Detlef Gürtler

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RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 28.11.2012 | 10:13

@SR: Nein, kannte ich bisher nicht, danke für den Hinweis.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 26.11.2012 | 17:43

@ Thebigredone:

Zum Spanischen: Es heißt korrekt natürlich "No pasarán!".

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/N#.C2.A1No_pasar.C3.A1n.21

Nein, Sie brauchen sich nicht zu bedanken, ich korrigiere Sie gerne. Ich habe zehn Jahre in Spanien gelebt, deshalb bin ich jederzeit bereit, Deutschen, die sich dort nicht so gut auskennen, weiterzuhelfen.

Und beim "Antidemokraten" muss ich Sie leider auch korrigieren: Meine Verwendung dieses Begriffes dürfte für jeden außer Ihnen als Ironie sowie Replik auf Ihre Wortwahl verständlich gewesen sein. Aber ich schreibe es extra für Sie gerne noch einmal auf.

Im übrigen glaube ich, Sie haben sich ein bisschen verrannt. Schade, zwischendurch hatte ich gehofft, es könnte eine Diskussion entstehen.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 26.11.2012 | 14:03

Oops, da ist ja gleich noch einer von diesen Antidemokraten! Aber natürlich feindbildgemäß erstens Ökonom und zweitens publiziert in der FAZ:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/europas-zukunft-weg-mit-dem-nationalstaat-11970938.html

Kleines Zitat aus dem verlinkten Text von Bruno S. Frey:

"In der heutigen EU werden die Aufgaben innerhalb der gegebenen politischen Grenzen - den Nationalstaaten - angegangen. Die Diskussion über die Zukunft der europäischen Einigung wird fast ausschließlich im Rahmen existierender Nationalstaaten diskutiert.

Sinnvoller ist hingegen, zuerst die zu bewältigenden Probleme zu identifizieren und anschließend dafür geeignete politische Einheiten zu schaffen. Es wird hier somit vorgeschlagen, den heute üblichen Weg umzukehren: Die politischen Grenzen sollen sich endogen anpassen, damit Aufgaben möglichst effektiv gelöst werden können.

Je nach Problem können diese Einheiten größer oder kleiner als die Nationalstaaten sein. Nur zufällig hat eine Nation gerade die für die notwendige Aufgabe geeignete territoriale Ausdehnung. Diese zu schaffenden „Endogenen Politischen Einheiten“, kurz EPE, sind auch nicht zu vergleichen mit den europäischen oder anderen Regionen, da diese auch weitgehend historisch vorbestimmt sind."

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 26.11.2012 | 12:52

@ Thebigredone: Yep, ich habe den Begriff Separatismus hier eingebracht. Im Artikel steht wörtlich: "Auch in Schottland, Flandern, Norditalien, Galizien und dem Baskenland streben Separatisten nach Unabhängigkeit." Damit meine ich das, was da steht, nämlich ein Streben nach Unabhängigkeit. Wenn Sie daraus "mehr Selbstverwaltung innerhalb eines Nationalstaats" machen wollen, ist das Ihr Problem - ich habe das weder gemeint noch geschrieben.

Die "Regionendebatte" wird sowohl von rechts als auch von links als auch von der Mitte geführt, von oben wie von unten. Das Eurotopia-Modell von Alfred Heineken von 1992 beispielsweise, auf das ich mich im Text beziehe, hatte das explizite Ziel, "vor allem die Vormachtstellung der großen EU-Mitgliedsstaaten zu beseitigen und so mehr Stabilität, Gleichheit und Friede zu gewährleisten" - und war inspiriert vom Denken Leopold Kohrs, Öko-Anarchist und Träger des Alternativen Nobelpreises 1983. Aber vielleicht ist ja auch das Teil der großen antidemokratisch-sozialdarwinistischen Bierbrauerverschwörung...

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 26.11.2012 | 11:16

@ Der arme Berliner: Dann waren die grossen Gewinner der Wahl in Katalonien also die Links-Egoisten?

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 26.11.2012 | 11:14

@ Thebigredone: Ihre Unterscheidung zwischen Separatismus und Sezessionismus ist etwas merkwürdig. Die deutsche Wikipedia jedenfalls leitet vom Begriff "Separatismus" direkt zu "Sezession" weiter - und nicht zu Föderalismus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Separatismus

Auch ein Wahlergebnis, bei dem separatistische Parteien eine Mehrheit sowohl an Stimmen als auch an Mandaten holen, so zu werten, dass Separatismus "GEGEN die augenscheinlichen Absichten beispielsweise der Katalanen" gerichtet sei, ist eine sehr spezielle Auslegung.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 25.11.2012 | 22:14

@ André Rebentisch: Ihre Brille halte ich für sehr rosarot.

In Spanien ist die Sezession eines Landesteils laut Verfassung verboten, die Katalanen gelten demnach nach spanischer Rechtslage nicht als ein Volk, das ein Selbstbestimmungsrecht hätte. Die Europäische Union könnte das anders sehen, tut es aber derzeit nicht. Die Auffassung, dass die Katalanen nach einer Loslösung von Spanien EU-Bürger blieben, ist eine mögliche juristische Argumentation zur Lösung eines Problems, für das es derzeit auf EU-Ebene keine explizite Regelung gibt. Was sich schon daran zeigt, dass es juristisch ebenso plausibel klingende Argumente für das genaue Gegenteil des Verbleibs in der EU gibt.

Wenn die Katalanen ihr Selbstbestimmungsrecht ausüben wollen, müssen sie ihren Staat also gegen die spanischen Gesetze und gegen den ausdrücklichen Willen der spanischen Zentralregierung gründen. Im Regelfall führt eine solche Verhaltensweise zu einem Bürgerkrieg.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 25.11.2012 | 21:46

@Andreas Kuntz: Das mit dem "Superstaat" ist Ihre Interpretation, nicht meine. Über einer Ansammlung miteinander verbundener Regionen kann genausogut ein fast virtueller Überbau schweben (wie einst im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation). Persönlich wäre ich eher für eine Struktur ähnlich der Indiens, mit grosser Vielfalt der Regionen und einer relativ schwachen Zentralregierung. Aber ich hatte glaube ich mehrfach erwähnt, dass es hier wohl nicht auf die Vorlieben meiner Wenigkeit oder düsterer Verschwörer ankommt, sondern auf den Verlauf einer Europäischen Revolution.

Sollte es zu einer solchen Bewegung nicht kommen, Zukunft ist ja grundsätzlich offen, tippe ich eher auf eine Machtübernahme der Technokraten, gefolgt von einer reaktionären Renationalisierung in den meisten Ländern Europas. Möchten Sie das? Ich nicht.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 24.11.2012 | 17:41

@Thebigredone: Diskussion ist ja mit Ihnen zwecklos, deshalb nur eine kleine Berichtigung: Zumindest bei Deutschland kann man wohl kaum davon reden, dass der Nationalstaat "der politische Körper der dort seit X-Jahrhunderten lebenden Bevölkerungen" sei. Den deutschen Nationalstaat gibt's erst seit 141 Jahren, und in dieser Zeit in etwa einem halben Dutzend politischer Körper. Was ein Staat, was ein Land, was eine Region, was eine Nation sei, ändert sich historisch gesehen ununterbrochen. Und die Geschichte hat sich nun mal noch nie darum gekümmert, wenn ihr gerade jemand das Ende verkündet, ob Hegel, Lenin, Fukuyama oder Sie.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 24.11.2012 | 12:49

@Thebigedrone: Seufz. Sowohl das Wort "Einschmelzen" als auch das Beispiel Frankreich waren eine Replik auf den Beitrag von Andreas Kuntz. Anders als er habe ich deutlich gemacht, dass vor andrer Leute Staaten erst der eigene zur Disposition steht.

Sie mögen ja Katalonien für mickrig halten. Ist es aus Ihrer Sicht ja sicherlich auch. Serbien war 1914 auch mickrig, und bestimmt kein Grund, ganz Europa zu verwüsten. Trotzdem ist es passiert.

Wer das WIR ist, das KEINE Neuordnung Europas will, müssten Sie mir auch noch erklären. Ich gehöre in der Tat nicht dazu.