Greenwashing Biogas – fossiler Kunstdünger

Greenwashing Biogas Bio ist das neue Schick, Greenwashing ein beliebtes Marketing. Wie ist es beim Biogas? Ohne fossile Rohstoffe kein Kunstdünger, kein Mais, keine Biogasanlage!
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Wüsten aus Mais für Schweine, Kühe oder Biogasanlagen

Der Wahnsinn liegt in der Subvention – unsinnige Produktionsanlagen werden künstlich in wirtschaftliche Investments verwandelt. Dabei sollen Subventionen eigentlich eine strukturelle Hilfe sein, mit der die Region gestützt wird. Teils sind Unterfangen einfach unwirtschaftlich, aber doch irgendwie notwendig, Biogas ist es derzeit nur bedingt. Weswegen? Weil es reinstes Greenwasching ist, Flächen auslaugt und damit die Natur verdrängt sowie Nahrungsmittel teurer macht.

Meist wird für die Biogasanlage Mais angebaut, der wiederum im Kunstdünger steht. Dessen Produktion belastet die Umwelt. Gerade für Stickstoffdünger wird viel Energie verbraucht, die derzeit überwiegend durch fossile Energieträger gedeckt wird. Ein Landwirt nach dem anderen baut seine Biogasanlage, es entstehen Wüsten aus Mais, die alles andere als Bio sind. Man kann es Etikettenschwindel, Greenwashing oder auch die gemachte Not der Landwirte nennen.

Eingebetteter Medieninhalt

Preise für Mais explodieren regional

In einigen Regionen innerhalb von Deutschland steht fast nur noch Mais auf den Feldern. Nicht für Kühe oder Schweine, die für viele Landwirte unrentabel wurden. Der gesamte Mais kommt in die Biogasanlage. Häufig wird sogar noch Mais aus angrenzenden Regionen hinzugekauft. Das alles wird durch Subventionen für Biogasanlagen verursacht, da Landwirte wirtschaftlich, nicht sinnvoll denken müssen. Wenn aber zu viele Bauern ihre Biogasanlage füttern, steigen die Preise für Mais und sie rennen wie zuvor gegen ihre Kredite an. Wer Mais anbaut und keine Biogasanlage hat, kann hingegen kassieren.

Das andere Problem mit dem Biogas ist, dass die Flächen begrenzt sind und der intensive Anbau der Feldfrüchte sie auslaugt. Außerdem ist der Acker mindestens einmal im Jahr nackt und für Erosion durch Wind und Regen anfällig. Doch in einigen Lagen ist die Erosion durch Versalzung das eigentliche Problem. Der Dünger reichert sich im Boden an, wird mit dem Grundwasser wieder hochgedrückt und die Fläche versalzt. Viele deutsche Flächen sind wenig anfällig für Erosion, doch für die Natur dennoch verloren, wenn eine Wüste aus Mais sie füllt.

Die Energiebilanz der Biogasanlage

Keine Frage – wenn landwirtschaftliche Abfälle wie Erntereste oder Dung in die Biogasanlage kommen, ist diese ein Zugewinn. Auch Biomüll oder einige Klärschlämme können noch in der Biogasanlage genutzt werden. Doch leider ist es nicht ganz einfach, diese Erntereste zu sammeln und zu lagern. Auch der Transport der Gülle zu zentralen Biogasanlagen ist mit einem Zeit-, Kosten- und Energieaufwand verbunden.

Zumindest in Deutschland werden weite Flächen mit Mais bestellt, der wiederum im Kunstdünger steht, bis die Böden / das Grundwasser verseucht sind. Und dieser Kunstdünger belastet bei der Herstellung die Umwelt und frisst sehr große Energiemengen, meist fossiler Natur. Aber auch der Traktor und die Biogasanlage sind in der Herstellung nicht Bio. Aus diesem Grund wäre es interessant, einmal eine genaue Energiebilanz von unserem Greenwashing Biogas zu sehen. Diese wird alles andere als Bio sein.

Gas aus Strom statt Biogas Greenwashing

Ob Windkraftanlagen oder Solarparks – je nach Wetterlage wird wenig oder viel Strom produziert. Die Stromspitzen lassen sich kaum aufgefangen und werden teils in den Boden geleitet. Wenn es möglich wäre, kostengünstig effektive Anlagen oder auch Speicheranlagen zu bauen, kann aus Strom Gas entstehen. Es gibt gleich zwei denkbare Varianten.

- Methan oder andere gängige Brenngase bestehen aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Kohlenstoff befindet sich als CO² in der Luft, Wasserstoff als H²O im Wasser. Mit Energie kann beides gelöst und zum Kohlenwasserstoff-Gas verbunden und anschließend gelagert werden.

- Genauso kann Wasserstoff aus dem H²O gewonnen und gelagert werden.

Sobald ein Bedarf besteht, kann das Gas wiederum verbrannt werden. Ein Netz für Gasleitungen ist bereits unterirdisch verlegt worden, immer mehr Haushalte werden angeschlossen.

Der Bau einer Biogasanlage und der Anbau von Mais ziehen Ressourcen. Es stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, Gas aus Strom anstelle vom Biogas mit Subventionen zur Marktreife zu verhelfen. In jedem Fall würde weniger Kunstdünger die Böden oder das Grundwasser belasten. Selbst Vogelschützer werden gegen Solarparks auf schlechten Bodenlagen nichts einwenden, wenn die Natur sich unter und zwischen den Solarpaneels etwas ausbreiten darf.

14:10 06.05.2020
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

derVerfasser

Wer denkt, der ist. Wer schreibt, der macht. Als derVerfasser lebe ich sadistische Neigungen aus und quäle Leser mit meinen unberechenbaren Gedanken.
derVerfasser

Kommentare