Schwierige Nachempfindung

MEDIENTAGEBUCH Wir hatten uns oft ausgemalt, wie es sein würde, wenn wir wirklich einmal hierhin zurückkehren sollten. Mir war es eigentlich ein widerwärtiges ...
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Wir hatten uns oft ausgemalt, wie es sein würde, wenn wir wirklich einmal hierhin zurückkehren sollten. Mir war es eigentlich ein widerwärtiges Gefühl, noch einmal mit diesen Menschen hier etwas zu tun haben zu sollen", schreibt Victor Klemperer am 19. Juni 1945 in sein Tagebuch. Am selben Tag waren er und seine Frau Eva in das Dölzschener Haus zurückgekehrt, aus dem sie sechs Jahre zuvor von den Nazis vertrieben worden waren. In der ARD-Serie Klemperer sehen wir dieses Haus, großbürgerlich eingerichtet, ein Flügel, ein Klavier, kostbare Möbel und Bilder, ein Hausmädchen. Lebensstätte eines deutschen Professors in den dreißiger Jahren, die im Laufe der Demontage des jüdischen Romanisten Klemperer zur Fluchtkulisse wird.