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RE: Die Zeitbombe ist gestellt | 24.01.2012 | 20:37

Die Perser sind ein stolzes Volk; zu glauben, ein Ölembargo, dass sich in erster Linie ja gegen die Zivilbevölkerung richtet, würde die Heimatfront schwächen, ist schlicht dumm - äußere Feinde schweißen ein angegriffenes Volk nur weiter zusammen (siehe die USA, die sich hinter den Kriegsverbrecher Bush scharten), im Actionfilm würde man sagen: "Ab jetzt wird es persönlich."

Zusätzlich muss man sich die Frage stellen: "Würde man sich gegenüber einem atomar aufgerüsteten Staat so einen Affront erlauben, oder würde man da zu weniger aggressiven Methoden greifen?"
Wenn man im Iran nur einen kleinen Zweifel daran hat, dass die Methoden so aggressiv wären, wird das gar die Anstrengungen bekräftigen, eine Atombombe zu bauen, wenn es diese überhaupt gibt - denn auch davon bin ich nicht so absolut überzeugt: Wenn es dem Iran tatsächlich darum ginge, Atombomben zu besitzen, um Israel damit zu vernichten (so ja die These der Gegner des iranischen Atomprogrammes), dann hatte er über zwanzig Jahre Zeit, sich zum Beispiel aus sowjetischen Restbeständen oder anderweitig über den Schwarzmarkt atomar bestückte Raketen, Raketensprengköpfe oder schmutzige Bomben zu besorgen.
Dass er es nicht getan hat, straft die angeblich pro-israelischen Falken des Westens lügen...

RE: Weder freiheitlich noch demokratisch | 23.01.2012 | 16:35

Ist schon ein interessantes Bild, dass die etablierte Politik, insbesondere die ach so christlichen "Demokraten" hier zeichnen: Wer sich allzu ehrlich für eine soziale Demokratie einsetzt, ist ein Staatsfeind. Wer sich hingegen von der Großbourgeoisie kaufen lässt und in aller Öffentlichkeit rotzfrech weiterwulfft, als höchster Repräsentant des Staates, der hat "mal einen kleinen Fehler gemacht" und wird deshalb jetzt "von der Presse gejagt", ihm sollte aber besser schnell vergeben werden...

Diese von Altnazis, Klerikalfaschisten, Revanchisten und Rassisten unterwanderte und diese auf höchster Ebene repräsentierende CDU/CSU (Seehofer/Steinbach → Revanchistenvereine / Müller → schlagende Rassistenverbindungen / die unzähligen "rehabilitierten" Nazis sind ja eh bekannt / die Antimuslime, die sich derzeit neu organisieren, kommen ja auch hauptsächlich aus der Union, ganz zu schweigen von den kreuz.net-Jüngern) sollte man mal beobachten! Wird aber nicht passieren, weil man das rechte Auge ja mit aller Gewalt zudrückt, wie wir erlebt haben, damit man mit dem linken besser zielen kann...

RE: Aktuelle Stunde: Die Linke und die wahren Unterstützer von Regimen | 20.01.2012 | 13:24

Irgendwie versteh ich diesen Blogbeitrag ja...aber mal ehrlich:
Die CDU war immer und ist noch heute ein Hort von Altnazis und Revanchisten am rechten Rand der Gesellschaft, die FDP denkt ohnehin nur in Zahlen...und die Bevölkerung nimmt diesen moralinsauren Heuchlern diese braune Soße auch noch als stringente und wertegeleitete Politik der Mitte ab und bestätigt sie.

Solange die Bürger dämlich genug sind, diese Betrüger (von denen sie ja sogar genau wissen, dass sie sie ständig bescheissen) immer wieder zu wählen, haben sie doch nichts anderes verdient.
Wer immer wieder dasselbe tut, dabei aber immer ein anderes Resultat erwartet, ist eben vor allem eines: scheissdämlich(!)
Und mit scheissdämlichen Bürgern kann man eben keine sinnvolle, linke Politik machen.

Andererseits: Immer mehr Bürger blicken durch und äußern: "Dann macht euren Scheiss doch alleine!", bleiben also am Wahltag zu Hause - das wagt Die Linke noch nicht, was dazu führt, dass wir eine linke Partei haben, die gerne bei den anderen mitspielen will (ohne sich an deren Regeln zu halten) und Millionen Bürger, die eine linke Politik wollen, aber der linken Partei nicht trauen, weil die bei den anderen mitspielen will.

Irgendwer hat mal gesagt: "Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient."
Ich konstatiere: "Dieses Volk hat eine solche Regierung verdient."
Man mag mich nun "antideutsch" nennen, ich nenne mich einen Realisten.

RE: Wulff und die Muslime in Deutschland | 18.01.2012 | 18:48

Diese Darstellung finde ich originell, aber recht realitätsfern...es wäre so schön, wenn in diesem Lande alle Menschen gleich wären, sind sie aber nicht.

Das beginnt dort, wo arme Menschen konsequent unterdrückt und ausgegrenzt werden und endet dort, wo die Christen nicht nur zwei offizielle Interessenvertreter in den Parlamenten und weitere "Agenten" in allen anderen Parteien haben; es äußert sich dort, wo fundamentalistisch-christliche Veranstaltungen (zum Beispiel zur Umerziehung von Homosexuellen) von der Regierung unterstützt werden, wo nicht thematisiert wird, wenn christliche Eltern ihre Kinder komplett aus der Schule nehmen, um sie nicht mit Pluralismus und Wissenschaft in Berührung zu bringen, während TV-Diskussionen über "muslimische" Badeanzüge geführt werden; wo der Staat Millionen in christliche Vereine pulvert, damit diese von jenem Geld soziale und sanitäre Einrichtungen finanzieren, in denen basale Arbeitnehmerrechte nicht gelten, die aber gleichzeitig für die hohe gesellschaftliche Bedeutung der Kirchen herhalten;
während Atheisten "nur" keine gesellschaftliche Bedeutung haben (obwohl sie Schätzungen zufolge die absolute Mehrheit der deutschen Bevölkerung bilden), werden Muslime aufgrund ihres Glaubens gar ausgegrenzt; "Muslim" ist inzwischen gleichbedeutend mit "Problemfall", sie werden nicht als "Menschen mit muslimischem Glauben" wahrgenommen, unter denen es mindestens ebenso viele unterschiedliche Lebensentwürfe gibt, wie unter christlichen (Volks-)Deutschen, sondern als "homogener Block", wer Muslim ist, ist in erster Linie Muslim und evtl noch nebenbei was anderes - etwas das man bei Christen oder Atheisten so nie sagen würde.
Darin besteht die tatsächliche Ungleichheit und die effektive Unterdrückung der Muslime bzw. vieler anderer gesellschaftlicher Gruppen ebenso.

Und daraus ergibt sich auch die Unterstützung für Wulff: Da scheint endlich mal ein politischer höher Würdenträger, sogar ein Christ, zu sein, der sie als normale Mitmenschen anerkennt. Dass sie sich ihm nur deswegen an den Hals werfen, offenbart, wie schlimm es bereits um sie steht.

RE: Out of Germany | 17.01.2012 | 23:33

Ich habe gerade viel Mist gelesen und trauere der Zeit nach, die ich dadurch verloren habe...

Zunächst einmal der Fehler der inhärenten Logik: Sie behaupten, weil die Rohstoffe nicht im Lande verfügbar sind, kann nicht der Großteil der Verarbeitung dieser Rohstoffe (die dpa sprach von 45%) im Lande selbst geschehen. Das leuchtet mir noch ein: Frachtcontainer können nur Endprodukte transportieren, keinesfalls aber Rohstoffe: Aus diesem Grunde wird ja zum Beispiel auch das Öl dieser Welt nahezu ausschließlich im Nahen Osten verbrannt.
Wie man aber darauf kommt, 45% seien "jeder Bestandteil eines Produktes", das leuchtet mir nicht ein.

Und dann noch die allgemeine Kritik: Bereits kurz nachdem die Meldung über den Ticker ging, gab es bereits ein Dementi, dass ein solcher Schritt nicht geplant sei. Und das wiederum bringt mich zu der Frage: Warum dieser Artikel überhaupt, zu einem Sachverhalt, der offenbar gar nicht existiert?

RE: Restposten Rainer | 13.01.2012 | 21:07

Herrje...wenn Oliver Welke nur ein selbstbewusster politisch-satirischer Interviewer vom Schlage Jon Stewards wäre...der Besuch jenes Rainer Brüderle in Welkes heute-show am 27.1. könnte eine Sternstunde des deutschen Fernsehens werden und das Ende der FDP schon vor den Wahlen im schönen Schleswig-Holstein besiegeln.
Andererseits würde jener Brüderle dann vielleicht gar nicht kommen...

RE: Lob des Glotzens | 07.01.2012 | 19:04

Dieser These folgend passt es nur allzu gut zusammen, dass derzeit die leere Sprechblase mit Fettrand Kurt Beck (SPD), und das deutsche Unterschichtenfernsehen, dass noch weniger Inhalt aufweist, als die Köpfe der SPD Bundestagsfraktion (RTL), Seit an Seit marschieren, um den vom Druck der Quote befreiten öffentlich-rechtlichen Digitalsendern den Saft abzudrehen.

Für mich nur ein weiterer Grund, die SPD zu verachten: Ich schaue jeden einzelnen der drei Digitalsender, die ich empfange, deutlich öfter und mehr, als alle Sender der RTL-Gruppe zusammen.

RE: Saarland unter | 06.01.2012 | 20:05

Etwas Besseres als das Zerfallen der Koalition im Saarland, die noch dazu der FDP zugeschrieben wird, kann es für die Bundes-CDU derzeit gar nicht geben:
Auf die Bundes-FDP hat es formal keinen Einfluss, gleichzeitig wird ihre Position so stark geschädigt, dass die Fraktion sich in Zukunft noch mehr als das fühlen darf, was der gemeine Wähler längst iust: Stimmvieh.
Von der FDP ist im Bund nun letztgültig nichts mehr zu erwarten.

Gleichzeitig nimmt es Druck vom Amt des Bundespräsidenten, dessen Lügen nicht mehr auf Seite 1 erscheinen dürften, sondern weiter hinten - die Krise der FDP verdrängt die Krise Wulffs.

RE: Vom ideologischen Dämon beherrscht | 05.01.2012 | 01:56

Dass nach DER Prämisse noch ein aufschlussreicher Artikel herauskommt, ist fast überraschend, denn: "Die Republikaner haben die rechtspopulistische Propaganda überdreht. Jetzt fehlen überzeugende Kandidaten der Mitte, um Präsident Obama schlagen zu können.", scheint mir eine falsche These zu sein, gerade, weil dies "Zeiten der Ungewissheit" sind. Die USA sind ein zutiefst zerrüttetes Land, das amerikanische Imperium ist am Ende, das Land kann die Kriege, die es nur führte, um vom zerrütteten Selbst abzulenken, nicht mehr gewinnen.
In so einer Situation pflegen die Bürger ebenso Amok zu laufen wie ihre Politiker, das bedeutet, dass sie den Extremen zustreben. Dem hechelt Obama nach rechtsaußen nach, doch die Schildkröte Tea Party ist immer schon da. Auf der anderen Seite wenden sich Liberale und Intellektuelle, Linke und Demokraten angewidert von der Politik ab - und genau darin liegt die Chance der Republikaner: Das extremisierte Volk rechtsaußen abzuholen, wo ein kriegsgeifernder Friedensnobelpreisträger nicht folgen kann.

RE: "Ein Rücktritt würde dem Amt gut tun" | 04.01.2012 | 07:04

Mir gefällt: "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen" vom Tenor her deutlich besser.