollen.

Eberhardt 03.03.2014 | 17:55

Ahlers hat sehr gut die Problematik und den geeigneten Heilungsweg beschrieben. Danke für den feinfühligen Beitrag.

Tja, in meiner Familie ist es kraß zugegangen. Mein Großvater wurde von den Jesuiten im kleinen Seminar vergewaltigt und hat die selbe Tat später auf seine Schüler verübt. Er ist dann in II. WK verschwunden und hat nie mehr von sich hören lassen. Doch wissen wir, von seinem Hinterlass, daß er junge Tunesier hat kommen lassen, um straftätig gegen sie zu sein.

Diese kurze Einführung dient dazu die Tabus aufzudecken. Auch wenn ich Kinder, meine Eigene insbesondere, sehr liebe, habe ich keine Angst jemals selber wie mein Großvater zu handeln, denn ich habe niemals den Hang gefühlt, einen Mensch, ob Kind ob Frau auszunützen. Wenn man nicht gleichwertige Beziehungen pflegt, dann wir der/die Andere zum Ding degradiert.

Unsere Christenheit, angefangen bei der Beichte von vermeintlichen Vergehen, hat aus dem Sex ein Geschäft gemacht, dass im Kapitalismus floriert. Ich bin auch mit @balsamicos Betrachtungen einverstanden. Porno im Allgemeinen stellt die Gefühle der Menschen im Hintergrund und tendiert sie auf das rein Fleischliche zu reduzieren. Wo die Zärtlichkeit? Wo die sakrale Dimension einer Beziehung? Das ist nicht nur für zwischenmenschlichen Beziehungen wichtig sondern auch von politischer gar spiritueller Bedeutung. Wenn wir nicht die höheren Werte des Menschseins (Transzendenz, Zärtlichkeit, Gefühle) mit dem Sex und die Wonne zusammenbringen, dann verlieren wir an unserer Menschlichkeit und an unserer Gesellschaftlichkeit.

anne mohnen 03.03.2014 | 18:01

Klar müssen wir pädophile Neigungen dulden, solange jemand nicht übergriffig wird.

Spannender ist die Frage, warum die Therapieprojekte mal mehr, mal weniger vor dem finanziellen Aus stehen. In der Empörungswelle, die der Fall Edathy auslöste, ist eine Menge politischer Heuchelei im Spiel. An der Charité wurde die Weiterfinanzierung von therapeutischen Hilfsangeboten für Pädophiele vor Weihnachten auf dem letzten Drücker genehmigt. Warum wird der erwerbsmäßige Handel und Kauf von Bildern nackter Minderjähriger nicht unterbunden. Man darf gespannt sein, ob das alles wieder nur verpufft und es bei Sonntagsreden bleibt.

Maria Jacobi 03.03.2014 | 18:14

@ Rufus T. Firefly

"Was wäre denn in ihren Augen so verwerflich daran, wenn pädophile Menschen, offen ihre Neigung zugeben könnten? Ein offener Umgang mit dem Thema würde doch vor allen potentiellen Opfern helfen. Tabuisierung hat den Opfern noch nie genützt."

Die sexuelle Enttabuisierung nimmt weiter Fahrt auf. Es beginnen die letzten Schranken zu fallen. Vor Jahren waren Partner von Homosexuellen Opfer, die per Gesetz vor Homosexuellen geschützt werden mussten. Heute sind Leute, die Homosexualität nicht akzeptieren, Opfer der Gesetze, die Homosexuelle schützen. Noch sprechen Sie von Opfern Pädophiler. Noch ist es opportun, Pädophile nicht zu mögen. Aber wie lange wird es dauern, bis aus Opfern von Pädophilen Partner von Pädophilen werden? Wenn man die frühkindliche Sexulalität (wieder!!!) entdeckt, für deren Erfüllung Pädophile eine wichtige soziale Funktion ausüben und daher auch einschlägige politischeÄmter (z.B. MinisterIn für Jugend und Familie) einnehmen sollten? Wann schlägt man BürgerInnen für politischeÄmter vor, die mit Ziegen oder Hengsten in eingetragener Partnerschaft leben?

dame.von.welt 03.03.2014 | 20:48

Man darf gespannt sein, ob das alles wieder nur verpufft und es bei Sonntagsreden bleibt.

Darauf können Sie schon jetzt Ihre Tugend verwetten.

'Kein Täter werden' hatte noch nie eine Finanzierung, die eine längerfristige Planung erlauben würde, was grundlegend wichtig wäre: nicht nur für die immer noch viel zu wenigen Therapieplätze, sondern auch für die bisher zu wenig stattgefundene Forschung. Ohne die Volkswagenstiftung hätte über x Jahre überhaupt keine Forschung stattfinden können. Therapieangebote für mögliche Täter zur Vermeidung von Taten sind aktiver Kinderschutz. Dazu müßten aber Pädophile, die keine Täter werden, gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Erfahren sie die nicht, sinken die Schwellen zur Tat.

Ganz ähnlich sieht es mit gesellschaftlicher Akzeptanz und Therapieplätzen für von sexualisierter Gewalt in der Kindheit Betroffene aus. Die Wartelisten bei gut ausgebildeten Therapeuten sind kilometerlang, die Finanzierung langandauernder Therapien durch die Kassen zögerlich, trotz aller öffentlichen Erregung über die Skandale in RKK und Eliteinternaten, trotz aller eckigen und runden Tische. Betroffene sind nur so lange gelitten, wie sie kleine arme Opfer sind, über die man klebriges Mitleid ausgießen und die man zur Abschaffung von Bürgerrechten in Stellung bringen kann. Wehe, sie überleben, werden erwachsen, eigenartig und nur bedingt leistungsfähig. Wehe, sie haben eine Meinung, die dem aktuellen Voyeurismus zuwiderläuft.

Zudem verstellt die aktuelle Erregung über Pädophile den Blick auf die real existierende sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Die Mehrheit der Verbrechen wird nicht von Pädophilen, sondern von 'normalen' Pädokriminellen am Haupttatort Familie als Ersatzhandlung für ihre eigentliche sexuelle Präferenz (gleich- oder gegengeschlechtliche Erwachsene) begangen. Meines Wissens gibt es für diese Täter m/w überhaupt keine speziellen Therapieangebote.

Öffentliche Diskussion über sexualisierte Gewalt gegen Kinder in ereheblichem Ausmaß (laut Dunkelfeldforschung macht jedes 3.-4. Mädchen, jeder 5.-7. Junge mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr) begann in den 1980er Jahren. Zunächst galten als Opfer nur Mädchen, als Täter nur Männer. Es dauerte knapp 20 Jahre, bis auch Frauen als Täter und Jungen als Opfer von pädokriminellen Männern und Frauen ins öffentliche Bewußtsein tröpfelten. Im Rahmen der Skandale in RKK und Eliteinternaten wurde immerhin zusätzlich bekannt, daß es sich nicht um ein reines Unterschichtenproblem handelt.

Es wird wohl noch weitere 20-30 Jahre dauern, bis die Öffentlichkeit begreift, daß die 200.000 Pädophilen in Deutschland nicht die größte Gefahr für Kinder darstellen. Sondern Eltern und Verwandte, Nachbarn, Trainer, Erzieher, Sozialarbeiter (jeweils m/w) etc.etc. In aller Regel sehr nette und sympathische Leute, die Kindern jede Menge Argumente liefern, um gern mit ihnen zusammensein zu wollen.

Man spricht aber derzeit lieber allen Pädophilen vorrauseilend die Menschen- und Bürgerrechte ab, weil °Pädophilie ist eine Neigung, die mir gegen den Strich geht° oder befürchtet für die Zukunft °BürgerInnen ..., die mit Ziegen oder Hengsten in eingetragener Partnerschaft leben°

Davon wird zwar nicht ein einziger Pädophiler in der Belassung seiner Sexualität auf der Ebene von Phantasie und Monosexualität therapeutisch unterstützt, es wird auch keinem einzigen von sexualisierter Gewalt in der Kindheit Betroffenen mit blühendem PTBS wirksam geholfen und ganz sicher auch kein einziges Kind vor sexualisierter Gewalt geschützt. Aber man konnte sich so schön empören und dabei mit den eigenen schmutzigen Phantasien Gassi gehen.

Und genau deswegen wird es auch bei den Sonntagsreden bleiben. Man will das so.

anne mohnen 03.03.2014 | 23:52

Danke, liebe DvW für die ausführliche Antwort. Dennoch hoffe ich, dass Sie nicht Recht behalten, und es nicht weitere 20-30 Jahre dauert bis die Gesellschaft sensibilisiert dafür ist, was Kindern durch Verwandte und bekannte Personen angetan werden kann.

Mir ist der Fall Marc Dutroux noch gut in Erinnerung, vor allem als sich entpuppte, wie tief das Thema in die Gesellschaft hineinreicht, welche Kreise das quer durch alle Gesellschaftsschichten gezogen hat . Auch wenn diese Kinder nicht Opfer ihrer Eltern oder anderer nahestehender Personen waren, so macht es wegen des Versagens der Behörden Sinn, sich den Fall ins Gedächtnis zu rufen. Während der Aufklärung zeigte sich, dass bis in die höchsten Ämter hinein, Personen darin verstrickt waren.

Das ganze Land stand am Ende Kopf. Ich erinnere mich noch an die riesige Demonstration in Bruxelles als Hunderttausendende auf die Straße gingen. Wer Ende der 90er- und um die Nuller-Jahre sagte, er/sie käme aus Charleroi oder Liège, fiel auch im Ausland sofort der Name Dutroux . Allerdings als die Ex-Frau von Dutrouxsich im kleinen belgischen Ort Malone ansiedeln sollte, liefen die Einwohner Sturm-auch so eine Verdrängungsreaktion.

In dem Zusammenhang habe ich erstmals etwa vom Ausmaß der Szene mitbekommen, dass z.B. in den Niederlanden Milliarden mit Kinderpornos umgesetzt werden resp. Das Land der größte Umschlagsplatz für solche Verbrechen ist.

Ich räume ein, dass mich das Thema Pädophilie entsetzt, umso wichtiger ist, dass solche Projekte festverankert im Klinikbetrieb werden und somit Anlaufstelle für Pädophile da sind. Sie haben ja Recht, dass es nicht weiter angeht, das Thema zu verdrängen.

dame.von.welt 04.03.2014 | 00:43

Sie wissen sicher, daß Dutroux laut Abschlußgutachten definitiv nicht pädophil ist, 'sondern vielmehr ein gegenüber Gewalt empfindungsloser Psychopath, der aus Machtstreben und Geldgier gehandelt habe, allerdings voll schuldfähig sei'.

Dokumentationen sexualisierter Gewalt gegen Kinder, umgangssprachlich 'Kinderporno' genannt, werden zum Großteil getauscht. Sie ermöglichen den Zugang zu klandestinen Foren. Heimelektronik macht's möglich, ein Spaß für jung und alt. Das mit dem Milliardengeschäft halte ich für einen modernen Mythos.

CS Spuhr 04.03.2014 | 00:56

Auch ich ill Ihnen danken für die super Antwort, die genau das Problem aufzeigt, dass meines Erachtens nach beim Interview oben zu kurz kommt: Die wirklich gefährlichen Menschen sind ja nicht diejenigen die von sich aus ein Problem oder mögliches Problem erkennen und sich freiwillig in Therapie begeben. Das Problem sind diejenigen die Kinder als "Ersatzopfer" nehmen, weil sie eben, wie auch in dem Interview erwähnt: " klein, schwach, manipulierbar, attraktiv, handhabbar, beeindruckbar" sind.

Dieses Ampel-System, das Herr Ahlers benutzt finde ich sehr gut. Auch die strengere kontrolle oder das Verbot der "gelben" Bilder finde ich eine gute Sache, denn ich glaube schon, dass es Menschen gibt, die Pornographie wie eine Droge benutzen, und immer "stärkere oder härtere" Pornographie suchen, bzw. ein Tabu lädt ja gerade dazu ein, es zu brechen. Das heisst natürlich nicht (@Rupert Rauch und @Rufus T. Firefly), dass alle Menschen, die Pornographie konsumieren sich zum Konsum "verbotener" Pornographie verleiten lassen, dass jedoch Pornographie bereits vorhandene agressive oder gar illegale Neigungen verstärken kann ist ja wohl kein Geheimnis (haben wir das nicht z.B. gerade beim Gerichtsverfahren gegen Pistorius gelesen, der sich vor dem Mord an seiner Lebensgefährtin mit harten Pornos aufgegeilt hat, bis er im "Lustrausch" den Mord begangen hat? Aus der britishen Presse übernommen).

Pornos, und vor allem illegale Pornos, können auch einfach die Lust am "mal ausprobieren" wecken, und da "nimmt" man sich eben als Opfer oder Objekt was am einfachsten zu handhaben ist, und als nächstes Verfügbar, und das sind nun mal leider oft Kinder, die auch noch als Zeugen völlig ungeeignet und leicht manipulierbar sind. (http://www.independent.co.uk/news/uk/crime/12yearold-boy-walks-free-after-raping-younger-sister-as-judge-rules-he-is-not-a-danger-to-society-9166369.html)

Wie gesagt, ich denke nicht, dass es die Merheit der Pornokonsumenten ist, die in diese Spirale fällt, sonst könnten wir uns vor Tätern kaum noch retten, aber es gibt sie sicherlich, die Leute die tatsächlich denken, nur einmal anschauen wie es so ist, mit Kindern, und dann drin hängenbleiben.

So könnte es auch Herrn Edathy ergangen sein.

maziar jafroodi 04.03.2014 | 09:06

Diese Debatte zeigt wieder wie scheinheilig alle Beteiligten tun: ohne villeicht ihrer Scheinheiligkeit bewusst zu sein.

Tatsaechlich existieren keine Paedophile, Homosexuelle, Hetereosexuelle etc., diese sind nur Kategorien in dem Menschen sich und andere einordnen.

In Wahrheit (und diese gibt es absolut!) sind dem menschlichen begehren keine Grenzen gesetzt, ausser Grenzen die durch Verdraengung erzeugt sind. Die Abscheu der vielen Politiker gegenueber sogennante paedophile Neigungen, bestaetigt meine Aussage: Man verabscheut namlich nichts, ausser dass was einem selbst innewohnt, aber geleugnet wird.

Begehren an sich ist nichts verwerfliches, nur tun sich die meisten schwer damit, und da sie nicht mehr (gewissens) frei begehren koennen, vermischt sich Begehren mit Macht (Sadismus und Masochismus) und schlaegt um in Brutalitaet.

Alles was aus dem reinen Herzen kommt, ist nichts ausser reiner Liebe, da wo jede Liebe in Besitzergreifen muedet, wird es problematisch.

Also Herr Ahlers, auch an Ihnen richtet mein Appel: hoeren Sie auf in kuenstlichen Kategorien zu sehen.

Gruss

dame.von.welt 04.03.2014 | 10:19

Wie es Herrn Edathy ergangen sein könnte, weiß Herr Edathy. Aus meiner Sicht ist jede Spekulation darüber überflüssig, denn es geht immer noch niemanden etwas an. Es sei denn, Edathy hätte sich strafbar gemacht und seine sexuelle Präferenz wäre in Form eines Gutachtens für eine Urteilsfindung von Belang. Straffälligkeit kann aber die Staatsanwaltschaft auch nach x Durchsuchungen nicht nachweisen.

Die Entscheidung, den Prozess gegen Pistorius in die Wohnzimmer zu übertragen, halte ich für eine äußerst bedenkliche - zu allererst für die Arbeit des Gerichts, deren Protagonisten von den Medien nicht unbeeinflusst bleiben. Ich finde aber auch das mediale Bedienen des öffentlichen Voyeurismus und der allgemeinen Strafgeilheit extrem widerlich.

Ich glaube, daß Kinder durch Pornos aller Art konditioniert werden können und weiß, daß Kinder für Mißbrauchsabbildungen aka Kinderporno mißbraucht werden. Weswegen ich es wie Sie für eine gute Idee halte, sie davor wirksam zu schützen. Es kann aber m.M.n. nicht angehen, daß steifleinene Hochgeschlossenheiten zurück kehren, weil sich irgendwer an irgendeiner Abbildung erregen könnte - welche Macht würde damit Tätern über jeden von uns eingeräumt? Prüderie fördert sexualisierte Gewalt gegen Kinder, weil sie dadurch noch weiter ins Unaussprechliche des Tabus geschoben wird. Das Tabu schützt nicht nur die Mehrheit vor Taten, es fördert gleichzeitig seine massenhafte Unterlaufung, denn es macht die Opfer wirksam mundtot.

Will man tatsächlich die Rechte von Kindern wahren und schützen, ergibt sich daraus alles weitere und das endet auch nicht bei sexualisierter Gewalt und deren Abbbildung. Z.B. hielte ich es auch für geboten, Kinder vor der Modebranche zu schützen - derzeit sind Kinder sowohl Sklaven in der Produktion für unsere Smart-Shopping-Gewohnheiten wie früh konditionierte Kunden als auch unterernährte Models.

Weder Pädophile noch Pädokriminelle noch Kinder noch Sie, ich, alle hier bewegen sich in kulturell und gesellschaftlich luftleeren Räumen. Aus meiner Sicht ist eine gesellschaftliche Veränderung dringend nötig und die beginnt bei jedem hier. Z.B. mit der Erkenntnis, daß rund um Sexualität nicht mit Körperteilen gedacht wird, die dazu auch geeignet sind - ein Umstand, der bei der öffentlichen Erregung über Edathy einmal mehr deutlich wird. Vor allem aber mit der Erkenntnis, daß es kein Menschenrecht auf Sexualität mit Hilfe einer anderen Person gibt.

Nicht sonst könnten wir uns, sondern wir können uns vor Tätern m/w kaum retten. Zu den erwähnten jedes 3.-4. Mädchen, jeder 5.-7. Junge gehören sehr viele Täter. Es wird so sein, daß pädophile Pädokriminelle im Laufe ihres Lebens gegen mehrere Kinder sexualisierte Gewalt ausüben, was erklärt, warum rund die Hälfte der deswegen Inhaftierten Pädophile sind - mit jedem Kind steigt ja das Risiko der Entdeckung. Die Regel sexualisierter Gewalt gegen Kinder ist aber der brave Familienvater, der sein Kind fickt, weil es bei Mutti gerade schwierig ist oder die überfürsorgliche Mutter, die ihren Sohn als Ersatz für den abwesenden Vater hernimmt oder der Bruder, der seine eben entdeckte Sexualität seiner kleinen Schwester aufnötigt oderoderoder.

Der Haupttatort heißt kindlicher Nahbereich und Familie. Und die steht unter besonderem Schutz, was ich auch für gut und wichtig halte. Daraus ergibt sich auch, daß das Strafrecht eine nur sehr untergeordnete Rolle zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder spielt und: spielen kann.

Viel wichtiger wäre, das Tabu zu schleifen, ohne jemals das Handlungsverbot in Frage zu stellen. Wenn ich einen maßlosen Wunsch frei hätte, würde ich die Diskussion um die Entkriminalisierung Pädophiler (im Gegensatz zu Pädokriminellen!) auf reset null stellen und damit von vorn beginnen.

Derzeit werden aber lieber rückwirkende Denkverbote ausgesprochen, das Ausmaß der Gewalt gegen Kinder ignoriert und von Zeit zu Zeit unter großem Hallo ein Sündenbock in die Wüste geschickt. Gesellschaftliche Hygiene, auf Kosten der zu schützenden Kinder, der von sexualisierter Gewalt Betroffenen und der Pädophilen, die ihr Begehren nicht mit Kindern ausleben.

angnaria 04.03.2014 | 11:10

@ Damev.W.:

"Wenn ich einen maßlosen Wunsch frei hätte, würde ich die Diskussion um die Entkriminalisierung Pädophiler (im Gegensatz zu Pädokriminellen!) auf reset null stellen und damit von vorn beginnen."

Pädophilie IST bereits entkriminalisiert. Die Neigung alleine IST NICHT strafbar sondern erst die Tat bzw. der Versuch.

Wer sich allerdings kinderpornographisches Material besorgt macht sich strafbar, weil dieses Material - aus gutem Grund - verboten ist.

dame.von.welt 04.03.2014 | 11:30

Ich meinte mit 'Entkriminalisierung' die inneren Volksgerichtshöfe, die derzeit vorrauseilend, ohne Berücksichtigung geltenden Rechts, unter erheblichem Voyeurismus und ganz NPD-analog für 'Tod den Kinderschändern' plädieren. Bei den 'Kinderschändern' sind zölibatär lebende Pädophile mitgemeint und aus dem bürgerlichen Tod, der über Herrn Edathy verhängt wurde, spricht allerhand an Willen zur Kriminalisierung.

Was genau bringt zum Beispiel Sie zu Ihrer gestrigen Meinung?

angnaria 04.03.2014 | 12:06

Weil ich Pädophilie nicht als Form der Sexualität ansehe, sondern wie ich geschrieben habe als Defekt - ob genetisch oder psychologisch bedingt darüber mögen klügere Köpfe streiten.

Aber ich bin mir ohnehin sicher, dass wir niemals einen Oberbürgermeister haben werden der mit dem Statement "ich bin pädophil und das ist gut so" aufhorchen lässt. Das ist`s nämlich nicht.

dame.von.welt 04.03.2014 | 12:48

Nimmt man das statistische Mittel, sitzen zum Beispiel im Bundestag noch zweieinhalb Pädophile außer dem ehemaligen Abgeordneten Edathy, von den zahlenmäßig wesentlich häufiger vertretenen 'normalen' Pädokriminellen ganz abgesehen (bei denen ich übrigens eher von einem psychischen Defekt ausgehe). So lange Sie das aber nicht wissen, macht es Ihnen offenbar nichts aus, daß Sie von buchstäblich a-sozialen, empathielosen Kinderfickern vertreten werden? Von nicht-straffälligen Pädophilen wollen Sie das ja nicht, weil Sie sie für 'defekt' halten.

SehnSe, als eine der rund 9 Millionen Wahlberechtigten, die von schwerer sexualisierter Gewalt in der Kindheit betroffen sind, geht mir das ganz anders: ich wäre geradezu begeistert über einen Politiker, der sich zu seiner Pädophilie und zu zölibatärer Lebensweise mit Stolz bekennen würde. Stolz könnte der nämlich auch sein, weil er den 'normalen' Bürgern m/w einige Lichtjahre an unerbetener Expertise, persönlicher Reflektiertheit und Mut voraushätte und ich könnte mich freuen, weil ein solcher Politiker über Ausgrenzung bestens Bescheid wüßte und ich ziemlich sicher sein könnte, daß der sich u.a. für tatsächlichen Kinderschutz und für Therapieplätze für alle Beteiligten einsetzen würde. Mehr Konjunktiv passt nicht in einen Satz, da Ansichten wie die Ihre so etwas bis auf weiteres wirksam verhindern.

(es gibt links unter jedem Kommentar zwei kleine Sprechblasen, eine schwarze im Hintergrund, eine weiße im Vordergrund. Wenn Sie auf dieses Symbol klicken, öffnet sich ein zweites Kommentarfeld und Ihrem Diskussionspartner wird angezeigt, daß Sie auf seinen Kommentar geantwortet haben - wäre nett, wenn Sie sich dieser sehr praktischen Funktion bedienen)

angnaria 04.03.2014 | 13:07

Die 2 Abgeordneten stören mich nicht - nur der Halbe. Oder mit anderen Worten: Statistiken sind für den Axxxx.

Die Tatsache, dass Sie Opfer wurden tut mir aufrichtig unendlich Leid aber als nicht Betroffenen kommen mir Ihre Ansichten so vor, als wären diese das Ergebnis Ihrer persönlichen Aufarbeitung des Geschehenen.

Wenn das für Sie funktioniert ist es gut, mir fehlt dazu komplett der Zugang. Als Vater einer 6-jähringen Tochter, der keinerlei pädophile Gelüste verspürt halte ich mich allerdings für genauso qualifiziert mich zu dem Thema zu äußern.

dame.von.welt 04.03.2014 | 13:56

... kommen mir Ihre Ansichten so vor, als wären diese das Ergebnis Ihrer persönlichen Aufarbeitung des Geschehenen ...

Der nächste Schritt nach Ihrem unerbetenen unendlichen Mitleid wäre nun, auch mir einen 'Defekt' unterzuschieben (dazu böten sich u.a. Stockholmsyndrom, Hysterie an, Tip).

Meine Ansichten kommen aus besagter unerbetenen Expertise, deren erfolgreicher psychotherapeutischer Bearbeitung, vor allem aber aus langjähriger Beschäftigung mit dem Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Menschenrechte sind nicht nur angeboren, universal gültig und unteilbar, sondern auch unveräußerlich, sprich: es gibt keine Handlung, die Menschen ihrer Rechte und ihrer Würde berauben kann.

Ich könnte übrigens gerade Sie als Vater einer 6jährigen Tochter für verdächtig halten und könnte weit mehr faktenbasierte Gründe dafür herleiten als Sie für Ihre Ablehnung Pädophiler.

pantherapardusmelas 04.03.2014 | 14:38

Mir geht das auch absolut zu weit. Ich finde es gerade zu degradierend Homosexuelle oder Bordellbesucher mit Pädophilen zu vergleichen. Dazwischen liegen Welten. Homosexualität wird zwischen zwei gleichberechtigten Personen ausgelebt. Auch die erwähnte Prostitution ist nur dann akzeptabel, wenn sie auf gegenseitigem Einverständis der Beteiligten beruht und aus freien Stücken vollzogen wird. Ebenso die Pornografie.

Pädophilen wird das nie möglich sein.

Jemand der sich sexuell zu minderjährigen Kindern hingezogen fühlt, die ja noch gar keine Sexualreize ausgebildet haben, sich an dem vergreifen will, was jeder normale Mensch (Homosexuell, Hetero oder jemand der ins Bordell geht) als das Schützenswerteste sieht? Nein das ist für mich absolut nicht zu relativieren. Die Therapieform die der Herr Ahlers hier anspricht steht deswegen nicht zur Disposition und ist auch keine Neuigkeit. Der Leidensdruck und die ständige Beherrschung die von den Pädophilen ausgehalten werden muss sind auch nicht von der Hand zu weisen. Zu Schützen sind jedoch die Werte der Kinder. Und deshalb möchte ich auch nicht, dass mich Menschen mit solchen Neigungen politisch vertreten, eine Vertrauensbasis ist hier nicht möglich.

angnaria 04.03.2014 | 15:27

Auf den letzten Absatz antworte ich nicht, da diese Antwort berechtigterweise der Zensur zum Opfer fallen würde.

Zum zweiten Absatz: Die Menschenrechte standen in dieser Diskussion auch nie zur Disposition. Trotzdem glaube ich kaum, dass diese für Pädophilie anwendbar wären - außer natürlich es wäre breiter Konsens diese als sexuelle Neigung anzuerkennen, was sie für mich klar nicht ist..

Zum ersten Absatz: Na dann sind wir uns in dem Punkt einig. Ist doch was schönes.

angnaria 04.03.2014 | 15:55

Zur Aufklärung einfach gesagt und kurz zitiert:

"Pflichten des Staates:

Menschenrechte: Pflichten der Staaten Erläuterungen zur Unterscheidung von Achtungs-, Schutz- und Gewährleistungspflichten

Achtungspflichten

Unterlassen von jeder Art von Diskriminierung durch staatliche Organe, wie zum Beispiel:

Einschränkung von Grund- und Menschenrechten ausschliesslich für die Angehörigen von bestimmten ethnischen Gruppen (z.B. Apartheid in Südafrika).

Strafrechtliche Bestimmungen, welche homosexuelle Beziehungen verbieten."

Das war gemeint: Was für homosexuelle gilt, gilt klar für Pädophile nicht.

aporeiter 04.03.2014 | 16:02

Ich bin jetzt über 50. Worum geht es überhaupt? Was hinterlasse ich meiner Tochter, der Welt? Meine sexuellen Neigungen? Da gehen Leute hin und ruinieren das System. Was ist das Ergebnis? Die dekedente, mißbräuchliche Gesellschaft runiert sich selbst bzw. schafft sich ab. Im Streit um die Ukraine heißt es bereits: Wir wollen nicht ins schwule Europa - wenn es auch womöglich eine Parole der Propaganda ist. Unsere Welt ist eine Welt des Ameisenhaufens und wenn die Bewohner durch Traumata, der Nachwuchs ebenso geschädigt wird, werden die Ameisen gefressen, ob nun mit Legitimation oder ohne. Hier am Rhein werfen sich die neuen Besitzer gen Mekka auf den Boden, doch die neue Welle ist schon im Anmarsch. Wir leben in einer globalen Welt, wo heute der Kurs den Bach runter geht, steht morgen schon der Aufkäufer. Und der ein Ziel, im Gegensatz zu unseren...

dame.von.welt 04.03.2014 | 16:23

Was ist denn Ihrer Meinung nach ein Staat, wenn nicht die Interessenvertretung vieler Individuen (im Idealfall)? Aus meiner Sicht können Individuen die Umsetzung der Menschenrechte nicht an den Staat delegieren, sondern der Staat spiegelt den Grad der Umsetzung der Menschenrechte durch seine Bürger, z.B. durch Gesetze.

Ein Pädophiler hat alle Bürger- und Menschenrechte, jeder Mensch hat unabhängig seiner Handlungen alle Menschenrechte. Sie sind angeboren. Nicht Sie, sonst jemand oder ein Staat hat sie ab- oder zuzusprechen. Wird jemand straffällig, kann der Staat Bürgerrechte entziehen, niemals aber Menschenrechte.

Der Unterschied zwischen Homosexuellen und Pädophilen im Bezug auf sexuelle Handlungen: Homosexuelle begehren Erwachsene, was als Handlung legitim ist, weil es niemandem schadet. Pädophile begehren Kinder, was sie niemals nie nicht ausleben dürfen, weil sie jemandem schaden. Tun sie das, sind sie Pädokriminelle, s.a. Entzug von Bürgerrechten.

anne mohnen 04.03.2014 | 16:28

Bisher hielten Sie sich doch recht Wacker im Gefecht mit DvW.

Doch nun gehen Ihnen die leider Pferde durch, wenn Sie schreiben: "Trotzdem glaube ich kaum, dass diese für Pädophilie anwendbar wären - außer natürlich es wäre breiter Konsens diese als sexuelle Neigung anzuerkennen, was sie für mich klar nicht ist.."

TSSSSSSSSS. Unsere Rechtssprechung akzeptiert nicht nur die Menschenrechte (....)

anne mohnen 04.03.2014 | 16:36

Dass Dutroux nicht „pädophil“ ist, ist mir bekannt. Und was sagt uns das? Müssen Verbrecher, die anderen ermöglichen, Kinder zu malträtieren oder sexuell zu missbrauchen oder selbst Kinder sexuell malträtieren und missbrauchen immer pädophil veranlagt sein? Auch Ahlersbetonte dies in der Gesprächsrunde bei Jauch: Er gehe davon aus, dass schätzungsweise 50% Prozent derer, die als „pädophil“ gelten, es im engeren Sinne nicht sind bzw. Kinder missbrauchen in Ermanglung eines erwachsenen Sexualpartners etc. Dabei macht es sicherlich nicht für Behandlungs- und Bestrafungsansätze Sinn zwischen Pädophilie und Pädokriminalität zu unterscheiden, sondern ist auch nötig.

Der Fall Dutroux bleibt nach wie vor „otustanding“ nicht bloß für die Eltern, sondern für viele Belgier, da die Ermittlungsbehörden und der Richter so arbeiteten, dass nie umfänglich herauskam, welche Rolle er tatsächlich spielte (…) Insofern betrachte ich das Gutachten über Dutroux mit der nötigen Distanz, halte Dutroux für einen besonders schweren Verbrecher, der, bevor er die Mädchen verhungern ließ, wusste, wer die kleinen Mädchen in den Verliesen missbrauchte- anders als die Ermittlungsbehörden, die ja den Spermas- resp. DNA-Spuren nicht weiter nachgingen.

Zwei Jahrzehntenach diesem „Einzelfall“, das ist doch unbestritten, ermöglicht das Netz neue Vertriebswege. Wie problematisch die Zahlen sind, die in demGeschäft generiert werden, darüber bin ich informiert, auch darüber, was Malte Herwig in Interviews oder andere zusammenfassen. (…) Übrigens, die Zeit weist aktuell noch mal darauf hin: die UNO veröffentlichte 2009 die Zahl 20 Milliarden Dollar. Doch auch, wenn nichts Genaues nicht gewiss ist, was sagt das aus: alles nur Märchen?

Wie auch immer, man darf gespannt sein, ob Manuela Schwesig Ernst macht und Bundesmittel eingestellt werden für entsprechende dauerhafte Therapieangebote, oder ob es nur dabei bleibt: „Pädophile wollen wir nicht."

dame.von.welt 04.03.2014 | 17:13

The production and distribution of criminal child pornography depicting abuse of children has an estimated value of between $3 billion and $20 billion.Seite 10, Punkt 44.

Mit anderen Worten: nichts Genaues weiß man nicht. Es ist nicht wirklich zielführend, die Maximalzahl von 20 Milliarden, über die weltweit allenfalls gemutmaßt werden kann, als Tatsachenbehauptung für Deutschland zu verkünden. Ich finde Kinder-'Pornografie' wirklich abgründig genug und sehe keinen Grund, sie zusätzlich skandalisieren zu müssen.

dame.von.welt 04.03.2014 | 17:39

...;-)... Sexuelle Präferenzen haben in der Tat keine Menschenrechte. Menschen mit all ihren Merkwürdigkeiten wohl.

Sie haben geschrieben:Weil ich Pädophilie nicht als Form der Sexualität ansehe ...

Pädophilie ist ein Begehren. Sexualität ist im Gegensatz dazu eine Handlung. Pädophilen stehen keine sexuellen Handlungen mit anderen Menschen, wohl aber Onanie offen, entgegen landläufiger Meinung eine sehr weit verbreitete Form von Sexualität.

Nachdenker 04.03.2014 | 18:46

Super gemacht, WUNK!

Wahrscheinlich fühlen Sie sich bei Pädophilie persönlich angesprochen. Wer um 1 Uhr noch einen Kommentar schreibt hat es wohl nötig.

Ein Hinweis als Vollidiot möchte ich noch geben: Wiso oder Wieso? Das hätten Sie in der Sonderschule aber lernen müssen!

Jetzt muss ich weiter nachdenken, denn das politische Feld darf nicht euch Brüdern überlassen bleioben.

Beste Grüße

balsamico 04.03.2014 | 19:21

Pädophilie IST bereits entkriminalisiert. Die Neigung alleine IST NICHT strafbar sondern erst die Tat bzw. der Versuch.

Ein sehr formaler Einwand. Auch Mordlust ist nicht strafbar, wenn der Täter keinen Mord begeht.

Wer sich allerdings kinderpornographisches Material besorgt macht sich strafbar, weil dieses Material - aus gutem Grund - verboten ist.

So die krause Logik des Gesetzes. Ich habe es aber oben schon gesagt: Die Vorstellung, dass man die Kinderpornografie quasi austrocknen könne, indem man u.a. den Bezug einschlägiger Fotos erschwert, ist schlicht abwegig. Tatsächlich ist es nur billiger, die nach außen hervortretenden Formen der Pädophilie zu stigmatisieren und zu kriminalisieren als den "Tätern" prophylaktische Hilfe angedeihen zu lassen. Es ist wie so oft: Während wir uns in der Repression ungerne übertreffen lassen, ist uns bei der Prophylaxe jeder Euro zuviel. Die Rechnung wird aber gleichwohl gestellt - und von den missbrauchten Kindern bezahlt.

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Ehemaliger Nutzer 04.03.2014 | 22:37

"Habitualiserungsthese" das war das Wort was ich gesucht hatte :-)

Danke für die ausführlicher Ergänzung.

Ich denke da wird auch vieles zu pauschal betrachtet, weil es in der Realität schlecht erforscht ist und sich schwer trennen lässt.

Man "gewöhnt" (im Sinne von "dieses Level beibehalten") sich natürlich an Sachen (z.B. explizite Pornographie) wenn man leicht an sie rankommt und anfangs mag das Neue einen besonderen Reiz haben. Die Schlußfolgerung, dass man dann sozusagen süchtig nach diesem Steigerungsreiz ist, wäre aber ohne weiteres nicht zulässig.

Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass der Steigerungsreiz überhaupt nur eintritt, wenn die Steigerung dem Naturell des Betrachters entspricht. Andernfalls würde er sie ablehnen.

Als Vergleich bietet sich m.E. immer die Nahrungsaufnahme an. Man kann von ungewürztem Getreidebrei leben, aber man kann auch gut zubereitete Speisen essen. Hat man letztere erstmal probiert, will man ersteres nicht mehr unbedingt.

Trotzdem wird man ein persönliches Level im Geschmacksanspruch erreichen und nicht überschreiten. Niemand kippt kiloweise Salz ins Essen, weil er süchtig nach einem Steigerungsreiz geworden wäre.

Eberhardt 04.03.2014 | 22:41

Aus meiner Sicht ist eine gesellschaftliche Veränderung dringend nötig und die beginnt bei jedem hier.

Ich bin mit ihnen voll einverstanden. Darum bemühe ich mich seit Jahrzehnte. Sie sagten sie seien misshandelt worden. Meine Ex-Frau auch von ihrem Großvater als sie 5-6 Jahre alt war. Ich habe mich während 11 Jahre wacker gehalten und ihr beigestanden, um irgendwelche Heilung zu bewirken. Aber nichts ist besser geworden, nur schlimmer nach dem Tod unserer ersten Tochter. Seit dem Anfang unserer Beziehung musste ich von Zeit zu Zeit für die Straftat ihres Grossvaters büssen. Als sie systematisch mein Vaterrolle für die zweite Tochter behinderte, blieb mir keine andere Wahl als die Scheidung.

Seit elf Jahren forsche ich über zwischenmenschlichen, sozialen, politischen, spirituellen Probleme unserer Zivilisation und habe mehrere Konferenzen über diese Themen abgehalten. Immer versuche ich praktische Vorschläge zu machen. Eine über Familiengeheimnisse und andere Tabus können sie hier lesen. Ich bin der Meinung, daß noch viel Aufklärung nötig ist, um die Bedeutung der Gefühlswelt emporzuheben. Und wie sie sagen: „die beginnt bei jedem hier“.

daß es kein Menschenrecht auf Sexualität mit Hilfe einer anderen Person gibt.

Aus diesem Grund bin ich gegen jede Form von Prostitution, denn sie erniedrigt die vermeintlichen „Vertragspartner“ und läßt den Mensch zu einer Wahre verkommen. Das steht in einer anderen Konferenz aber leider nur auf Französisch.

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Ehemaliger Nutzer 04.03.2014 | 22:57

"Aus diesem Grund bin ich gegen jede Form von Prostitution, denn sie erniedrigt die vermeintlichen „Vertragspartner“ und läßt den Mensch zu einer Wahre verkommen."

1) Wahre ist er immer, ob er seine Arbeitskraft verkauft, seinen Intellekt, seine Integrität oder sein Geschlechtsorgan, lediglich die persönliche Gewichtung ist unterschiedlich.

2) Jeder der sich selbst als Wahre empfindet und sich (aus welchen Gründen auch immer) zu einer Tätigkeit gezwungen sieht, wird durch diese Tätigkeit erniedrigt.

3) Ist imho der einzig gültige logische Schluß: niemand darf aus finanziellen oder anderen Gründen gezwungen sein, sich zu prostituieren. Kann man das ausschliessen, gibt es auch keinen Grund Prostitution zu verbieten.

Oder ist es nicht so?

Die Simplifizierungen bei dem Thema nerven mich schon arg.

CS Spuhr 05.03.2014 | 06:03

Kurz zu ihrer "Salz im Essen-These". Ich glaube, dass Sie wahrscheinlich recht damit haben, dass es viele Menschen gibt, denen das Salz irgendwann einmal zu viel werden wird.

Andererseits gibt es aber Menschen, die, weil sie wissen, mit Salz schmeckt der Getreidebrei besser als ohne, einfach mal "ausprobieren" wie sich der Brei mit Pfeffer, Chili, etc. macht.

In aderen Worten: Natürlich wird es Menschen geben, die sich mit "normaler" Pronographie zufrieden geben, aber es wird auch viele geben, die "einfach mal ausprobieren wollen" wie sie auf Sex mit Tieren, mit Haushaltsgegenständen, oder eben, wenn es leicht zu bekommen ist im Internet, auf Sex mit Kindern regaieren. Und allein dieses "nur einmal ausprobieren" kann eben auch dazu führen, dass man dann eben nicht nur Salz, sondern auch Chili regelmässig in seinem Getreidebrei haben will...

Wie man dagenen angehen kann, keine Ahnung, ich kenne mich auf dem Gebiet der Internetüberwachung zu schlecht aus, denke aber, entgegen der Piraten-Partei dass ich ein bisschen rumspionieren auf meinem Facebook-Konto, meiner Reisebuchungen etc. vom Staat in Kauf nehme, wenn damit garantiert ist, dass Leute, die Kindern sowa antun ins Gefägnis kommen.

Aber ich bin mir bewusst, dass es ein heikles Thema ist.

CS Spuhr 05.03.2014 | 06:34

Liebe DvW, ich glaube nicht, dass Prüderie immer sexualisierte Gewalt gegen Kinder fördert. Nicht, wenn sie durch tatsächliche (mögliche) rechtliche Folgen gegen die Verletzung dieser Prüderie/Tabus begleitet wird. Ich glaube an die abschreckende Wirkung von Stafen, nicht für Täter die ohne psychologische Hilfe "nicht anders können", aber schon bei Tätern, die ihre Strafttaten gegen Kinder nur aus dem Grund machen, weil sie eben leichter verfügbar und mundtot zu machen sind, und bei den Tätern die Kinderpornografie konsumieren, weil sie eben da ist, und um "sie mal auszuprobieren". Solange diese Menschen keine Angst haben "geschnappt zu werden" von Polizei etc. so lange können sie es wagen "mal auszuprobieren".

Aber es ist ein heikles Thema, wieviel Einschränkung in die Freiheit können wir dulden, nur um eventuelle Taten abzuwenden?

Und auch ich bin, bei allem Ekel den der erste Gedanke daran einem provozieren mag, sehr dafür, dass zölibater lebende Pädophile ihre Neigungen offen sagen können müssen, ohne dafür bestraft zu werden. Einfach die Tatsache darüber zu reden macht die Person für mich schon weniger gefährlich als die ganzen pädosexuellen Täter, die oft nicht einmal im Nachhinein einsehen (nicht mal sich selber eingestehen), dass sie unrecht begangen haben. Oftmals finden diese pädosexuellen Taten ja in einer vermeindlichen(!) Grauzone statt. In dieser Grauzone in der eine 12-Jährige eben schon Brüste hat und deswegen "viiiel älter aussieht als sie es ist", oder die Grauzone in der Täter sich sagt: es hat keine Penetration stattgefunden, daher war es gar kein "richtiger sex", etc. Oft ist dies aber auch eine "Einstiegsdroge" und aus der 14-Jährigen, "die es doch auch wollte", wird eine 11-Jährige "die nichts dagegen hatte", wird eine 8-Jährige "die nicht mal richtig geweint hat"...

Ich denke aber schon, so wie Herr Ahlers, wenn man auch nur ein einziges Kind vor so etwas bewahren kann, dann ist auch die Einstieg-Droge der gelben Bilder (aufreizende Mode-posen, etc.) doch zu verbieten.

So wie manche Leute weiterhin Prostitution gutheissen und nicht verbieten wollen, denn es gibt ja diese paar Prostituierten die es ganz freiwillig machen, so denke ich eben: wenn man auch nur eine oder zwei Frauen davor bewahren kann, gegen ihren Willen 20 Freier am Tag über sich ergehen lassen zu müssen, egal wie sie sich fühlen, verkauft, benutzt und gehandelt zu werden wie ein Stück Fleisch, bis sie nicht mehr können, immer mit der Bedrohung ihrer Familien und Kinder im Hinterkopf, und dann ermordet zu werden wenn sie aufmucken, oder mit ausplaudern drohen... wenn man diese 2 Frauen damit davor bewahrt, dann soll man doch Prostitution ganz verbieten.

Aber ich bin halt eher für Vorsich als für Nachsicht, obwohl ich mit der Problematik bewusst bin, dass damit sehr viele Freiheiten eingeschränkt werden können. Zwickmühle, moralische und libertäre, aber da ich täglich mit Opfern zu tun habe möchte ich sagen ich bevorzuge es was Sexualität zu tun hat auf der Seite der Sicherheit zu übertreiben, nicht der Freiheit.

dame.von.welt 05.03.2014 | 08:18

Ich glaube an die abschreckende Wirkung von Strafen...

Das tue ich angesichts der himmelhohen Dunkelziffer und der winzigen Zahl verurteilter Kinderficker überhaupt nicht. Dazu kommt, daß Opfer während Ermittlungen und Verfahren keinerlei Einflußmöglichkeiten haben, da sexualisierte Gewalt Offizialdelikt ist und allein in den Händen von Polizei und Staatsanwaltschaft liegt. Es kann und wird zugunsten der berühmten 'brutalstmöglichen Aufklärung' kaum Rücksicht auf Scham und mögliche Retraumatisierung des Opfers genommen.

Kommt es nach einer Anzeige zu Ermittlungen und wird tatsächlich mal ein Urteil gesprochen, sieht das gern aus wie in Berlin im April 2010: ein Vater, der gestand, seine bereits zweite Tochter ab ihrem 7. Lebensjahr 282 Mal vergewaltigt zu haben, wurde zu 2 Jahren Bewährung, 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 1000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Das ist ein gerichtlich festgelegter Schmerz der Frau im Wert von etwa 3,54€ pro Vergewaltigung und kommt einer Handlungsempfehlung für Täter gleich.

Bitte versuchen Sie mal nachzuempfinden, wie sich diese Frau gefühlt haben muß! Es kann nicht angehen, daß einem öffentlichen Strafbedürfnis und einem gesellschaftlichen Wunsch nach Abschreckung auf Kosten der Opfer nachgekommen wird!

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder wird weniger streng bestraft als Eigentumsdelikte. Selbst ein Geständnis des Täters oder Beweissicherung durch einen Arzt unmittelbar nach einer Vergewaltigung sind keine Garantie für Urteile, die dem beim Opfer verursachten Leid auch nur im Ansatz entsprechen. Würden aber die Strafmaße erheblich verschärft, gäbe es mehr ermordete vergewaltigte Kinder.

Nein, die Strafjustiz halte ich für keinen Weg, sexualisierte Gewalt gegen Kinder wirksam einzudämmen. Vorsicht statt Nachsicht gibt es aus meiner Sicht erst dann, wenn die Gesellschaft alle Betroffenen nicht mehr ausgrenzt. Derzeit gibt es doch nicht mal Nachsicht, u.a. in Form hinreichend adäquater Therapieplätze für von sexualisierter Gewalt Betroffene. Oder in Form staatlicher Unterstützung ohne Schikane, wenn Betroffene trotz x Therapien so durch sind, daß sie keiner regelmäßigen Arbeit nachgehen und ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. Oder in Form einer Berichterstattung, die auf die aktive Förderung des gesellschaftlichen Voyeurismus zur Mehrung ihrer Auflage verzichtet. Oderoderoder.

alalue 05.03.2014 | 10:45

Einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung, bedingte Wahrscheinlichkeit, wie damals bei den Ziegen in der Garage.

Die Hälfte der Mißbraucher sind Phile, die andere Hälfte nicht. Die Philen sind ein oder zwei Prozent der Bevölkerung. Nehmen wir 2 Prozent. Es verteilen sich die gleiche Zahl Nichtphiler Mißbraucher auf die 50fache Menge Nichtphiler insgesamt. Die gleiche absolute Anzahl philer Mißbraucher fällt bei nur einem 50tel Grundmenge an, also ist die W zu mißbrauchen für einen Philen 50 mal so groß wie für einen Nichtphilen.

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Ehemaliger Nutzer 05.03.2014 | 11:05

"In aderen Worten: Natürlich wird es Menschen geben, die sich mit "normaler" Pronographie zufrieden geben, aber es wird auch viele geben, die "einfach mal ausprobieren wollen" wie sie auf Sex mit Tieren, mit Haushaltsgegenständen, oder eben, wenn es leicht zu bekommen ist im Internet, auf Sex mit Kindern regaieren."

Solange sie niemanden missbrauchen ist dagegen erstmal nichts einzuwenden. KiPo bekommt man übrigens nicht einfach, zumindest bin ich noch nie versehentlich drüber gestolpert. Ich vermute da muss man schon einiges an Zeit und krimineller Energie investieren.

"Und allein dieses "nur einmal ausprobieren" kann eben auch dazu führen, dass man dann eben nicht nur Salz, sondern auch Chili regelmässig in seinem Getreidebrei haben will..."

Wenn man eine Präferenz dafür hat, dann ja.

"Wie man dagenen angehen kann, keine Ahnung,"

Die Frage ist, ab wann man dagegen vorgehen sollte. Sich auf Bilder einen von der Palme wedeln, schadet erstmal niemanden. Für diejenigen die Missbrauch tatsächlich praktizieren wollen, sollten Hilfsangebote zur Verfügung stehen (wie die im Artikel).

Desweiteren sollte erforscht werden, ob denen Pornos bei der Kontrolle ihres Triebes helfen oder ihr eher schaden. Wenn sie helfen, sollte man sie für diesen Personenkreis z.B. in Comic-Form (so dass keine Opfer vorkommen) zur Verfügung gestellt oder zumindest ihr Besitz straffrei werden (der Handel sollte weiterhin bekämpft werden).

"ich kenne mich auf dem Gebiet der Internetüberwachung zu schlecht aus, denke aber, entgegen der Piraten-Partei dass ich ein bisschen rumspionieren auf meinem Facebook-Konto, meiner Reisebuchungen etc. vom Staat in Kauf nehme, wenn damit garantiert ist, dass Leute, die Kindern sowa antun ins Gefägnis kommen."

Kommen sie nicht. Die eigentlichen Täter (ich schätze die meisten Pädos werden nie zu Tätern) wissen wie sie sich schützen. Auch sind nicht alle Täter Pädos, auch das wurde in der Diskussion schon herausgearbeitet.

Der Schaden der durch eine Rundumüberwachung entsteht (auch der Schutz des Wohnraumes begünstigt Gewaltverbrechen) ist aber um Größenordnungen gefährlicher. Denn niemand überwacht die Überwacher, die aber andererseits jedes intime Detail von jedem kennen und damit auch jeden in der Hand haben.

Genau deiner Argumentation wegen, wird KiPo gerne von der Politik als Hebel eingesetzt, obwohl es am Ende um ganz andere Sachen geht. Frau vdL wollte ja sogar eine geheime Sperrliste durchsetzen. Mit der hätte man dann alle missliebigen Informationen sperren können (nicht nur KiPo) ohne dass es jemand offiziell erfahren hätte.

Und es sei nochmal angemerkt: pädophil zu sein, heißt nicht automatisch auch zum Täter werden. Bitte differenzieren! Das eine ist ein sexueller Fetisch, das andere eine Straftat.

Ich kann verstehen, dass man Pädos nicht in der Politik haben will, aber sie quasi zu Vogelfreien zu erklären und ihre Existenz zu ruinieren, für einen Fetisch dem sie ausgeliefert sind, ist unangemessen, solange sie nicht straffällig geworden sind.

Es ist noch nicht lange her (ich erinnere mich persönlich an entsprechende Behauptungen in meinem Bekanntenkreis), dass man Schwule als potentielle Pädos behandelte und sie daher quasi über diese Hintertür gleich mit kriminalisierte. Wir sollten aus solchen fatalen Fehl-Pauschalisierungen lernen!

alalue 05.03.2014 | 11:07

Irgendwo waren die Zahlen zu lesen, bei einem Link hier oder in der Sz, da war auch mal was. Die Philen stellen die Hälfte der Mißbraucher, oder ein Drittel.Bleiben wir bei der Hälfte, es geht ums Prinzip.

Zur Verdeutlichung: es kommt auf die Menge an, die man auswählte. Nimmt man die Mißbraucher als Grundmenge und greift sich einen zufällig heraus: dann ist die W, daß er ein Philer ist, 1/2, also 50 %. Ebenso die W, daß er ein Normalo ist. Nennen wir es mal so, ich will aber niemanden diskriminieren.

Nehmen wir als Grundmenge die Philen, dann ist die W, daß er bei den Mißbrauchern dabei ist, um so viel größer als bei einem Normalo, wie es mehr Normalos als Phile gibt. Die Wahrscheinlichkeit, nicht die absolute Menge.

katharina mitwald 05.03.2014 | 11:44

Ich finde dieses Interview wie eine Reihe der Kommentare unglaublich geschmacklos und einfach naiv. Es ist auch bezeichnend, dass dies nicht das erste Interview ist, das so veröffentlichwird (auch auf tagesschau, ähnlicher Duktus). Komischerweise macht niemand Interviews mit Opfern oder der Polizei, die P. verfolgen. Die Gleichsetzung von Homosexuellen und P. finde ich eine unglaubliche Tatsache, die mir einfach die Sprache verschlägt. Es geht hier um Personen, die von Sex mit Minderjährigen träumen, die sich nicht dagegen wehren können und noch kein ausgebildetes Sexualverhalten haben. Wir sprechen von Menschen, die per se Sex mit Menschen haben wollen, die wehrlos gegenüber diesen Vorstellungen sind. Der Versuch dies zu entkriminalisieren, zu verharmlosen und die Täter zu den Opfern zu stilisieren ist ohnegleichen pervers. Herr E. hatte nachgewiesenermaßen Bilder von einem Kinderpornoring auf dem Rechner. Und auch jeder P., der sich solche Bilder herunterlädt und somit diese Kriminellen unterstützt gehört hinter Gittern, wenn nicht noch mehr. Es kann doch nicht wahr sein, dass wir hier diese Perversen in Schutz nehmen und die betroffenen Kinder völlig vergessen, ja diese Taten noch legitimieren (von wegen solange man die Kinder nur anschaut und nicht fickt ist ja alles ok - leider läuft das so nicht). Was ist denn aus den Kindern geworden die sich Herr E. abends auf dem Bildschirm ornanierend angeschaut hat? Ach ja, nur Rumänen oder arme Bulgaren, vielleicht ein paar Hartz IV Kinder sogar?

Es ist auch bezeichnend, dass gerade in linken Medien wie dem Freitag so mit dem Thema umgegangen wird - ist es doch nicht lange her, dass die Grünen ihre P-Krise vor der Wahl durchstehen mussten. Diese schmutzige Tradition zeigt, dass wichtige kulturelle Bewegungen wie die 68er auch immer ihre Schattenseiten haben und Trittbrettfahrer wie P. gerne darauf aufspringen. Journalist wie Interviewter sind unerträglich - Frau Walter: Vielleicht machen Sie eine Serie und treffen sich mit verschiedenen P. Die können Ihnen dann im Interview von ihren Phantasien erzählen - das wäre doch mal was! Und so schöne P-Bilder wie sie für das Interview gefunden haben - da gibt es doch bestimmt noch mehr im Netz.

Magda 05.03.2014 | 12:38

Ich finde vor allem ganz fürchterlich, dass man in dieser Gesellschaft immer nur in "Extremen" denken kann und offensichtlich auch denken soll. Immer einen "Aufreger" reinpacken in die Debatte.

Einverstanden, dass man natürlich Pädophilie akzeptieren soll als das was es ist: eine sexuelle Neigung, die sehr problematisch ist für den, der sie hat. So. Und der oder sie brauchen Hilfe, um mit der Neigung umgehen zu lernen.

Aber muss man gleich "bestimmen", dass ein Pädophiler auch Bundespräsident werden können muss. Soll er das vorher auch sagen?

So ein Stuss. Bevor überhaupt das "Feld bestellt" , die öffentliche Debatte umfassender "angeleiert" ist, wird 'ne Maximaltoleranz-Forderung aufgestellt. Das geht nicht. Ich z. B. sehe mich gern als eine tolerante Person und doch macht mir der Gedanke an einen pädophilen Bundespräsidenten Probleme. Darüber muss man erstmal reden können dürfen. Aber, lieber sorgt man dafür, dass Diskursteilnehmer garnicht erst ihr Unbehagen ausdrücken, weil sie ja alle alle alle sooooooooooooo tolerant sein wollen. Fürchterlicher Stil ist das.

Das ist die eine Seite der Medaille, die andere ist in der Berliner Zeitung zu lesen, wo Sittenwächter und -innen die Abhängung von aufreizenden Kunstwerken fordern.

Das kann man - wie ich hoffe - eher satirisch nehmen.

dame.von.welt 05.03.2014 | 14:01

Ich habe mich während 11 Jahre wacker gehalten und ihr beigestanden, um irgendwelche Heilung zu bewirken.

Bitte erlauben Sie mir dazu eine Anmerkung und eine Empfehlung. Partner und Freunde sind nur selten in der Lage, irgendwelche Heilung zu bewirken, dazu sind die Folgen von Gewalterfahrungen in der Kindheit oft zu gravierend. Betroffene benötigen den geschützten Raum professioneller Hilfe, in dem sie sich nicht gegenüber ihren Lieben verhalten müssen, sondern sie allein allen Raum einnehmen können. Partner und Freunde können unschätzbare Unterstützung sein (die wiederum Therapeuten nicht leisten können), indem sie Betroffene nicht bedrängen und sie liebhaben. Oft sind Partner von Betroffenen sehr gut beraten, sich ebenfalls professionelle Hilfe zu suchen.

Viele Betroffene tragen z.B. eine posttraumatische Belastungsstörung davon, oft über Jahre und Jahrzehnte. Bevor das Trauma nicht wenigstens in Ansätzen geheilt ist, kann oft keine konstruktive psychotherapeutische Aufarbeitung stattfinden. Eine Technik gezielter Anti-Trauma-Therapie (die mir persönlich das Leben gerettet hat) ist EMDR. Leider meist lange Wartezeiten, da viel zu wenig gut ausgebildete Therapeuten, aber es lohnt! Alles Gute für Sie, Ihre Tochter und Ihre geschiedene Frau.

Magda 05.03.2014 | 14:22

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/kommentar-zur-paedophilie-debatte-zu-aufreizend-fuer-berlins-sittenwaechter,10809148,26453992.html

Ich hoffe jetzt gehts.

Mich interessiert, wo Ihre Probleme mit einem Pädophilen in einem hohen öffentlichen Amt liegen. Ganz generell habe ich außer Äußerungen ausgeprägten Ekels noch nirgendwo irgendetwas in der Nähe eines Arguments lesen können.

Ich wüsste gern, wann der Buprä sich dazu "bekennen" soll. Muss der das überhaupt vorher kundtun? Und dann soll er ja in der Funktion - neben dem Repräsentativen - etwas zur weiteren Aufklärung über diese sexuelle Orientierung tun. Will ich das wissen?

Ich lese da lieber fachliche Beiträge zu. Und am Ende - wie sieht das dann "international" aus, wenn so ein Buprä durch die Länder reist? Der macht sich doch angreifbar. Wird das vorher dann immer mit verkündet? Kurzerhand: Es wird keinen solchen Buprä geben, aber es ist nett auf dieser Meinungsklaviatur zu spielen. Wobei: Ein guter Pianist kann pädophil sein der sublimiert das in seinem Spiel Ich halte also diese aufgedrückte Buprä-Forderung für einen Versuch, die Leute ein bisschen zu reizen mit dem Thema.

Was ist ein "Argument"? Sie erfüllen meine innere Prophezeiung, dass es jetzt darum geht "sachlich" zu argumentieren aufs Beste. Ich bin - offiziell - gern sachlich, aber ich wollte hier mal zur Diskussion stellen, dass es auch innere Abwehr gibt, die ganz sicherlich nicht rational zu begründen ist und auch damit muss man als Supertoleranzschwester umgehen.

dame.von.welt 05.03.2014 | 15:33

Supertoleranzschwester ist ein ebenso niedliches Etikett, wie Sie es auf mich fehlverkleben. Ich halte von Duldung auf die Dauer wenig, sondern mühe mich um Akzeptanz oder begründeten Widerspruch. Oder halte auch einfach mal die Klappe und gönne mir den Luxus keiner Meinung, besonders, wenn ich keine Ahnung habe und zusätzlich keine Lust, mir eine zu verschaffen.

Was hohe Ämter und von Heteronormativität abweichende Orientierung angeht: ich hatte jetzt eigentlich nicht den Eindruck, daß Westerwelle oder der Regierende am Protokoll gescheitert sind. Den BuPrä im Interview hatte ich als Analogie zur sprichwörtlichen Putzfrau als Staatslenkerin verstanden.

Danke für den link, ich glaube nicht, daß das noch als Satire verstanden werden darf. Sondern finde es einmal mehr verwegen, wieviel Macht man einem möglichen fremden Begehren über die eigenen Gefühle, Kultur, Rechtsstaatlichkeit, Journalismus etc. einzuräumen bereit ist. Mir macht das Angst.

Ihre innere Abwehr wie auch Ihre innere Zustimmung fand ich bereits anläßlich des Lau-Artikels bemerkenswert. Was soll ich sagen? Weiterfühlen, vielleicht?

Sie werden mir nachsehen müssen, daß ich Unbehagen an anderen Stellen habe als Sie, so hat eben jede andere und eigene Normalitäten. Mit Ihren inneren Prophezeiungen kann und will ich lieber nicht konkurieren. Mich hätte Ihre Meinung zum Hintergrund des allgemeinen Ekel interessiert, ich werde aber wohl auch ohne weiterleben können...;-)...

knattertom 05.03.2014 | 18:33

Also,

ein Thema um sich so richtig daran abzuarbeiten......., die einen schimpfen auf die "Perversen", die anderen argumentieren aus der "Logik" heraus, das ein Gedankenverbrechen noch kein Verbrechen ist.

Da mir eine Anmerkung in der Debatte bisher vollkommen fehlt, möchte ich diese hiermit beitragen: Die Festlegung auf eine Altergrenze für "Volljährigkeit" und "sexuelle Mündigkeit" bei 18, bzw. 16 Jahren ist eine höchst willkürliche. Sobald eine Frau Kinder empfangen kann, kann Sie auch sexuell für einen Mann "von Interesse sein", was m.M.n., obwohl, bei mglw. sogar einvernehmlichem ausleben, "illegal", so doch "natürlich" ist, aber auch diese "Täter werden mit allen anderen über einen Kamm geschehrt.

Wie es zu einer sexuellen Fixierung auf Kleinkinder kommen kann, leuchtet mir zwar nicht ein, solang sich diese aber nur über das Betrachten von Urlaubsphotos oder von bekleideten Kindern in der Sandkiste äussert, habe ich damit klein Problem.

Amanda Donata 05.03.2014 | 19:01

"Pädophile sollten auch Bundespräsident werden können"

Haben Sie keine Scham?

Absolut irrig .. diese Bemerkung .. Herr Professor, wenn Sie so 'was öffentlich "sagen", gärt etwas in Ihnen .. finden Sie nicht?

Lieber: Schärft die Schwerter zum Schutz der Kinder!

Im zottigen Kleid der (Pseudo-) Wissenschaft kommen die Dödels einher .. und setzen böse Normen ..

Nein zur Pädophilie!

Sie haben keine Ahnung .. was da los ist .. Sie Apologet ..

.. pah .. ein Scherz? .. https://www.youtube.com/watch?v=P058AodqU1c

CS Spuhr 05.03.2014 | 19:30

Hm, aber das mit den Bildern im Internet ist schon ein Problem. Das ist es ja auch warum sich auch derjenige strafbar macht der sich eben "nur mit Hilfe von Bildern einen won der Palme wedelt", für die Entstehung dieser Bilder werden ja schon Kinder sexuell missbraucht, es ist also genau das gleiche, ob man selber ein Kind vergewaltigt, oder sich eben "nur" die Bilder dieser Taten im Internet ansieht.

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Ehemaliger Nutzer 05.03.2014 | 19:33

Etwas differenzieren scheint mir angebracht zu sein.

1. Pädophilie führt nicht zwangsläufig zum Verbrechen an Kindern ist die Aussage dieses Beitrags.

2. Mit dem Vorwurf der Pädophilie wurde Edathy öffentlich verunglimpft.

3. Die Verunglimpfung wurde von staatlichen Beamten medienwirksam öffentlich gemacht, bevor ein strafrechtlicher Tatbestand ermittelt worden war.

4. Die Verdachtsmomente enthielten den Hinweis, das bisherige Material sei nicht strafrechtlich relevant.

5. Bevor eine strafrechtliche Prüfung und Anklage erhoben werden konnte, tönten Parteioligarchen und Parteischranzen bereits in aller Öffentlichkeit, Edathy müsse aus der SPD ausgeschlossen werden.

Was ein fachkundiger Psychiater oder Psychologe über Pädophilie in einem Interview sagt, ist eine Sache; was nicht sachkundige Bürger-Innen am Stammtisch sagen, ist eine andere Sache; was dagegen Politker, die in diesem Bund von deutschen Ländern, Freistaaten und Stadtstaaten, die Gesetze für alle Bürger-Innen beschließen, an die sich auch alle zu halten haben, zu einem speziellen Fall sagen fällt unter den Kategorischen Imperativ.

Diese Politiker haben das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland willkürlich, fahrlässig und nachhaltig beschädigt, obwohl sie es eigentlich besser wissen sollten, denn es sind zumeist Volljuristen.

Ihre Empörung über den Schaden, den Pädophile, die kriminell werden, anrichten, kann ich verstehen; überhaupt kein Verständnis habe ich für diese dummen, selbstgefälligen Politiker, die überhaupt nicht begreifen, welchen nachhaltigen Schaden sie durch ihre WILLKÜR angerichtet haben.

CS Spuhr 05.03.2014 | 19:58

Ich glaube nicht, dass höhere Strafmaße zu mehr ermordeten Kindern führen würde, denn, wie bereits vorher erwähnt, gibt es ja wirklich viele Täter die nicht wirklich glauben dass das was sie machen so schlimm ist, wogegen ich nicht glaube, dass es viele Menschen gibt, für die Mord nicht wriklich schlimm ist.

Ich weiss es nicht. Ich bin mir aber auch im Klaren, dass unsere Gesellschaft allgemein pervers/schizophren auf alles was mit Sexualität von Kindern und deren Schutz zu tun hat, reagiert.

Tatsächlich ist es so, dass selbst die besten Psychologen oftmals hilflos sind, wenn sie 1. einem Täter und 2. einem Opfer von Kindesmissbrauch entgegen stehen. Und es ist auch verzwickt, denn einerseits will man ja Strafe für den Täter, oder zumindest dass er sowas nicht nochmal machen kann, aber andererseits will oder soll man das Opfer nicht nochmal retraumatisieren. Das ist, meiner Erfahrung nach, ein Drahtseilakt für Ärzte, Psychologen, Polizei und Justiz (und viele der Beteiligten geben ausserdem einen feuchten Furz auf die Gefühle der Opfer).

Ich kenne beide Seiten der Sache: sowohl das auf der Couch liegen und sich von einem Psychologen das Gehirn durchpflücken zu lassen, als auch der Versuch den Opfern zu helfen und die Täter einzusperren. Und das ist eines der großen Mankos unseres Rechtssystems: eine eigentlich "zivilisierte" Gesellschaft kann nicht so mit Opfern umgehen wie es unsere tut. Denn in der Hinsicht ist Deutschland nicht besser als Haiti, Nicaragua oder Burkina Faso, Länder, die zu den ärmsten der Welt gehören, kein gescheites Rechtssystem haben, Korruption in allen Ebenen der Justiz und Polizei, und die Verurteilungsrate von Vergewaltigern liegt genauso niedrig wie in Deutschland.

Haben Sie eine Idee, wie man dies ändern könnte? ich meine, das Interview mit Herrn Ahlers zeigt einen Weg, aufwendig, sicher kostspielig, nur für eine spezielle Art von Pädophilen geeignet, aber immerhin.

Ein weiterer wäre eben die, die Herr Ahlers auch nennt, die "gelben Bilder" zu verbieten. Das fände ich auch gut.

Aber damit geht man nur gegen echte Pädophile vor, bzw. versucht, dass sie ihre Neigungen nicht ausleben, nicht gegen Pädosexuelle. Was man gegen diese machen kann? Als Mutter habe ich die Erfahrung gemacht, dass man oft, wenn man auch hier Vorsicht statt Nachsicht walten lässt, oft als verrückt abgestempelt wird, denn "der Onkel würde sowas niemals machen"... Als ehemaliges Opfer bin ich mir jedoch im klaren, dass man gar nicht wachsam genug sein kann, denn meine Eltern waren es auch nicht.

Haben Sie einen Vorschlag, wie man der Problematik gerecht werden könnte?

CS Spuhr 05.03.2014 | 20:05

Wenn Sie den Beitrag richtig gelesen haben, dann müsste Ihnen auch klar sein, dass Pädophile nicht gleich Täter sind. Pädophilie, wenn sie nicht ausgelebt wird, ist erstmal nur ein Problem für denjenigen der sie in ihrem Kopf hat, so wie z.B. Schizophrenie, Bipolarität etc. MIt einer Therapie, eventuell mit Medikamenten kann man diesen Menschen (sofern sie dies wollen) helfen.

Viel gefährlicher sind, auch dies kann man im Artikel ersehen, diejenigen die sich an Kindern vergreifen obwohl sie keine Pädophilen sind, sondern weil Kinder eben leichtere Beute sind.

Und gegen diese kann man leider nicht so gut mit Therapien und Medikamenten angehen... und die sind in der Mehrzahl, und sie sind wie gesagt, viel gefährlicher.

dame.von.welt 05.03.2014 | 20:51

Sie sind schon seit dem Lau-Artikel sauer auf mich, liebe Magda, dabei haben Sie und ich lediglich verschiedene Standpunkte (buchstäblich).

Es wird hier bitte Ihrer Aufmerksamkeit nicht länger entgehen, daß ich den zitierten Text in meine, nicht in Ihre Richtung schrieb, als Klärungsversuch zu Ihrem überaus freundlichen Etikett der Supertoleranzschwester. Den Nuhr kann ich nicht ab, mit der Meinung zum Meinen trifft er aber den Punkt.

Mit dem allgemeinen (und nicht Ihrem) Ekel °will° ich, daß Betroffene bei jeder öffentlichen Erregung über tatsächliche oder herbeiimaginierte Kinderfickerei mitverhandelt werden, brutalstmöglich. Das macht mich krank.

Wenn Sie mich schon so angreifen müssen, dann lesen Sie bitte wenigstens genau. So, und nun wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir nicht noch Ihren heutigen Beschluß zum Sauersein in die Schuhe schieben. Sie haben eine Post-, eine Emailadresse und zwei Telefonnummern von mir, wenn Sie irgendetwas Persönliches mit mir zu klären haben, dann tun Sie's bitte auch persönlich.

Der Kommentar wurde versteckt
Amanda Donata 05.03.2014 | 21:34

Passen Sie auf: Wahr ist: Sie sind hier keine "Dame" und viel mehr nicht "von Welt" .. überlasse es gern dem eigentlichen deutschen "Huhn" hier EU-Norm-Eier zu legen. Außerdem: Sie sind mit der linken Hand allein rechtsgestrickt .. das können Sie nicht selbst fassen .. Klar .. Sie sind ein(e) .. Deutsch(e) (D) ..

Aber Sie wissen wirklich nichts , verzeihen Sie ..;-)

Ihr Kostüm .. genießen Sie es .. und die dramatisch angeordneten Pfeile( in Ihrem ..) .. wirklich .. sehr naiv .. finden Sie nicht?

Außerdem: im Unterschied zu Ihnen, benutze ich niemals die Petz-Funktion

AD

dame.von.welt 05.03.2014 | 21:57

Haben Sie einen Vorschlag, wie man der Problematik gerecht werden könnte?

Der Problematik, als Betroffene ein Kind und viel Angst zu haben? Es hat Gründe, warum ich keine Kinder habe, ich würde diese und andere Ängste nur schlecht aushalten. Hätte ich Kinder, würde ich ihnen zu vermitteln versuchen, daß niemand sie anfassen darf, wenn sie das nicht wollen, daß sie immer nein sagen dürfen.

Problematisch fände ich, Kinder mit meinem Mißtrauen in die Welt blicken zu lassen, weswegen ich Teile der Stärkung delegieren würde, z.B. an einen Selbstbehauptungskurs. Es gibt großartige für Kinder - ich würde mich bei der Polizei erkundigen, welchen Träger in Ihrer Nähe die empfehlen können. Das ist nie ein 100%iger Schutz, aber viel besser als ererbte Angst.

Sie haben wahrscheinlich ein sehr feines Gespür, wer ein möglicher Täter ist. Was die, die Sie als verrückt abstempeln wollen (wtf?), vermutlich nicht haben. Hören Sie auf sich.

Oder meinen Sie die gesamte Problematik sexualisierter Gewalt nebst ihrer kranken öffentlichen Wahrnehmung?

Ichsachetmaso: je älter ich werde und je länger ich mich mit dem Themenkreis beschäftige, desto mehr würde ich einzwei Jahre intensiver Therapie als Pflichtprogramm für jede/n begrüßen.

Was die 'besten' Psychologen angeht - auch die sind Menschen mit Macken, Fehlern und Beschränkungen, hatten nicht selten egoistische Gründe, Psychologie zu studieren und nicht bei jedem war die Lehrheilbehandlung auch erfolgreich. Kaum ein Therapeut behandelt aber Täter und Opfer.

Mir persönlich ist °dass er sowas nicht nochmal machen kann° sehr viel wichtiger als Strafe um jeden Preis. Obwohl ich auch leicht verstehen könnte, wenn ein Opfer seinen Täter m/w lyncht, womöglich ist Rache auch eine wirksame Form der Traumabekämpfung. Es wäre eben nicht sehr zivilisiert, aber Sie sagen's: eine eigentlich "zivilisierte" Gesellschaft kann nicht so mit Opfern umgehen wie es unsere tut.

Ich glaube aber auch, daß Haß häßlich macht, eine Macht über mich, die ich meinem Täter nicht mehr einräume. Weswegen mein Schwerpunkt immer darauf lag, meine Psyche so gesund wie irgend möglich zu pflegen.

Was nun aber die kranke öffentliche Wahrnehmung betrifft, so war ich nur selten so mutlos wie angesichts der öffentlichen Hinrichtung von Edathy. Das passiert nicht in meinem Namen. Ich finde es widerwärtiger als ich sagen kann, wie sich an seiner Person erregt wird. Die Öffentlichkeit erregt sich an gefickten Kindern, via Edathy, der mutmaßlich nie ein Kind angefaßt hat. Das macht was mit mir und das ist nichts Gutes.

Leider gibt's kein einziges Patentrezept, tut mir leid.

anne mohnen 05.03.2014 | 23:49

„Ich glaube an die abschreckende Wirkung von Strafen...

Das tue ich angesichts der himmelhohen Dunkelziffer und der winzigen Zahl verurteilter Kinderficker überhaupt nicht“, schreiben Sie.

Gesetze und Strafen und Strafmaß sind Ausdruck von Wertvorstellungen, Normen etc. Dass diese normativ-rechtlicheEbene nicht ausreicht, dass es ein gesellschaftliches, individuellesund politisches Bewusstsein für die Wertschätzung der Schutzbedürftigkeit von Minderjährigen braucht, eine entsprechende Erziehungspraxis ist doch klar. Entgegen ihrer Annahme gibt es Techniken mittels derer Kinder/Opferunter Einhaltung höchster Behutsamkeit befragt werden können. Dass es dabei kommt und später in der therapeutischen Situationzu schmerzhaften Erinnerungen , ist im Erlebten begründet.

Es hat Jahrzehnte gedauert bis das Jugendschutzgesetz -auf dem Hintergrund des Grundgesetzes- derart modernisiert wurde, dass Kinder heute mehr Rechte als je zuvor haben. Dem gingen, gesellschaftlicheDebatten, dezidierte Forschung, politische Diskussionen, Enquete Kommissionen etc. voraus. Wenn heute Missbrauch und Misshandlungen an Kindern als schwere kriminelle Handlungen angesehen werden, Eltern und Erwachsen Kinder nicht einfach als Eigentum oder ihrer Willkür unterworfen betrachten können, so ist diesdas Ergebnis von veränderten Vorstellungen über Kinder, deren Zerbrechlichkeit unddas daraus abzuleitende ihr Recht auf eine an Körper , Seele und Geist unversehrte Kindheit. Auf diesem Hintergrund ist auch Pädophilie zu betrachten, z.B.zu fragen, ob aus einstigen Opfern Täter wurden, werden können, auf diesem Hintergrund ist die Forderung nach Therapieplätzen und verbindlicher Finanzierung, anstelle von Betroffenheitsreden in Medien, zu fordern. Nochmals:Kinder und Jugendliche sind vor sexuellen Übergriffen von Erwachsenen zu schützen, da dies für Kinder und Jugendliche dramatische Folgen nicht nur für deren spätere Einstellung zur Sexualität hat. Das Begehren von Erwachsen hat da nichts zu suchen, bei allem Respekt davor.

Heterosexualität, Homosexualität mit Pädophilie in einem Atemzug zu nennen, finde ich abstrus, auch wenn es heterosexuelleund homosexuelle Pädokriminelle gibt.

Weiter unten folgt dann nach Ihrem pseudopsychologischem Gerede über "innere Abwehr“, der Suada eines Foristen über egoistische Therapeuten, Psychologen schließlich der finale Rundumschlag: „Was nun aber die kranke öffentliche Wahrnehmung betrifft, so war ich nur selten so mutlos wie angesichts der öffentlichen Hinrichtung von Edathy“ – Wirklich?

Ich ordne dieses Interview und die vielen Artikel, die zum Fall erschienen, so ein,dass es unterscheidende Betrachtungsebenen und auch Fallhöhen im Zusammenhang mit diesem Falle gibt.

Eberhardt 06.03.2014 | 00:10

Liebe Dame,

Ich danke für die Links, die sehr informativ sind. Damals war ich so naiv und verstand nicht den Terror, den meine Frau auf mich ausübte. Und noch dazu wohnten wir seit kurzem in Deutschland, wobei meine Frau kaum Deutsch sprechen konnte. Dann, nach dem Tode unserer ersten Tochter, besuchten wir eine Reie von verschiedener Psychospezialisten, die überhaupt nichts verstanden und bewirken konnten. Von meiner Familie kam keine Unterstützung und meine Schwiegerfamilie war brutal und herzlos. Ich war auf mich selbst gestellt; im dunkel während sechs lange Jahre.

Ich habe gelesen warum sie keine Kinder wollen. Das ist natürlich schade. Vielleicht können sie keinem Mann vertrauen. Sie müssten an sich Gewalt antun müssen, um den Vater ihres Kindes seine Rolle spielen zu lassen. Das wäre für sie das schwerste. Stimmt's?

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass ich meine Tochter vor dem Wahn ihrer Mutter gerettet habe. Meine Ex-Frau ist aber einen Extremfall, der sicher nicht mit ihnen zu vergleichen ist. Denn sie sprechen darüber, wohingegen, meine Ex-Frau alles tabuisiert, besonders gegenüber ihrer Tochter. Zum glück habe ich meiner Tochter so gut wie möglich ohne Hass erklärt in welchem psychischen Zustand ihre Mutter ist. Nun steht sie als Fünfzehnjährige selbstbewusst da und will die Welt "erobern". Ich bin von Natur aus einen Felsen, auf dem man sich stützen kann. Das hilft ungemein den Kindern. Und all die Texte und das Buch über die "Psychologie der Christenheit", das ich bald heraugeben werde, habe ich für sie geschrieben und sind dazu da die Vernunft mit der Herzlichkeit zu verbinden. Aus diesen Gründen musste ich meine eigene Gefühlswelt zurückstellen aber das hat sich gelohnt. Denn unsere Kinder, von denen ich gerne noch weitere bekommen hätte, brauchen gesündere Anhaltspunkte in Bereich der menschlichen Beziehungen, um die Welt schöner zu gestalten.

dame.von.welt 06.03.2014 | 10:34

Wirklich?

Wirklich.

Ihnen und allen zur Lektüre empfohlen, Thomas Fischer, vorsitzender Richter des Bundesgerichtshofs: Bitte entschuldigen Sie, Herr Edathy, das auch zu den unterscheidenden Betrachtungsweisen und ... Fallhöhen.

Ich habe keine blasse Ahnung, warum Sie Ihren Kommentar mit Unterschüben wie Entgegen ihrer Annahme gibt es Techniken ... oder ... Ihrem pseudopsychologischem Gerede ... und konstruiertem Widerspruch gegen völlig unstrittige Punkte wie Nochmals: Kinder und Jugendliche sind vor sexuellen Übergriffen von Erwachsenen zu schützen, da dies für Kinder und Jugendliche dramatische Folgen nicht nur für deren spätere Einstellung zur Sexualität hat ... eigentlich an mich richten. Sie werden vermutlich Gründe dafür haben, die nichts mit meinen Beiträgen hier zu tun haben. Möchten Sie mich provozieren?

Zum von Ihnen angefragten Hintergrund eigener Gewalterfahrung bei Pädophilen: m.W. ist das bei den 'normalen' Pädokriminellen auffällig häufig der Fall, während über die Entstehung von Pädophilie noch zu wenig bekannt ist und diskutiert wird, ob man Pädophilie als sexuelle Identität, Orientierung oder Prägung wissenschaftlich wertet. Therapeutisch wird von individuell unterschiedlichem Zusammenwirken von biologischen, psychologischen und psychosozialen Komponenten ausgegangen.

Zu den schweren kriminellen Handlungen ist ein vergleichender Blick ins Strafrecht erhellend, vergleichen Sie mal die Strafmaße, das Verhältnis Anzeigen zu Urteilen und die Nachwirkungen für die Opfer bei ->sexualisierter Gewalt gegen Kinder und ->Eigentumsdelikten ab Versicherungsbetrug aufwärts und setzen das ins Verhältnis zur öffentlichen Wahrnehmung beider Verbrechensarten.

Die inneren Volksgerichtshöfe sind weder ein Ersatz für Recht noch nützen oder gar schützen sie Kinder (und Betroffene).

Begehren =/= Handlung. Begehren ist weder strafbar noch geht es irgendjemanden irgendetwas an.

Interessieren würde mich, wie Sie sich den Schutz von Kindern vor Pädokriminalität aller Art vorstellen.

dame.von.welt 06.03.2014 | 11:17

Ich habe gelesen warum sie keine Kinder wollen. Das ist natürlich schade. Vielleicht können sie keinem Mann vertrauen. Sie müssten an sich Gewalt antun müssen, um den Vater ihres Kindes seine Rolle spielen zu lassen. Das wäre für sie das schwerste. Stimmt's?

Nein, stimmt nicht, außerdem nicht wollen, sondern wollten. Als ich in der Lage gewesen wäre, für Kinder sorgen zu können, war ich 40 und für Kinder zu alt. Das war in der Tat schade, mein Leben ist aber auch ohne Kinder meist erfüllt und glücklich.

Nicht sprechen zu können, auch daran zu zerbrechen und deswegen mit den Liebsten und Nächsten zu scheitern, ist geradezu ein Klassiker nach Erfahrungen sexualisierter Gewalt in der Kindheit.

Es gibt einen Text von Bodo Kirchhoff, der mich sehr berührt, er schreibt u.a.: Keinem der Betroffenen sieht man an, wieviel in ihm kaputt ist, welchen Umfang das Sprachloch hat; jeder hat seine Scheinsprache entwickelt, um mit sich und der Welt klarzukommen. Macht kaputt, was euch kaputtmacht, hieß es, als ich Student in meinem Gehäuse war; aber es reicht, davon Wort für Wort, ohne Rücksicht auf sich und andere, zu erzählen.

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Ehemaliger Nutzer 06.03.2014 | 21:02

"Hm, aber das mit den Bildern im Internet ist schon ein Problem."

Inwiefern? Dort wo man an die Hinterleute herankommen kann, tut man das doch.

"Das ist es ja auch warum sich auch derjenige strafbar macht der sich eben "nur mit Hilfe von Bildern einen won der Palme wedelt""

Strafbar macht sich, wer gegen das Gesetz verstößt. Es ist noch nicht lange her, da betraf das noch Schwule. Die Frage ist inwieweit Gesetze sinnvoll sind.

"für die Entstehung dieser Bilder werden ja schon Kinder sexuell missbraucht, es ist also genau das gleiche, ob man selber ein Kind vergewaltigt, oder sich eben "nur" die Bilder dieser Taten im Internet ansieht."

Selbstverständlich ist es NICHT das gleiche. Man kann darüber streiten ob es den Missbrauch fördert, etwa weil eine kapitalistische Nachfrage dadurch entsteht.

Die Diskussion ist aber akademisch, schon deshalb weil mittlerweile Gigabytes an Daten kursieren dürften, die Pädos untereinander einfach austauschen. Videokameras, Scanner und Fotoapparate gibt es ja nicht erst seit gestern.

Nichtdestotrotz sollte der Austausch realer Bilder und der Besitz so weit als möglich unterbunden werden. Schon deshalb, weil sie durch ein Verbrechen entstanden sind und die Persönlichkeitsrechte der Opfer verletzt werden.

Vollkommen unterbinden wird man es nie können, nichtdestotrotz oder gerade deswegen darf man dem Kampf dagegen nicht die Existenz der restlichen Zivilgesellschaft opfern.

miauxx 06.03.2014 | 23:02

Meinen Respekt vor Ihrer Geduld! Den umso mehr, als Sie hier einen ziemlich einsamen Kampf führen. Und dass sogar jemand wie Anne Mohnen so offenbar bewusst am eigentlichen Punkt, vorbeireden will ... und zwar mit einem Abwägen der Rechte des Kindes (als ob die Ahlers oder Sie nur irgendwo infrage stellten oder zurückstellten!!) gegen die eines Pädophilen -- Ich bin ziemlich sprachlos!

Man sieht auch an diesem thread, wieviel Mut Leute wie Ahlers haben müssen! Und das gar nicht mal anhand von Kommentaren wie von Maria Jacobi oder Amanda Donata (die überraschen nicht), sondern anhand derer, von denen zumindest ich so etwas zuletzt erwartet hätte.

Eberhardt 06.03.2014 | 23:03

Mir ward übel diesen Texte zu lesen, fast hätte ich mich übergeben; ähnlich wie wenn ich Hitler oder Goebbels reden höre aber anders (Ich bin eigentlich zu emotiv und meine Vorstellungskraft macht es mir zum Beispiel unmöglich einen Horrorfilm zu sehen. Ich glaube, es ist echt). Diese Päderasten zerstörren das ureigenste Schöne im Menschen: die Gefühle.

Ja er hat recht: "es reicht, davon Wort für Wort, ohne Rüchsicht auf sich und andere, zu erzählen." Wie sie gemerkt haben, betreff meines Grossvaters und den Grossvater meiner Ex-Frau mache ich von diesem "Imperativ" reichlich gebrauch. Ich habe gemerkt, dass ich Viele mit meiner Direktheit der Enthüllungen aufschrecke, aber es ist der einzige aufrichtige Weg, den ich gefunden habe, um meine Revolte gegen die innerliche Zerstörrung des Menschen vorzugehen, ohne selbst Gewaltätig zu sein. Das "Wort" ist der erste menschliche Schritt, um gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen. Zu Viele haben Angst zu sprechen. Aber nur durch das "Wort" kann ethischen Fortschritt entstehen. Darum spreche ich, auch wenn Viel vor mir flüchten.

Dann schreibt Bodo Kirchhoff: "andererseits hat meine Sexualität bis heute etwas Verwahrlostes, einen Mangel an Verbindlichkeit" Ihm ist die originelle Verbundenheit gestohlen worden. Das heisst die Verbindung zwischen Körper und Seele. Nach solch einem Traumata wird sehr viel schmerzliche "Arbeit" nötig sein, um wieder am Sinn des Lebens anzuknüpfen. Wie viele können diese Kraft aufbringen? Ich weiss, dass ich bis zum letzten Atemzug kämpfen werde, damit der Teufelskreis, im meinem Umfeld, auf der sozialen und politischen Ebene durchbrochen wird. Ich glaube fest (mit Rousseau), dass der Mensch nach höhere Werte streben kann, wenn man sich die Mühe gibt, ihm sie zu vermitteln.

Doch bin ich mit Bodo Kirchhoff nicht einverstanden, wenn er schreibt: "Päderasten sind unbelehrbar, wie alle wirklich Liebenden." Päderastie oder welch auch immer eine Misshanlung ist keine Liebe. Liebe gibt es nur, wenn Gefühle zwischen Gleichwertige im Einkläng stehen.

Und zu letzt möchte ich gegen die Freudomarxisten wettern, die diese "exzesse" guthiessen. All diese Adornos, Horkheimer, Sartre, Deleuze, de Beauvoir, Foucault, usw. förderten jegliche Sexerfahrungen, indem sie de Sade oder Niertzsche anriefen. Der französische Philosoph Michel Clouscard zeigte wie sie eigentlich falsche Revolutionäre waren.

dame.von.welt 07.03.2014 | 00:13

Mir ward übel diesen Texte zu lesen, fast hätte ich mich übergeben; ähnlich wie wenn ich Hitler oder Goebbels reden höre aber anders (Ich bin eigentlich zu emotiv und meine Vorstellungskraft macht es mir zum Beispiel unmöglich einen Horrorfilm zu sehen. Ich glaube, es ist echt). Diese Päderasten zerstörren das ureigenste Schöne im Menschen: die Gefühle.

Wenn Ihnen bereits die Ambivalenz in Kirchhoffs wohlreflektierten Gefühlen schwere Übelkeit bereitet, stellt sich mir die Frage, ob Ihre geschiedene Frau über ihre Gefühle in Ihrer Gegenwart je frei hat sprechen dürfen. Ambivalenz ist ebenfalls ein Klassiker nach sexualisierter Gewalt, einen Mangel an Gefühl kann ich weder bei Kirchhoff noch bei mir feststellen. Wertungen und Normierungs- und Verbotsversuche meiner Gefühle durch Dritte umso mehr, eine ausgesprochen gewalttätige Botschaft.

Päderasten halte ich durchaus für Liebende, für unbelehrbar egozentrisch Liebende. Achten Sie aber lieber bis zum letzten Atemzug darauf, nicht selbst egozentrisch und unbelehrbar zu sein, statt irgendwem höhere Werte vermitteln zu wollen, riecht für mich nach Superbia.

dame.von.welt 07.03.2014 | 00:22

Vielen Dank für Ihren Zuspruch, tut gut. Mir ist mehr oder minder versteckte Anfeindung nicht ganz neu bei diesem Themenkreis. Die Normalitäten unterscheiden sich eben und meine scheint nicht wenigen 'Normalen' bedrohlich zu sein.

Ich find's aber schon auch ein bißchen irre, daß eine von sexualisierter Gewalt in der Kindheit Betroffene für die Menschenrechte Pädophiler einzutreten hat.

Magda 07.03.2014 | 09:39

Hallo : hier ist nochmal der Versuch einer Antwort zum obigen Kommentar:

Ihre innere Abwehr wie auch Ihre innere Zustimmung fand ich bereits anläßlich des Lau-Artikels bemerkenswert. Was soll ich sagen? Weiterfühlen, vielleicht?

Das mit dem Edathy ist bei mir wirklich ambivalent. Ich bin bei dem auch nicht ganz sachlich, wahrscheinlich, weil der reichlich polarisiert hat.
Edathy ist ein gnadenloser Vorverteiler und "Austeiler", dem Betroffene seiner Äußerungen schon mal gewünscht haben, man möge mit ihm gnädiger umgehen, als er mit Menschen oder Regionen, die er verurteilt. Einer, der ganz schnell mal mitteilt, man könne ihm am Arsch lecken - in einer Angelegenheit, die mit Urheberrechten zu tun hatte, also gar nichts mit der NSA.

Und deshalb habe ich den Lau-Artikel auch anders gelesen. Der beschäftigt sich ja weniger mit der vermuteten sexuellen Neigung, sondern mehr mit der Frage, wie sich ein Mensch verhält, der "etwas zu verbergen hat" und dabei gehts nicht um justiziable Dinge. Ich vermute eher, dass es eine "Bedrückung", ein Wissen um die eigene "Verwundbarkeit" sind, die da eine Rolle spielen.
Edathy hat sich sehr auffällig immer und immer wieder zu diesen Themen geäußert und immer in Richtung von "Mehr Kontrolle". Sowas ist schon psychologisch recht merkwürdig und das hat sie ganz gut gezeigt. Es deckt sich in interessanter Weise mit meinen Erfahrungen- nein nicht mit Pädophilie - ich kenne das in anderen Zusammenhängen.

Mich hätte Ihre Meinung zum Hintergrund des allgemeinen Ekel interessiert, ich werde aber wohl auch ohne weiterleben können...;-)...

Da habe ich auch überlegt und muss sagen. Der allgemeine Ekel wird sich wohl aus den vielen individuellen Unbehagen und "Ekeln" zusammensetzen Plus dem seit Jahrzehnten vermittelten medialen Bild vom Pädophilen, den es ja im Film fast nur als Pädokriminellen gibt. Das ist das eine.

Zu mir persönlich - da habe ich gestern abend im Bad nochmal scharf nachgedacht und kam auch zu einer "Erhellung". Da speisen sich inneres Unbehagen und Ekel aus der unangenehmen und peinlichen Erinnerung an die eigene kindliche Sexualität, in die immer mal wieder von Erwachsenen oder - einmal auch dem älteren Bruder - "eingebrochen" wurde. Nein, kein Missbrauch, sondern die übliche Art Erwachsener oder "Älterer", Grenzen zu überschreiten und kränkend alles anzupacken, was bei einem Kind so verwundbar ist.

Beispiele: Wir hatten mal einen älteren Onkel zu Besuch. Und der küsste mich zur Begrüßung und auch später aufdringlich mitten auf den Mund. Mir war das fürchterlich eklig und er verhielt sich auch leicht sexualisiert mir gegenüber.
Ich hab das sofort meiner Mutter gesagt und die hat es ihm gesteckt und dann war Ruhe. Aber, allein die Tatsache, dass es mir bei dieser Gelegenheit jetzt wieder einfiel, sagt was aus.

Eine andere Grenzüberschreitung war, als mein älterer Bruder mich bei einer kindlich-sexuellen Handlung "ertappt" und verspottet hat.

Ich denke, die Konfrontation mit Pädophilie weckt darum dieses Unbehagen,das so leicht nicht aus der Welt zu schaffen ist.

Übrigens - weil ich ein "Wortmensch" bin: Mich nervt z. B. sehr bei Ihren Kommentaren der immer mal wieder auftauchende Verweis auf "feuchte Höschen" oder gar "geschwollene feuchte Höschen" bei jenen, die sich - via Pädophile - ihre eigene sexuelle Aufregung verschaffen. Das gibt es bestimmt auch, aber es ist so eine pauschale Verurteilung all jener, die da überhaupt Ablehnung oder Unbehagen oder gar Empörung äußen. Das weckt in mir - aus den gleichen Gründen wie oben angeführt - ein Unbehagen, einen Ekel. Feuchte Höschen hat als Begriff was "Infantiles" und verweist mich ebenfalls an Kindheitserlebnisse, die mir unangenehm sind. Vielleicht gehts anderen auch so.

Magda 07.03.2014 | 09:45

Ich find's aber schon auch ein bißchen irre, daß eine von sexualisierter Gewalt in der Kindheit Betroffene für die Menschenrechte Pädophiler einzutreten hat.

Das wundert mich auch sehr. Es ist sicherlich heilsam, sich in Pädophile "hineinzudenken", sie verstehen zu lernen, aber für ihre Menschenrechte sollen die mal selbst eintreten. Kann es sein, dass eine Betroffene dadurch das Gesetz des Handelns in ihren Händen behält oder so? Ich weiß es nicht.

alalue 07.03.2014 | 11:18

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Es wird sich aber wede ein Genie noch ein normaler Statistiker finden, der mich widerlegt. Ich arbeite daran, den Statistik-Blog zu verbessern, ist noch unübersichtlich.

Ist doch nicht so schwer: die P stellen 1% der Bevölkerung. Die anderen sind 99%. Ich weiß die WErte noch nicht, nehmen wir an, jeder 1000te wird Täter, schön gleichmäßig. Da die anderen 99% sind, stellen sie dann auch 99% der Täter, also viel mehr. Die P nur 1%. Also viel weniger. Nehmen wir die 10%. Sind die Täter aber 10% P, dann sind das, auf die Ps gerechnet, zehnmal so viele, also wird jeder 100te statt jedem Tausendsten einer. Die anderen stellen immer noch mehr Täter, in absoluten Zahlen, weil sie ja so viel mehr sind. Aber anteilsmäßig sind sie weniger. Und das ist halt nun mal so.

Mit dieser Methode werden Merkmalsabhängigkeiten ermittelt, für Forschug und Industrie. Besteht ein Zusammenhang zwischen Bierkonsum und Leberkrebs ? Da wird genau so gerechnet. Wenn mich einer widerlegt, muß die ganze Wirtschaft & Forschung umgestellt werden. Das wollen wir doch vermeiden, ich jedenfalls.

Gruss

Rufus T. Firefly 07.03.2014 | 11:24

Alalue selbst hat diese Aussage ja schon widerlegt oder sagen wir zumindest sehr stark korrigiert:

"Es ist nicht so extem, es ist 2 bis 10 mal soviel."

"2-10 Mal soviel" ist doch schon eine ganz andere Aussage, als "50 mal soviel". Und trotzdem sehr unpräzise, deswegen ist die Aussagekraft auch fragwürdig. Bzw. sagt eben nicht mehr aus, als das bei Pädophilen ein erhöhtes Risiko zu sexuellen Übergriffen vorliegt.

anne mohnen 07.03.2014 | 11:25

Meine Ausführungen beziehen sich zum einen auf ihr Statement über die Wirkkraft von Strafen, zum anderen darauf, dass mir der Fall Edathy nicht so eindeutig erscheint, und ich deshalb ihr apodiktisches Urteil über ihn nicht teile.

Dass allgemein zu wenig Therapieplätze zur Verfügung stehen, ist mir bekannt, dass insbesondere für Pädophile zu wenig Ambulanzen und entsprechend geschulte Therapeuten bereitstehen, ist Inhalt meines Eingangskommentars. Dass bei noch so guten Kinderschutzrechten die Realität weit hinterher hinkt, davon ist auszugehen, sollte auch meinen Erfahrungen entsprechen. Ich werde nicht müde, diesen Widerspruch zu betonen. (Aktuell stört mich, dass wieder nur über Sarrazin gesprochen wird, ihm konkret nichts vorgehalten wird: z.B. dass er in seiner Eigenschaft als Finanzsenator von Berlin unter einem rot-roten Senat zwischen 2002 bis 2007 210 Mio Euro im Bereich Kinder-und Jugend einsparte, die Stellenstreichungen in Tempelhof nicht eingerechnet. Hintergrund war die Pleite der Bankgesellschaft. ) Ich frage mich, warum Eltern, Erwachsene, Ärzte, Pädagogen, Erzieher sich dies bieten lassen. Warum geht keiner auf die Straße und stellt Forderungen für seine/unsere „Wunschkinder“! Vom Mainstream Journalismus erwarte ich da nicht mehr viel. Außer Sonntagsreden belässt man es bei abstrakter Kritik. Kinder und Jugendliche haben weder in der Gesellschaft, am wenigsten in der Politik die Lobby, die ihnen zustünde! Ich engagiere mich entsprechend, was ich hier nicht ausbreite!

Die menschliche Seele ist ein weites Feld. Ich bin keine Expertin in Sachen Pädophilie und möchte mich auf dem Gebiet nicht betätigen. Selbstverständlich interessiere ich mich für Forschung und Ergebnisse auf diesem Feld. Und nochmals, es braucht mehr Fachleute auf diesem Gebiet. Was schließlich an Einsichten gewonnen wird, so kann, entgegen hier im Thread geäußerten Spekulationen, meiner Meinung nach auch künftig keine Analogie von Pädophilie mit Heterosexualität oder Homosexualität gezogen werden, jedenfalls solange wir Kinderrechte im Blick haben.

Ja, ja die Zahlen (….) Dass das Strafmaß in Eigentumsdelikten, Sachschäden etc. im Vergleich zu seelischen oder körperlichen Schäden skandalös auseinanderklafft, auch das ist mir bekannt: Eswird auf Rechtsauffassungen und Normen des späten 19.Jahrhunderts beharrt. Dies prangern viele, die mit Opferentschädigung zu tun haben, engagierte Juristen, Ärzte, etc. seit Jahrzehnten an: Dass dies nicht geändert wird, ist auch ein weites Feld. Fakt ist, diese ungerechte und durch nichts mehr zu rechtfertigende Rechtsauffassung betrifft alle Opfer von Straftaten und auch Unfällen (und begünstigt Täter und Versicherungen(!!!) bei Entschädigungsforderungen)

Andere haben eventuellen Dilettantismus der Ermittlungsbehörden, den Finger auf das Procedere im deutschen Justizsystem aufgetan, indem Akten und Namen gleich an 16 Bundesländer verteilt werden konnten. Dennoch dürfen die Kinder nicht aus den Augen verloren werden. Der Fall Edathy hat, wie gesagt, viele Facetten. Eine der Facetten ist, dass Edathy, harmlose Bildchen, vergleichsweise mit dem oben abgebildeten Bild, eben nicht in einem gewöhnlichen Geschäft oder Photoladen kaufte, was dann niemanden etwas anginge, so wenig wie es die Öffentlichkeit etwas angeht, selbst wenn man seine Wohnung mit „Caravaggio-Bildern“ tapezierte. Doch bezog Edathy fünf Jahre lang Ware bei jenem Kanadischen Unternehmen, das u.a. wegen des Verkaufs schlimmster Kinderpornographie aufflog. Dass Edathy wusste, dass er auf keiner gewöhnlichen Onlineshopping -Mall unterwegs war, dafür braucht es nicht noch den Hinweis der Ermittlungsbehörden „auf seine Vorgehensweise“.

In den Niederlanden empört sich Terre Des Hommes über die niedrige Ermittlungs- und Verurteilungsrate von Pädokriminellen und pädophilen Tätern und ist (Hans Guijt) deshalb aktiv geworden- nicht ganz unumstritten:

Gegen „inneren Volksgerichtshof“ verwahre ich mich, selbst wenn mich der abstruse Vergleich mit Freisler nicht treffen sollte. Auch ich bestehe darauf, dass, wie im Fall Edathys, bereits auf der Ebene enger Betrachtung von Rechtspositionen die Rechte von Kindern nicht unterzuordnen oder gar außer acht gelassen werden dürfen, warum es (mir) eben wichtig ist, an das heutigen Kinder- und Jugendschutzgesetz zu erinnern. Bereits auf der juristischen Ebene tut sich doch diese Ungerechtigkeit auf, auf die Sie hinweisen. Während zu Recht heftig über mögliche Ermittlungsfehler zum Schaden von Herrn Edathy diskutiert wird, stehen die Eltern und Kindern im Regen, sind sich in ihrer Ohnmacht und Scham allein überlassen, weil es offenkundig keine ausreichende Rechtsgrundlagen gibt, um Bilder ihrer Kinder -harmlos hin oder her- aus dem Netz entfernen zu lassen; Bilder, die die Eltern weder gutheißen noch für die sie ihr Einverständnis gegeben haben bzw. konnten. Hier ist die Politik gefragt. Wofür gibt es internationale Abkommen, Freihandelsabkommen (….)?

Neben dem dezidierten Gesetzesblickwinkel gibt es einen erweiterten Blickwinkel auf Wertvorstellungen, die, wie ich oben andeutete und ohne hier in einen moralphilosophischen Diskurs einsteigen zu wollen, Rechtsvorstellungen und Gesetzes zugrunde liegen. Selbstverständlich gehören im weiteren Sinne auch gesellschaftlicher Konsens undKonvention in die Betrachtungsweise einbezogen.

Deshalb ist es makaber, dass Sie mit Freisler daherkommen, Denn Freisler bzw. der Volksgerichtshof handelte zwar legal, was dann in der Bundesrepublik den Opfern entgegengehalten wurde, als sie um Entschädigung kämpften und den Tätern lange zugute kam. Die Urteile des Volksgerichtshofes bzw. Freislers skandalisierten schließlich und tun es bis heute, weil sie qua Intention bar jeder Moral sind und auch weltweit anerkannten Konventionen und einem Konsens über Humanität und Rechtsempfinden widersprechen.

Bei dem Volksgerichtshof-Vergleich stimmen die Dimensionen nicht. Mich ärgert, dass durch inflationären Nazi-Vergleich einem Relativismus das Wort geredet wird. Dass Sie dabei gerade jene Empathie vermissen lassen, von der Sie zu Recht meinen, sie sollte (allen?) Opfern zuteil werden, bestätigt doch nur, dass Empathie nicht ohne „coolness““, auskommt. Also, Madame, reden Sie meinetwegen von „inneren Gerichtshöfe“. Lassen sie diese Nazi-Vergleiche einfach sein,

Klar: "Das Begehren" - ist nicht nur erlaubt, sondern "das Begehren" eröffnet den philosophischen!)Reigen über "Die Übertretung", das Verbot zu sinnieren , womit eine neue Ebene angesteuert würde (...)

Lethe 07.03.2014 | 11:37

Ich find's aber schon auch ein bißchen irre, daß eine von sexualisierter Gewalt in der Kindheit Betroffene für die Menschenrechte Pädophiler einzutreten hat.

Ich finde das überhaupt nicht irre, sondern folgerichtig, weil ich weiß, dass Sie wissen, dass Pädophile nur in Ausnahmefällen ein Problem darstellen. Das eigentliche Problem sind Pädokriminelle, und der Anteil Pädophiler an Pädokriminellen ist gering. Vielleicht nicht vernachlässigbar, aber im Prinzip verdient der gute Familievater mehr Verdacht und Vorverurteilung als ein Pädophiler, zumindest was die absoluten Zahlen betrifft.

Es ist auch deswegen nicht irre, weil es gar keine Menschenrechte Pädophiler gibt, es sind vielmehr die Rechte aller. Im Kontext relevant: faire Einzelfallbetrachtung. Und wenn da kein Fall ist: in Ruhe gelassen werden.

Sie wissen das, Dame, und es ist bewunderswert, dass Sie trotz Ihrer persönlichen Involviertheit einen klaren Blick behalten oder sich erarbeitet haben. Chapeau.

Sophia 07.03.2014 | 12:08

Das eigentliche Problem sind Pädokriminelle, und der Anteil Pädophiler an Pädokriminellen ist gering.


Danke, das haben Sie sehr gut erklärt.
Also sollte die Aufklärung eventuell in die Richtung gehen, dass bei JEDEM, bei dem sich beim Anblick, Umgang von Kindern sexuelle Wünsche regen, die Alarmglocken schrillen sollten und ggf. in Erwägung gezogen sollte, einen Therapeuten aufzusuchen. Um zu verhindern, dass „man“ zum Täter wird.

Oder anders ausgedrückt: Es sollte verstärkt darüber aufgeklärt werden, dass JEDER Erwachsene sich darüber im Klaren sein sollte, dass sexuell-motivierte Handlungen an Kindern ein No-Go sind.

alalue 07.03.2014 | 12:21

Also das ist jetzt wirklich sehr schwach.

Pädophile nur in Ausnahmefällen ein Problem darstellen. Das eigentliche Problem sind Pädokriminelle, und der Anteil Pädophiler an Pädokriminellen ist gering.

Das trifft aber auf alles und jeden zu: die Familienväter sind auch kein Problem, nur die Kriminellen. Der Durchschnittsbürger ist kein Problem, nur die Kriminellen. Daß die viel mehr Kriminelle in absoluten Zahlen aufweisen, ist doch logisch, da sie auch mehr sind.

Anteil Pädophiler an Pädokriminellen ist gering. Aber er ist höher als ihre Anteil an der Gesamtbevölkerung. 2% bis 10%. Ich weiß nicht, woher diese Schwankung rührt, aber 10% ist nicht so wenig.

Die Pädophilen weißen einen höheren Prozentsatz an Tätern auf als die Familienväter. Die verdienen aber viel mehr Verdacht und Vorverdacht. Das ist doch einfach, Entschuldigung, Blödsinn.

Es muß also eine Reihenuntersuchung gemacht werden: alle Familienväter werden untersucht, ob sie pädophil sind. Wenn ja, alles okay, wir sind ja vorurteilsfrei. Wenn nicht, die stellen ja gut 90% der Täter, Sonderüberwachung ?

Rufus T. Firefly 07.03.2014 | 12:58

Die Pädophilen weißen einen höheren Prozentsatz an Tätern auf als die Familienväter. Die verdienen aber viel mehr Verdacht und Vorverdacht.

Alalue, da habe ich Lethe aber ganz anders gelesen, als Sie ihn hier zitieren ;)

...alle Familienväter werden untersucht, ob sie pädophil sind.

Dazu sei gesagt, dass eben der Großteil der Väter die einen Missbrauch an ihren Kindern begehen eben nicht pädophil sind. Deswegen sind die Väter theoretisch gesehen "verdächtiger", als die Gruppe der Pädophilen, die eben nur zu einem kleinen Anteil Pädokriminell handeln. Darauf wurde von D.v.W. und vielen anderen in dieser Diskussion ja schon mehrfach hingewiesen.

Schönen Gruß, RTF

Lethe 07.03.2014 | 13:06

ich glaube, dass es verfehlt ist, bei Standard-Pädokriminellen von an Kindern orientierten sexuellen Wünschen auszugehen. In den meisten Fällen handelt es sich um den Kontrollverlust eines Erwachsenen, z.B. durch entgleisende und/oder unreflektierte Machtspielchen, gerne auch nach einem Streit zwischen Erwachnen, nach denen das Kind als Blitzableiter des besoffen/aggressiven Vaters, Onkels, Bruders usw. dient. dürfte eine wesentlich wichtigere Rolle spielen, als dies allgemein kommuniziert wird. Oder auch gerne als Ersatz für den/die ausfallende erwachsene SexualpartnerIn. Soziopathie ist nicht erst Amoklauf.

alalue 07.03.2014 | 13:09

Ich glaube, mich tritt ein Pferd.

Ein letzter Versuch. Ich konstruiere ein Beispiel, ich weiß nicht, ob es zutrifft, es geht ums Prinzip.

Es gibt 10 Millionen Durchschnittsautos und 100.000 Supersportwagen. Jeder Tausendste Normalautofahrer verursacht einen Unfall im Jahr. Also sind das 10.000 Unfälle im Jahr. Jeder hunderste Sportfreund baut einen Unfall im Jahr. Das sind 1000 Unfälle.

Die AdFC, der deutsche Fahrradverein meint, man sollte auf die Sprotwagenfahrer achten, weil hier jeder tausendste einen Unfall verursacht, 10 mal soviel wie die Normalautofahrer. Der ADAC kontert, diese Sportwagen verursachen aber nur 1000 Unfälle, die anderen zehn mal so viel. Also muß man viel mehr auf die aufpassen und darf die Sportwagenfahrer nicht diskriminieren.

Mein letzter Beitrag zu diesem Thema, und viel Spaß noch für Euch Mitglieder des Clubs der Schönen, Wahren und Guten.

alalue 07.03.2014 | 13:16

07.03.2014 | 13:09

Ciao

Auch wenn ich unter Verfolgungswahn leide, heißt das noch lange nicht, daß sie nicht hinter mir her sind.

Also: auch wenn viel getrickst wird, heißt das nciht, daß man alles verwerfen muß/ kann, wenn es den eigenen VORURTEILEN nicht gefällt.

Dann brauche man doch über gar ncihts mehr zu reden.

In Wirklichkeit gibt es genetisch bestimmte Mördervölker, die man nicht befrieden kann, und wo man ncihts machen kann. Diese Statistiken, die belegen sollen, daß im Schnitt alle die gleiche Anzhal Verbrecher aufweisen, sind doch gefälscht.

Sophia 07.03.2014 | 14:18

Ja, das kann alles gut so sein wie Sie schreiben.

Dennoch denke ich, dass es für ein Kind unterm Strich ziemlich wurscht ist, aus welchen Gründen an ihm/ihr sexuelle Handlungen vorgenommen bzw.verlangt werden.
Deshalb reagiere ich so allergisch gegen den whitewash von Pädophilie. Kann man denn nicht differenzieren ohne gleich so parteiisch zu werden? Muss man wirklich alle Väter unter Generalverdacht stellen und Pädophilen eine Art Heiligenschein verpassen? - Wobei ich natürlich ebenfalls größte Hochachtung vor Pädophilen habe, die ihre Triebe unter Kontrolle haben. Und ich finde von daher sind Alalues Zahlen höchst interessant, weil sie verdeutlichen, dass das wohl für die Mehrheit zutrifft. Aber sind nicht auch die Mehrheit der Familienväter fürsorglich gegenüber ihren Kindern und werden eben nicht (sexuell) übergriffig?

Fotos von nackten erotisch posierenden Kindern und/oder Jugendlichen zu produzieren und zu konsumieren halte ich an sich auch schon für übergriffig. Von daher betrachte ich die vehemente Inschutznahme Edathys nicht ganz unskeptisch. Allerdings auch nicht den Riesenhype, der darum gemacht wurde. Aber naja, jeglicher Schmuddelkram kann halt instrumentalisiert werden. Das sollte Personen in öffentlichen Ämtern vielleicht schon bewusst sein.




Lethe 07.03.2014 | 14:46

Aber es geht doch gar nicht um den Persilschein für Pädophile, Sophia, es geht nur um gleiche Maßstäbe für alle. Zumindest wenn wir im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte bleiben wollen, hat ein Pädophiler wie jeder anderen Mensch auch, strafrechtlich solange unbehelligt zu bleiben, wie er nicht gegen sanktionierte Regeln verstößt. Das impliziert auch, dass unfair konstruierte Anfangsverdachte nicht als Anlass für strafrechtliche Untersuchungen gelten darf. Du fährst manchmal mit dem Bus? Wahrscheinlich bist du Schwarzfahrerin.

Natürlich ist nichts in Stein gemeiselt, und natürlich können Kriterien revidiert werden. Akute oder systematische Hysterie ist aber eine ganz schlechte Grundlage für eine derartige Revision; und solange wir uns an Sachverhalten orientieren wollen, sind auch Vorurteile ganz schlechte Grundlage dafür.

Und wenn es wirklich dazu kommen sollte, dass wir das Mögliche - und nicht mehr das Getane - als Grundlage unserer Strafverfolgung implementieren wollen: Bürger, zieht euch warm an. In einem derartigen Staat will niemand mehr leben, der nicht auf der richtigen Seite der Knarre steht.

Lethe 07.03.2014 | 14:52

In Wirklichkeit gibt es genetisch bestimmte Mördervölker, die man nicht befrieden kann, und wo man ncihts machen kann. Diese Statistiken, die belegen sollen, daß im Schnitt alle die gleiche Anzhal Verbrecher aufweisen, sind doch gefälscht.

Hoffen wir, dass das nur als Scherz gemeint war^^

wir haben uns schon in dem anderen Thread darüber ausgelassen. Renormierungen sind nur aussagekräftig, wenn die Stichprobenzahl vergleichbare Dimensionen aufweisen. Sie erzielen keine wirklichkeitsentsprechenden Aussagen, wenn Sie eine Grupp aus Daumen mal pi 800k Individuen auf eine Gruppe mit Daumen mal pi 18M Individuen renormieren.

Ich bedauere, dass Sie sich aus dem Thread zurückziehen wollen.

Rufus T. Firefly 07.03.2014 | 15:56

Lieber Alalue, ich verstehe ihre Reaktion nicht ganz. Sie haben doch oben das Risiko für Pädophile als 50 mal höher bezeichnet ein Missbrauch zu begehen. Und das aus "dem Bauch heraus" bzw. von Ihnen selbst geschätzt. Dann haben sie diese Aussage revidiert und auf "2-10 mal" korrigiert. In Bezug auf die im Anschluss enstandene Diskussion, habe ich nur darauf verwiesen, dass ich Lethe anders gelesen habe, als Sie Ihn zitiert haben. Das ziehe ich hiermit aber zurück, denn da habe ich mich verlesen! Das bitte ich zu entschuldigen. Ansonsten habe ich wiederholt was Fakt ist, denn der meiste Missbrauch (auch in der Familie) wird nicht von Pädophilen begangen. Warum Sie aber meinen, sich aus dem Blog verabschieden zu müssen, verstehe ich nicht und finde ich auch schade. By the way: Ich finde es gut, dass Sie etwas wissenschaftlichen Background in die Diskussion bringen möchten, aber dabei sind Sie zu Beginn alles andere als wissenschaftlich vorgegangen. Zahlen in den Raum zu stellen, zunächst nicht zu belegen und dann (auf Nachfrage) zu korrigieren ist keine wirklich seriöse Vorgehensweise. Oder sehen Sie das anders?

Ich würde mich freuen, wenn Sie trotz unserer eventuell unterschiedlichen Ansichten, dieser Disussion erhalten bleiben würden.

Gruß, RTF

alalue 07.03.2014 | 16:13

Das ist nicht wahr, das ist nicht wahr, das ist nicht wahr.

Das können Sie in jedem Wahrscheinlichkeitstheoriebuch nachlesen, und Gauß, der Konstrukteur der Normalverteilugn, hat das auch schon gesagt.

Die Güte der Schätzung hängt nicht von Verhältnissen der Stichproben untereinander oder zur Grundmenge ab, sondern von der absoluten Anzahl der Fälle: Gesetz der großen Zahlen.

Ab 2000 ist die Wahrscheinlichkeit, die gegebenen Wahrscheinlichkeiten zu treffen, bei 95%, oder 98, weiß nciht mehr so genau.

Also hängt es von der Zahl der Mißbrauchsfälle ab, aber in den Tausendern dürfte die auf jeden Fall liegen.

Und die Abweichung kann sowohl nach oben wie nach unten gehen. Bei diesen Daten können Sie eine Gleichheit sicher ausschließen.

Getrickst wird dort, wo es sich lohnt. Bei Gentechnik, bei Medikamenten. Gerade die Sozialforscher sind inzischen so sensibilisiert, daß die auf alles achten. Oder können Sie sich v0rstellen, daß der Autor dieses Blogs seine Clientel in die Pfanne hauen möchte ?

Wegen Zurückziehen: was soll man noch sagen und erklären, wenn die eigentlich widerlegten Argumente immer wieder kommen ? Bin ich eine Schallplatte mit Sprung ?

alalue 07.03.2014 | 16:25

Okay: zuerst habe ich nur geschätzt, hatte aber einen Denkfehler drin:lange nciht mehr gemacht.

Den habe ich korrigiert. Entschuldigung. Hätte mir mehr Zeit nehmen sollen.

Der Kern meines Blogs und meiner Plärrerei hier

https://www.freitag.de/autoren/alalue/paedophilie-und-moralphilosophie

ist die Einsicht, daß trotz der größeren Anzahl der normalen Täter der prozentuale Wert bei den Ps größer ist, und zwar zwischen diesen 2 und 10%. Wenn Sie sich das Autobeispiel oben in Ruhe durchlesen, erkennen Sie es vielleicht. Wenn nicht, kann ich auch ncihts machen. Allerdings habe ich einen Fehler drin: jeder 100.te Sportfahrer baut einen Unfall im Jahr. Jeder 1000te Normalfahrer, aber weil die Sportfahrer nur 1% sind, machen die trotzdem nur 10% der Gesamtunfälle aus.

Wenn man nun die Zahl der Unfälle verringern möchte, dann ist es effektiver auf die mit der größeren Wahrscheinlichkeit zu achten, auch wenn die absolute weniger Unfälle bauen. Die anderen sind ja auch 100mal mehr. Was soll man noch sagen ?

Angenommen, die Autofahrer nehmen Kinder zur Schule mit. In einem Sportwagen ist die Unfallhäufigkeit 10 mal so groß, aber weil es weniger sind, gibt es weniger Unfälle mit diesen. Also sollen die Kinder bei den Normalautos besonders vorsichtig sein, weil da ja mehr unfälle geschehen, oder was ?

Bin ich der Schwarze Ritter ?

Lethe 07.03.2014 | 16:35

Gesetz der großen Zahlen: die relative Häufigkeit eines Zufallsereignisses pendelt sich um die theoretische Wahrscheinlichkeit des Zufallsereignisses ein, wenn das zugrundeliegende Zufallsexperiment genügend oft ohne Veränderung des experimetellen Versuchsaufbaus wiederholt wird.

Ich sehe noch nicht mal theoretisch, wie Sie davon ausgehend zu Ihren Aussagen über Pädophile kommen, die zur Erfüllung der Voraussetzungen alle mechanistisch programmierte, streng determinierte Roboter sein müssten, die strickt ihren eineindeutigen Programm folgen. Tun sie aber nicht und damit ist eine Bedingung, der unveränderte Versuchsaufbau, gar nicht gegeben.

Rufus T. Firefly 07.03.2014 | 16:45

Ich hatte ihren Blog gelesen, kam aber leider nicht dazu ihn zu kommentieren. Das geht mir öfter so. Ich konnte den Inhalt auch nachvollziehen (ein bisschen Statistik hatte ich auch mal^^). Aber wo wollen Sie mit dem Ergebnis nun hin, im Bezug auf die Diskussion? Die einzige Aussagekraft, die ich darin sehe, ist, wie ich oben schon erwähnte, dass Pädophile einem 2-10 mal höheren Risiko unterliegen, einen Missbrauch zu begehen. Und auch hier kann man die allgemeine Aussagekraft anzweifeln. Ich glaube der Kommentator Heinz hatte in ihrem Blog darauf verwiesen. Aber selbst, wenn das nicht angezweifelt wird, welche Erkenntnisse in Bezug auf die Diskussion kann man daraus gewinnen bzw. was wollen Sie damit aussagen? Miauxx fragte das weiter oben auch schon mal.

alalue 07.03.2014 | 16:48

Es gibt bei Wahlen sogenannte Prognosen. Die zahlreichen menschlichen Eigenschaften und Tätigkeiten werden auf das Ergebnis: welche Partei würden Sie wählen ? reduziert. Die Befragten sind keine Roboter, machen alle verschiedene Dinge, aber die Ergebnisse sind recht verläßlich.

Die einzelnen Gründe, Verläufe, Schicksale, die zu Täterschaft oder nicht führen, sind sehr verschieden. Aber bei großer Zahl, 200.000 in Deutschland sind Pädophile Männer, können statistische Aussagen getroffen werden.

Sie wollen die ganze Sozialstatistik in Frage stellen ?

Das hätten Sie gleich sagen sollen, dann hätte ich mir das alles sparen können. Mir ging es um Aussagen unter der Voraussetzung statistischer Methoden.

Google, Facebook und Co sammeln Daten und Daten und Daten, weil man damit sehr viel voraussagen kann, worauf man so leicht sonst nciht kommt. Sie können denen ja sagen, das ist alles vergeblich, weil wir (noch) keine Roboter sind.

Die sagen dann aber: sind wir blöd und investieren, wenn es nicht genügend Beweise inzwischen gäbe, daß es schon funktioniert ?

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 16:56

Auch Mordlust ist nicht strafbar, wenn der Täter keinen Mord begeht.

*****

Man wagt es kaum zu sagen: Vielleicht sollte sich der Rechtsstaat – jedenfalls vorläufig, bis zum Beweis des Gegenteils – bei dem Beschuldigten Sebastian Edathy einfach entschuldigen. Er hat, nach allem, was wir wissen, nichts Verbotenes getan. Vielleicht sollten diejenigen, die ihn gar nicht schnell genug in die Hölle schicken wollen, vorerst einmal die eigenen Wichsvorlagen zur Begutachtung an die Presse übersenden.

http://www.zeit.de/2014/10/staatsanwaltschaft-fall-edathy/seite-3

alalue 07.03.2014 | 17:06

Zuerst geht es um die Feststellung von Tatsachen. Nicht nur die Pädophilen unterliegen dem Risiko ihrer Täterschaft, die potentiellen Opfer auch.

Am effektivsten wäre natürlich vorurteilsfreier Umgang, den man den Bildlesern erst mal beibringen muß, mit Therapiemöglichkeiten (nicht nur für die Bildleser, auch für die Philen) usf usf.

Bis dahin, und eventuell auch nachher noch, ist Gefährdungspotential gegeben. Fertig. Es existiern Ungerechtigkeiten, gegen die man kaum was machen kann.

Weil der Tenor hier ist: wenn alle so schlau und so tolerant und aufgeklärt wären wie wir, dann wäre alles gut. Es wäre aber nicht alles gut, es gibt noch schwierigere Probleme. Nur um es zur Kenntnis zu nehmen.

Und die Aussage des Autoren: jedem P sollte jedes Amt offenstehen. Also auch Lehrer..... .

Da braucht es noch einen Lernvorgang: bei aller Toleranz, es gibt Grenzen. Und dann: obwohl ich so einen nicht als Lehrer haben möchte, akzeptiere ich ihn sonst schon voll.

Das ist nämlich echte Toleranz, und das muß man erst mal schaffen. Ich schon. Gruss

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 17:11

danke ... schön, mal wieder meine meinung mit dir teilen zu können:-)))Bitte entschuldigen Sie, Herr Edathy

Das Recht lebt von klaren Grenzen zwischen erlaubtem und verbotenem Verhalten. Wer nichts Strafbares tut, den darf die Justiz nicht verfolgen. Im Fall Edathy wurde diese Regel missachtet –Einspruch eines Bundesrichters

http://www.zeit.de/2014/10/staatsanwaltschaft-fall-edathy

alalue 07.03.2014 | 17:36

Weil hier so getan wird: es ist nichts los, es kann nichts passieren, es ist so wie alles. Ist es eben nicht. Nicht ganz. Und das erfordert ein paar extra Anstrengungen, und wenn sich ein paar doch fürchten, kann man das nicht einfach als dumm und bildleser abtun. Einfach auf Konfrontation gehen hilft nichts, man muß die auch verstehen, und Argumente für die suchen. Die sind aber nicht: es ist gleich.

Und die Verfälschungen und Verdrehungen, in meinen Augen, die die Statistik als nicht zuständig erklären will, damit ja alles gut ist. Es ist nicht gut, es ist ein Problem, und eventuell bleibt uns nichts übrig, als mit dem Problem zu leben.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 17:57

ja, wer weiss, was noch kommt ... irgendwie - selbst wenn dieser blog über pädophilie schreibt - ist der zusammenhang zu edathy (und themenauslöser in der öffentlichkeit) perfekt gelungen ... ich möchte die beiden "themen" NICHT zusammenbringen >>> so als wäre jedes thema über "lenin" von dem thema "syphilis" dominiertder facebook-eintrag erinnert mich eher an veröffentlichungen von snowden ... (dessen sexualität noch gar keine rolle spielte;)))Sebastian Edathy

to whom it may concern: the papers with the whole story are located in a lot of different places and will be published the moment sth happens to me

https://www.facebook.com/edathy/posts/683753735020730

Lethe 07.03.2014 | 18:16

Google, Facebook und Co sammeln Daten und Daten und Daten

Das ist richtig, nur dass bei denen die Probengrößen in die Milliarden gehen. Und trotzdem habe ich noch nie eine Ware gekauft, weil mir personalisierte, angeblich genau auf meine Bedürfnisse abgestimmte Werbung dafür eingeblendet wurden. Google und Co zielen darauf, den Rahm abzuschöpfen, da ist es nicht wichtig, dass mal eine Millionen Leute durch die Maschen schlüpfen. Und sie ignorieren, wie die gesamte Werbung, einen weiteren Sachverhalt: das Werbung ihrer Sache schädlich sein kann. Sobald mich eine Werbung auch nur andeutungsweise nervt, z.B. dadurch, dass sie da steht, wo ich keine erwarte, ist das ein Ausschlusskriterium für den Kauf der beworbenen Ware. Soviel zum Nutzen von Statistiken im Einzelfall.

Sie wollen die ganze Sozialstatistik in Frage stellen ?

Na gut^^ schaffen wir die Einzelfallbetrachtung ab, wozu brauchen wir Richter und Gerichte. In den Statistiken ist doch die Wahrheit über jeden einzelnen Menschen enthalten^^ wir erheben also die Statistiken zum Maß aller Dinge, und schon brauchen wir nur noch alle Pädophilen und alle Roma wegzusperren. Na ja, die Roma stehen hier, weil Ihre Argumentation eins zu eins auf sie übertragbar ist. Als Roma hast du nunmal eine statistisch höhere Wahrscheinlichkeit, in Kleinkriminalität zu verfallen oder ins organisierte Verbrechen zu rutschen.

Wir brauchen im Prinzip nur noch alle Gruppenklischees zu sammeln und haben unser neues Strafgesetzbuch.

Rufus T. Firefly 07.03.2014 | 18:29

Schnelle Antwort: Bezüglich der Wichtigkeit von Akzeptanz sind wir einer Meinung. Auch wenn die Toleranz mit der Akzeptanz vom Wortsinn her nichts zu tun hat, bei ihr geht es um das "ertragen","erdulden" (klugscheiss). Wichtiger, menschlicher und zielführender als die Toleranz, ist Offenheit UND Akzeptanz. Wurde hier auch schon erwähnt. Vielleicht kommen wir ja mal dahin, dass Toleranz auch gleichbedeutend ist mit Akzeptanz und Offenheit, und so wie Sie es nennen zur echten Toleranz wird. Zu wünschen wäre es.

Ein vorurteilsfreier Umgang ist auch für die Versachlichung der Debatte wichtig. Aber meine Meinung geht hier in eine ähnliche Richtung, wie die von Miauxx ("suggestives Gift") im Nachbarblog. Ich denke, dass einige ihrer getroffenen Aussagen und Vergleiche eine vorurteilsfreien Umgang (zumindest für den geneigten Leser) und damit eine sachliche Diskussion erschweren, da sie ein allgegenwärtiges Bedrohungsszenario für Kinder durch Pädophile inszenieren, was in der Realität so nicht existiert. Zur Verdeutlichung ihr Vergleich aus ihrem Blog-> Sehr hilfreich bei solchen Überlegungen ist die Konstruktion extemer Fälle. Angenommen, eine Schule stellt nur pädophile Lehrer ein, weil die sonst keine Arbeit finden. Würden Sie Ihr Kind in eine solche Schule schicken ?

Das ist suggestiv, tendenziell, inklusive einer rhetorischen Frage (vgl. Bild), trägt m.M.n. zu einer Hysteriesierung, statt einer Versachlichung und Vorurteilsfreiheit der Debatte bei und ist damit alles andere als hilfreich. Vielleicht morgen noch mehr dazu. Soweit danke ich Ihnen aber erstmal für das Gespräch!

Schönen Gruß, RTF

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 18:43

Du willst die Themen nicht zusammen bringen, ich auch nicht, das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland sieht das auch nicht vor; aber irgend jemand war so hinterfotzig, das vorsätzlich zu tun, um daraus politisches Kapital zu schlagen.

Die gesamte Diskussion - bei facebook bin ich nicht - dreht sich eigentlich nur darum und die Pädophilie ist lediglich der Treibstoff dafür.

alalue 07.03.2014 | 19:35

Wenn Sie über längere Zeit vergleichen, heißt das:

bei 1000 Lehrern, die auch Familienväter sind, ist ein gewisse Rate Mißbrauch dabei. Allerdings noch weit weniger als eh schon, weil die meisetn ja auf ihre eigenen Kinder reagiern.

bei 1000 pädophilen Lehrern ist die Rate insgesamt höher, und wenn sie nicht selber auch noch Familienväter sind, noch höher.

Es hat keiner, nicht mal Sarrazin, und der ist schon blöd genug, behauptet, anhand von statistischen Daten kann man Einzelfälle vorhersagen. Das ist einfach Unsinn. Aber auf die Masse gesehen stellen sich diese Werte ein.

Und das ist so, und fertig. Kann man nun einfach sagen, das ist gleich, das macht nichts, wir sind ja keine Bild-Leser ?

Das war doch die Revolution damals in der Physik: man kann über die Bewegung eines einzelnen Gasteilchens nichts sagen, aber im statistischen Durchschnitt geben sich sehr genauer Gesetze.

Ich wurde mal von einem Polizisten angehalten, weil ich eine durchgezogene weiße Linie überfahren hatte. Das darf man nicht deshalb nicht tun, weil sonst im Einzelfall sicher ein Unfall geschieht, sondern weil statistisch mehr Unfälle geschehen als sonst, an diesen Stellen. Solche Optimierungen sind gang und gäbe und normal und üblich.

Also stellt sich die Frage, wie man mit dem Problem umgeht, habe ich dem Rufus auch schon geschrieben. Dazu muß man das Problem als solches erst mal erkennen und akzeptieren, und nicht die Augen verschließen.

Ich sage ja nicht, daß man die P wegschließen soll. Aber das Problem existiert, fertig.

alalue 07.03.2014 | 19:49

Der Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz ist nicht klugscheiß, sondern real. Ist der übliche Prozeß: sobald neue Tendenzen auftauchen, etwa Toleranz, entstehen feinere Verästelungen, mit denen man erst nicht rechnete. Ich sah bei Kumpels im Fernsehen, ich habe keinen, kurz eine Diskussion zwischen einem Trans und einem Bürger, der selber für sich diesen Unterschied reklamierte: er toleriert den anderen, akzeptiert ihn aber nicht, oder seinen Stil: schön geschminkt und bunte Perücke. Toleranz heißt: der andere darf es machen, wahrscheinlich aber nicht zu aufdringlich, aber wenn er seine Kinder so sehen würde, oder selber bei sich solche Wünsche entdeckte, hätte er ein Problem. Das ist aber ein inkonsequenter Übergangszustand, besser als abschlachten oder kastrieren, aber noch nicht das Gelbe vom Ei.

Mir ging es , in meinem Blog, um eine Vervollständigung der Tatsachen: nicht darum, auf jeden Fall und um jeden Preis gewiesse Vorgaben zu erfüllen, und dazu auch Verfälschungen zulassen. Eine Art Brainstorming, und da kann man auch suggestive Aussagen zulassen und sich in aller Ruhe ansehen, welche sonstige Konsequenzen es hat.

Meine Aufrufe zur Reinerhaltund des deutschen Volkskörpers und Sicherung der Rassekultur mache ich anderswo, keine Sorge.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 19:57

Das kann ich verstehen, der Pöbel auf facebook fällt auf das Kalkül herein; ob die SPD-Oligarchen da nur reingefallen sind, wird sich zeigen - dumm gehandelt haben die allemal.

Ich fürchte, die öffentlichen Angelegenheiten, sprich Politik, sind im Moment überhaupt nicht mehr kalkulierbar, von Außenstehenden, wie uns, die wir die Politik verfolgen nicht, von anderen, die nur noch auf irgend ein Getöse reagieren, sowieso nicht.

Wer soll als junger Mensch dabei eine Perspektive für sein Leben entwickeln, wenn nur noch Chaos verbreitet wird und Politik/Verwaltung der Polis willkürlich erscheint.

Für junge Menschen heißt das: Nix wie weg hier!

CS Spuhr 07.03.2014 | 22:34

Und es ist doch das gleiche. Wer Pornographie konsumiert, bei der Kinder missbraucht wurden, hat sich straftbar des Missbrauchs dieser Kinder gemacht, denn er hat einen Markt für die Vergewaltigung dieser Kinder geschaffen. Das Argument: aber dieses Porno-Material gibt es ja schon, ist schon alt, also bin ich nicht schuldig, ist nicht zulässig.

Hier gibt es viele Klauseln weswegen sich Menschen die Kinderpornographie konsumieren schuldig machen könnten:

z.B. Unterlassene Hilfeleistung wenn man diese Pornos nicht zur Polizei bringt und Anzeige erstattet, Mittäterschaft wenn man Geld oder Tauschwaren für diese Pornos gibt, etc.

Das gleiche gilt übrigens auch für andere Arten von Mittäterschaft (z.B. für Snuff-Filme, für die Menschen getötet werden, die in den 90ern ein heisses Eisen in der Pornoindustrie waren). Wer solche Dinge ansieht, sich eventuell auch noch daran aufgeilt, und sie nicht zur Anzeige bringt ist genauso schuldig wie der Vergewaltiger, Kinderschänder, Mörder der die Sachen gemacht hat, und derjenige der die Filme gemacht und verbreitet hat.

Eberhardt 07.03.2014 | 22:52

Wenn Ihnen bereits die Ambivalenz in Kirchhoffs wohlreflektierten Gefühlen schwere Übelkeit bereitet

Sie haben mich nicht verstanden. Die Reflektion von Kirchhoff bereitete mir kein Übel sondern seine Misshandlung. Und was meine Frau angeht, hat sie mich als Einziger von ihrer Misshandlung erzählt, nur blieben die Details verschwommen in ihr Gedächnis. Ich habe immer versucht verständnisvoll zuzuhören. Als sie mir Gewalt antat, wusste ich, dass ich für den Grossvater bezahlen musste, für die Brutalität ihrer Eltern, für die von Arzt eingespritzten Beruhigungsmittel, die von der sogenannten "Hysterie" betäuben musste, usw. In gewissen ländliche Gebiete Anfang 80ger behandelte die Menschen wie Tiere... Nach zehn Jahren geduldigen Beistand, weil die Psychospezialisten nichts bewirkt hatten, habe ich sie gefragt mit einer ihrer Schwester darüber zu sprechen. Siehe da! Die zwei Jahre ältere Schwester sagte ihr, dass der Grossvater es bei ihr auch versucht hatte. Nur weil sie älter war und schneller lief, ist sie nicht misshandelt worden. So ein Austausch zwischen Geschwister ist wichtig, damit man mit dem Horror nicht alleine steht. Sind sie immer noch der Meinung, dass ich schwach im psychologischen Bereich bin?

Wenn ich von der Zerstörung der Gefühle spreche, dann meine ich das abgebrochene Ausreifen der Liebesvorstellung, die während der Jugend stattfindet und und so wichtig ist. So zum Beispiel meine Tochter, die nicht mir ihrer Mutter über Liebesbeziehungen sprechen kann und bei mir Rat sucht, wobei ich als Mann nur bedingt dafür tauge. Ich tue mein Bestes... So meine Erfahrung.

Wie definieren sie denn Liebe? Jemandem mit Gefühl und Zärtlichkeit in seiner Menschlichkeit zu erhöhen, das ist für mich Liebe. Manch Pädophiler wird wohl das Gleiche sagen, aber da belügt er sich selber und betrügt die Anderen. Er versucht sich einzureden, dass er Gutes tut, obwohl er einen Schwächeren ausnützt. Das ist keine Liebe, das ist ausbeutung.

Als solches ist er schuldig! In Anlehnung auf die Freudomarxisten der Mai-68 Bewegung versuchen unsere Psychospezialisten die Ent-schuldigung zu rechtfertigen. Das ist Quatsch. Ein Verständnis für die Täter sollte man schon aufbringen. Doch wer eine Straftat begeht, der sollte verurteilt sein. Im besten Fall, von sich selbst, nach rousseauscher/kantscher Weise. Durch ein von sich aus gehendes Bewusstsein, können Menschen für ihre "Sünden" um Vergebung bitten und so eine Wiedergutmachung einleiten. Da entscheidet jeder, wie es zur Versöhnung kommen kann. Ob privat oder politisch, wahrer Frieden hat diesen Preis (Warum geht denn Gauck einen Kranz niederlegen?). Rousseau sagte, den Kant als Newton der Moral bezichnetete: " Sobald man in sich eingeht, fühlt jeder was gut ist, unterscheidet jeder was schön ist".

Nur so kann ein wirklicher menschlicher Fortschritt stattfinden. Das meine ich als höhere Werte. Nix Superbia. Denn ich weiss, dass ich selbst Vergehen begangen habe. Sie kommen immer regelmässig vor meinen Augen zurück. Ich habe so gut wie möglich um Verzeiung gebeten. Und jeden Tag bewerte ich meine Taten, um eventuelle Korrekturen durchzuführen. Ich kann ihnen Sagen, dass meine fünfzehn Jährige kein Blatt vor dem Mund nimmt, weil ihre "Gedanken frei sind". Ich habe den höchsten Wert darauf gelegt, dass sie die beiden "Bauchnabel", die sie mit ihren Eltern verbindet selber schneidet. Das ergibt interessante Debatten. Aus diesem Grund gibt es keinen, der mich egozentrisch bezeichnen würde und belehrbar will ich jeden Tag sein, wenn die Argumente trifftig sind.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 23:33

"Und es ist doch das gleiche. Wer Pornographie konsumiert, bei der Kinder missbraucht wurden, hat sich straftbar des Missbrauchs dieser Kinder gemacht

Nein, hat er nicht. Hör auf mit solchen blödsinnigen Gleichsetzungen, die weder juristisch noch faktisch haltbar sind und nur der Stimmungsmache dienen.

"denn er hat einen Markt für die Vergewaltigung dieser Kinder geschaffen. Das Argument: aber dieses Porno-Material gibt es ja schon, ist schon alt, also bin ich nicht schuldig, ist nicht zulässig."

Juristisch nicht, moralisch schon.

"Hier gibt es viele Klauseln weswegen sich Menschen die Kinderpornographie konsumieren schuldig machen könnten: z.B. Unterlassene Hilfeleistung wenn man diese Pornos nicht zur Polizei bringt und Anzeige erstattet, Mittäterschaft wenn man Geld oder Tauschwaren für diese Pornos gibt, etc."

Ich habe nie einer Legalisierung das Wort geredet, sondern nur dem Unsinn widersprochen, dass es "das Gleiche" wäre wie Kinder missbrauchen. Es ist nicht das Gleiche, alle juristischen Gründe die du selbst anführst, sind keine einem Missbrauch vergleichbare Verbrechen.

Es ist vollkommen gerechtfertigt solche Fotos/Videos zu verbieten und ihren Handel zu unterbinden. Die Konsumenten gleichzusetzen mit Missbrauchern ist es hingegen nicht. Der Schaden den diese anrichten, ist, falls er überhaupt existiert, idR wohl sehr indirekt und theoretisch.

"werden, die in den 90ern ein heisses Eisen in der Pornoindustrie waren)."

Oder eine Medienente. Mein letzter Stand war, dass keines dieser Snuffvideos nachgewiesen werden konnte. Oder hast du seriöse Quellen dazu?

Hat aber natürlich einen schönen Gruseleffekt, weswegen alle Medien das kritiklos voneinander kopierten.

"Wer solche Dinge ansieht, sich eventuell auch noch daran aufgeilt, und sie nicht zur Anzeige bringt"

Und wenn er sie zur Anzeige bringt und sich trotzdem dran aufgeilt?

"ist genauso schuldig wie der Vergewaltiger, Kinderschänder, Mörder der die Sachen gemacht hat, und derjenige der die Filme gemacht und verbreitet hat."

Daher sind ja auch die Strafen darauf total identisch ;-)

Du lässt dich von deiner Abscheu treiben, nicht von rationalen Erwägungen. Von daher brauchen wir eigentlich auch nicht weiter diskutieren. Ich dringe offensichtlich gar nicht durch, mit meinen Argumenten.

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Ehemaliger Nutzer 08.03.2014 | 09:34

Sarrazin von der SPD ist kein Maßstab; auch geht es nicht um die "deutsche" Geburtenrate und einen unkontrollierten Kindersegen, sondern um das Klima, also die soziale Ökologie, in der wir leben.

Mit dem neuen Haushaltsplan will Schäuble mal wieder in die Sozialkassen grabschen und das ist Diebstahl am Besitzstand der Einzahler-Innen, die mehrheitlich nur untere Einkommen haben; die höhere Mütterrente, die eigentlich mit Steuern zu finanzieren ist, wird auch aus der Sozialkasse bezahlt.

Seit 1949 steht im GG der Artikel 3 und in D sind die Einkommen zwischen Männern und Frauen immer noch sehr unterschiedlich - das sollte am Frauentag auch mal erwähnt werden dürfen.

Die Sozialkassen gehörten schon lange reformiert, das hatten alle Politiker immer wieder vor sich her geschoben, bis es nicht anders ging, als so einen Stichtag zu setzen, bis zu dem die renten abgeschmolzen sein MÜSSEN - 2030!!!

In anderen Ländern gibt es dieses System nicht, dort bleibt dem Einzelnen aber mehr Netto vom Brutto, mit dem jede(r) dann selbst tun kann, was er/sie will.

alalue 08.03.2014 | 11:12

Na ja, wie sehen Diskussionen um Pädophilie in der Türkei, in arabischen Ländern, in Afrika, wo sie gerade auf die Homos losgehen, bei den US, in Rußland wohl aus ?

Da gäbe es gar keine, sondern wird gleich der Strick geholt.

Ein bischen Realitätssinn wäre schon gut.

Glaubt einer von Euch hier, daß es Foren in diesen Länder gibt, wie den FC ? Wo so viele solche Meinungen äußern ?

philipp9x 08.03.2014 | 11:52

- Worüber reden wir eigentlich? Es gibt Kinderporno-Konsumenten. Und es gibt Pädophile. Dasselbe ist das nicht.
- Daten von 75.000 überführten Kinderporno-Konsumenten in Zürich ausgewertet.

NINA APIN in taz 20.02.2014
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2014%2F02%2F20%2Fa0159&cHash=d863a155c132699d02263b65864bfad1

dame.von.welt 08.03.2014 | 12:02

Übrigens - weil ich ein "Wortmensch" bin: Mich nervt z. B. sehr bei Ihren Kommentaren der immer mal wieder auftauchende Verweis auf "feuchte Höschen" oder gar "geschwollene feuchte Höschen" bei jenen, die sich - via Pädophile - ihre eigene sexuelle Aufregung verschaffen. Das gibt es bestimmt auch, aber es ist so eine pauschale Verurteilung all jener, die da überhaupt Ablehnung oder Unbehagen oder gar Empörung äußen. Das weckt in mir - aus den gleichen Gründen wie oben angeführt - ein Unbehagen, einen Ekel.

Weil ich auch ein bißchen "Wortmensch" bin, wähle ich Worte meistens sehr bewußt. Geschwollene feuchte Höschen übrigens niemals, sondern geschwollenen/feuchten Schritt oder geschwollenen Schritt und feuchte Höschen.

Meine Wortwahl hat den Hintergrund, daß nachweislich 25% aller Männer beim Anblick von Kinderbildern in der Liga Familienfoto eine Erektion haben. Bei Frauen wird vergleichbare sexuelle Erregung ebenso vorhanden sein, es wurde bloß noch nie wissenschaftlich untersucht.

Wenn meine Wortwahl Unbehagen weckt, habe ich die richtige getroffen - sie beschreibt nämlich eine Vorstufe des Regelfalls sexualisierter Gewalt gegen Kinder, bekanntlich nicht von Pädophilen verübt.

Mir ist äußerst unbehaglich im Bezug auf unsere Gesellschaft, in der es jede Menge nicht-pädophile, a-soziale und psychisch verwahrloste Menschen gibt (s.a. die 10 Täterprofile von Volkmar Sigusch), die Kinder vergewaltigen, bloß, weil es so furchtbar leicht möglich ist. Ich habe den Eindruck, daß die an Familienfotos Erregbaren auch ganz genau die sind, die nun am lautesten 'Hängt Edathy!' schreien und liebend gern nur die Pädophilen für die gesamte Pädokriminalität verantwortlich machen würden.

Um neuerlichen Mißverständnissen vorzubeugen: ich meine damit ganz gewiß nicht Sie, auch nicht Scham über als Kind eingepinkelte Höschen o.ä. und auch nicht all diejenigen, die sich für ein Verbot von Posing-Bildern einsetzen.

Vielen Dank für die Beschreibung Ihres eigenen Ekels vor dem übergriffigen Onkel, diese Situation möchte ich gern als Beispiel nehmen (wieder, ohne Sie damit persönlich zu meinen).

Ich möchte wetten, daß es sehr viele gibt, die als Kinder ähnliche Erlebnisse unterhalb der Kategorie sexualisierter Gewalt hatten, oft ohne eine Mutter, die ekligen Küssen ruckzuck ein Ende setzte. Mal ganz abgesehen davon, daß sich eklige Küsse nicht selten auch zu gravierenderen Übergriffen entwickeln, fortgeführte Übergriffe dieser Art sind auch katastrophale Lektionen an Kinder im Bezug auf ihr mögliches eigenes Verhalten als Jugendliche und Erwachsene. Allein dadurch, daß Übergriffe auf sie stattfanden, rückt es viel näher in den Bereich der Möglichkeit, sich auch selbst übergriffig zu verhalten, der Onkel tat's ja schließlich auch und es hat niemanden gekümmert. Kommen noch Scham, Ohnmacht, Verdrängung des eigenen kindlichen Erlebens und die Erregbarkeit anhand von Kindern dazu, kann auch so etwas wie Rache oder der schräge Versuch einer Art Wiedergutmachung zu eigenen Übergriffen führen -> daraus wird der Regelfall der Pädokriminalität.

Die Fokussierung auf Edathy und auf Pädophile ist aus meiner Sicht eine Vermeidungsdiskussion.

Das auch zu Ich denke, die Konfrontation mit Pädophilie weckt darum dieses Unbehagen,das so leicht nicht aus der Welt zu schaffen ist. Ganz genau: Konfrontation mit der real existierenden Pädokriminalität, in der übergroßen Mehrheit begangen durch 'Normale', wird weiterhin aus der eigenen Welt herausgehalten, sie wird ängstlich vermieden oder mit Hilfe von Statistik wie bei Alalue beherrschbar zu machen versucht.

Pädophile haben keine Variationsmöglichkeit in ihrem Begehren, über das sie sich wesentlich bewußter sein dürften als die Inhaber besagter geschwollener Schritte und feuchter Höschen. Pädophile haben jede Notwendigkeit, mit ihrem Begehren bewußt umzugehen. Sie müssen Entscheidungen über ihr sexuelles Verhalten treffen. Womit ich nicht aussagen möchte, daß alle Pädophilen akzeptable Entscheidungen treffen.

Edathy hat sich sehr auffällig immer und immer wieder zu diesen Themen geäußert und immer in Richtung von "Mehr Kontrolle". Sowas ist schon psychologisch recht merkwürdig und das hat sie ganz gut gezeigt.

Das halte ich für insofern psychologisch recht merkwürdig, als Mariam Lau (und Sie in Ihrer Zustimmung zu ihrem °stimmigen Bild°) etwas sehr Naheliegendes gar nicht zu denken scheinen: Edathy hat sich (falls er pädophil ist, was wir nicht wissen), nach allem, was wir wissen, vergleichsweise verantwortlich verhalten, er hat wahrscheinlich sein eigenes Begehren auf Onanie anhand von Bildern beschränkt und sich als Politiker für Kontrolle, Vorratsdatenspeicherung und staatliche Machtausweitung eingesetzt. Er hat sich dafür eingesetzt, seinem eigenen Begehren (und dem aller Pädophilen) sehr enge Grenzen der Handlungen zu setzen. Das kann man als aktiven Versuch zum Kinderschutz verstehen (einer, den ich btw weniger für tauglich als für politisch hochgefährlich halte).

Das hat für mich wesentlich eher eine Logik als Mariam Laus infamer Nachruf auf den verbarrikadierten Dandy der Innenpolitik mit der großen Liebe Hund Felix, der nur deswegen im Innen-/Rechts-Ausschuß und vor allem im NSU-Untersuchungsausschuß °streng° war, weil er sein Begehren verschleiern und der Welt Deutschlands schmutzige Geheimnisse statt seiner eigenen vorführen wollte.

Mariam Lau hat sich über ihre eigenen schmutzigen Phantasien und über ihr Verhältnis zu Politik und Rechtsstaat ausgelassen (bei Zeit Online veröffentlicht unter der Überschrift °Fall Edathy°, °Wer die Schuld trägt° und °Highway to Hell°).

Thomas Fischer hat dazu alles Nötige mit großer sprachlicher und gedanklicher Klarheit geschrieben: Bitte entschuldigen Sie, Herr Edathy (bei Zeit Online erschienen unter der Überschrift °Justiz°, nicht unter °Wer die Schuld trägt° (unter der mehrere infame Artikel erschienen), nicht unter °Fall Edathy°, am ehesten noch über das Print-Archiv zu finden, weil keine Sekunde auf der ZO-Startseite, die vergleichsweise sehr moderate Diskussion wurde nach 138 Kommentaren begründungslos geschlossen. Wie schon geschrieben: Zeit goes Gosse)

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Ehemaliger Nutzer 08.03.2014 | 13:19

Sie wundern sich, warum ausgerechnet Sie sich für die Pädophile einsetzen (müssen)? Ja da kann man sich wundern, aber ich denk es liegt ganz schlicht dran, dass Sie sich eben auskennen und da sticht einen die Borniertheit und Verletzung der Menschenwürde in der öffentlichen Darstellung besonders arg. Ich dachte auch ich krieg zuviel, als die Parteifreunde in unnachahmlicher Selbstgerechtigkeit erklärt haben, "so jemand könne kein Volksvertreter sein." Ja wer denn? Der ders heimlich auslebt? Weil er eben mehr als Zigarette und Hund zu Hause hat? Oder die 70 % aller Eltern, die von sich selbst sagen, dass sie ihre Kinder auch körperlich strafen? Oder oder oder.

Aber dass man das so sieht, bei mir war auch sofort im Vordergrund, hallo er hat nicht mal Posing-Bilder bestellt, also wenn nichts anderes rauskommt, hat er sehr wohl versucht nicht von kriminellen Handlungen zu profitieren (auch wenn "normale" Bilder auch nicht in Ordnung sind, wegen mangelnder Einwilligungsfähigkeit der Kinder, aber das ist ja ein himmelweiter Unterschied zu Posingfotos oder gar abgebildeten Nötigungen/Vergewaltigungen), dass man das so sieht, überhaupt so denkt, liegt wohl daran, dass man sich mit dem Thema schon davor befasst hat, nehm ich an. Bei mir ist es nicht aus persönlicher Betroffenheit, sondern nur durchs Studium, aber wir haben ja den Artikel von Lau usw. auf Anhieb ähnlich gesehen.

Ich hab erst gestern kurz mit einer Freundin drüber geredet, die völlig verblüfft war (Unterschied zu Posing-Fotos), sie hat nur das "kinderpornographische Material" mitbekommen und ist eben von abgebildeten kriminellen Handlungen an Kindern ausgegangen. Natürlich ist das etwas, wogegen eine starke Abwehr hochkommt. Das ist ja auch gut so. Und weil alles vermischt wird in den Medien und sich alle so schön empören (ich denk nicht drüber nach, ich reg mich sonst nur wieder auf) ooooohne sich überhaupt damit zu befassen, geht es dann bei denen, dies hören, eben auch durcheinander und alles ist Kinderpornographie und damit immer auch zugleich kriminell und wirklich schlimm.

balsamico 08.03.2014 | 13:24

Als Mutter habe ich die Erfahrung gemacht, dass man oft, wenn man auch hier Vorsicht statt Nachsicht walten lässt, oft als verrückt abgestempelt wird, denn "der Onkel würde sowas niemals machen"...

So kann's gehen. Ich, als potentiell in Betracht kommender "Onkel," achte mittlerweile darauf, meinen Nachbarskindern nicht zu freundlich zu kommen. Besser, ihre Eltern halten mich für distanziert als für zumindest potentiell gefährlich.

Auch irgendwie nicht das Gelbe vom Ei.

dame.von.welt 08.03.2014 | 19:03

... zum anderen darauf, dass mir der Fall Edathy nicht so eindeutig erscheint, und ich deshalb ihr apodiktisches Urteil über ihn nicht teile.

Wo habe ich je den Anschein einer Eindeutigkeit über Sebastian Edathy (Fall ist aber bestimmt auch ein schöner Vorname) oder gar ein apodiktisches Urteil über ihn verkündet? Bitte mit link, danke - ich versuche seit Wochen, den vermeintlichen Eindeutigkeiten und apodiktischen Urteilen zu widersprechen.

... so kann, entgegen hier im Thread geäußerten Spekulationen, meiner Meinung nach auch künftig keine Analogie von Pädophilie mit Heterosexualität oder Homosexualität gezogen werden, jedenfalls solange wir Kinderrechte im Blick haben.

Ich gehe bei Ihnen von bewußter und fachlich wohlinformierter Wortwahl aus und bin, vorsichtig formuliert, befremdet, daß Sie *Pädophilie* statt der zutreffenden Begriffe *Pädosexualität* oder *Pädokriminalität* einsetzen.

Selbstverständlich kann heterosexuelles, homosexuelles und pädophiles Begehren miteinander verglichen werden. Auch pädokriminelle Handlungen können mit homo- und heterosexuellen Handlungen verglichen werden. Entgegen landläufiger Meinung ist ein Vergleich keine Analogie und schon gar keine Gleichsetzung, sondern man kann durch Vergleich die Unterschiede zwischen Äpfeln und Birnen herausarbeiten.

1. Begehren ist Begehren und immer Privatsache, jedes noch so abseitige Begehren ist legal und legitim - alles andere läuft auf Gedankenkontrolle hinaus.

2. Einvernehmliche sexuelle Handlungen mit anderen Personen sind für Hetero- und Homosexuelle legal und legitim, bzw. bei Homosexualität spricht sich das außer bei Matussek & Co allmählich auch mal rum.

3. Für Pädophile sind sexuelle Handlungen an Kindern unter allen Umständen illegal und illegitim.

4. Für alle 'normalen' wie für alle noch so perversen Formen von sexuellem Begehren ist Monosexualität aka Onanie als Handlung legal und legitim. Eine Erkenntnis, die ich mir auch bei so manchem heterosexuellen Mann wünschen würde, dann gehörten nämlich auch Slutwalks et al der Geschichte an.

5. Die mehrheitliche gesellschaftliche Ächtung von Pädophilen völlig unabhängig von ihren Handlungen entspricht der von Homosexuellen in weiten Teilen der Welt heute und in unseren Breiten vor 40 Jahren (den Unterschied finden Sie unter Punkt 2+3).

Sie delegitimieren aber bereits pädophiles Begehren, indem Sie es mit illegitimen und illegalen Handlungen gleichsetzen, meinen Widerspruch dagegen mittels allerlei an Unterstellung zu diskreditieren versuchen und über philosophische Reigen zur Übertretung von Verboten in Folge von pädophilem Begehren mutmaßen (dazu später).

Sie: Gegen „inneren Volksgerichtshof“ verwahre ich mich, selbst wenn mich der abstruse Vergleich mit Freisler nicht treffen sollte.

In der Tat, Sie waren nicht gemeint, ich rechne Sie eigentlich nicht zum pöbelnden Kommentariat, das Edathy gern stellvertretend für alle Kinderficker hängen sehen will. Das pöbelnde Kommentariat und Teile der Journaille richten Edathy auf der Ebene vermeintlicher Legitimität, dabei ist man kaum über die Gesetzlosigkeit der Blutrache hinaus.

Sie: Dass Sie dabei gerade jene Empathie vermissen lassen, von der Sie zu Recht meinen, sie sollte (allen?) Opfern zuteil werden, bestätigt doch nur, dass Empathie nicht ohne „coolness““, auskommt. Also, Madame, reden Sie meinetwegen von „inneren Gerichtshöfe“. Lassen sie diese Nazi-Vergleiche einfach sein

Sie mögen meine Formulierung der °inneren Volksgerichtshöfe° für abstrus und unverhältnismäßig halten, werden mir aber bitte meine Sicht und deren Äußerung zugestehen, ohne mir Empathie mit den durch Freisler Abgeurteilten abzusprechen. Meine Wortwahl u.a., weil vergewaltigte Kinder und als Kinder Vergewaltigte trotz 3 Jahrzehnten öffentlicher Diskussion im Regen stehen, in jeder Hinsicht. Sie werden auch bei jeder Diskussion über sexualisierte Gewalt unter Forderungen brutalstmöglicher Aufklärung mitverhandelt und (falls sie Widerspruch gegen ihre Instrumentalisierung erheben) niedergebrüllt, persönlich angegriffen, lächerlich gemacht, zu diskreditieren und mundtot zu machen versucht, in die Beklopptenpfanne gehauen und in mehrerlei Hinsicht erneut benutzt. Sehen Sie nun einzwei Parallelen zu Freislers Verhandlungsstil?

Ihr Hinweis auf das Kinder- und Jugendschutzgesetz mag zwar kinder- und opferschützend gemeint sein, kann aber gegen diese Rechts-, Wert- und Moralvorstellungen und auch gegen die grundsätzliche Täterorientierung des Strafrechts wenig bis gar nichts ausrichten (einer der Gründe, warum ich das Strafrecht zur Prävention von Pädokriminalität für bestenfalls untergeordnet geeignet halte, was ich hier aber nicht nochmal ausführen werde).

Was bringt Sie eigentlich auf den dünnen Ast, ich sei beim Themenkreis sexualisierte Gewalt mit „coolness““ ausgestattet? Bitte klemmen Sie sich in Zukunft Ihre Spekulationen über meine Emotionen und konzentrieren sich bitte auf das, was Sie von mir textgenau lesen können, ohne Klitterungen und Unterschübe. Allzuviel Empathie kann ich an Ihren mehr oder minder subtilen persönlichen Angriffen übrigens nicht entdecken. Die ich von Ihnen aber auch weder erwarte noch wünsche, wohl aber ein Minimum an Redlichkeit in der Auseinandersetzung.

Es gibt in Ihrem Kommentar abgesehen davon viel, dem ich zustimme.

Sie sind aber an einem weiteren Punkt auf dünnem Eis, Sie schreiben:

Doch bezog Edathy fünf Jahre lang Ware bei jenem Kanadischen Unternehmen, das u.a. wegen des Verkaufs schlimmster Kinderpornographie aufflog. Dass Edathy wusste, dass er auf keiner gewöhnlichen Onlineshopping -Mall unterwegs war, dafür braucht es nicht noch den Hinweis der Ermittlungsbehörden „auf seine Vorgehensweise“.

Bei der denkwürdigen Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Hannover lagen Beispiele für die von Edathy bei Azov-Films gekauften 'Schriften' für die versammelte Journalistenschar vor, bei SPON gibt es irgendwo einen filmischen Zusammenschnitt davon (leider habe ich mir den link nicht aufgehoben und finde ihn nicht wieder). Edathy hat bei Azov-Films Abbildungen gekauft, die bis vor wenigen Jahren in Form von FKK-Heften in jedem schlechteren Zeitungsladen zu haben waren, desweiteren hat er nach Erkenntnissen der Springerpresse Filme bei einem weiteren Portal gekauft, das als 18+ ausgewiesene 'Teenboys' in weit eher als Pornographie zu wertenden Darstellungen zeigt.

Azov-Films hatte 2005 das erste Mal mit der kanadischen Polizei zu tun (ohne Ergebnis), Brian Way stand 2009 in einem Urheberrechtsstreit mit einem Konkurrenten vor Gericht (der gegen Azov geklagt hatte), im Rahmen dessen es nicht um die Strafbarkeit der verkauften Filme in Sachen schlimmste Kinderpornographie ging, sondern um unrechtmäßige Weiterverbreitung von FKK- und Posing-Filmen. 'Kinderpornographie' ist aber meines Wissens auch in Kanada kein Antragsdelikt, sondern eins, das von Staats wegen verfolgt werden muß. Sprich: bis mindestens 2009 gab's bei Azov höchstwahrscheinlich nichts Illegales zu kaufen. Erst nach diesem Urheberrechtsstreit, nämlich 2010, fingen die Ermittlungen der Operation Spade an, Edathys letzte Bestellung war 2010.

Meines Wissens wurde im Rahmen der Operation Spade bei einem (1) Azov-Kunden schlimmste Kinderpornographie sichergestellt. Azov-Films selbst werden meines Wissens Gesetzesverstöße vorgeworfen, nachdem dort ab 2009/10 (aufgrund von mangelndem Nachschub) Filme verkauft wurden, die aus Zusammenschnitten voriger, für legal befundener Posing-Filme bestanden, aber in Form der zusammengeschnittenen Fokussierung auf Kinderpenisse die Grenze zur Illegalität überschritten. Schlimmste Kinderpornographie war meines Wissens nicht darunter (u.a. aus Recherche auf Plattformen, die ich hier nicht verlinken werde, nachlesen können Sie größere Teile aber bei Globe and Mail oder bei Wikipedia) Sollten Sie andere Erkenntnisse haben, bitte korrigieren Sie mich mit Hilfe valider Quellen.

Langer Rede, gar kein Sinn: nein, Herr Edathy bezog nach dem, was wir wissen können, wahrscheinlich keine Filme von Händlern schlimmster Kinderpornographie.

Der allergrößte Teilschlimmster Kinderpornographie wird mit der heimischen Webcam von den Vergewaltigungen eigener oder anvertrauter Kinder erstellt, sie wird nicht verkauft, sondern dient als Eintrittskarte für paßwortgeschützte klandestine Plattformen und wird dort gegen andere Gewalt-Dokumentationen getauscht, bzw. es werden auf Bestellung Kinder gefickt und gefilmt. Außerdem gibt es viele vor Jahrzehnten gedrehte Dokumentationen sexualisierter Gewalt gegen Kinder, die seitdem kursieren. Das dürfte sich seit Ursula von der Leyens KiPo-Sperren-Zahlen-Klitterungen auch nicht wesentlich geändert haben, UdoVetter, Alvar Freude und Malte Welding dazu.

So lange man aber Posing-Filme und -Bilder für schlimmste Kinderpornographie und Pädophilie (im Gegensatz zur Pädokriminalität) für den Hauptskandal hält, kann und wird sich nichts ändern, im Gegenteil. Ich wette, daß sich durch die Edathy-Diskussion so manche Onion-Plattform, in Folge dessen auch vergewaltigte und durch's Heimkino doppelt mißbrauchte Kinder vermehrter Inanspruchnahme °erfreuen°. Wobei ich, um neuerlichen Mißverständnissen vorzubeugen, für ein Verbot kommerzieller Posingabbildung Minderjähriger zu haben wäre, auch auf Laufstegen, Facebook, in Miniplaybackshows, Werbung etc.etc. Das scheint mir sternfern.

Es scheint so zu sein, daß ich es eigens schreiben muß: die gefilmte sexualisierte Folter von Kindern, verharmlosend auch 'Kinderpornographie' genannt, unterläuft jedes Recht, jeden Wert, jede Moral. Auf diese Weise doppelt mißhandelte Kinder haben vermutlich zusätzlich zu ihrer direkten Gewalterfahrung verschlechterte Chancen auf Genesung, weil die Abbildungen ihrer Gewalterlebnisse weiterhin als Wichsvorlage und als Tauschwährung dienen. Ich weiß nicht, ob irgendjemand so souverän mit eigenen Gewalterfahrungen umgehen lernen kann, daß die dauerhafte Vorenthaltung jeglichen Schambereichs keine allzu große Rolle spielt. Die Hoheit über den eigenen Schambereich spielt für Betroffene sehr oft eine große Rolle.

Und nein, ich philosophiere garantiert nicht über die Übertretung dieses und jeden anderen Verbots sexueller Handlungen Erwachsener an Kindern, noch rede ich irgendetwas dieser Art das Wort. Ganz sicher nicht, indem ich gegen die offenbar gewünschte Gedankenkontrolle von Begehren und gegen Vorverurteilungen aller Art anschreibe.

Und: wie überflüssig, daß ich Zeit und Energie auf den Widerspruch gegen Ihre Unterschübe aufwenden mußte. Ich hoffe, ich konnte Ihnen meine Haltung deutlich machen, etwaige Mißverständnisse ausräumen und bitte um Verzeihung wegen der Länge. Sollten Sie mir ein drittes Mal mit solchen Unterschüben aufwarten, werde ich jeden Austausch mit Ihnen beenden.

dame.von.welt 08.03.2014 | 19:15

Wie definieren sie denn Liebe?

Liebe Deinen Nächsten (Achtung, jetzt kommt der meistignorierte Halbsatz in unsererm Kulturkreis->) wie Dich selbst. Besser geht nämlich nicht, ausgeschlossen.

Tut mir sehr leid, falls ich Sie vorschnell mißverstanden haben sollte. Ich habe größte Aversionen gegen so manche 'christliche Psychologie', z.B. gegen die von Bert Hellinger. Nix für ungut und alles Gute für Sie, Ihre geschiedene Frau und Ihre Tochter.

alalue 08.03.2014 | 19:15

Was ist an Springer so schlimm ?

Seine Tierethik ist ganz gut, entspricht in etwa dem Buddhismus: Mitgefühl mit allen fühlenden Wesen. Ist sogar viel besser als die übliche speciestischtische Ethik.

Da auch Behinderte fühlen, ist der Fall hier doch auch klar. Ansonsten muß man es halt ergänzen: Menschen haben immer das volle Recht, unabhängig von gewissen Defiziten.

Meine Mördervölker wäre durch ihn ja auch geschützt: die fühlen Schmerz, Bewußtsein, alle Qualitäten.

Eberhardt 08.03.2014 | 19:27

Alles gut!

Nein, ich habe kein Buch über "chrsitliche Psychologie" sondern eins über die "Psychologie der Christenheit" geschrieben. Da wird ins Detail erklärt, wie die Institution (Christenheit) seit Paulus von Tarsien die Menschen in besonderer Weise pervertiert haben und das im Gegensatz zu den von Jesus Lehren. Wenn sie Französisch lesen, schicke ich ihnen die Datei gerne zu, wenn sie mir ein E-mail schicken (Startseite meiner Webseite).

Eberhardt 08.03.2014 | 22:00

Ach Ja, ich habe vergessen genau anzugeben, dass die psychologie der Christenheit nicht nur in den Kirchen zu begegnen ist, sondern in alle heutigen Institutionen wie Universitäten, Medien, Staat, politische Parteien (inkl. die Kommunistischen oder Anarchistischen), Firmen, Gerichte, usw. die von den Neu-Pharisäer geleitet werden. Der Ursprung der Gedankenmuster unserer heutigen Gesellschaft befindet sich ziemlich klar auf der Hand in den "Briefen" von Paulus zu lesen. Es ist verbluffend festzustellen, dass kaum einer sie mit den Augen des Soziologen oder Psychologen liest.

Wenn wir unsere Gesellschaft verbessern wollen, dann müssen wir mit diesem System aufräumen!

Eberhardt 09.03.2014 | 00:19

Haben Sie einen Vorschlag, wie man der Problematik gerecht werden könnte?

Sowohl das Problem seiner eigenen Angst wie auch das der sexualisierten Gewalt kann man nur wirklich beikommen, wenn man ein bißchen Abstand nimmt und auf der höchsten Wahrnehmungsstufe eine Untersuchung durchführt, die der soziologischen und philosophischen Entwicklung unserer Gesellschaft. Entschuldigen sie mich wenn ich vielleichtzu weit für ihr Empfinden ausholen sollte, aber wenn wir nicht die Grundlagen unserer Zivilisation aufdecken, kommt es unweigerlich zu immer wiederkehrende Gewalterscheinungen und die Angst davor.

Pädophilie und Vergewaltigung existieren mit ihren Besonderheiten in allen Teile der Welt. Ob Mädchen der niedrigsten Kasten den Tempeln „geschenkt“ werden oder sie als Kind in islamische Staaten zwangsverheiratet werden, fast überall wird die Unterwürfigkeit der Schwachen (Kinder und Frauen) festgelegt. Doch verfallen diese Erscheinung zu Gunsten des sich allgemein verbreiteten westlichen Lebensstils.

Letzterer impliziert auch die Konsumgesellschaft (für die die es sich leisten können, versteht sich). Alles wird zur Ware, inklusive der Mensch, den man begehren kann/soll (siehe Werbung, Filme, usw.). Im Gegensatz zum viktorianischen Kapitalismus, der den Konsum nur für die Wohlhabende erlaubte, hat der Nachkriegskapitalismus mit Hilfe der intellektuellen Vorarbeit der Freudomarxisten jegliche Form des Genusses als Befreiung gefeiert. Dazu gehörte unter anderem die „sexuelle Befreiung“ der Mai-68 Bewegung. Da haben viele mitgemacht. Sartre z. B. Vergewaltigte die Studentinnen von seiner Frau Simone de Beauvoir mit ihrer Hilfe. Deleuze und Guattari priesen im „Anti-Oedipus“ den zwanglosen sexuellen Konsum. Adorno und Horkheimer feierten de Sade, der die jungen Mägde in seinem Garten nachdem sie Mißhandelt wurden begrub und Nietzsche, der nicht „ohne Peitsche zur Frau“ ging. Heute haben wir den franz. Hedonisten Michel Onfray. Die Jünger dieser Intellektuellen sind die maßgebende Veranstalter der Medienprogramme. Man brauche nur zu sehen wieviel Voyeurismus und Sexteasing sogar auf sogenannte seriöse Medien, z. B. Der Spiegel, angeboten werden.

Die Freudomarxisten haben die Moral so sehr herabgewürdigt, daß uns schwer fällt einen ethischen Rahmen aufzubauen. Wenn sogar ein Schriftsteller wie Bodo Kirchhoff (Link den mir netterweise Dame von Welt gegeben hat), der selber mißhandelt wurde, vom „liebenden Pädophilen“ spricht, dann sieht man wie sehr die Orientierungslosigkeit die Situation beherrscht. Dazu haben auch die Psychospezialisten beigetragen, denn sie verbreiten willentlich oder unbewußt freudomarxistische Amoral. Viele von ihnen haben einfach die Machtmittel der Priester übernommen, ohne wirklich befreiende Aufklärung zu leisten. Denn geheilte Menschen brauchen nicht mehr zurück zu kommen. Nicht nur ihrem Überheblichlkeitskomplex sondern auch ihrem Einkommen würde es beeinträchtigen.

Aber es gibt einen Weg aus diesem Schlamassel. Den Rousseauschen und Kantschen von dem ich der Dame von Welt hier schrieb (EBERHARDT07.03.2014 | 22:52): die selbst aufgebaute Ethik, die ich mit ziemlich gutem Erfolg meiner Tochter vermittelt habe. Seit ihrem 5. Lebensjahr zeige ich ihr welche psychologische Machtverhältnisse sich zwischen Menschen aufbauen. Für diese Arbeit braucht man viel Beobachtungsvermögen und Zeit. Wenn man selbst die Verhaltenskriterien verstanden hat, dann kann man seinen Kindern mit ziemlich guter Genauigkeit die Reaktionen der Freunde, der Lehrer, der Familie, Unbekannte, usw. vorhersagen. Dieser Austausch ist von unschätzbarem Wert. So können sich die Kinder ziemlich schnell in der Gesellschaft autonom bewegen, ohne in Fallen reinzutappen. Natürlich muß der Freiheitsgrad dem Vermögen (Alter) des Kindes angepaßt sein.

Wenn sie sich ein Bild über meine Ideen machen wollen, können sie zumindest meine Konferenz über Tabus hier lesen.

dame.von.welt 09.03.2014 | 10:25

Die Freudomarxisten haben die Moral so sehr herabgewürdigt, daß uns schwer fällt einen ethischen Rahmen aufzubauen. Wenn sogar ein Schriftsteller wie Bodo Kirchhoff (Link den mir netterweise Dame von Welt gegeben hat), der selber mißhandelt wurde, vom „liebenden Pädophilen“ spricht, dann sieht man wie sehr die Orientierungslosigkeit die Situation beherrscht. Dazu haben auch die Psychospezialisten beigetragen, denn sie verbreiten willentlich oder unbewußt freudomarxistische Amoral.

Und Sie machen Bodo Kirchhoff einen Kopf kürzer, weil seine Beschreibung von seinem Erleben und seinem Umgang damit nicht in Ihr Weltbild passen will? Was befähigt Sie eigentlich, bei Kirchhoff Orientierungslosigkeit, Amoral und fehlende Ethik fern zu diagnostizieren und ihm seine Wahrnehmung abzusprechen? Auch das riecht für mich sehr nach Superbia.

Es gibt ein prominentes Äquivalent zu Ihrer Passendmachung: Josef Haslinger veröffentlichte im März 2010, mitten in der Skandalaufdeckung in RKK und Eliteinternaten, einen Text in Die Welt -> Jetzt bloß keine Hexenjagd, daraus:

Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit. Das Kloster war ein Exzess in dieser und jener Richtung. (jener Richtung heißt: schwärzeste Pädogogik) ... Ich verstehe, dass die Gesellschaft Pädophilen keinen Freibrief ausstellen kann. Aber ich weiß auch, dass sie zärtlich sind, fürsorglich, liebevoll und weitaus weniger egoistisch als man sich das gemeinhin vorstellt. ... Ich wurde von diesen Erwachsenen sicherlich ausgenutzt, aber ich fühlte mich auch ernst genommen.

Sie sehen auch bei Haslinger pädophile Täter als liebevoll beschrieben. Das veranlasste Gerhardt Amendt (nicht zu verwechseln mit seinem Bruder Günter, der leider 2011 getötet wurde) zu einer Ferndiagnose zum Zweck der Passendmachung in sein Bild von Tätern und 'Opfern' -> Die abnormen Argumente der Pädophilie-Versteher, daraus:

Wer die Pädophilen in der Sphäre von klösterlicher Gewalt als eine Oase der Zärtlichkeit benennt, wie Josef Haslinger das tut, der enthüllt nicht nur das ganze Elend des damaligen Kindes, sondern ebenso das des gegenwärtigen Erwachsenen. ... Damals wurde als Oase der Zärtlichkeit erlebt, was heute noch die eigene Fähigkeit zur Unterscheidung von Missbrauch und Zärtlichkeit verwischt und in schwer erträglicher moralischer Unentschiedenheit hält.

Lesen Sie am besten beide Texte mal in Gänze.

Josef Haslinger beantwortete Amendts Anmaßung in einem Leserbrief:

Offenbar will es Herrn Amendt nicht einleuchten, dass es Opfer gibt, die nicht auf den Opferstatus reduziert werden wollen. Ihm liegt daran, sein eigenes Bild pädophiler Opfer auszubreiten. Es tut mir leid, dass ich dem nicht entsprechen kann. Ich schäme mich nicht nachträglich für meine kindliche Sexualität. Auch nicht, wenn ich lese, dass Herr Amendt sich selbst den Gefallen tut, meinen Diskussionsbeitrag als typisches Opfer-Syndrom einzustufen. Niemand muss mir erzählen, wie ich meine kindliche Sexualität erlebt haben muss. Ich weiß schon, wie ich sie erlebt habe: als frühe, jedoch verbotene Sexualität - das heißt mit starken moralischen Verstörungen. Mein Problem waren die Gewalttätigkeit der Geistlichen und ihre doppelte Moral, nicht die erotischen Annäherungen. Wenn ich heute trotzdem für ein generelles Verbot erotischer Verstrickungen von Minderjährigen und Erwachsenen eintrete, dann deshalb, weil es dazu keine praktikable Alternative gibt. Aber Herr Amendt hat ja eine klare Theorie. Umso schlimmer für die Wirklichkeit.

Auch Sie haben eine solche klare Theorie. Passen Sie mal lieber auf, daß Sie zugunsten Ihrer Queste gegen die 'Freudomarxisten' nicht Betroffenen ihre Wahrnehmung, Moral, Orientierung, Ethik absprechen. Auch das ist nämlich Gewalt.

dame.von.welt 09.03.2014 | 11:18

Ich habe noch eine Nachfrage, liebe Magda - zu:

Aber, allein die Tatsache, dass es mir bei dieser Gelegenheit jetzt wieder einfiel, sagt was aus. ... Ich denke, die Konfrontation mit Pädophilie weckt darum dieses Unbehagen,das so leicht nicht aus der Welt zu schaffen ist.

Es geht um Verdrängung, oder? Die Konfrontation mit Pädophilie weckt Erlebtes und Verdrängtes und daraus rührt Unbehagen?

Worüber ich seit Ihrem Kommentar nachdenke: wie immer man #aufschrei auch bewerten mag, aber warum ist es eigentlich so, daß die Weckung von Verdrängtem (durch die zahllosen Veröffentlichungen der Erlebnisse anderer Frauen) oft als Ermächtigung und Befreiung wahrgenommen wurde, während das bei der Weckung der Erinnerung an sexualisierte Übergriffe in der eigenen Kindheit (und auch den Hinweisen auf die unausgesetzt stattfindende sexualisierte Gewalt) nicht so zu sein scheint, im ganzen Gegenteil?

Es geht bei beiden Formen der Übergriffigkeit um mindestens die Verletzung des Scham- und Privatbereichs und beide werden mindestens zunächst als Ohnmacht erlebt.

Worin liegt der Unterschied im Umgang damit hier und heute? Woher kommt es, daß das Rühren an der einen Verdrängung positiv, das an der anderen so negativ besetzt ist? Sind ernst gemeinte Fragen, ich würde das wirklich gern verstehen.

Magda 09.03.2014 | 11:38

Es geht um Verdrängung, oder? Die Konfrontation mit Pädophilie weckt Erlebtes und Verdrängtes und daraus rührt Unbehagen?

Nee, es geht nicht um Verdrängung. Man kann auch ein Unbehagen empfinden bei der Erinnerung an Dinge, die man nicht verdrängt hat. Die Sache mit dem Onkel fiel mir wieder ein, ich hatte lange nicht dran "gedacht", nicht sie verdrängt, warum denn auch. Da muss man nicht "Verdrängung" vermuten, sondern zu seinem Unbehagen stehen.

aber warum ist es eigentlich so, daß die Weckung von Verdrängtem (durch die zahllosen Veröffentlichungen der Erlebnisse anderer Frauen) oft als Ermächtigung und Befreiung wahrgenommen wurde,

Nee, das ein Gegensatz, den ich so nicht erlebe. Und schon gar nicht positiv/negativ. In dem einen Falle stellt man fest, dass auch anderen Frauen so ergangen ist. Das bestätigt die eigene Wahrnehmung und ist halt gemeinschaftsstiftend.

während das bei der Weckung der Erinnerung an sexualisierte Übergriffe in der eigenen Kindheit (und auch den Hinweisen auf die unausgesetzt stattfindende sexualisierte Gewalt) nicht so zu sein scheint, im ganzen Gegenteil?

Wieso denn? Das Unbehagen ist legitim und auch das kann "befreiend" sein. Ich weiß nicht, welchen Zustand man/frau erreichen soll.

dame.von.welt 09.03.2014 | 12:26

Danke für Ihre Antwort.

Selbstredend ist Unbehagen legitim. Was denn wohl sonst?

Schwierig wird's dann (was ich Ihnen nicht unterstelle), wenn sich das Unbehagen vom üblich-soziopathischen Täter weg auf den Pädophilen (unabhängig von seinen Handlungen) hin richtet. Hinrichtung ist das, was man Edathy gern angedeien lassen würde.

Ich weiß nicht, welchen Zustand man/frau erreichen soll.

Mein wilder Traum? Den Zustand der Achtung der Menschenrechte als zuallererst immer die Rechte der anderen. Weil Sie gestern oder vorgestern schrieben, Pädophile sollten mal selbst für ihre Menschenrechte eintreten.

Rufus T. Firefly 09.03.2014 | 14:07

Nicht der Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz war von mir mit "klugscheiss" gelabelt, sondern mein Hinweis auf den Unterschied. Das Hauptproblem was die Toleranz mit sich bringt und was sie ausmacht, ist das asymmetrische und einseitige Verhältnis welches ihrer Ausübung innewohnt. Toleranz findet nicht auf Augenhöhe statt. Der "Tolerante" bestimmt, wen oder was er erträgt. Womit die tolerierte Person automatisch herabgesetzt wird und keinen Einfluß auf dieses Verhältnis nehmen kann. Bei der Akzeptanz und Offenheit ist das was anderes, die findet auf Augenhöhe statt. Das verdeutlicht auch ihr gemachtes Beispiel zw. dem Transsexuellen Bürger und dem "Normalo" Bürger.

Eine Art Brainstorming, und da kann man auch suggestive Aussagen zulassen und sich in aller Ruhe ansehen, welche sonstige Konsequenzen es hat.

Ja, das kann man ohne Zweifel. Muss man aber auch nicht zwingend. Und ändert nichts an meiner Aussage und Meinung, dass die oben angesprochenen Vergleiche, die Sie getätigt haben, einer sachlichen Diskussion nicht dienlich sind, sondern zu einer Hysterisierung der Debatte und Dämoniserung Pädophiler beitragen. Weil Sie, wie erwähnt, allgegenwärtige Bedrohungsszenarien durch Pädophile an die Wand malen, die mit der Realität nichts zu tun haben, aber bereits existente Ängste und auch Ressentiments in der geneigten Bevölkerung schüren.

Meine Aufrufe zur Reinerhaltund des deutschen Volkskörpers und Sicherung der Rassekultur mache ich anderswo, keine Sorge.

Verstehe ich nicht? Es würde mir aber eher Sorge bereiten, wenn Sie das anders- oder sonstwo täten. Oder haben Sie grad zuviel Singer gelesen? ;)

Ich geh jetzt wieder die Sonne anbeten :)

Eberhardt 09.03.2014 | 15:29

Es gibt entweder Misshandlung oder nicht. Sie scheinen ja ihre Ambivalenz zu kultivieren, die ja übrigens eine typische christenheitliche Erscheinung ist. Schon in den Briefen vom Paulus wird der Mensch in einen Zwiespalt getrieben, von dem die Jesuiten (unter Anderen) sexuel von ihren Schüler profitiert haben. Schreiben sie mir und ich schicke ihnen meine psychologische Analyse von Paulus Briefe.

Was kann ich denn von meinem Grossvater halten, der seine Frau schlug, seine Schüler misshandelte und während dem II. WK einfach spurlos bis zu seinem Tode 1988 verschwand und seine Frau und die drei Kleinkinder stehenlies? So konnte er seinen Trieben nun als Täter weiterausüben, nachdem er als Opfer von den Jesuiten vergewaltigt wurde. Zum Glück hat er seine Kinder nicht wie er seine Schüler "geliebt". Dafür hat er seine "Vaterschaft" für die Erhöhung seiner Rente gelten lassen, obwohl er sich nie um sie während 46 Jahren gekümmert hat! Ist das ein moralische Haltung? Ist sie schlecht oder gut oder wollen sie die entschuldigen? Meine Mutter hat lange versucht für ihren Vater mildernde Umstände zu finden. Doch nachdem sie von dieser letzten Tat erfuhr, konnte sie endlich ein Urteil über ihn fällen und ein Buch über ihr Leben schreiben. Vermutlich war mein Grossvater (der übrigens ein angesehener Organist einer Kirchengemeinde war und sich als ledig abgab!) sehr zärtlich zu den kleinen Jungs und nicht brutal, sonst würde er angezeigt worden sein.

Nochmals, das ist keine Liebe. Da können sich alle Misshandelte mit Autosuggestion trösten wollen, dass der Täter liebevoll währe. Sie wollten ja nicht im Kindesalter sexuel aktiv sein, aber da es ja geschehen sei, müsse man eben die positiven Seiten (ein)sehen.

Aber Liebe ist etwas anderes.

Wissen sie was wir gestern abend mit meiner Tochter gesehen haben? Einen Liebesfilm, den sie zum X. mal sehen wollte. Es handelt sich um eine schöne Geschichte zwischen einem Palästinenser und einer Jüdin, die wissen möchte, warum es so viel Hass zwischen ihre beibe Völker gibt. Sie fragt ihrem Bruder, der sein Milititärdienst macht, eine Flaschenpost im Gazameer zu werfen. Der Film heisst "Une bouteille à la mer". Er zeigt, wie die Gefühle sich zwischen diese beide junge Menschen aufbauen, obwohl die Gewalt um sie alles zerstört. Unsere Gefühlswelt befindet sich eher an Rousseau, Schiller & Co angesiedelt. Und dann liebt meine Tochter die Filme von Jacques Demy ("Die Fräulein von Rochefort" und "Die Regenschirme von Cherbourg").

Nun können sie mal raten. Ist das heutige Empfinden meiner Tochter besser oder schlechter als wenn sie im Kindesalter von einem "liebevollen" Pädophilen ausgenützt worden wäre?

Sie können antworten, wie sie wollen aber ich gebe ihnen meinen eigenen Standpunkt. Sex ist nur die Krönung eines (schnellen oder langsamen) Aufbaus der Beziehungen zwischen gleichwertigen Menschen. Das ist nicht meineWahrnehmung, Moral, Orientierung, Ethik sondern ein allgemein gültiges Gesetz unserer Gesellschaft. Ein willentliches Begehren muss auf beiden Seiten bestehen. Das haben viele Freudomarxisten und Psychologen umgewertet, sodass sie manche einseitige Sexhandlung für Liebe halten und versuchen diese Ideologie annehmen zu lassen. Das ist pervers und kann weitere Gewalt provozieren. Das Opfer wird zum Täter, wie bei meinem Grossvater. Ich schmeisse nicht alle Freudomarxisten weg und bewerte Erich Fromms "Kunst der Liebe" ziemlich hoch ein.

Aber was mich sehr traurig macht ist Kirchhoffs "Mangel an Verbindlichkeit". Im ist wegen seiner Misshandlung die Verbundenheit mit den Menschen abhanden gekommen, die eigentlich auch zum Wahrmehmungsverlust des Sinn des Lebens führt. Wenn schon eine vermeintlich verantwortliche Autorität (der Kantor) den Moralkodex (man kann über ihn richten wie man will, aber nur Erwachsene können ihn in Frage stellen und verändern; Kinder können niemals das Objekt der Moralkodex Infragestellung werden) verletzt, dann verliert der zukünftige Erwachsene die Orientierung. Er wird orientierungslos, zumal die freudomarxistische Psychospezialisten noch eins auf dem "Nagel" schlagen.

So endet nicht nur der Einzelne in die Orientierungslosikeit sondern eine ganze Gesellschaft. Diese Amoral braucht der Neukapitalismus, weil er nur (Sex)Konsumenten braucht. Siehe Clouscard dazu. Und ich werde solange an meiner klaren Theorie festhalten, bis sie oder eine andere Person einen neuen trifftigeren praxisverbundenen philosophischen Baustein anbieten.

anne mohnen 09.03.2014 | 15:36

1.Zwischen Pädophilie und Pädokriminalität unterscheide ich, wie Sie weiter oben aus meinen Ausführungen über den Fall Dutroux nachlesen können, was Sie bereits taten, denn Sie haben darauf geantwortet.

2.Den Begriff Pädophilie verwende ich auf der Grundlage von“ ICD-10-Code: F65.4 (und DSM-IV-Code: 302.2“). Ich gehe davon aus, dass vertragsgebundene Institutionen wie die Charité und Ahlers dies auch tun.

3.Klar, gibt es über Klassifikationssystem wissenschaftstheoretische Diskussionen; Kritik am Sinn und Unsinn monohierarchischer Klassifikationssysteme. Wenn Sie sich meine Replik anschauen, dann spreche nicht von „Vergleich“, sondern –entgegenkommend(!)- von „ Analogie“. Wer sich allerdings einmal näher mit den Klassifikationssystemen auseinandergesetzt hat, wird weder von „vergleichen“, noch von „Analogieschlüssen“ reden. Es bringt hier nicht viel, dies zu vertiefen. Denn jenseits der Diskussion von „Normal versus unnormal“, ist das ein Thema für Fachforen oder einen eigenen Artikel .

4.Was das Begehren anbelangt, unterstellte ich Ihnen doch kein „Abgleiten ins Philosophische“, vielmehr ist es meine Auffassung, z.B. de Sade bis Bataille im Hinterkopf habend, dass das Thema von Begehren und Verbotsübertritt auf dieser Ebene noch mal aus einer anderen Perspektive gesehen werden kann (…), die sehr interessant ist. Nun was Ihren Begriff von "Begehren" anbelangt, verengen diesen auf „innerlich, in Gedanken“ (….)

5.„Coolness“: Empathie und (insbesondere professionelle) Distanz sind sowenig Gegensatzpaare, dass ich das nicht weiter ausführen möchte. Sie schreiben: „Allzuviel Empathie kann ich an Ihren mehr oder minder subtilen persönlichen Angriffen übrigens nicht entdecken. Die ich von Ihnen aber auch weder erwarte noch wünsche, wohl aber ein Minimum an Redlichkeit in der Auseinandersetzung.“ Warum so persönlich, liebe DvW. Warum sollte ich Sie denn persönlich angehen, hm? Dafür gibt es gar keinen Grund! Worin besteht meine Unredlichkeit in der Auseinandersetzung, hm? Weil ich Sie kritisierte wegen des „inneren Volksgerichtshofes, hm?

6.Mehrfach betonte ich im Thread, und dies war übrigens eine an mich gerichtete Frage, wichtig ich Prävention (Video, Aufklärung), Ambulanzen für Täter, Therapieangebote für Täter und Opfer halte etc. halte. Das ist für mich persönlich das spannendere Thema .

7.Nochmals zum Fall Edathy: Selbst wenn man ausklammert, dass das kanadische Unternehmen wegen des Verkaufs schlimmster Kinderpornographie aufflog, selbst dann wenn man annimmt oder sich sogar herausstellte, unterstellte man und fände man heraus, dass keiner der Käufer von B-Bildern wusste, um was es sich für ein Unternehmen handelte, so blieb und bleibt die Unschuldsvermutung allein dadurch auf der Strecke resp. wurde beschädigt durch die Ermittlungspraxis: spätestens als die Akten und Namen –es ist ja nicht nur Edathy betroffen!!!- also die Verbreitung der Informationen über Käufer von B-Bildern des kanadischen Vertreibers an alle(?)/viele Länder-BKAS rausging, war dem Durchsickern und der Verdunklungsgefahr objektivTür und Tor geöffnet. Dies bleibt auch dann allen Ahnungslosen, die ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten sind, kleben. Hier hätte deutlich mehr Sorgfalt walten müssen. Das muss dringend verbessert werden, damit in Zukunft z.B. über die Käufer von B-Bildern nicht mehr ohne weiteres gesagt werden kann, wie Sie es übrigens konsequenterweise tun: „haben wahrscheinlich keine“ anstatt „haben kein“ gesetzwidriges „Material“ bezogen.

dame.von.welt 09.03.2014 | 17:34

Es gibt entweder Misshandlung oder nicht.

War Ihnen am Begriff °sexualisierte Gewalt gegen Kinder° irgendetwas unverständlich? Besagte Gewalt bezeichnet jede sexuelle Handlung Erwachsener an oder mit Kindern, also auch die an/mit Kirchhoff und Haslinger.

Sie können aber nicht beurteilen, welche Gewaltform (sexualisiert, physisch, psychisch) für Ihnen völlig unbekannte Menschen die Schlimmste war und Schädlichste ist. Sie sind auch nicht der Bestimmer, wie sie mit ihren Erfahrungen umzugehen, sie zu bewerten und welche Sicht sie auf ihre Täter zu haben haben.

Aus meiner Erfahrung mit allen drei Gewaltformen im reichlichen Übermaß: die psychische Gewalt war für mich die bei weitem Schädlichste. Die Proportion sind sexualisierte Gewalt vom 4.-9. Lebensjahr und nach deren Ende Züchtigungen nach Art des 19. Jhdts.

Ist das heutige Empfinden meiner Tochter besser oder schlechter als wenn sie im Kindesalter von einem "liebevollen" Pädophilen ausgenützt worden wäre?

Das Empfinden Ihrer Tochter wäre höchstwahrscheinlich anders und allein das rechtfertigt bereits den Begriff Gewalt. Ob das Empfinden Ihrer Tochter besser oder schlechter wäre, wenn sie Sie nicht zum Vater hätte, stellt sich ebenso hypothetisch - darauf komme ich, weil ich es als grenzwertig empfinde, daß und wie Sie Ihre Tochter als Kronzeugin für die Richtigkeit Ihres Denkens, Tuns und Lassens vorführen.

Halten Sie es mit Ihrer klaren Theorie ganz wie Sie meinen. Sie werden mir erlauben müssen, daß sie für mich kein Maßstab wird, ich Ihre Passendmachungen als latent gewalttätig empfinde, Patentrezepte immer für zu kurz gesprungen halte und Ihnen deswegen auch keinen neuen trifftigeren praxisverbundenen philosophischen Baustein anliefere.

Es gibt für mich einen Leitfaden für Denken und Handeln, schon ein wenig älter, aber triftig und praxisverbunden, überdies Grundlage jeder modernen Verfassung - die allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Sollte Ihnen die zu abstrakt erscheinen, gäb's die allgemeine Erklärung der Menschenpflichten.

Eberhardt 09.03.2014 | 21:38

Ach! Der arme Heinrich. Er spricht zwar vom Stern aber der Misthaufen scheint den Stern zu verdauen und zu verwesen. In dieser nachrevolutionären (Frankreich) Zeit, waren die Romatiker etwas depressiv und schienen in Hoffnungslosigkeit zu verenden. Sie konnten nicht mehr an den rousseauschen Verheissungen glauben, besonders in Deutschland wo die 48. Revolution ein jähes Ende fand. Doch dürfen wir nicht der Vergangenheit, eines sowieso niemals existierenden Garten Edens trauern. Wir müssen aus Liebe zu unseren Kinder, die eine hoffnungsvolle Zukunft verdienen, alles gegen die Ungerechtigkeit unternehmen.

Liebe ist zwar etwas ganz einfaches, ganz unkompliziertes, ein Geschenk des Herzens, doch hat sich die Liebe in unserer westlichen Gesellschaft unter ganz spezifischen Bedingungen eingebettet. Liebe zwischen Mann und Frau, wie wir sie verstehen findet ihren Ursprung im europäischen Raum um die 400 unserer Zeitrechnung. Der Mythos von Tristan und Isolde, den Michel Clouscard so eindrucksvoll verklärt hat (hier eine Zusammenfassung von seinem Buch), gibt einen Einblick in seine ebenfalls politische und wirtschaftliche Bedeutung. Aus einem von Jesus stammenden edlen Gefühl ist unter dem Einfluss des Klerus und der Bourgeoisie ein verdrehtes und zwiespältiges Empfinden entstanden.

Ein einziges Genie hat es geschaft das Ringen der Leidenschaft mit der Liebe trotz Tot und Trauer vernünftig werden zu lassen: Jean-Jacques Rouseau in seinem Roman "Julie oder die neue Heloise". Eine richtige Revolution. Dank ihm ist die Liebe ruckartig vielfältig geworden: Liebe zur Frau, zum Mann, zu den Kindern (die vorher keine Achtung fanden), zur Gesellschaft, zur Natur, zu Freunde... Wenn man diese vielfältige Liebe sucht lohnt es sich dieses Werk zu lesen. Viele der angegangenen Problemen können zu den Heutigen angepasst werden. Mit Rousseau funkelt der Stern in mitten de Nacht.

Und weitere Persönlichkeiten haben seit ihm zum Thema hoffnungsvolle Liebe beigetragen. Meine Liebsten sind Van Gogh (Das wenig beachtete Bild: Der Gärtner mit offenen Armen, der seine junge Tochter aufmuntert zu ihm zu laufen), Tagores Gedichte und Theaterstücke, Kurosawas ethische Filme und die Lieder von Emilie Simon, die eine ganze Platte ihrer verstorbenen Liebe widmet.

So sehen sie, dass wir die funkelnde Sterne in der barbarischen Nacht finden können, wenn wir edle Gefühle zeigen können. Heute bin ich der Balsam ;-)

Schachnerin 10.03.2014 | 09:11

Die Süddeutsche Zeitung hat auch mit Christoph J. Ahlers gesprochen. Karin Steinberger hat auf der Seite Drei am 1./2. März darüber geschrieben: "Was tun? Geht es um Pädophilie, schreien die Leute nach Kastration oder dem Galgen."

Youporn hat 60 Millionen Klicks am Tag. Dazu sagt Ahlers: "Wir bestärken uns in unseren weißen Pelzen, wenn wir eine Minderheit ausmachen, stigmatisieren, diskriminieren und exekutieren können. In dem Moment sind wir uns sicher, dass wir alle weiß sind. Aber in Wahrheit sind alle grau."

Und er spricht über einen globalen Feldversuch, den keine Ethikkommission jemals genehmigen würde, der aber täglich stattfinde: "im Internet klicken sich Teenies in Fistfucking-Videos, noch vor dem ersten Kuss. Mit dem Internet ist menschheitsgeschichtlich erstmalig explizite Pornografie zugangsunbeschränkt verfügbar. Wir wissen nicht was das bedeutet."

Christoph J. Ahlers wundert sich über die Empörung über Edathy und darüber, dass über die täglichen Abgründe kein Wort verloren wird.

Magda 10.03.2014 | 14:28

Christoph J. Ahlers wundert sich über die Empörung über Edathy und darüber, dass über die täglichen Abgründe kein Wort verloren wird.

Tja, weil es halt "Abgründe" sind. :-) Wobei ich gar nicht so viel Empörung über Edathy ausmachen kann, eher über den ehemaligen Innenminister und die SPD. Es ist mehr politisch als sexuell "abgründig". Das war damals bei dem Tauss auch so. Da ging es viel mehr um Politik als um Tauss' Vergehen. Bei dem hatte ich noch viel eher das Gefühl,dass den jemand gelinkt hat.

Eberhardt 10.03.2014 | 20:02

"Aber in Wahrheit sind alle grau"

Da entpupt sich Herr Ahlers als Priester in direkter Nachfolge von Paulus, der sagte: "Da ist keiner der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer." (Rm 3.10-12)

Die meisten Psychospezialisten denen ich begegnet bin sprechen eigentlich die Sprache der Kleriker. Sie haben die gleichen Machtmittel entwickelt nur nicht im Namen Christus sondern im Namen Freud, Jung, Lacan, Deleuze, usw. Das endet in einer ethiklosen Welt. Denn, wenn man nur den Schmerz der Einzelnen seelsorgt, ohne die Konsequenzen der Untaten miteinbezieht, werden die gesellschaftliche Werte ignoriert und man kann sich einen pädophilen Bundespräsident vorstellen.

Aber es gibt noch weiteres zu berichten. Der paulinische Zwiespalt (Fleisch und Seele Rm 8.5) hat den Weg für den Kapitalismus vorbereitet. Die Christenheit hat den Inquisitor und den Seelsorger für jegliche Sorte von Sünden geschaffen: Sex, Geld, Macht, Mord, usw. Es wird zu oft vergessen, dass ein Psychologiestudium entweder zur Marketing Branche oder zur "Seelsorge" führt. Ob der Kapitalismus Nudel, Bier oder Porno/Prostitution verkauft spielt eine Nebenrolle. So sind die modernen Inquisitor (durch Internet) und Seelsorger in der Psychobranche zu finden. Der "Sünder" wird also von beiden ausgeplündert!

Die Psychospezialisten werden sich hüten rationale "Werkzeuge" für ihre Kunden anzubieten, damit sie sich verbessern können, sonst würden sie wie die Pfarrer entbehrlich werden.

Und vom philosophischen Standpunkt her stellt Ahlers den Menschen in einer totalitärer Weise dahin, als ob es keine geschichtliche oder gesellschaftliche Entwicklung gäbe: Er ist definitiv grau. Husserls Phänomenologie und Levi-Strauss Strukturalismus haben diese Gedanken geprägt, die einen menschlichen Fortschritt unmöglich machen. Sie lassen uns in einer bestialisch sexuell Bedingung vegetieren als ob der Mensch nicht die höhere Werte der Würde und der Anmut (Friedrich Schiller) erreichen könnte.

CS Spuhr 11.03.2014 | 02:24

Ich habe soeben beide Texte ganz gelesen, und auch wenn ich Amendts Text ziemlich vom hohen Ross aus geschrieben finde, und er, meiner Meinung nach zu sehr in schwarz-weiss Kategorien denkt, so ist mir bei Haslinger jedoch schon klar: Er denkt die "Zärtlichkeit" die er im Kloster erlebt hat, und die für ihn so viel weniger schlimm war, als die Züchtigungen und die Kälte drum herum, sind eindeutig Produkt einer fehlenden Kathersis oder eines pychologischen Hintergrundverstehens.

Ich denke sehr vielen Opfern wird es so gehen, und gegangen sein, dass denken, was mit ihnen gemacht wurde war doch "Liebe", zumindest von Seiten des Täters aus. Uns als Kindern wird ja immer suggeriert Sex und Liebe sei ein und dasselbe, und wenn man dann in einem so jungen Alter mit Sex konfrontiert wird, und dann auch noch eingeredet bekommt es sei Liebe, dann glaubt man es auch.

Und speziell bei Haslinger dürfte es wohl so gewesen sein, dass er sich an jeden kleinsten Stohhalm geklammert hat, der auch nur im entferntesten "Liebe" hätte sein können, die er ja so vermisst hat.

Ich weiss nicht wie es Ihnen erging, aber mir wurde nicht nur von meiner Umwelt, der Sozialisierung und den Medien immer suggeriert: Wenn man sich nach Liebe sehnt, und dann Sex bekommt, dann soll man doch froh sein. Und überhaupt gehören nach Meinung vieler (auch meiner ersten Therpeutin) zum Sex immer Zwei, dass heisst: irgendwo tief im Inneren, oder sogar an der Oberfläche, muss das Kind, oder die Jugendliche, es gewollt und provoziert haben, dass sie Sex von einem Erwachsenen bekamen.

Leider lassen sowohl Haslinger als auch viele Andere völlig ausser Acht, dass, selbst wenn das Kind oder der/die Jugendliche den 30 jahre Älteren nach Sex auf Knien anfleht, es IMMER der Erwachsene ist, der wissen muss, dass das nicht geht, nicht gut für das Kind ist, und dass er/sie sich strafbar macht.

Das heisst, selbst wenn Herr Haslinger, und so viele von den/uns Opfern, sich/uns nicht gerne als Opfer sehen wollen, und doch so gerne glauben wollen, dass diese sexuellen Handlungen die AN ihnen/uns vollzogen wurden MIT ihnen/uns vollzogen wurden, so irrig dies ist. Denn ein Kind/Jugendlicher ist aus triftigem Grund nicht volljährig und trägt für seine Handlungen nur bedingt Verantwortung.

Ich finde diesen Punkt kann man vor Erwachsenen, Pädophilen und speziell Pädosexuellen nie genug betonen.

CS Spuhr 11.03.2014 | 02:47

Ach und noch ein P.S.: Das Herr Haslinger über die Richtigkeit von Verjährung spricht, im Hinblick auf sexuelle Übergriffe und vergewaltigungen von Kindern und Jugendlichen, finde ich äußerst gefährlich und ein Zeichen dafür, dass er wohl eine GUTE Therapie bräuchte. Denn gerade die Verjährung von solchen Taten nach 10 Jahren (ab dem 18. Lebensjahr des Opfers) ist ja wohl ein Hohn und sehr weit entfernt von der Realität und der Mehrheit der Fälle, in denen die Opfer erst 20-30 Jahre danach, manchmal sogar später oder gar nicht, das Erlebte verarbeiten oder überhaupt richtig einschätzen lernen.

dame.von.welt 11.03.2014 | 10:31

Denn ein Kind/Jugendlicher ist aus triftigem Grund nicht volljährig und trägt für seine Handlungen nur bedingt Verantwortung. Ich finde diesen Punkt kann man vor Erwachsenen, Pädophilen und speziell Pädosexuellen nie genug betonen.

Unbedingt. Ganz und gar stimme ich Ihnen auch im Bezug auf die albernen Verjährungsfristen zu, wobei ich, wie schon gesagt, zum Strafrecht eine Meinung habe.

Haslinger fehlt a.m.S. weniger eine gute Therapie als vielmehr Information über anderes Erleben als sein eigenes. Ich lese diesen Teil bei ihm aber vor allem als Widerspruch gegen die opfer-instrumentalisierende Hexenjagd auf Pädophile, völlig egal, ob sie zu Tätern werden oder nicht.

Ihre erste Therapeutin hat nicht alle Tässchen im Schränkchen, Ihnen auch nur den Hauch einer Mitverantwortung zuschreiben zu wollen. Finde ich einen Skandal, daß solche Therapeuten auf Betroffene in Not losgelassen sind. Der Gipfel aber ist 'Behandlung' á la Bert Hellinger, nach dem vergewaltigte Töchter bei der Familienaufstellung zu ihren Vätern zu sagen haben 'Ich habe es gern für Dich getan, Papa'. Das ist brutale Gewalt, eine Katastrophe für Betroffene und entspringt einem kranken patriarchal-faschistischen Weltbild. Hilfe, nix wie weg!

Ich halte bei Haslinger (und Kirchhoff) aber einen anderen Punkt für sehr wichtig: jede/r Betroffene hat das Recht, im eigenen Tempo die eigene Geschichte so zu bewerten und zu verarbeiten, wie er/sie das für richtig hält und es sich als gut für das eigene Überleben erweist. Betroffene haben die Deutungshoheit über ihr Erleben und alle Verantwortung für ihr Leben (inklusive der, nicht selbst zum Täter zu werden).

Bei Haslingers Überleben in und nach dem Kloster dürfte zusätzlich die katholische Sexualmoral eine Rolle gespielt haben, die nur zu gern Schuld umverteilt (wie Ihre üble Therapeutin auch).

Haslinger beschreibt aber doch seine Katharsis und seine Ermächtigung aus der Ohnmacht vielfältiger Gewalterfahrung, physischer, psychischer und sexualisierter. Vermutlich war ihm diese Ermächtigung nur durch den Umstand möglich, daß die sexualisierte Gewalt gegen ihn liebevolle Züge trug und sich ihm die pädosexuellen Priester auslieferten, z.B. durch den Brief oder dadurch, daß er nach eigener Auskunft jederzeit hätte sprechen und sie vernichten können.

Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen war, ich hätte unmöglich sprechen können, no way - ich war mit 4-9 in jeder Hinsicht ohnmächtig und man gab sich vor allem danach große Mühe, mich mittels psychischer und physischer Gewalt ohnmächtig zu halten. Für mich waren Ohnmacht und psychische Gewalt bei weitem schlimmer als die sexualisierte, obwohl sie natürlich die Initialzündung für die in Prügel und konsequenter Vermittlung meines Unwerts umgeleitete Gewaltausübung war.

Es darf aber niemand zum lebenslangen Hassen gezwungen werden, weil das einem Amendt oder der Schwanz-ab-Fraktion oder irgendeiner therapeutischen Meinung besser in den Kram passen würde. Für mich bestand ein sehr wichtiger Teil meiner Ermächtigung und Heilung darin, weder mich selbst noch meinen Täter zu hassen, das liegt u.U. sehr eng beieinander. Das war ein langer Weg, auf dem Katharsis in Form von Haß, Zorn, Ekel und Scham alle Berechtigung und Notwendigkeit hatte. Ich hatte das große Glück, im Rahmen vieler Jahre verschiedener Therapien mit x verschiedenen Protagonisten auf zweieinhalb wirklich gute Therapeuten zu treffen, die mir mein Tempo, Autonomie und Würde ließen.

Wichtig erscheint mir die Unterscheidung zwischen pädophilen und soziopathischen Tätern. Natürlich verläuft jedes Verbrechen sexualisierter Gewalt gegen ein Kind anders und hat unterschiedlich schlimme Auswirkungen, aber mein Eindruck aus vielen Gesprächen mit anderen Betroffenen: die Soziopathen mit ihrer Macht- und Kontrollausübung mit sexualisierten Mitteln reißen die schlimmeren Wunden und sie stellen die übergroße Tätermehrheit. Weswegen ich auch die Fokussierung auf und Dämonisierung von Pädophilen für eine reine Vermeidungsdiskussion halte und an der Gesellschaft verzweifele. Davon hatte ich es mit Lethe, vielleicht interessiert es Sie, ab hier.

(was ich auch noch gern wüßte: konnten Sie hiermit eigentlich irgendetwas anfangen?)

pantherapardusmelas 11.03.2014 | 14:42

@RUPERT RAUCH

von niemand politisch vertreten lassen? wie soll das denn bitte funktionieren?

Vertrauen war wohl wirklich der falsche Ausdruck, mit Akzeptanz hätte ich meine Meinung besser erklärt, aber das spielt auch keine Rolle.

Pädophil wird bei mir niemals unter sexueller Neigung kategorisiert werden, sondern immer nur als Krankheit die kriminelle Handlung nach sich zieht. Den mit Sex im Sinne von 2 Gleichberechtigte tun es im Einvernehmlichen trifft hier einfach in KEINSTERWEISE zu.

Sonst könnte man jedes kriminelle Handelm legalisieren.

Außerdem können diese Menschen jedes Amt aussüben, sie dürfen nur nicht straffällig werden, so wie ein potentieller Mörder, der sich beherrscht.

Wenn zwei Boxer sich im Ring schlagen ist das das eine. Wenn ein Boxer ein Kind auf der Straße schlägt ist das etwas anderes. Warum muss darüber noch diskutiert werden?....

CS Spuhr 12.03.2014 | 22:16

Nur ein kurzer Einwand: Pornos sollten doch eine Art "fiktion" sein, die dazu dienst, dass Menschen ihre sexuellen Fantasien ausleben, mit ihrer Hand, oder was auch immer sie dazu nehmen.

Filme und Bilder die mit Kindern oder von Kindern gemacht wurden und pornografie sind, sind Dokumentation einer strafbaren Handlung. Sie sind ein Beweisstueck fuer einen kriminellen Akt, deswegen macht sich ja wohl derjenige der diese Bilder/Filme konsumiert strafbar, wenn er sie nicht zur Anzeige bringt.

Ich verstehe ehrlich gesagt wirklich nicht, wie sie sagen koennen, dass derjenige der die Filme "nur" anschaut nicht strafbar ist.

Nur kurz dazu> https://www.youtube.com/watch?v=OExlWE8cHvQ