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RE: Vorsicht, bissig! | 22.07.2015 | 18:34

Ich habe mir zum Zeitpunkt des Weggangs von Urban Priol keine noch "bessere" Anstalt vorstellen können und wurde bitter enttäuscht: das geänderte Konzept ist vom ersten Augenblick die konsequente Weiterentwicklung auf höchsten Niveau und in der Form aussergewöhnlich. Wenn zudem politische Unterhaltung mit Engagement zum Nachdenken anstiftet und eben nicht Nuhr allgemein-libertären Kurzschluss provoziert, bilde ich mir doch gerne ein, meine Rundfunkgebühren seien hier bestens aufgehoben. Darum an der Stelle mal ein grosses DANKE!

RE: Brutal gestreichelt | 19.07.2015 | 12:24

Einer war Erich Honecker, der bis zum Ende seines Lebens daran festhielt, dass er immer das Beste für seine DDR-Bürger getan hat.

Mit dem Unterschied:

E.H. hat das tatsächlich geglaubt, weil genau das auch der Inhalt seines Lebens war: die DDR als der ernsthaft bessere deutsche Staat.

D.h. die Einschätzung der Realität war keine Heuchelei aufgrund Verleugnung, sondern das Ergebnis der schauspielerischen Fähigkeiten seines direkten Umfelds - er war letztlich Konsument der eigenen Propaganda.

Im Gegensatz zu A.M. - jede Entscheidung, jede Äusserung, jede Handlung, jede Geste folgt dem Kalkül, der Taktik, der Vorteilsabwägung, der Konditionierung durch endlose Armeen von Beratungsagenturen.

Die Reaktion in dieser Sendung zeigt einen der sehr seltenen Augenblicke eines Menschen, in dem für Sekunden die Maske unsichtbar wird und das Wesen zum Vorschein kommt - eine Situation die sich nicht trainieren lässt und daher für Wahrheit steht.

Interpretieren kann das nun wieder jeder wie er will.

RE: Der Wahnsinn hat Methode | 16.07.2015 | 11:09

Was einige Europäer mit der sich abzeichnenden deutschen "Wiedervereinigung" 1990 befürchteten und andere zumindest nicht völlig ausschlossen, nimmt in immer deutlicher werdenden Zügen plastische Formen an: ein deutsches Europa.

Dabei ist völlig wurscht, was deutsche Politiker mit Entscheidungsgewalt für einzig richtig oder falsch halten und wie gut sie das erklären und verteidigen können, entscheidend ist die Wahrnehmung ausserhalb des krisenprofitierenden Exportweltmeisters. Und diese wird für sich Europa spaltend auswirken, wobei die Keile in die Sollbruchstelle längst gesetzt und nur noch im entscheidenden Moment eingeschlagen werden müssen.

Das ist nicht meine Vorstellung von Europa und ich bin beschämt Staatsbürger eines Landes zu sein, dessen Bevölkerung dieses Vorgehen nach medialer Darstellung offensichtlich zu überwiegenden Teilen völlig in Ordnung finden und neoliberale Politiker von CDU/CSU bis SPD so in Ihrem Wahn den Rücken stärken. Hier hat Propaganda ganze Arbeit geleistet!

RE: Das Ende der Demokratie | 14.07.2015 | 11:34

Vielmehr erkennt Griechenland seine Schulden selbst an und möchte sie weiterhin bedienen, wofür es natürlich neue Schulden aufnehmen muss.

Neue Schulden zur Bedienung alter aufzunehemen, ist alles andere als natürlich.

Es ist sogar äusserst unnatürlich, da es nicht funktionieren kann!

RE: Das Ende der Demokratie | 14.07.2015 | 11:19

Nur - das Volk wünscht es sich!

bzw. deutlicher @renovatio06 : will es so!

Und warum? Ganz klar:

weil es zutiefst korrumpiert ist! Und daran gefallen findet!

Goebbels Propagandamaschine, die immerhin Millionen potentielle Arier zu Höherem bewegte, ist dagegen ein grober, unbehauener Holzklotz am Wegesrand der Geschichte.

Die neue Propaganda greift nicht mit pathetischen Begriffen und heroischen Deutungen, sondern schlicht mit Teilhabe:

wer für 1,99 € bei kik ein T-Shirt kauft, weiss zweifelsfrei um deren Herkunft, aber die Teilhabe am kleinen "Wohlstand", der Luxus sich das jetzt zu leisten, schafft Komplizenschaft.

Und diese durch ein unsichtbares Band verbundene Gesellschaft der kleinen Profiteure einer unüberschaubaren Globalisierung wird sich in eine verschworene Meute wandeln, die bei den ersten Anzeichen des Niveau-Abfalls taub vor Blindheit diese "Errungenschaften" hartnäckig verteidigen wird.

Der deutsche Staat gibt dafür alle Signale der Legitimität: indem er nicht nur nichts gegen die auf massive Ausbeutung basierende Konsumgüterproduktion unternimmt, nein, er schickt auch sein Militär in die Welt, die Nachschubwege dieser organisierten Ausbeutung zu sichern. Zum Erhalt des deutschen Wohlstands. Zur Sicherung der kleinen Teilhabe auch des Hartz-IV Empfängers. Letztlich zur Sicherung des politischen Machterhaltes.

Und genau das ist auch das Perfide an dieser schrecklichen Hechelei: der allgemeine deutsche Schnäppchen- und Rabattjäger weiss sehr wohl, das dieser Wohlstand nur geborgt ist, das die Aktiva des Exportüberschusses auch irgendwo ein Passiva erzeugen muss, das aus Griechenland nichts mehr rauszupressen ist.

Doch die deutsche Politik verkündet, wir haben alles im Griff, es ist alles legal, denn es geschieht am hellerlichten Tag, und solange ihr, die Volksmasse, uns alle 4 Jahre das Zepter der ausübenden Gewalt überlasst, werden wir alles dafür tun, Euern Wohlstand durch Bereicherung aus allen Teilen der Welt zu sichern.

RE: Pistole am Kopf | 13.07.2015 | 23:08

Naja, ausser mir und der Bundesbank .. aber das sind ja auch nur Luschen.

RE: Ein beeindruckendes Ergebnis | 13.07.2015 | 17:44

Dafür gibts - nur heute! - bei kik: das bequeme Basic T-Shirt von identic. Unifarben, mit Rundhalsausschnitt und normalem Schnitt, reine Baumwolle, für sage und schreibe zweineunundneunzig! Zuschlagen und Geld zurückholen!

RE: Pistole am Kopf | 13.07.2015 | 17:13

Treuhand ist das Zauberwort bei dem überall die Glocken läuten sollten, zumal eine überaus lukrative deutsche Expertise vorliegt: 1990 beginnend hat die "treue Hand" in aller Rechtsstaatlichkeit DDR-Staatsvermögen in Höhe von rund 600 Milliarden Euro zu 95% an kreditfähige west-deutsche und -europäische Interessenten vergrundbuchamtet - die bis dahin in Friedenszeiten grösste Umschichtung von Volkseigentum in privaten Besitz. Einen Mord und 300 Milliarden Euro minus später war ein Staat mit zuletzt 207,9 Milliarden BIP bis zur letzten Klorolle komplett abgewickelt. Und genau das wird nun in Griechenland vollstreckt: lukratives Volksvermögen Verkaufen, so schnell wie möglich, so billig wie nötig, an die schwarzen Männer mit Taschen voller Geld, das schon seit geraumer Zeit reichlich, reichlich, aber sowas von reichlich vorhanden, jedoch nur bei zweistelligen Gewinnmargen in den Aggregatzustand des Flüssigen wechselt und dann aber durch keinen Deich zu stoppen ist. Und sind erst die Besitzverhältnisse neu geklärt, können wir auch über Demokratie und andere folkloristische Anmutungen im Rahmen kreativer Freizeitgestaltung reden. Mit uns doch immer ...

RE: “OXI!” - Der Sieg über die Angst | 06.07.2015 | 13:59

Ohne die Drohung mit dem angeblich sonst unvermeidlichen “Grexit” fehlt den Institutionen (oder vielmehr: Berlin) plötzlich ein effektives Druckmittel, und jetzt liegt der Ball in ihrem Feld.

Momentan üben sich die Protagonisten noch in Verweigerungshaltung: trotzig wird gebockt, mit dem Fuß gestampft, die ein oder andere hähmische Floskel durchgedrückt und in vor allem sich in ganzer Breite totgestellt.

Ich glaube es braucht eine Weile, bis die Erkenntnis in die kontaminierten Hirne sickert, die Erkenntnis, die Menschen Europas kommem mehr und mehr zur Überzeugung eines Paradigmenwechsels. Ohne dem hat Europa keine Zukunft!

Der Aufstand der griechische Bevölkerung ist vielleicht der Knüppel in den Speichen des irre gewordenen Globalisierungs-Rades, das da angetrieben von halb-imperialer Rohstoffsicherung, Freihandelsabkommen, Aus- & Abgrenzung, militärischem Imponiergehabe und digitalem Totalitarismus nichts, aber auch garnichts mit Werten zu tun hat, auf die ein Europäer stolz sein könnte. Und eben auch nicht mehr will!

Ich befürchte allerdings, in den nächsten Wochen wird sich die ganze Fratze ungeschminkt zeigen - die abgesonderten Auswürfe sogenannter Eliten lassen wenig Spielraum ... zum heutigen Stand.