„Ich habe mal nachgezählt, wie viele DDR-Künstlerinnen so gezeigt werden“

Interview Andrea Pichl zeigt in ihrer Ausstellung „Worin unsere Stärke besteht“ drei Generationen Künstlerinnen aus der DDR. Ist dieses Label nicht von gestern?
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 36/2022
„Lange Weile“ von Tina Bara (1983)
„Lange Weile“ von Tina Bara (1983)

© Tina Bara

Werke von Künstlerinnen aus der DDR sind in zeitgenössischen Ausstellungen, aber auch in Ausstellungen zu Kunst aus der DDR unterrepräsentiert. Die Künstlerin Andrea Pichl ist überzeugt, dass es eine Rolle spielt, woher man kommt. Unter dem Titel Worin unsere Stärke besteht zeigt sie 50 Künstlerinnen mit Ost-Biografie. Ein Gespräch über den Doppelausschluss aus dem Kunstsystem, Mielkes Day-Bett und ein neues Selbstverständnis im Umgang mit der eigenen Biografie.

der Freitag: Frau Pichl, Sie sind Künstlerin und eigentlich keine Kuratorin. Was hat Sie dazu veranlasst, diese Ausstellung zusammenzustellen?

Andrea Pichl: Es gab in den letzten Jahren einige große Ausstellungen zu Kunst aus der DDR. Bei Point of No Return 2019 im Museum de