Dersu Usala

Gefangen im Bewusstsein des Unlösbaren, zu lösen nur durch Lösen vom Bewusstsein.
Dersu Usala
RE: Die Beherbergung des Schwachsinns | 17.10.2020 | 00:35

na gut, ich passe auf mich auf. Vielleicht ja so sehr, dass meine gesellschaftliche Teilhabe im Blogkommentieren ihren Höhepunkt findet. Nicht ganz verschenkt. Aber ziemlich. Der Impfstoff soll übrigens Godot heißen, wird gemunkelt...

Alleine Trinken scheint mir außerdem ungesünder als in Gesellschaft. Kann täuschen, vielleicht. Eine gute Täuschung kann überzeigender sein als eine unklare Wahrheit. In Matrix-Bild: Es werden gerade keine blauen und roten Pillen verteilt. Nur lilafarbige.

Ach, ist doch sch...

Ich trink mal noch einen Whisky...

RE: Die Beherbergung des Schwachsinns | 15.10.2020 | 16:31

Die Frage ist doch, was ist der Kollateralschaden von Corona. Darüber müsste die Kommission ("die klugen Köpfe") erstmal ungefähre Einigkeit erzielen.

Eine Sichtweise: Wenn angenommen 1-2% der Bevölkerung sterben würden, wäre die Funktionalität der Gesellschaft nicht gefährdet. Zumal es überdurchschnittlich oft Ältere erwischen würde, die zu hohem Anteil Rentner sind. Soldaten werden unterdurchschnittlich betroffen sein (da war mal dieser amerikanische Flugzeugträger…). Die sagen wir 1,5 Mio Toten sind aber für die Individuen gesehen unwürdig, und die Würde ist das unantastbare; ein gesellschaftliches Fundament, im Moment. Nimmt das funktionale System „Staat“ halt etwas Schaden durch den Lockdown – nenne wir es wie Sie Kollateralschaden. Es wäre halt unwürdig, die ehrwürdigen Alten dafür sterben zu lassen, dass dieser Staat ein paar Mrd mehr BIP ausspuckt. Kann ich mitgehen (auch wenn sich einiges in mir sträubt). Fast verwunderlich ist an dieser Abschätzung, dass China es genauso sieht, also Lockdown macht, obwohl es für die große Sache „China“ vielleicht gar nicht so schlimm wäre, und ich das (Vor)urteil habe, dass Individuum dort als Grundwert wesentlich weniger zählt. Machen die das auch Rücksicht auf das Individuum?

Ich persönlich finde es jammerschade um den kulturellen Breakdown, kaum Konzerte, keine Tanzlustbarkeiten. In 2 Jahren werden sicher die Hälfte der Künstlerlebenden sich eine andere Lebensgrundlage gesucht haben. „Na gut“ kann man sagen, gibt es Potentialräume für die jungen Künstler, die dann erwachsen und die noch keine Familie ernähren müssen. Die Kultur ist in der Kollateralschadenerfassung leider untergerecht vertreten. Aber zum revolutionären Streben reicht meine Unmut über die Kulturarmut irgendwie nicht. Das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, oder existentielle Ängste bräuchte es dafür.

RE: Wir sind zu viele | 30.07.2020 | 14:54

Wasser predigen und Wein trinken war schon immer ein guter Weg zur persönlich optimierten Life-Balance. Ob ich dann Wein trinke oder nicht, macht global ja auch keinen Unterschied. - Also, finde ich gut, wenn die Leude weniger Kinder kriegen. Und ich mache mein Ding, oder ich bin ja nun eh zum Weine verführt und will nicht mehr ohne. Klar strengen Kinder an, aber der Entzug ist dann doch schlimmer. Positiver Stress. Vorwärts auf dem Weg ins Leben, so kommen doch wohl die meisten zum Kinde, und dann nicht mehr davon los. "The more you know" - so lange Mensch die Neugier packt, wird es Kinder geben. Die Kinderzahl nicht zu übertreiben geht dann vielleicht eher in Richtung Suchtprävention. Wer die Sucht bekämpft ohne der Sucht nachgegeben zu haben, steht in Verdacht es mit der Moral zu übertreiben.

RE: "Es liegt nicht an dir..." | 20.12.2019 | 14:58

Analogien gesehen und geschrieben, gefällt mir. Als Therapeut der Beziehung sind Sie nicht ungeeignet. Wie sieht es aus als Krisenpartner, du und das System (da stimme ich der Vokabel von w.endemann zu), wie sieht es aus mit eurer Beziehungsarbeit?

RE: Dauergrinsen, Kicherorgien | 22.02.2018 | 12:08

Wie ist "Elternhäusern mit niedriger Bildungsherkunft" definiert? Ist man da schon raus, wenn ein Elternteil ein FH-Abschluss hat? Vermute ich. Dann würde ich vermuten, dass seit 1991 der Anteil der "Elternhäusern mit niedriger Bildungsherkunft" an der Gesamtmenge der Elternhäuser abgenommen hat. Wenn ja, muss man das mit reinrechnen in die Aussage "der Anteil der Studenten aus Elternhäusern mit niedriger Bildungsherkunft ist stark gefallen". (Auch wäre es interessant, die Gesamtmenge der Kinder klassifiziert nach ihrer Bildungsherkunft und ihrem Studentenanteil damals und heute zu vergleichen, absolute Zahlen, relative Zahlen, und was soll es bedeuten :-O - wir brauchen mehr Daten!).

RE: Leipziger Batzen gibt auf | 17.01.2018 | 09:09

Werden Einkommen in Lindentalern eigentlich bei Antrag auf Sozialleistungen berücksichtigt, oder bei der Steuererklärung?

Heuchlerische Frage, okay. Antwort ist: Nein. (würde mich überraschen, wenn es anders ist) Dass Menschen sich zu neuen Solidargemeinschaften zusammenschließen ist zu begrüßen, dass sie sich anderen entziehen, kann kritisch sein. Siehe private Krankenversicherung.

Wenn's Spass macht - ist es schon mal gut.

RE: Ganz bewusst konservativ | 18.11.2017 | 21:41

in einigen Stunden sehe ich es so, treuloses Weib... und merke dabei, dass diese Sichtweise schräg ist und einiges ausblendet. in anderen Stunden ist alles prima wie es ist, zum Glück ist es nicht anders. und manchmal frage ich mich, wass die Ehe-Erfinder sich dabei gedacht haben, und was die Gesetzschreiber sich dabei gedacht haben. warum hat mensch (bürger) überhaupt das recht, eine ehe anzufangen, warum darf man man einen auswählen, für den gesetzlich anerkannt andere regeln gelten, und dann darf man das beenden uvm. Mit Sicherheit ist da einiges immer weitergewachsen und war in der heutigen wirkung nicht vorausgesehen. Merkwürdig: Warum gibt es keine Staaten ohne Ehemöglichkeit? Gab es das mal, und hat sich das aus sozialdarwinistischen Gründen erledigt?Gibt es einen Zusammenhang zwischen Monotheismis und Einehe? (scheint mir nicht so zu sein)

RE: Ganz bewusst konservativ | 16.11.2017 | 20:46

Ist schon richtig. Der reiche geschiedene Mann ist aber geanauso unterhaltpflichtig, wenn sie ihn verlässt. Ob er dann wirklich mehr vom Leben hat, kommt drauf an, wie die Kinder bspw.

Beispiele sind eben auch nur Beispiele. Dass die akademische Frau n deinem Beispiel Karriere und Erfüllung gefunden hätte, wenn.... ist im Dunkeln.

Es liegt hier eine Gemengelage von Moral und Beistandspflicht vor. Die standesamtliche Ehe hat eigentlich keine moralische Komponente. Es wird vom Atheisten trotzdem Moral reininterpretiert, und das wird im Vornherein eher wenig besprochen. Die christliche Moral, Treue, Liebe bis ans Lebensende, sowas ist out aber in jedem doch noch drin. In verschiedener Tiefe.

RE: Ganz bewusst konservativ | 15.11.2017 | 14:16

Kann ich verstehen, dass man sich fragt, warum das Scheidungsrecht einem Geld wegnimmt, obwohl man’s so nicht wollte. Für die Kinder ist man verantwortlich, lebenslang, logo, warum für die Ex? Warum es Eheprivilegien gibt, sollte man sich dann natürlich auch fragen, den evtl. angesammelten Steuervorteil muss man nicht zurückzahlen. Die ungleichen Karrierechancen kann man eh nicht zurückzahlen. Dass die/derjenige die andere Chance bei anderem Lebenslauf eh nicht nutzen wollte, kann man unterstellen – das eigene Leben wäre dann allerdings auch anders verlaufen, ohne Opferbereitschaft keine Fortpflanzung, etc pp, endlos usw.

Dass Jan F. schwere Stunden hatte, will ich ihm nicht absprechen. „Andere hatten es noch schwerer“ –Aussagen finde ich da fehl am Platze, es gibt gewiss in jeder gesellschaftlichen Hemisphäre Individuen, die dann sagen ‚ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr‘ und das ist dann zu akzeptieren. Man (das scheidungsereilte Individuum) muss dann irgendwann checken, hier geht nichts mehr weiter, also muss ich anderswo; aber rückstandslos raus komme ich halt nicht mehr; der Haupthaarwuchs folgt auch einem linearen Schema; jetzt ist die emotionale Reifung merklich in der Phase.

Ob ein Profi wie Fleischauer dazu ein Buch schreiben muss – und für wen er das eigentlich macht, das sind die Fragen, die ich gelten lasse. Ick will mich damit aber nicht befassen, habe gerade Sachen zu tun, die mir wichtiger erscheinen.

Irgendwie zur Ehe habe ich auch zuletzt was geschrieben, aber was genau müsste ich nochmal lesen. Heute wird’s nicht mehr.

RE: Der Zukunft abgewandt | 02.08.2017 | 09:06

Ihre Mosaik-Bedenkungen sind eine schöne Metapher zum Zeitgeist, das heutige Leben zeigt viele bunte Glitzerschnipsel, diese fügen sich aber nicht zu einem Gesamtbild. Wie die Liste der facebook-Meldungen. Die Zahl der Schnipsel ist sehr groß, wieviele kann man ordnen, zu etwas Größerem fügen? Zu anderen Zeiten glaubten mehr Leute, es würde sich zu einem Ganzen fügen. Vielleicht gibt es diese Art Leute auch noch, aber sie sind nicht in der Position, die Welt sichtbar zu gestalten. Andererseits, die pompöse Wandbildnerei im Sozialismus kam mir wie eine vorsätzliche Selbsttäuschung vor. Allerdings habe ich nur die Endzeit in der DDR einigermaßen wach erlebt, Jahrgang 76.