Zwänge

Vermischte Betrachtungen zur Ehe Sieht man jemanden heiraten, stellt sich jedesmal die Frage, ob es Paarvorbilder oder Vorbildpaare gibt. Wenn ich überlege, ob ich ein Paar kenne, ...

Sieht man jemanden heiraten, stellt sich jedesmal die Frage, ob es Paarvorbilder oder Vorbildpaare gibt. Wenn ich überlege, ob ich ein Paar kenne, das eine rundum glückliche und gelungene Beziehung führt, dann kann ich nur sagen: Nein. Wer kennt schon das Traumpaar, von dem er sagen würde, so eine Beziehung möchte ich gern leben? Kürzlich erzählte mir die Tochter einer Freundin, sie besucht die 10. Klasse, dass Zwangsehen - statistisch gesehen - weniger häufig geschieden werden. "Wir sind einfach zu wählerisch", folgerte sie. "Der Individualismus überfordert uns. Am Ende sterben wir aus deshalb." Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich darauf kam, warum Zwangsehen wahrscheinlich wirklich weniger häufig geschieden werden. Weil die Beteiligten eben in einem System von Zwängen leben.

"Guck mal, fünf Frauen, ganz allein", sagte meine Mutter, als wir während einer gemeinsamen Reise in Ungarn eine Gruppe von Frauen am Straßenrand sahen. Ich sagte: "Aber es sind doch fünf Frauen. Wieso allein?" "Ja, so ganz ohne Mann", sagte sie.

In Steuerratgebern ist die Welt ja noch immer so, wie meine Mutter sie gern hätte. Die Frau ist Anhängsel. Er verdient mehr und sie hievt ihn in eine angenehmere Steuerklasse.

Unverständlicherweise ist die Frau als Wertanlage, die bilanzielle Behandlung von Ehefrauen, in der Literatur noch wenig behandelt. Und das, obwohl die Frau zu den Gegenständen des täglichen Bedarfs gehört und sehr verbreitet ist. Die vorliegende Untersuchung versucht, dem abzuhelfen.

1. Zuordnung zu den Vermögensposten: Ehefrauen sind als notwendiges Betriebsvermögen aktiviert, wenn sie dem Ehemann dienen. Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen ist davon abhängig, ob es sich nach der Auffassung des Eigentümers um einen Gebrauchs- oder Verbrauchsgegenstand handelt.

2. Bewertung: Da Frauen heute fertig angeschafft werden, kommen für die Bewertung grundsätzlich nur Anschaffungskosten in Frage. Im Gegensatz zu den klaren Verhältnissen bei den meisten Anschaffungsvorgängen wird dieser Betrag jedoch nicht in einer Summe, sondern in kleinen Teilbeträgen entrichtet. Für Kinobesuche, Eis, Geschenke etc. werden Summen aufgewendet, die sich klarer buchhalterischer Erfassung entziehen. Diese Ausgaben werden, obwohl sie eindeutig den Charakter von Werbungskosten haben, steuerlich nicht als solche anerkannt, so dass sie sich nicht steuermindernd auswirken. Dieser Nachteil sollte alsbald aufgehoben werden.

3. Abschreibung: Liegen die Anschaffungskosten fest, so ist bei der längerfristig genutzten Ehefrau die Abschreibung zu klären. Früher wurden Frauen stets degressiv abgeschrieben, da man davon ausging, dass sie mit der Inanspruchnahme wesentlich in der allgemeinen Wertschätzung sanken. Die Auffassung darüber hat sich inzwischen gewandelt, so dass auch die lineare Abschreibung zulässig ist. Einige Verfechter der degressiven Abschreibung wollen diese auch weiterhin beibehalten; sie argumentieren damit, die degressive Abschreibung habe den Vorteil, dass sich die abnehmenden Abschreibungsbeträge mit den zunehmenden Kosten für Instandhaltung und Reparatur zu einem in der Summe gleichbleibenden Aufwand zusammenfassen lassen.

Spätgebärend kann frau ganz hurtig werden. Ab 30, 35 schon ist es soweit. Was aber ist mit dem spätzeugenden Mann? Für ihn gibt es keine Altersgrenze. Verglichen mit den Späterzeugern macht das späte Mädchen, das mit "paar und Vierzig" Jahren Mutter wird, einen Frühstart. Spätgebärende sind willkommene Patienten der Pränataldiagnostik. Müssten nicht auch Spätzeuger etwas unternehmen? Ultraschall - der letzte Schrei für den Late-Daddy? Schlimmstenfalls schlurft Opapi in der Gehhilfe neben dem Kinderwagen her. Oder er nutzt den Kinderwagen als gut kaschiertes Mobilitätshelferlein. Der Sechsjährige aber will - anders als der greise Papi - Fußball spielen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, heißt es. Und gemeint ist hier vielleicht das blühende quirlige kleine Leben, das ja brutal jung sein kann so im Vergleich.

Seis drum. Fürs Windel- und Milchtüten-Schleppen muss einer fit sein. Oder Geld haben. Um zu Delegieren. Weil so viel Geld in der Regel nicht da ist, dürfen nicht alle Beteiligten spät dran sein. Spätgebärende und Späterzeuger, einer von beiden sollte am Leben bleiben, zumindest solange, bis das Kind gerade eben selbständig ist, hat die Natur sich gedacht. Und da Männer ohnehin eine geringere Lebenserwartung haben, sind Frauen eben besser geeignet, mit der späten Geburt den Frühstart zu machen.

00:00 09.01.2004

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