Kein Schritt zurück

Kulturkampf - Zwangsbeschneidung- In wie weit darf sich Religion in gesamtgesellschaftliche Angelegenheiten einmischen und allgemeingültige Rechtsnormen bestimmen?
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Das Kölner "Beschneidungsurteil", war nicht nur ein positives Signal zur Stärung der Rechte von Kindern und gegen religiöse Gewalt, sondern, m.E., der Anlass zu einem längst überfälligen Kulturkampf. In wie weit darf sich Religion in gesamtgesellschaftliche Angelegenheiten einmischen und allgemeingültige Rechtsnormen bestimmen, in wie weit, darf sich Religion Sonderrechte nehmen und von der Allgemeinheit bezahlen lassen?

Was glauben Sie, weshalb sich die katholischen und evangelischen Kleriker auf die Seite der konservativen jüdischen und islamischen Verbände stellen? Aus Nächstenliebe? Da geht‘s um den eigenen Einfluss, um die eigene Macht und natürlich um den eigenen Geldbeutel. Deshalb halten, die sonst auf gegenseitige Distanz bedachten Verbände, auf einmal zusammen, wie Pech und Schwefel.

Eine einfache und praktikable Lösung des Problems "religiöse Beschneidung" wäre ein Gesetz das bestimmt, dass religiöse Handlungen und Riten generell nicht zu Lasten Dritter ausgeführt werden dürften, und wenn müssten diese Ihre ausdrückliche Zustimmung geben, nach eingehender, neutraler und unabhängiger Beratung . Eine Zustimmung könnte auch erst frühesten mit erreichen des 14. Lebensjahres erfolgen, nach Kindererziehungsrecht §5. So eine Regelung wäre geschlechtsneutral und keine Religion wäre bevorzugt. Zur Formulierung eines solchen Gesetzes wäre keine Wortakrobatik nötig, die juristische Schlupflöcher bieten könnte.

Damit hätte sich aber auch die Kindstaufe bei den Christen erledigt.

Mal ehrlich welche/r 14 Jährige würde sich denn dann auf so einen Humbug wie Beschneidung (mänl./weibl.) oder Taufe einlassen? Alle Religionen haben Angst, dass im Falle einer Regelung, wie oben beschrieben, ihre Herde kleiner wird oder sogar ganz verschwindet und damit auch ihr Einfluss auf Politik und Gesellschaft.

Und deswegen, und nur deswegen, benutzen sie jetzt ihre Gläubigen als Soldaten , und ziehen gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und andere verbriefte Menschenrechte ins Felde.

Was haben Kleriker im Rundfunkrat zu suchen, weshalb zieht der Staat die Kirchensteuer ein, weshalb werden religiöse Einrichtungen aus Steuergeldern subventioniert? Weshalb gibt es so nutzlose Einrichtung, wie die "Deutsche Islamkonferenz", (oder ist da schon mal was sinnvolles rausgekommen?) Weshalb darf der Papst im Bundestag reden? Weshalb sollten die großen Buchreligionen Privilegien in Anspruch nehmen dürfen? ... Warum?

Rastafaris (anerk. Religion) dürfen auch nicht kiffen, obwohl das Rauchen von Marihuana zur Ausübung ihrer Religion gehört ( Reasoning -> http://de.wikipedia.org/wiki/Rastafari) und sie damit nicht einmal jemanden schädigen würden, ausser sich selbst. Zeugen Jehovas dürfen ihren Kindern auch nicht eine notwendige Bluttransfusion verweigern, tun sie es doch, wird ihnen für die Dauer der Behandlung das Sorgerecht entzogen. Anhänger des fliegenden Spagettimonsters (anerk. Religion -> http://hpd.de/node/11886) dürfen ihre Kinder auch nicht dazu zwingen mit einem Nudelsieb auf dem Kopf in die Schule zu gehen.

Religion muss endlich ganz in den privaten Bereich verschwinden und ihrer Anhänger und Verbände sich an Rechtsnormen halten, wie alle anderen Individuen und Organisationen auch.

Die Religionsverbände sollen sich um das Seelenheil ihrer Schäfchen kümmern, da haben sie genug zu tun. Sie sollen sich darum kümmern, dass ihre Anhänger aufhören sich gegenseitig zu erschlagen (Naher-Osten, Nordirland), das wäre ein weites Betätigungsfeld und würde sie auf Jahre hinaus beschäftigen. Von der Einflussnahme auf Politik und Gesetzgebung sollen sie die Finger lassen!

Da wird es auch keinen Kompromiss geben können. Die ganzen Diskussionen sind nutzlos. Schlussendlich muss eine höchstrichterliche Instanz, BVerfG oder EUGH, die Entscheidung fällen, ob die Gesellschaft, die teils mit Blut erkämpften Errungenschaften des Säkularisierungsprozesses, zu dem auch Rechtsnormen, wie das Grundgesetz und die Menschenrechtscharta gehören, auf dem Altar rückwärtsgewandter, homophober, frauen-, sexual- und demokratiefeindlicher Traditionen und Bräuch opfern will.

Ich sage: KEIN SCHRITT ZURÜCK!

Unterstützen Sie die Bundestagspetition der Deutschen Kinderhilfe.

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03:44 21.07.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

der-Splitter-im-Auge

Freidenker, Kommunist und Treibhauseffekt->
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der-Splitter-im-Auge

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