WTO-Millennium-Round - grenzenloser Handel mit Gentech-Lebensmitteln

GENTECH Ein Ziel der WTO-Konferenz von Seattle wird die Überprüfung von Ergebnissen der vorangegangenen Welthandelsrunde ("Uruguay-Runde") von 1995 sein, bei ...

Ein Ziel der WTO-Konferenz von Seattle wird die Überprüfung von Ergebnissen der vorangegangenen Welthandelsrunde ("Uruguay-Runde") von 1995 sein, bei der unter anderem neue Verträge über den Handel mit Dienstleistungen (GATS), über handelsrelevante Aspekte geistiger Eigentumsrechte (TRIPs) und das Übereinkommen zur Streitbeilegung (DSU) geschlossen wurden. Verträge, die bereits an einer weiteren Liberalisierung des Handels orientiert waren.

Wenn heute fast täglich neue Lebewesen "erfunden" werden, zum Beispiel Bäume mit weniger Lignin und mehr Zellulose, deren Holz besser als herkömmliches zur Papierproduktion taugt, oder matschfeste Tomaten, nylonabbauende Bakterienkulturen und Weinreben, die ein eingepflanztes Weizen-Gen gegen Mehltau schützt, dann ist es nur folgerichtig, dass Wissenschaftler und Unternehmen, die in Biotechnologie investieren, sich ihre Entwicklungen patentieren lassen wollen. Derartiges Wissen beansprucht eine wachsende Beachtung im weltweiten Wettbewerb und hat einen entsprechend gestiegenen ökonomischen Wert. Mit dem TRIPs-Abkommen über handelsbezogene Aspekte der geistigen Eigentumsrechte (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) wurden 1995 die juristischen Grundlagen für ein internationales Patentrecht geschaffen. Die Millennium-Runde der WTO soll diesen Vertrag konkretisieren. Er verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, gegenseitig Patente - auch gentechnische - anzuerkennen und bis 2005 das eigene nationale Patentrecht anzupassen. Ein Vorgang, bei dem elementare Interessen der Entwicklungsländer berührt werden.

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