Das Glück der „Tausendjährigen“

Gnade des Geburtsdatums - - Es gibt mit Sicherheit ein geschichtliches „Zeitfenster“, das mit positiven Höhepunkten für die Menschheit einsam reichlich gesegnet wurde. - Aber was kommt danach?
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Da schreibt doch tatsächlich jemand schon seit 1999 an einem Buch, dessen Titel von Anfang an feststand:
„Das Glück der 1000jährigen“

Es war einige Zeit nach dem Start des Projektes sogar schon ein Bild für den Umschlag entworfen worden:

http://abload.de/img/1000jahrbuchtitelneulzxldd.jpg

Bis heute ist aus all dem nichts an die Öffentlichkeit gelangt.

Warum?
Um zu unterfüttern, dass es ein „Glück“ für die zwischen 1933 und 1945 im „Tausendjährigen Reich“ Geborenen sein würde, sich durch normales Ableben noch rechtzeitig aus dem Staub machen zu dürfen, wurde Material gesammelt. Dieses Material wanderte primär in eine Datenbank und dann auch noch in eine Chronologie der signifikanten weltweiten Ereignisse seit Anfang der dreißiger Jahre.

Daraus wurde ein riesiger Datenhaufen, in dem sich bei ständiger Durchsicht auch eine Menge Müll ansammelte. Der wurde aussortiert. Dennoch türmte sich zusehends ein Gebirge von Daten an.

Nun sollten diese Daten nicht in einer Art Geschichtsbuch aufgezählt werden, sondern als Hintergrund für die Erzählung eines Lebens dienen. Erzählt werden sollte das Schicksal eines „1000jährigen“ anhand seiner Erinnerungen. Die setzten eigentlich recht klar erst ab dem Jahr 1939 ein. Da gab es klare Bilder von Aufenthalten auf Segelflugplätzen auf dem Ith-Bergrücken bei Eschershausen, auf der Wasserkuppe in der Rhön, auf dem Flugplatz Borkenberge bei Haltern – wo die Flugschüler vor allem in Gleitern von einem nicht sehr hohen Bergrücken mit Gummiseilen gestartet wurden – und hauptsächlich von häufigen sonntäglichen Aufenthalten auf dem Flugplatz „Schwarze Heide“ bei Kirchhellen, nahe dem Geburts- und Wohnort des Autors. Das ging über viele Jahre so.

Sehr schnell und nahtlos schlossen sich an diese Bilder Erinnerungen an Kriegsereignisse an: Etwa wie beim Herumstreunen des Neunjährigen in den Feldern zwischen Gladbeck und Gelsenkirchen-Buer plötzlich von allen Seiten die Luftschutzsirenen heulten und kurz danach der Himmel fast schwarz wurde von den zahlreichen Bombern, die von Westen aufzogen. Deren Ziele konnten Gelsenberg-Benzin, Scholven-Chemie oder die Chemischen Werke in Marl-Hüls sein. Das waren wohl besonders kriegswichtige Ziele. Aber auch KRUPP und die vielen Zechen und Hütten waren zudem „lohnende“ Ziele für die Bomber.

Oder wie sich an der unbefestigten Straße durch die Felder zwischen Gladbeck und Buer Flak-Stellungen eingegraben hatten. Zwischen ihnen gab es auch einige Scheinwerfer hinter einem Rund aufgeworfener Erdwälle. Es lebte deutlich eine Erinnerung daran, wie an einem späten Winterabend am Himmel die Bomber brummten und ein Scheinwerferstrahl einen der Bomber einfing. Bald darauf pendelten sich weitere Scheinwerfer ein auf das Flugzeug, das nun richtig zu glitzern schien. Danach schossen sich die Flugabwehrkanonen auf ihr Ziel ein und trafen sogar tatsächlich den Bomber, der sofort brennend abstürzte.

Als unvergesslich erwies sich die Erinnerung an den Aufenthalt in einem Luftschutzkeller. In diesem lief ein Radio, aus dem die „Klotschentante“ zu hören war. In Wahrheit handelte es sich bei dem andauernden Geräusch um das laute Ticken eines altmodischen Weckers. Hin und wieder wurde es von einer Durchsage unterbrochen. Diese informierte die Zuhörer über die Lokalisierung von Bombern und deren Flugrichtung, damit die Lauscher sich rechtzeitig in Schutzräume begeben konnten. Als der Wecker wieder eintönig aus dem Lautsprecher drang, gab es plötzlich einen dumpfen und sehr lauten Knall und danach ein Grummeln, das als Vibrieren auch durch den Kellerboden zu spüren war. Nachdem die Sirenen Entwarnung gegeben hatten, wurde sichtbar, dass einige Häuser weiter zwischen den beiden Brandmauern von Nachbargebäuden nur noch ein großer Schutthaufen vorhanden war. Ein Volltreffer hatte das gesamte Haus zerstört. Dessen Bewohner waren aber zu einem Bunker gelaufen und hatten dort überlebt.

Besonders lebhaft waren die Erinnerungen an Evakuierungen nach Leopoldskron bei Salzburg, nach Neede im östlichen Holland und nach Oerlinghausen am Teutoburger Wald, wo der Einmarsch der Amerikaner erlebt wurde. Die zogen von Westen her die Hauptstraße in Richtung der Detmolder Straße herauf, inspizierten die einzelnen Häuser links und rechts der Straße und benahmen sich sehr zivilisiert, wenn sie jemanden antrafen und sicher sein konnten, dass keine deutschen Soldaten im Haus waren. Wo sie aber die Haustüren aufbrechen mussten und niemand sie begrüßte, konnte es sein, dass sie die Gardinen herunter rissen, Schränke umwarfen und in Betten schissen. Weiter unten in der gleichen Straße Richtung Helpup schenkte ein farbiger Soldat einem kleinen Jungen, der an der Hand seiner bibbernden Mutter hing, einen großen Schokoladenriegel und gab der Mutter Kaugummis, nachdem sie in gebrochenem English versichert hatte: „No soldiers!“ Dann trollte er sich und kletterte auf der Straße in einen Jeep.

Klare und lebendige Erinnerungen beschwören bei ihrer Verarbeitung weitere Erinnerungen herauf, die zunächst wie aus einem Nebel aufsteigen, dann jedoch allmählich klare Konturen annehmen und ahnen lassen, dass sie vielleicht weitere Erinnerungen auslösen. Die Erinnerungen hätten bereits gereicht, einen dicken Wälzer über Erlebnisse im Krieg und in der Nachkriegszeit zu schreiben, der den Nachfahren von „1000jährigen“ vielleicht manchen Aufschluss geboten und Vieles verständlich gemacht hätte. Doch was sollte so etwas bringen? Von Erfahrungen kann man berichten, man kann sie aber nicht lernen und einverleiben wie eigene Erfahrungen. So war denn geplant, die jeweiligen historische Hintergründe einzuflechten und eine „Zeit“ mit deren Entwicklungen zu beschreiben.

Doch daraus wurde nichts.
Die Anfangskapitel des Buches wurden geschrieben und dann mehrfach im Stil umformuliert. Währenddessen wuchs aus den weiteren Recherchen der Berg an Material weiter und weiter wie ein aufsteigender Vulkan. Wie ein Vulkan drohte er auch zu bersten und in unübersichtliche Bruchstücke zu zerfallen. Das Projekt wurde fast zu einer Last, die es jedoch zu tragen galt, weil es auf keinen Fall sterben sollte. Doch etliche Schicksalsschläge einschließlich etlicher Todesfälle in der Verwandtschaft und der schweren Erkrankung eines geliebten Menschen ließen für einen längeren Zeitraum, für Jahre Anderes wichtiger scheinen.

Zu Anfang gab es nur eine Ahnung, dass nämlich das Schicksal der Völker, das Schicksal der ganzen Welt von sogar nur wenigen Menschen bestimmt wird, die in einem verborgenen Netzwerk zusammen wirken, ohne sich explizit dazu verabredet zu haben. Sie mochten einem gemeinsamen „Spirit“ folgen, einem „Animus“, der für sie typisch sein mag, sobald Macht in ihre Hände gelangt. Während das Projekt „Das Glück der 1000jährigen“ schlief, wurde sehr viel Erhellendes, aber auch Abstruses im Internet entdeckt und zu gewissen Teilen „für später“ in dem Ordner des Projektes abgespeichert. Dazu gehörte unter anderem auch ein Aufsatz „Crisis as a Means to Building a Global Totalitarian State“ von Olga Chetverikova; zu finden bei der „Strategic Cultural Foundation“ unter http://www.globalresearch.ca/crisis-as-a-means-to-building-a-global-totalitarian-state/13311. (Deutsche Leitseite: http://www.globalresearch.ca/category/deutsch) Was da zu lesen war, mochte stimmen oder auch nicht, doch war es nicht einfach von der Hand zu weisen.

Der Tenor dieses Aufsatzes und vieler anderer Ausführungen aus anderen Quellen ließ ahnen, dass „Demokratie“ nur eine Fassade ist, ein Instrument zur Domestizierung von Menschenmassen zu deren besserem Handling bei der Verfolgung „höherer Ziele“, abseits und losgelöst von den Drohungen und Verheißungen der Kirchen und die Sorge für das Spirituelle klar von der Sorge für das materielle Wohl der Bürger trennend… – zum Beispiel heute zur Gewinnmaximierung in der Finanz- und Wirtschaftswelt und zur Geiselnahme der Bürger in einer Konsumwelt. Gerade gegenwärtig – seit Beginn des „War on Terrorism“, des weltweiten Krieges gegen den Terrorismus – gibt es Futter für jede Art von Verschwörungstheorien. Wenn eine weltweite Destabilisierung eine gute Voraussetzung sein soll, die Menschen sich nach einer neuen Weltordnung sehnen zu lassen, so faschistisch sie sich auch gebärden mag, dann ist die Welt jetzt auf dem besten Wege, aus den Fugen zu geraten. In entsprechende Verdächtigungen würde nun auch passen, die Kanzlerin Merkel als williges Werkzeug zu betrachten, das erst die Hochfinanz vor einem Kollaps bewahrte (statt Banken zu verstaatlichen und auf ihre gesellschaftlichen Aufgaben zurück zu stutzen) und schließlich mit der vermeintlichen Türöffnung für Millionen Flüchtlinge vornehmlich aus dem muslimischen Kulturkreis kräftig hilft, die Europäische Union zu destabilisieren.

Dazu würde wie die Faust aufs Auge passen, dass die USA auf vortreffliche Weise zwar Kriege in Afghanistan und im Irak gewinnen konnten, aber nicht einen tauglichen Frieden; dass sie statt dessen ein heilloses Durcheinander anrichteten, in dessen Gefolge dann die muslimische Zwietracht zwischen Schiiten und Sunniten und deren Verachtung für die „Christenhunde“ das gegenwärtige und nicht völlig unerwartete Desaster im Nahen Osten herauf beschwor. Dazu würde passen, in welch sachkundiger, vorausschauender und erfolgreicher Weise die nordafrikanischen Staaten zugunsten von „Demokratie und Freiheit“ von ihren tyrannischen Systemen erlöst wurden. Jetzt wollen Millionen Flüchtlinge von diesen Erfolgen erlöst werden und streben mit aller Macht nach Europa. Die Europäische Union wiederum hat mit etlichen speziellen Exporten nach Afrika einige wirtschaftliche Grundlagen derart zerstört, dass auch aus den betroffenen Ländern viele Menschen aus blanker Not quer durch den Kontinent und über das Mittelmeer das gelobte Land Europa erreichen wollen.

Sieht ganz aus wie eine von langer Hand geplante „konzertierte Aktion“. Wo die US-Amerikaner die Finger im Spiel haben (besonders durch ihre „Missions“), so scheint es, spielt Waffengewalt zugunsten kapitalistischer Interessen oder strategischer Einflusszonen die Hauptrolle. Der Ordner mit Material für das Buch füllte sich über die Jahre beträchtlich. Auffallend ist nur, dass sich zu „verschwörerischen“ Verdächtigungen kaum Gegenpositionen finden lassen. Zwar wird „von offizieller Seite“ oft bestritten, jedoch kaum etwas als Gegenbeweis geliefert. In der Hauptsache wird mit „haltlose Verschwörungstheorien“ argumentiert, und wenn „jüdische Interessen“ ins Spiel gebracht werden, wird mit der Antisemitismus-Keule zugeschlagen.

Die Welt scheint ein einziges Irrenhaus zu sein.
Und wenn man all jene Versprechungen bedenkt, mit denen Politik Missständen abzuhelfen verspricht, darf man unterstellen, dass Missstände vorab durch Politik verursacht wurden. „Politik als Brandstifter und Feuerwehr zugleich“. Auffallend schien immer mehr, dass als „Handelnde“ hauptsächlich „die westliche Welt“ und die Sowjetunion (später Russland) auftraten, während das riesige China sich herauszuhalten schien und Afrika sowie Südamerika die Rolle von Spielbällen zu übernehmen hatten. Als ewiger Zankapfel und Störenfried hatte sich der Judenstaat Israel zu bewähren, der unablässig die Palästinenser kujonierte und den Iran als tödliche Bedrohung aufbauschte. Da sammelten sich für das Buch derart monströse weltpolitische Hintergründe an, dass es immer schwieriger wurde, ein einzelnes Menschenschicksal als das Erlebnis eines „1000jährigen“ vor diesem Wust verwirrender Ereignisse darzustellen und zu rechtfertigen.

Immer mehr auch kam der Verdacht auf, dass als eigentliche Schlüsselindustrie in der Welt die Waffenproduktion anzusehen sein könnte, um die herum sich unzählige andere Industrien und vor allem ausgedehnte Forschungsproduktionen rankten. Der Ordner für das Buchkonzept war mittlerweile auf über 6.100 Dateien in mehr als 500 Ordnern angewachsen. Im Jahre 2010 wurde alles noch einmal durchgesehen und einigermaßen rubriziert, um einen Überblick zu behalten. Zwischenzeitlich wurden auch einzelne Gesichtspunkte für kleine Aufsätze herausgearbeitet. Ein Thema waren einmal der „Bann“, der im Alten Testament der Bibel eine herausragende Rolle spielt, und der „Berith“, der Vertrag Jahwes mit den Israeliten.

Mit einem Aufsatz, der einer Diskussion in einer freikirchlichen Gemeinde zugrunde gelegt wurde, gab es richtigen Ärger. Darin hieß es, der DUDEN definiere „Bann“ als „Ausschluss aus einer Gemeinschaft; beherrschender Einfluss“. Und es ging weiter:

«Unter dem Auftrag, „den Bann zu vollstrecken“, verstanden die Israeliten Mord, Vernichtung, grausamen Genozid und Raub. Ein Beispiel aus dem 5. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 34 und 35: „Da nahmen wir zu der Zeit alle seine Städte ein und vollstreckten den Bann an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern, und ließen niemand übrig bleiben. Nur das Vieh raubten wir für uns und die Beute aus den Städten, die wir eingenommen hatten.“ Das Buch Josua bietet ein besonders auffallendes Beispiel: „10,38 Da kehrte Josua um mit ganz Israel nach Debir und kämpfte gegen die Stadt 10,39 und eroberte sie samt ihrem König und allen ihren Städten, und sie schlugen sie mit der Schärfe des Schwerts und vollstreckten den Bann an allen, die darin waren, und er ließ niemand übrig. Wie er mit Hebron getan hatte und wie er mit Libna und seinem König getan hatte, so tat er auch mit Debir und seinem König.“ Etwas weiter ähnlich: „11,21 Zu der Zeit kam Josua und rottete aus die Anakiter von dem Gebirge, von Hebron, von Debir, von Anab und vom ganzen Gebirge Juda und vom ganzen Gebirge Israel, und er vollstreckte an ihnen den Bann mit ihren Städten 11,22 und ließ keine Anakiter übrig im Lande der Israeliten außer in Gaza, in Gat, in Aschdod; dort blieben einige von ihnen übrig.“ – Im Buch Josua wird „Bann“ sechzehnmal beschrieben. »

Es kam zu richtigen Tumulten. Das Alte Testament, so wurde argumentiert, sei doch kalter Kaffee und durch Jesus völlig überholt. Dagegen gab es insofern Protest, wie ja feststehen sollte, dass die Juden mit Jesus nichts am Hut haben und gerade das Alte Testament in der Gestalt von „Thora“ oder „Talmud“ als Grundlage für ihren Glauben benutzen.

Es gab ja auch noch anderes zu diskutieren aus dem, was vorgetragen wurde, etwa:

«Im Koran (An-Nisá) heißt es: „160. Und der Sünde der Juden wegen haben Wir ihnen gute Dinge verboten, die ihnen erlaubt waren, wie auch, weil sie viele Hindernisse in Allahs Weg legten - 161. und weil sie Zins nahmen, obgleich es ihnen untersagt war, und weil sie das Gut der Leute widerrechtlich aufzehrten. Und Wir haben den Ungläubigen unter ihnen eine schmerzliche Strafe bereitet.“ Die wesentlichen Wurzeln des Judentums (Talmud), des Islam (Koran) und des Christentums (Altes Testament und das Evangelium) sind gleich.

Nur die Juden jedoch haben anscheinend nie dazu gelernt. Der Koran (Al-Baqarah) sieht es so: „87. Wahrlich, Wir gaben Moses das Buch und ließen ihm die Gesandten nachfolgen; und Wir gaben Jesus, dem Sohn Marias, die klaren Beweise und unterstützten ihn durch heilige Eingebung. Doch sooft euch ein Gesandter etwas brachte, was euch nicht behagte, waret ihr hochmütig und erklärtet einige für Lügner und erschluget andere!“ Jude zu sein, bedeutet vor allem, es dabei zu belassen. Die Juden haben eine spezielle dauernde Verpflichtung gegenüber ihrem Gott Jahwe. Dessen Versprechungen machten ihn äußerst bemerkenswert zu einem Gott wie keinen in der Weltgeschichte sonst irgendwo bekannten anderen Gott. Es ist ein Gott, der anscheinend selbst gern schachert und andere für sich arbeiten lässt, ein zorniger, grollender Gott, der sich schließlich zu einem Bündnis mit einer auserwählten Menschenschar herbeiließ: mit den Juden… - obgleich sie eigentlich „das geringste unter allen Völkern“ und somit vielleicht der derzeitige Ausschuss unter der organisierten Menschheit waren.»

Das war im Jahr 2010! Und wie es scheint, spielt gerade – ein halbess Jahrzehnt später – das Religiöse bei den heutigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit Waffen bis hin zu völkermörderischen Handlungen eine herausragende Rolle. Islam, Islamismus, Judentum, jüdische Orthodoxie, gespaltenes Christentum – all das scheint in einen einzigen Topf zu passen; dazu die hegemonialen Bestrebungen der USA, die Kämpfe um Ressourcen für Energie und wichtige Rohstoffe… – und zu allem Überfluss die Erkenntnis, dass regierende Parteien in der Politik auch nichts anderes sind als säkulare, nicht geistliche Glaubensgemeinschaften plus Macht.

Reisende in Sachen Außenpolitik organisieren pompöse Verantwortungslosigkeit und schon mottenzerfressene Schuldzuschreibungen. Immer sind es „Staaten des Westens“, die sich Bälle zuwerfen oder aus den Händen schlagen, die von immer wieder neuen Treffen zu weiteren Treffen in verzögerten Zukünften humpeln, um festzustellen, dass sie noch Beratungsbedarf haben und sich erneut treffen wollen. Mittlerweile kosten die Bodyguards sowie die Abschirmungs- und Sicherungsmaßnahmen für die Regierenden und deren Tross fast mehr als manche in sich nur noch rotierende Regierungseinrichtungen. Viele Regierende bewegen sich stark abgeschirmt durch ihre Völker eher wie als Feinde entlarvte Aliens.

Das Buch sollte und soll weiterhin ein einzelnes Menschenschicksal abbilden vor der Kulisse der Nachkriegszeit mit Wiederaufbau, Fresswelle, Wohnungsbauwelle, Möbelwelle, Motorisierungswelle, Reisewelle, Zusammenbruch des Ostblocks, Aussetzung des Kalten Krieges, mit 9/11 und daraus folgenden heißen Kriegen im Nahe Osten, mit Unruhen in Afrika und Fernost, mit weltweiten Selbstmord-Attentaten und auch mit dem ewigen Streit zwischen unbelehrbaren Juden und den gedemütigten Palästinensern.

Das alles mag ja wohl kaum von besonderer Bedeutung sein für einen 1935 geborenen „1000jährigen“, der doch „nur“ – nur! – seinen eigenen Weg in einem Wohlfahrtsstaat zu finden hatte. Natürlich „fand“ er den, fand er seinen eigenen Weg etwas abseits vom Schema „Geburt-Schule-Studium-Beruf-Rente-Tod“ oder vom häufiger zutreffenden Schema „Geburt-Schule-Berufsausbildung-Beruf-Rente-Tod“. Gar nicht zu reden vom heute oft anzutreffenden Schicksal „Geburt-Schule-Ausbildung-Beruf-Hartz 4-Verarmung-Grundsicherung-Tod“.

Sicherlich kann das alles in der Regel noch ziemlich „leicht“ oder fatalistisch zu ertragen sein, wenn man sich zweier Aktivitäten geflissentlich enthält: scharf zu beobachten und gründlich nachzudenken. Beides könnte man sich ersparen, wenn jene Leute, deren Beruf Solches voraussetzt, alle ihrer Pflicht nachkämen und entsprechende Ergebnisse als Lektüre oder als Report in Radio oder TV anböten. Dann müsste man nur noch wahrnehmen, was andere bereits durchgekaut haben, und wäre „informiert“. Vielleicht gab es das einmal. Heutzutage scheint nur noch „political correctness“ als Maxime zu gelten, was darauf hinaus laufen mag, dass in westlichen Mainstream-Medien jeweilige Regierungspropaganda zu finden ist. „Der Westen“ gegen „die Russen“. Politisches „Handeln“ vor allem als ein in den Medien gegenüber den Völkern wortreich übertünchtes Nichtstun und Vor-sich-her-Schieben. Alles garniert mit reichlich Toten und nun auch Flüchtlingen, die ihrer weiteren Not oder gar ihrem Untergang mit letzten Kräften zu entgehen trachten.

Das Buch „Das Glück der 1000jährigen“, 1999 begonnen, nach Beginn des neuen Jahrtausends auf Eis gelegt, 2009 und 2010 noch einmal in seinen Rudimenten durchgesehen, neu geordnet und wieder einmal frisch konzipiert, drohte zu scheitern oder bei weiterer Verfolgung der ursprünglichen Absichten zu einem unappetitlich anmutenden Wälzer auszuufern. Da riet jemand, das Buch gar nicht erst zu schreiben. Statt dessen sollte das Material chronologisch geordnet und mit Erlebnissen aus den jeweiligen Zeiträumen verquickt werden. Dann aber sollte alles als eine in ein Mikrofon gesprochene Erzählung aufgezeichnet werden und als Hörbuch erscheinen. Nur als Hörbuch und überhaupt nicht erst als gedrucktes Werk.

Dieser Gedanke kam auf, nachdem der Autor einem möglichen Verleger von seinem Vorhaben eher nur beiläufig berichtet und ungefähr eine halbe Stunde lang aus dem Stegreif erzählt hatte, wie er sich die Darstellung aus dem eigenen Leben vor dem jeweiligen geschichtlichen Hintergrund vorstellte. „Das ist es!“ hieß es. Nicht ein Buch schreiben, sondern den Stoff anhand von Notizen einfach nur erzählen. „Nehmen Sie ein gutes Aufzeichnungsgerät – kostet heute ja nix und passt in die Hosentasche! – und gehen Sie spazieren. Stecken Sie sich die Notizen ein, die Sie jeweils für ein Kapitel benötigen, und erzählen Sie drauflos. Authentischer und überzeugender geht es nicht. Lassen Sie sich beim Wandern den Stoff durch den Kopf gehen und setzen Sie sich dann irgendwo meinethalben ins Gras und erzählen Sie. – Erzählen!!! – Kapiert? – Immer in Häppchen von dreißig Minuten oder so…“ Danach gab es noch Ratschläge zur bestmöglichen Vermarktung. Auch AMAZON wurde genannt.

Probehalber wurde einmal ein bestimmter Zeitraum herausgegriffen: 1945, als die Amerikaner durch den Teutoburger Wald nach Osten vordrangen. Du lieber Himmel, was war das für eine Zeit. Erst kamen die Amis, dann fanden „die“ Jungs im Alter von acht bis elf oder zwölf Jahren entlang des Tönsberges in Oerlinghausen jede Menge Waffen samt Munition, die sie in eigenen Erdlöchern versteckten, nicht zu vergessen der Weg über kleine Dachluken, durch die sie heimlich den Zugang zu einem Vorratslager der Amerikaner fanden, um Zigaretten, Schokolade, Kaugummi, Keks- und Fleischdosen zu klauen wie die Elstern. Wahnsinn, wie das Zeug im Wald versteckt und bis zum Erbrechen genossen wurde, während die besiegte Bevölkerung ums Überleben kämpfte. Tragisch, doch für ewig unvergesslich, wie einer der Jungs mit dem Abschussrohr einer kleinen Panzerfaust herumspielte und ein anderer der Jungs – Kurt Köster – gerade in dem Moment vor dem Rohr umher lief, als sich ein mächtiger Feuerstrahl aus dem Rohr löste. Der Getroffene lief noch bis nach Hause, wo er dann auf dem Sofa lag – mit offenen Brustkorb – und von einem amerikanischen Arzt hilflos betreut wurde, während die Mutter sich vor Schmerz kaum halten konnte. Und dann die schwache Stimme des Jungen: „Mutti, nicht weinen, im Himmel ist es doch auch schön…“

Nach dem Abhören der Aufnahme meldete sich das nicht sonderlich ausgeprägte Selbstvertrauen mit Zweifeln: So – oder doch anders? Wie auch immer, auf keinen Fall als gedrucktes Buch, denn das würde einen zu großen Aufwand erfordern, zu dem jede Lust bereits endgültig verflogen war.

«Das Glück der 1000jährigen» - Was wird wohl sein Schicksal sein, während das „Zeitfenster“ sich allmählich schließt und mittelalterlichem Gezerre Platz macht? Abwarten, Tee trinken und vielleicht sogar auf einen „Paukenschlag“ warten, etwa auf den Triumph eines Trump, auf ein Erdbeben, das traditionelle und vorwiegend zerstörerische Politik einstürzen lässt? Ein „Knall“ könnte ja bald oder in einigen Jahren erschallen, wenn sichtbar wird, wozu das hilflose Gegackere der EU-Granden angesichts einer überschwemmenden Völkerwanderung geführt haben wird, oder wenn man weiß, wie die wirren amerikanischen Reaktionen auf die russischen Reaktionen im Nahen Osten sich ausgewirkt haben.

©2015/2016 by mls/kbh/M.Grosner

18:35 24.10.2015
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Geschrieben von

reflex

Seit Jahrzehnten untot und losgelöst vom Glauben an Gutes in politischen Machenschaften.
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