derenaura

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RE: Hoch angesehen, niedrig bezahlt | 24.07.2010 | 15:02

Hallo Frau Baureithel,

was Ihr Artikel nicht so recht betont, ist die Tatsache, dass der Mindestlohn für PflegeHILFskräfte gilt, also PflegerInnen, die eine 200-400 stündige Ausbildung ohne staatliche Prüfung absolviert haben. Und auch diesen Kräften steht es doch frei, sich eine Stelle mit adäquater Entlohnung zu suchen?

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass PflegeFACHkräfte so schlecht nicht verdienen, also deutlich über der Grenze zur Armutsgefährdung angesiedelt sind.

Meine Erfahrung in der Praxis ist auch, dass in den letzten Jahren durch das Arbeitsamt sehr viele Kräfte mit 200h-"Basis"pflegekursen qualifiziert wurden, um Tätigkeiten im Rahmen der Grundpflege zu verrichten. Einen Mangel an Pflegehilfskräften gibt es also nicht.

Wenn das Arbeitsamt Umschulungen zu 2/3 finanziert, ist das doch eine enorm tolle Sache: Dies umfasst ja zum einen das Schulgeld für die Berufsschule, in der der theoritische Ausbildungsteil abgehalten wird, sowie Geld für den Lebensunterhalt des Umschülers. Ich denke es ist nicht zuviel verlangt, wenn Kosten des dritten Ausbildungsjahres von der Ausbildungsstätte, also dem Heim, in dem der Auszubildende zumeist nach wenigen Wochen schon (und das dann für drei Jahre) als billige Arbeitskraft geplant wird, getragen werden.

Usus war eigentlich, dass Heimbewohner eine geringe Tagespauschale, z.b. 30ct zahlen, um die Auszubildenden einer Einrichtung zu finanzieren. Selbst hier entstehen also den Heimen nur geringe Kosten.

Weiterhin mein Gedanke:
Der Bedarf an Pflegekräften, der steigt, zielt auf den Bereich der Altenpflege ab; hier Pflegefachkräfte aus Südamerika und Asien zu holen, wo doch zwangsläufig eine Sprachbarriere bestehen wird und die Kollegen erstmal ein Wenig an Biografiearbeit und Gesprächsführung leisten können, scheint mir dann weit hergeholt.

Insgesamt hätte ich mir also eine stärkere Differenzierung zwischen Hilfs- und Fachkräften in Ihrem Artikel gewünscht.