Falsches für richtig halten! - Viel Glück!

Auf in den Krampf! - Nur in einer verkehrten Welt wäre das Verkehrte richtig. In der realen Welt wird Falsches von einer Elite gegen das Volk als richtig durchgesetzt. - Gesetze? No way...
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Die verhinderte Bundespräsidentin Gesine Schwan erklärte bei SCOBEL den rechtspopulistischen Trend im Volk als Reaktion aus Unzufriedenheit, Enttäuschung, Leid, Ungerechtigkeit und sozialer Abstiegsangst bei Teilen der Bevölkerung. Sozusagen als Folge von Folgen und als einen Versuch, das eigene Selbstwertgefühl durch Niedermachen anderer Bevölkerungsgruppen zu retten. Doch die Ursachen – den Tanz der Eliten auf einem Vulkan – erwähnte sie mit keinem Wort.

Nachdem Merkels Wir schaffen das!eine Sogwirkung auf Invasionen von Muslimen (2/3 der Flüchtlinge) aus dem Morgenland in das christliche Abendland (zu – prinzipiell – ihrem „religiösen Feind“) ausgelöst hatte, sollen nun deutsche Bundeswehr-Tornados über den „IS“ hinwegfegen. Der einzige „Sturm“, mit dem der „Islamische Staat“ antworten könnte, wären tödliche Explosionswellen aus Terroranschlägen in Deutschland. Das wäre dann insofern „normal“, wie es ja anderenorts üblich war und im Djihad zur asymmetrischen Kriegsführung gegen Ungläubige gehört. Mithin mag das auch zu erwarten sein.

Frankreich ist jetzt zweimal binnen kurzer Frist arg erschüttert worden. Herausragend erst „Charlie Hebdo“ als publizistische Institution und ein jüdischer Supermarkt, dann das durch politische Veranstaltungen „geschichtsträchtige“ Theater „Bataclan“ sowie die zahlreichen Opfer in einigen Gastronomie-Betrieben. Belgien wurde nach Ausrufen einer höchsten Terror-Alarmstufe für Tage empfindlich gelähmt. In Deutschland wurde ein Fussballspiel kurz vor dem Anpfiff abgeblasen, weil das bloße Gerücht zu einem drohenden Terroranschlag aufkam.

Der französische Präsident Hollande spricht von „Krieg“ und schwört Rache. Deutsche Politiker meiden den Ausdruck „Krieg“ wie die Pest und sprechen von einem „militärischen Einsatz“. Denn ein Krieg kann prinzipiell nur zwischen Staaten geführt werden. Man möchte jedoch den IS nicht indirekt als einen „Staat“ anerkennen. Ob die BRD gegen den IS aber einen Krieg führt oder durch Militäreinsätze glänzt, dürfte für die IS-Gangster, die ihre mörderische Tyrannei mit einem Deckmantel ultramuslimischer Fundis tarnen, völlig egal sein. Ihnen dürfte jeder Angriff auf ihre Existenz willkommen sein als Rechtfertigung für „Reaktionen“ gegenüber dem Feind, den weltweiten Ungläubigen und insbesondere den „Christenhunden“. An ihnen gilt es sich zu rächen für in der Geschichte zahlreiche auch wirtschaftliche Demütigungen. – Inschallah...

Europa ist krank. „Demokratie“ gibt es nur als einen gewöhnlich penetrant gut funktionierenden Verwaltungsapparat, den zu steuern gewissen Glaubensgemeinschaften vorbehalten ist, die sich Parteien nennen. Dieser Apparat – unter Zwängen auch durch gewisse Regeln aus Verfassungen und Konventionen – gibt Sicherheiten, unter deren Schutz und Schirm nun auch Millionen Menschen aus zerrütteten anderen Kulturbereichen gelangen möchten. Diese Menschen sehen in ihren angestammten Regionen keine Hoffnungen für ihre Zukunft mehr. Sie haben unter religiöser und politischer Tyrannei gelitten, sind oft nur zufällig ihrer Ermordung entgangen, hätten häufig auch längst getötet worden sein können. Sie wollen nur am Leben bleiben, Todesängsten entfliehen, für sich und oft auch für ihre Angehörigen eine gesicherte Zukunft erhoffen dürfen.

Joseph Weizenbaum – im Bereich der Digitalisierung dieser Welt eine mahnende Ikone – hält noch posthum durch seine Aussagen in Büchern das militärisch stark durchwirkte politische Treiben des Westens für einen „Wahnsinn“. Mehr noch: Er hat seinen Stab auch über die Wissenschaft gebrochen; über eine Wissenschaft, die daran forscht, alles „besser“ und „schneller“ machen zu wollen, ohne daran zu denken, wer sich ihrer Forschungsergebnisse bemächtigt und welche Folgen das haben kann. Stets haben die Militärs die Forschungsergebnisse auf ihre Tauglichkeit für Waffensysteme abgeklopft oder gar selbst bestimmte Forschungen angestoßen, um „bessere“ Waffen zu erhalten. Wissenschaftlern scheint das egal zu sein; sie freuen sich wie kleine Kinder, wenn ihnen etwas gelingt, das es vorher noch nicht gab.

Gelungen ist nun vor allem, den Abstand zwischen einem Tötenden und einem Getöteten derart zu vergrößern und zu verfremden, dass das Töten, das Zerfetzen, das Vernichten von „Gegnern“ nur noch wie die Sequenz in einem Videospiel anmutet. Tatsächlich erscheinen erklärte Feinde ja auch nur noch auf Displays, befinden sich die „Ziele“ oft einen halben Erdumfang entfernt im Licht eines sonnigen Tages, während der „Operator“ nächtens in einem Container hockt und über Bildschirme mittels Joystick durch das Objektiv einer Drohnen-Kamera Zielfindung betreibt. Wer den Film „Good Kill – Tod aus der Luft“ gesehen hat, weiß wie das funktioniert.

Kaum jemand mag aber wissen, warum man deutsche Tornados braucht, um Übeltäter des IS ausfindig zu machen. Wenn man nach deren Landung die freilich haarscharfen Aufnahmen auswertet, sind sie bereits Makulatur, sind die schon Geschichte. In Echzeit liefern vor allem die Drohnen der US-Streitkräfte jene Informationen, die man zu Reaktionen in Echtzeit benötigt… – für einen „Good Kill“, für eine „prima Beseitigung“ von Feinden. Drohnen sollen ja auch vermeiden, eigene Soldaten in einem Gefecht zu verlieren. Sie garantieren chirurgische Präzision bei der Ausschaltung feindlicher Kräfte, ohne dem Feind Auge in Auge gegenüber treten zu müssen und dabei eigenes Leben zu riskieren. „Krieg“ wird durch sie zu einem „Video Game“.

Doch nicht nur das: Gelingt es dem Gegner, eine Drohne abzuschießen, folgt daraus nur ein Materialverlust. Eine Drohne weniger spielt bei der Vielzahl der einsatzfähigen Späh- und Tötungstechnik keine Rolle. Der Operator greift mit seiner Apparatur aus seinem Container heraus dann eben auf eine andere gerade startklare Drohne zurück. Wen juckt's? Same procedureasbefore – Doch was ist, wenn es dem IS gelingt, einen Tornado vom Himmel zu holen und vielleicht auch noch den Piloten gefangen zu nehmen, falls ihn der Schleudersitz retten konnte? Oder was ist, wenn der Pilot sein Leben verliert? So oder so wird kaum einer der Verantwortungslosen unter den Verantwortlichen empathischen Anwandlungen erliegen und dem Leid der Eltern nachspüren, die diesen Menschen gehegt und gepflegt haben, auf dass er eine chancenreiche Zukunft erleben mochte. Nicht eine Zukunft mit Aussicht auf einen frühen Tod bei bester Gesundheit.

Die Politik ist sehr weitgehend einer Psychopathie erlegen, welche auch die Täuschung nährt, Politik werde heilen, was sie doch selbst zuvor angerichtet und verschuldet hat. „Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.“ Das schrieb Sigmund Freud („Unbehagen in der Kultur“, Kapitel 2). Insofern ist Einsicht bei Politikern nicht zu erhoffen. Sie sind weitgehend blind nicht nur gegenüber ihren Völkern, deren Interessen sie angeblich vertreten. Joseph Weizenbaum fragte: „Was ist der Golem in unserer Welt?“ und gab darauf selbst die Antwort: „Es gibt einige, das ist ziemlich sicher, aber ich glaube, das ist der Wahnsinn, der in unserer Welt herrscht. Ich glaube, jeder einzelne sollte sich entscheiden, erst einmal das Ganze genau anzuschauen und dann zu entscheiden, nicht mehr mitzumachen.“ (Aus „Computermacht und Gesellschaft“)

Also: Auf in den Krampf.
Denn der Wahnsinn ist längst Normalität.
Es wäre Wahnsinn, sich gegen ihn zu
wehren.
Laut FAZ tönt es aus der arabischen Welt bereits: „Deutschland befindet sich jetzt offiziell im Krieg gegen den Islam.“ Exakt solches hatte Sahra Wagenknecht – eine anscheinend politisch unbedeutende Figur – im Bundestag befürchtet. Doch was heißt das schon...

©2015 by mls/kbh/M.Grosner

23:47 11.12.2015
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Geschrieben von

reflex

Seit Jahrzehnten untot und losgelöst vom Glauben an Gutes in politischen Machenschaften.
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reflex

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