Völkerwanderung ins Abfall-Paradies

Von der Herren Tisch Warum nicht Flüchtlinge? - Man gönnt sich ja sonst nichts...
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Von den Lebensmitteln, die in der Bundesrepublik Deutschland zwar in den Handel gelangt sind, jedoch nicht verzehrt wurden, könnte man über 15 Millionen Menschen ernähren. Diese produzierte Nahrung landet – wie auch immer – in irgendeiner Art von Abfall. Zählt man die Lebensmittel hinzu, die von Äckern, Bäumen und Sträuchern, obwohl einwandfrei genießbar, aus kosmetischen Gründen gar nicht erst in die Verarbeitung gelangen und auf dem Müll landen, könnte man weitere Millionen davon gut ernähren. Und man mag lieber nicht daran denken, dass der hohe Anteil an Lebensmitteln, die vom Handel nach einer Weile in den Regalen aussortiert und entsorgt werden, von jenen Kunden mitfinanziert werden, die an den Kassen ihre Einkäufe bezahlen. Sie bezahlen auch mit, was bei der Herstellung von entsorgter Nahrung an Energie, Ackerflächen und vor allem an Wasser verschwendet wurde.

Warum leistet sich eine hochkultivierte, hochzivilisierte und voll durchtechnisierte Gesellschaft – allen voran die US-Amerikaner, die jedes Jahr rund 100 Milliarden Dollar in Form von Lebensmitteln wegschmeißen – angesichts allein schon jener Tausender Kinder, die täglich hungers sterben, jährlich Lebensmittel in riesigen Mengen zu vernichten? Das ist bekannt, wird berichtet, regt jedoch kaum jemanden auf, solange es ihm persönlich gut geht. Er kann ja, denkt er wohl, „sowieso nichts ändern“. Sollten auch die Japaner so gedacht haben, müssen sie verrückt geworden sein, denn seit diesem Jahrtausend ist Lebensmittelvernichtung in Japan gesetzlich verboten. Daraus hat sich eine Verwertungskette gebildet, die sogar zu einem sehr lukrativen Geschäft wurde, unter anderem aus der Herstellung von Tierfutter. Dem Fleisch von mit solchem Futter gemästeten Schweinen wird offiziell sogar Bio-Qualität zuerkannt.

Den autokratischen Herrschern in Berlin und in der Europäische Union ist dazu noch nichts eingefallen. Im Gegenteil: Sie lassen hierzulande nicht so gängige und teilweise hoch subventionierte Fleischprodukte sogar in andere Länder exportieren, wo sie die heimische Fleischproduktion unterminieren und Menschen in eine Existenznot stürzen, aus der heraus sie vielleicht auch einen Fluchtweg nach Europa suchten, der sie nicht selten im Mittelmeer ertrinken ließ.

Ginge man nun hin und würde die ermäßigte Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel um einen Prozentpunkt erhöhen und würden die Verbraucher entsprechend weniger kaufen, um auch weniger wegzuwerfen, würden die Menschen dadurch nichts verlieren. Mit der zusätzlichen Einnahme könnte dann die Bundesrepublik Deutschland jenen Zugewanderten den Start in eine neue Zukunft finanzieren, denen Asyl gewährt wird oder die ansonsten ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten. Vielleicht könnte man davon auch noch Hilfsmaßnahmen in einigen Ländern finanzieren, aus deren Notzuständen sich Menschen auf eine Wanderung begeben, um ganz gezielt hier in Deutschland solchen Zuständen zu entfliehen. Als so genannte „Wirtschaftsflüchtlinge“ hätten sie – nach Recht und Gesetz – in der Bundesrepublik Deutschland sowieso kein Bleiberecht. Und entgegen mancher Auffassung fallen wirkliche Wirtschaftsflüchtlinge auch nicht unter die Genfer Konvention.

Wie auch immer, so oder so hat die Bundesrepublik Deutschland das Problem mit den Zuwandererströmen erst einmal am Hals. Mittlerweile weiß jeder, dem es in seiner Heimat zu sehr missfällt, dass es in Deutschland einen Asyl-Paragrafen in der Verfassung gibt, der grundsätzlich Tür und Tor in eine bessere Welt eröffnet, wenn man deutsches Territorium erst einmal erreicht hat und das Wort „Asyl“ ausruft. Dazu muss man jedoch vermeiden, sich irgendwo nach dem Überschreiten einer EU-Grenze in einem anderen Land des „Schengen“-Raumes registrieren zu lassen. Das würde alles versauen. Da könnte es schnell passieren, dass man es nur zu einem Rückfahrschein bringt.

Als nicht so besonders prickelnd konnte es deshalb auch erscheinen, auf Fluchtrouten durch verschiedene Staaten der Europäische Union in einem von ihnen hängen bleiben zu müssen. Doch weil diese Staaten ihrerseits kaum erpicht darauf waren, für Flüchtlinge jedweder Art aufkommen zu müssen, verlegten sie sich auf ein an sich unerlaubtes Durchwinken. Sie stellten ihre Staatsgebiete einfach „auf Durchzug“. Doch nicht nur das: Eine Frau namens Merkel rief über die Medien aus der Bundesrepublik Deutschland in alle Welt eine Textabwandlung von Matthäus 9 Vers 14, wonach jeder Notleidende glauben durfte, im „Himmelreich“ Deutschland willkommen zu sein, zumal es gerade ihm sogar zustehen soll.

Zufälligerweise ist diese Frau die Bundeskanzlerin Deutschlands, wenn auch nur von einer deutlichen Minderheit aller Deutschen als „Geschäftsführerin“ dazu berufen. Ohne sich mit ihren Abteilungsleitern, dem sonstigen Verwaltungsapparat der Bundesrepublik Deutschland oder mit ihren Kollegen in der Europäischen Union abzustimmen, preschte sie mit dieser Einladung vor. Sie erntete dadurch „politisch korrekt“ eine Menge Beifall, doch weniger diszipliniert verloren auch viele Profis des politischen Geschäfts ihre Fassung. Als die Folgen des Desasters schnell bei den „kleinen Leuten“ ankam, begannen auch diese zu murren. Politische Initiativen „vom rechten Rand“ – alles was sich nicht „politisch korrekt“ verhält, gehört ja bekanntlich zu irgendwelchen „Randgruppen“ – skandierten sogar lauthals, man solle nicht nur „Ausländer raus!“ werfen, sondern diese Frau Merkel gleich mit.

Besonders wie von einer Keule getroffen hatten die Bajuwaren unter dem Flüchtlings-Tsunami zu leiden. Täglich donnerte ihnen eine Menschenwelle entsprechend der Bevölkerungszahl einer Kleinstadt in ihren Freistaat.

Nun sind die Bajuwaren ein ganz besonderes Völkchen, sehr heimat- und traditionsverbunden, in ihren Trachten hübsch anzusehen, zäh, hart arbeitend, sich von deftiger Kost ernährend, anscheinend auch trinkfest, oft laut und selten meinungsscheu, aber fast ohne Ausnahme immer freundlich und ansprechbar. Gesegnet sind sie zudem von wunderschönen Landschaften, in denen sie bis an hohe Gipfel ihrer Berge heran siedeln und auch harte Winter überstehen.

Nachdem die Deutsche Demokratische Republik von der Bundesrepublik Deutschland aufgelutscht worden war, ist es nur den Bajuwaren zu verdanken, dass Deutschland nicht mehr dreigeteilt, sondern nur noch zweigeteilt ist. Die politischen Christen hatten sich Deutschland aufgeteilt: Die demokratischen Christen bekamen alles außer Bayern, die sozialen Christen erhielten Bayern ganz für sich allein. Aber Christen wollen beide sein und bleiben, um sich von Freidemokraten, Sozialisten und von dem Grünzeug abzuheben. So treten seit jener Regelung die Christdemokraten nicht in Bayern zu Wahlen an, während die Christsozialen den Rest der Republik verschonen.

Dass nun Ströme von Flüchtlingen, insbesondere nach ihrer dramatischen Vertreibung aus Ungarn und dem Passieren anderer Staaten der Europäische Union, ausgerechnet in Bayern anschwemmten, musste für sie ein „Gottesgeschenk“ sein, für Viele von ihnen auch eine spezielle Gnade Allahs, des Allerbarmers. Denn die Bajuwaren, stets nachbarschaftlich orientiert und auch folkloristisch miteinander gut verleimt, haben ein großes Herz. In längst vergangenen Zeiten hatten sie um ihr Dasein hart kämpfen müssen, stets in Sorge um ihr Vieh und die mühsam erkämpften Ernten. Aus den Steinen ihrer Berge und dem Holz üppiger Wälder hatten sie schmucke Häuser und Ställe gebaut und es auch hingenommen, dass einige ihrer Könige verschwenderisch in Burgen und Schlösser investierten, vor allem aber auch, dass ihnen ein katholischer Klerus von prachtvollen Klöstern aus unablässig die Leviten las und Tribut abverlangte.

So etwas prägt. In „echten“ Bajuwaren fließt immer noch das Blut der Ahnenreihe, wallt immer noch spontane Solidarität auf, wenn Not offensichtlich wird… – woher sie auch rühren möge. Dass bayrische Herzen empathisch gestrickt sein müssen, konnte man erleben, als im Münchner Hauptbahnhof – aus dem sich duckenden Österreich ankommend – die von langer und qualvoller Flucht erschöpften Zuwanderer aus den Zügen quollen. Jedes einzelne Menschlein, ob alt oder jung, ob männlich (meist) oder weiblich, war für sich allein betrachtet ein jetzt kampferprobtes Häuflein Elend. Viele, wenn nicht die meisten von ihnen brachten außer sich selbst nicht mehr mit als das, was sie am Leibe oder in einer Tasche trugen. Erschütternde Bilder im Fernsehen. Erschüttert auch die vielen Helfer, die sich eingefunden hatten, die sogar „WILLKOMMEN!“-Transparente hoch hielten und sich mühten, insbesondere den völlig Hilflosen und Desorientierten eine wärmende Atmosphäre sowie dringend benötigte Dinge zu verschaffen.

Und das, so zeichnete es sich bereits bedrohlich ab, nun Tag für Tag, Nacht für Nacht. Auf das Jahr 2015 hochgerechnet hatte die Staatsgewalt in Berlin mit etwa einer halben Million Asylbewerbern gerechnet. Doch jetzt schon wurde diese Zahl korrigiert und verdoppelt, während einige hochrangige Pessimisten schon unkten, es könnten viel mehr als eine Million werden. Schlimmstenfalls Jahr für Jahr.

Durch die Bundesrepublik Deutschland verlief schnell ein wild gezackter Riss auf allen Ebenen vom eher schweigsamen Bundeskanzleramt über alle politischen Alpha-Figuren bis hin zu den zahllosen Kneipen, in denen sich zu preußischen oder bayrischen Biersorten wie stets der beste Rat für Regierungskünstler abschöpfen ließ. Das „Volk“ sah vor allem Probleme heraufdämmern. Man möge doch bitte auch nicht vergessen, war oft zu vernehmen, dass viele Flüchtlinge aus Regionen kämen, in denen Gläubige um ihres Glaubens willen fanatisch gegen Gläubige kämpfen oder blutrünstig gegen Andersgläubige, dass zu deren Handwerk gehöre, Menschen zu steinigen oder ihnen sogar vor laufenden Kameras die Köpfe abzuschneiden. Viele Tausende unter den Flüchtlingen würden zu einem in sich zerstrittenen Glauben gehören, zu einem Glauben, der deutlich sichtbar in der Bundesrepublik Deutschland bereits zu Parallelgesellschaften geführt habe, die ihr eigenes Scharia-Rechtssystem pflegen wollen und in deren Viertel sich zum Teil nicht einmal mehr die Polizei hinein traue. Ach ja, nicht zu vergessen, über Twitter soll sich unter den Unzufriedenen am brennenden Mittelmeer und im Nahen Osten herumgesprochen haben, dass Flüchtlinge in Deutschland neben allem Lebensnotwendigen wie Obdach, Nahrung und Kleidung auch ein monatliches Taschengeld erhalten würden. Als Taschengeld fürs Nichtstun so viel, wie viele Menschen in den entsprechenden Ländern nicht einmal durch hartes Schuften im Monat verdienen können.

Mitbürger, die ansonsten über jeden Verdacht erhaben sein mögen, zeigten nun gern auf die Türkei, wo gerade das türkische Militär innerhalb und außerhalb des türkischen Staatsgebietes Kurden bombardierte. Nun, was soll’s, jedoch sollte man auch wissen, dass sich angesichts solchen Geschehens an einem Hauptbahnhof im Ruhrgebiet ein Haufen Kurden mit einem Haufen Türken eine blutige Schlacht geliefert habe. Und hatte nicht 1994 einmal eine große Menge Kurden mehrere Autobahnen in Westdeutschland total blockiert, um deren Forderungen Nachdruck zu verleihen? Angesichts denkbarer Bedrohungen entwickelten manche braven Bürger plötzlich Geschichtskenntnisse, extrapolierten Vergangenes über die Gegenwart hinaus in eine Zukunft voller Unbehaglichkeit.

So auch der „König von Bayern“, der stets gemessen daher schreitende christsoziale Parteihäuptling und auch gewählter Regent der Bajuwaren. Ihm schwante Übles. Er sah vor allem das Chaos in seinem Bavaria, in dem sich etliche dann auch unbekannt gebliebene „Eindringlinge“ an der nicht stattfindenden Registrierung vorbeigemogelt hatten, um irgendwo an unbekannten Orten Unbekanntes zu treiben, zu dem stramme Deutsche zu befürchten begannen, es könne bald auch etwas Explosives dazu gehören. Dafür bedanken, so munkelten bereits nicht wenige Aufmüpfige, könne man sich bei jener großherzigen „Kaiserin von Europa“ im preußischen Berlin, die einfach behauptet hatte: „Wir schaffen das!“ Dem begann der bayrische Regent immer vehementer zu widersprechen.

Die als „Lügenpresse“ diffamierten Medien bemühten sich redlich, ihren Rezipienten die Ereignisse in politisch korrekten Häppchen zu vermitteln. Nur ein paar ungezogene Magazine – glücklicherweise nicht täglich sendend – füllten die Bildschirme mit Betrachtungen, bei denen die Regierungen in der Europäische Union, in Berlin und in den Bundesländern nicht gut weg kamen. Diese hatten den Flüchtlingsschlamassel am Hals, um den sie nicht gebeten hatten, rotierten in ihrer Routine dahindümpelnder Bearbeitung von Asylverfahren und verschobener Abschiebungen in der Erwartung, dass es so und kaum anders weitergehen würde. Wie Hühner, in deren Hof ein Fuchs eingedrungen war, stoben und gackerten sie nun nervös durcheinander. Über ihnen – rechtzeitig aufgeflogen und auf einer sicheren Stange für den Fuchs unerreichbar – hockte eine Henne und gackerte nicht einmal, sah nur schweigend zu.

Den nun von einer Überschwemmungskatastrophe ganz ungewohnter Art genervten Bayern missfiel das zunehmend so sehr, dass von ihnen sogar die Drohung ausgestoßen wurde, man werde Flüchtlinge wieder rausschmeißen (was nicht legal gewesen wäre und wohin denn?) sowie notfalls vor den Verfassungsrichtern klagen (was so gut wie aussichtslos gewesen wäre). Die Freistaatler nervten fast jeden Tag die Regierenden in Berlin, die ratlos waren und immer wieder von einer „notwendigen europäischen Lösung“ faselten. Jeder konnte über die Medien mühelos feststellen, dass der staatlichen Gewalt längst die Puste ausgegangen war, dass sie im Grunde rat- und hilflos von der Problematik erdrückt wurde und dass die eigentliche Last nun hauptsächlich von der „Zivilgesellschaft“ gestemmt wurde… – von jenen freiwilligen Helfern aller Bevölkerungsschichten, die sich auch um die konsternierte und wie stets eher nervende Bürokratie wenig scherte. Denn sie wusste, dass von Papieren und Stempeln niemand satt wird und niemand sich davon gegen bereits fallende Temperaturen etwas anziehen kann.

Täglich fraß sich der Riss weiter durch die „Zivilgesellschaft“ und befeuerte auch die dumpfen Seelen jener Aktivisten, die mittlerweile Brände stifteten, mit migrantenfeindlichen Parolen lärmend durch die Straßen marschierten und sogar symbolisch einen Galgen für die Berliner Mutter Theresa und ihren Innenminister aufstellten. Die Bruderstaaten in der Europäischen Union stellten sich quer, weil sie auch ohne Migranten schon genug Sorgen zu haben meinten. Ihnen hing auch nicht den Deutschen gleich ein „Grundrecht auf Asyl“ wie ein Mühlstein am Hals. Da gab es nur ein paar Konventiönchen, denen sie sehr wohl auch verpflichtet waren, indes waren das keine Verpflichtungen, den Deutschen zu helfen, deren selbst eingebrockte Suppe mit auszulöffeln. Welcher „Plan“ möchte hinter all dem verborgen sein?

In Nordrhein-Westfalen war ein Handwerksmeister sofort einverstanden, mit seinem Lieferwagen eine Liste von Adressen abzufahren, an denen hilfsbereite Bürger Kleider, Schuhe und Wäsche zur Abholung bereit halten wollten. Nachdem er seinen Job für eine längst selbst überforderte Hilfsorganisation erledigt hatte (die oft sein Auftraggeber war), gönnte er sich in seiner Stammkneipe ein erfrischendes Bier. Bei diesem klang seine Meinung ganz anders als gegenüber den Gutmenschen, denen er bei seiner Aktion begegnet war und deren mitfühlendes Gerede er artig nachgeflötet hatte. Jetzt aber: In Berlin wähnte er nur Faulpelze, Absahner, Ahnungslose und Schranzen, die den Banken und Großkonzernen aus der Hand fraßen. Kujoniert von „Mutti“, die er als ehemaliger DDR-Bürger „Honeckers vorausschauende Rache“ an Westdeutschland nannte. – Huih, noch nie gehört! So schlimm?

Nein, schlimmer. Was früher oft als unmöglich gegolten habe, gehe plötzlich von heute auf morgen. Und wenn die Bürokratie für Einheimische sonst jede Großzügigkeit abgelehnt hatte, wurden zugunsten von Flüchtlingen plötzlich Vorschriften gelockert. Und dann das Geld! Kein Geld zur Reparatur maroder Brücken, kein Geld für den Straßenbau, kein Geld für die Sanierung verrottender Schulgebäude, zu wenig Lehrer, zu wenig Polizei auf den Straßen, aber jede Menge Polizei für die Fußballstadien… – der Mann kriegte sich nicht ein! Aber dann, Milliarden aus dem Hut gezaubert für Leute, denen er zu einem großen Teil ganz einfach „Hausfriedensbruch“ vorwarf. Als mitten in seiner Mängelaufzählung sein Handy klingelte und er gefragt wurde, ob er am nächsten Tag noch einmal mit seinem größeren Transporter aushelfen könne, stimmte er sofort zu. Ein Möbelhaus wollte eine Menge Möbel spenden, die aber abgeholt werden müssten.

Auch die Meinung von vielen einfacher gestrickten Menschen unterschied sich im Tenor kaum von der drastischen Wahrheitsfindung des Handwerkers, sobald ihnen das Herz auf die Zunge rutschte. Diese Menschen beriefen sich häufig auf das Internet, weil sie den Medien kaum noch trauten. Jemand qualifizierte die „An“sager in den Nachrichten von ARD und ZDF als „Vor“sager ab, denen anscheinend daran lag, auch schlechte Nachrichten mundig zu verabreichen. Das war dann nicht weit von der „Lügenpresse“ entfernt, die zunächst von aufgebrachten Mitbürgern im Osten Deutschland angegriffen wurde. Im Osten auch wurden relativ zum Westen deutlich mehr Flüchtlingsunterkünfte abgefackelt, ehe sie zugewiesen werden konnten.

Hatten die Regierenden schon aus anderen Gründen bei einem beängstigenden Großteil der Bevölkerung jedes Vertrauen verloren, waren die Wahlbeteiligungen auch aus diesem Grunde oft nur noch lächerlich gering, so drohte nun das Fass überzulaufen. Und das nur wegen des eigensinnigen Vorpreschens einer Frau, die zugleich versicherte: „Wir schaffen das!“ – Wie konnte das sein? Wie konnte jemand eine für ganz Europa bedeutsame Entscheidung ohne Absprache mit den Regierungen in den anderen Staaten der Europäischen Union treffen und vor allem dem eigenen Volk eine Last aufbürden, von der vorhersehbar anzunehmen war, dass sie die Tragfähigkeit des Behördenapparats überfordern, dass sie sogar die öffentliche Ordnung ins Wanken bringen mochte?

Einem Menschen, der von sich behauptet, Problemlösungen „vom Ende her“ zu denken wie die Geschäftsführerin der Bundesrepublik Deutschland, darf man vielleicht unterstellen, dass auch hier im Stillen bereits „vom Ende her“ gedacht wurde; zumal diese Person in einer der Sendungen, die der Satiriker Georg Schramm vor den Augen und Ohren der Politiker Thierse und Künast als „emotionale Pissrinnen der Nation“ bezeichnete, behauptete, durchaus einen „Plan“ zu haben, ohne allerdings diesen irgendwie zu erläutern. Wird von der „Berliner Puppenkiste“ – ebenfalls Schramm – Demokratie nur noch „vorgespielt“? Da mag was dran sein, doch umso mehr muss es für das, was hinter den Kulissen oder in einem stillen Kämmerlein ausgebrütet wird, erst recht einen „Plan“ geben, in dem ein erfolgreiches Ende (was denn sonst?) vorgesehen ist.

Jetzt, da die Katastrophe losgetreten ist und der Staat sich eher nur noch als eine kraftlose Gummipuppe darstellt, scheint so etwas wie ein Plan sichtbar zu werden. Er läuft zunächst auf die Veränderung von etwas Hochheiligem hinaus, dessen Unantastbarkeit stets beschworen wurde und immer noch in den Gebetsmühlen der unbelehrbaren Träumer scheppert: auf die Abschwächung des nach Anzahl unbegrenzten „Rechtes auf Asyl“ und die Gewährung von Asyl gewissermaßen nur noch nach Kassenlage. Darauf laufen die gerade beschlossenen neuen gesetzlichen Regelungen nämlich hinaus. Und am Ende, von dem her jetzt vielleicht noch nicht gedacht wurde, könnte ein modifiziertes Asyl- und Bleiberecht für die Bundesrepublik Deutschland sogar zu einem Kassenschlager werden, weil es ein „Rosinenpicken“ ermöglicht: Alles reinlassen, das „Brauchbare“ aus dem Strandgut, das weiter über die deutschen Grenzen gespült wird, heraussuchen und alles andere, das den Wünschen sowie den Abkommen innerhalb der Europäischen Union nicht entspricht, retournieren.

Dazu würde aber auch gehören, dass die Völkerwanderer bereits an den Außengrenzen der Europäischen Union abgefangen und gerichtsfest registriert werden. Nur dann sind sie in jedem Land der Europäischen Union, dessen Boden sie mit ihren Füßen nicht als ersten berührt haben, a priori illegal (worüber – wie auch anders – gern gestritten wird) und können dementsprechend auch wieder abgeschoben werden. Dieses umso leichter, je eindeutiger sie „nur“ Wirtschaftsflüchtlinge wären, die ohne entsprechendes Visum sowieso nicht in die Europäische Union hätten einreisen dürfen. Die „Festung Europa“, durch Frontex kaum gesichert, würde dann mit neuem Recht martialisch abschrecken können, vorausgesetzt, dieses Recht wird auch schnell und entschlossen angewandt mit grimmigen Folgen, die sich in der Welt schnell herumsprechen. Wie auch die Tatsache, dass es jetzt zwar Versorgungen, aber kein Bargeld mehr geben soll, von dem man etwas den Zurückgelassenen in der Heimat schicken könnte.

Dann könnte der „Plan“ beinhalten, die schrumpfende Bevölkerung im zeugungsfaulen Deutschland mit frischem und vor allem jungen Blut aus anderen Ländern aufzufüllen. Das wäre nicht weiter schlimm, denn „den“ Deutschen, der so unverkennbar „deutsch“ ist wie ein Bajuware „bayerisch“, den gibt es nicht. Dafür sind etwa die Mikulajewskis und Jakubowskis, deren Vorfahren in die Bergwerke und Stahlkochereien an der Ruhr eingewandert waren, beredtes Zeugnis. Auch die Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat in den Westen gespült wurden, haben etwa das Westfälische, Rheinländische oder Hessische reichlich verdünnt.

Als um die vorletzte Jahrhundertwende herum Polen mit mächtigen Trecks in das Ruhrgebiet zogen und einige Aktivisten unter ihnen polnischsprachige Zeitungen gründen wollten, waren es Polen, die ihnen in die Parade fuhren. Denn sie wollten „deutsch“ werden und nicht ein Stück Polen an die Ruhr importieren und fremd bleiben. Gemessen an dem sieht es in der Gegenwart nicht so rosig aus, denn speziell Muslime aus Kleinasien haben in einigen beachtlichen Bereichen der Bundesrepublik Deutschland Parallelgesellschaften geschaffen, aus denen sich teilweise und insbesondere bei den Frauen noch in der dritten und vierten Generation aus den damals willkommenen „Gastarbeitern“ die Menschen gegen die Deutschen abschotten und nicht selten auch den Wohlfahrtsstaat Deutschland nur ausbeuten. Eiferer unter den Muslimen, die Salafisten voran, haben sich bereits um die einströmenden Muslime unter den Zuwanderern zu „kümmern“ versucht, um sie für ihren Kampf gegen das Unwesen der Ungläubigen (ihrer „Gastgeber“ auf deutschem Territorium!) zu gewinnen.

Viele Deutsche verstehen das alles nicht mehr. Sie fühlten sich bereits angesichts der samtweichen Behandlung von Muslimen durch die Regierenden von schleichender Islamisierung bedroht und fürchten sich jetzt erst recht neuerlich bedroht durch die große Zahl an Muslimen unter den Zuwanderern. Ohne drastischen Zwang würde es nicht weiter zugehen dürfen: Zwang zum Beispiel zur sofortigen Teilnahme an Deutschkursen oder etwa Zwang für muslimische Mädchen auch zur Teilnahme am Sport- und Schwimmunterricht. Während die deutsche Bevölkerung schrumpft möchten sie nicht, dass der Anteil der Muslime an der Bevölkerung weiter zunimmt. Da mögen die Statistiker kommen und hochrechnen, dass der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung keineswegs bedrohliche Werte aufzeigt, doch die Statistiker scheren sich dabei nicht um die zahlreichen Ballungspunkte, um die „No Go“-Areale, in denen es in Deutschland eher aussieht wie in Anatolien; wo es an Kopftüchern und sogar Vollverschleierungen nur so wimmelt und schon die kleinen Jungen den Macho heraus hängen lassen, der im aller-allerschlimmsten Fall sogar zum „Ehrenmord“ bereit ist.

In einem indes unterscheiden sich die Muslime gegenüber den Christen eher wohltuend: In ihren Mülltonnen finden sich kaum Essensreste oder gar intakte und nur „abgelaufene“ Lebensmittel. Es sind auch keine Muslime, die in Schiffsladungen das weniger Wertvolle vom Huhn zum Beispiel nach Afrika exportieren. Wenn der UNHCR – der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen – nicht mehr in der Lage ist, in den von ihm betreuten Lagern die Flüchtlinge ausreichend mit Nahrung zu versorgen, wenn in vielen dieser Lager die Menschen hungern und verzweifelt ausreißen, um vielleicht in Europa Hilfe zu finden, dann kann man auch dieses nicht irgendwelchen Muslimen anlasten, sondern wahrscheinlich eher Christen, die den UNHCR mit Sitz im malerischen Genf im Stich lassen.

Während all dieser Ungereimtheiten und Entsetzlichkeiten werden allein in Deutschland jährlich pro Einwohner 140 bis 160 kg Nahrungsmittel weggeschmissen. Wohnraum ist für viele Bürger unbezahlbar geworden und kann bei steigenden Mieten oft nur gehalten werden, indem am Essen und an der Kleidung gespart wird. Aber keine Sorge, es wird schon. Der große Chorgesang des „Wir brauchen…“, „Wir müssen…“, „Wir gehen davon aus…“ mit all seinen Nullwirkungen in den Leersätzen hat bereits angehoben. Gegenüber den Bundesbürgern, den Wählern der Versprecher, hat das in bejammernswert zahlreichen Fällen zu nichts geführt als zu Defiziten. Ob es diesmal anders sein wird? Falls nicht, waren Migranten den Einheimischen gegenüber beneidenswert privilegiert.

© 2015 by mls/kbh/M.Grosner

16:32 16.10.2015
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Geschrieben von

reflex

Seit Jahrzehnten untot und losgelöst vom Glauben an Gutes in politischen Machenschaften.
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