Designerbühne

Designvorstellung!!! Individualisierung im Design - was bedeutet das. Ein individuelles Produkt oder wohl eher ein Individueller Designer?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Geht man von der Tatsache aus dass jeder Mensch heute über 10000 Produkte besitzt und somit das Erfinden von neuen Produkten marginal oder wohl gar überflüssig ist, so liegt die Tatsache relativ nahe, dass das was man noch erfinden kann eigentlich ein jeder selbst ist.
Fraglich ist in diesem Zusammenhang lediglich die Zielgruppe, da diese wohl eher auch die gleichzeitige Produktgruppe ist.
Bei der Produktgruppe “Designer” liegt es wohl auch nahe dass auch gängige Gestaltungsregeln angewandt werden, um ein individuelles menschliches Produkt in dem kollektiven Produktjungel zu schaffen.
Ähnlich wie beim Vergleich von 10 primär gleichen Produkten ist es der kleine aber marginal originelle Unterschied, der die individuelle Persönlichkeit von der uniform wirkenden Masse abhebt.
Im primären Entwurfsstadium werden so Parameter wie Form, Material und Farbe festgelegt. Es entsteht ein Bild im Kopf, dass dargestellt werden soll und welches dann nach und nach auf den dreidimensionalen eigenen Prototypen in Kleidung, Haarschnitt und Haltung übertragen wird. Letztere Parameter entsprechen hierbei den Moden der sich vom Rest der Gesellschaft abgrenzenden eigenen Gesellschaftsgruppe.
Um unter dieser einmaligen Vielfalt eine vielfältige Einmaligkeit zu werden, bedarf es einem zusätzlichen Gestaltungsparameter - und zwar die Frage der Haltung:

Um unauffällig herausstechend zu wirken, ist es für den menschlichen Prototypen wichtig, eine Position pauschaler Abgrenzung zu beziehen, die jedoch hinsichtlich der übergeordneten Ausrichtung der Meinung der des Prototypen-Kollektives gleicht.

Als erste Präsentation folgt dann das Arbeitsportfolio - gleichzeitig ein Portfolio eines jeden selbst!
Eine gute Arbeit ist gleichzeitig auch eine, mit der man sich persönlich identifizieren kann!
Dh. somit ist auch jede Arbeit ein Teil Persönlichkeit, den man von sich preisgibt.

Und hiermit sind wir bei einem Konflikt angelangt - der Bezug zu anderen Menschen in diesem individuellen Nichtindividualismus:
Kritik an einer Arbeit kann als persönliche Kritik aufgefasst werden, was schon die eine oder andere Freundschaft zerstört hat. Dazu kommt dann noch das Problem der Konkurrenz. Schließlich kommen viele Freunde aus dem eigenen kreativen Umfeld und die Gradwanderung zwischen Freundschaft und Konkurrenz ist manchmal schmal.

Irgendwie hält man doch zusammen - ist es nun die Freundschaft oder die berufliche Kollektivität in der aus Individuen bestehenden Designgruppe. Doch widerspricht individuell nicht der Tatsache, Teil einer Gruppe zu sein?

Vergleicht man die Eigenschaften einer Gruppe anhand einer beliebigen Interessengruppe und der Gruppe “Designer” so ist der wohl einzige Unterschied die Tatsache, dass die Designer es nicht offiziell aussprechen eine Gruppe zu sein und sich der individuelle Designer selbst nicht als Teil dieser Gruppe sehen will.

Während von der eigenen Gesellschafts(-nicht)gruppe äußere Gruppen oft wegen diverser Eigenheiten verpönt werden, so gilt die Gruppe des Designers von außen teilweise als erstrebenswert.
Das könnte damit zusammenhängen, dass Individualität gleichzeitig ein Ausdruck von Kreativität ist, von der Allgemeinheit als sehr erstrebenswert gilt und sich somit eine distinktive Individualisierung gegenüber den anderen schaffen lässt.

Letztlich würde ich sagen “Bühne frei für die Designvorstellung” - Es zählt der Unterhaltungswert.
Bei einem Theaterstück sind dessen Charaktere und Szenarien auch erst einmal im Kopf eines Kreativen entstanden.
Von Schauspielern gespielt sind sie interressant zum Anschauen, so lange bis der Vorhang sich schließt.
So eine künstliche Fassade lässt sich oft nicht lange aufrecht erhalten, und somit kommt hoffentlich auch bald der altbewährte Charakter eines jeden Individuums zum Vorschein.

Das Design soll einen Unterschied machen. Die Dinge sollen individuell sein und ihre Gebraucher individuell machen. Aber wie funktioniert das? Oder ist es gar eine Illusion?

15:57 29.09.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Designerbühne

Tanja Unger Interior Architecture and Design Halle
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentarfunktion deaktiviert

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert. Deshalb können Sie das Eingabefeld für Kommentare nicht sehen.

Kommentare 0

Der Kommentar wurde versteckt