diaphanoskopie

"...im Gegenlicht der Wirklichkeit." - Ich hab' mal jeden Scheiß geglaubt. - @diaphanoskopie
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RE: Komm mal klar | 22.09.2019 | 15:06

Wer die Geschichte der „Psychologie“ oder der „Psychiatrie“ - beides scheint im Text synonym verwendet zu werden - Anhand von Handlungen von PsychoanalytikerInnen untersucht, dürfte einen so kleinen Einblick in die Erforschung der und die klinische Arbeit mit der menschlichen Psyche erhalten, dass jegliche Urteile sehr eingeschränkt relevant für die Realität sein dürften. Das hingegen passt irgendwie zur Psychoanalyse.Vielleicht hat die vermehrte Beschäftigung mit dem „Narzissmus“ etwas damit zu tun, dass das Konzept es geschafft hat, sich als Beschreibung bestimmter Eigenschaften in die wissenschaftliche Psychologie rüberzuretten, wohingegen der Ödipuskomplex zwar bei JournalistInnen aufgrund seiner narrativen Kraft noch von Interesse ist, in der wissenschaftsbasierten Psychotherapie jedoch nur noch ein medizinhistorisches Modell darstellt. Beides gleich zu behandeln, könnte man als mangelnde Sachkenntnis verstehen.Auch die im Absatz vorgestellte Idee, die Psychotherapie würde die Beziehungen zu anderen vernachlässigen. trägt nicht. Zum einen hat sich aus der Tiefenpsychologie (dem seriösen Nachfolger der Psychoanalyse) das Feld der Bindungsforschung entwickelt, zum anderen hat sich ein dritter Arm der Psychotherapie neben Verhaltens- und Psychodynamischer Therapie etabliert: Die systemische Psychotherapie. VertreterInnen dieser Therapieschule kritisieren ebenfalls die biologistische Sicht, die man stark medizinisch geprägten VertreterInnen manchmal unterstellt. Das machen sie jedoch besser und mit plausibleren Modellen als die Psychoanalyse.In der psychotherapeutischen Praxis haben die verschiedenen Schulen ohnehin wenig Bedeutung, man weiß, dass die meisten TherapeutInnen eklektisch arbeiten. Wünschenswert wäre, das auch für die Wissenschaft zu etablieren und den Blick zu weiten.

„Die Untersuchung der physiologischen Grundlagen von Autismus oder des Tourette-Syndroms zum Beispiel führten nicht etwa dazu, dass pharmakologische oder chirurgische Behandlungsmöglichkeiten gefunden wurden. Und auch die Ansätze, die mit der Verhaltenstherapie aktuell wurden, linderten die Symptome dieser Krankheiten nicht effektiver als tiefenfundiertes Vorgehen – also Versuche, psychologische Leiden durch die Erforschung ihrer Ursachen im psychischen Leben des Patienten zu verstehen.“

Die Physiologischen Grundlagen haben uns gezeigt, dass das Tourette-Syndrom eine neurologische Erkrankung ist und zu wirksamen Behandlungen geführt (z. B. Habit-Reversal). Eine Ticstörung kann man nicht wegassozieieren, aber nach 300h Analyse kann vielleicht einen besseren Umgang damit finden. Das schafft die VT schneller. Einen Menschen mit Autismusspektrumsstörung einer Psychoanalyse zu unterziehen ist im besten Falle Zeitverschwendung. Moderne Psychotherapie und Ergotherapie bieten vielfältige und flexible Ansätze, Menschen zu helfen.

Warum die Psychoanalyse in linksgeprägten Zeitschriften noch immer so einen guten Ruf hat und als modern gilt, bleibt mir bis heute schleierhaft.

RE: Brauchen wir die AfD? | 22.09.2019 | 14:38

Das Problem dabei ist auch, dass ich in der Schule zwar irgendwas mit Bundestag und Verhältniswahlrecht gelernt habe und mir was von Paulskirche, Weimarer Dings und Männern mit Schnurbärten erzählt wurde, aber nicht, wie ich auf lokaler Ebene Politik machen könnte. Ich musste erst 4 Dekaden in diesem Land leben bis ich ahnte, welche Einflussmögichkeiten auch die Kommunalpolitik bietet. So unsexy finde ich das gar nicht. Natürlich ist es meine Verantwortung, sowas zu lernen aber ich bin ja auch nur ein Mensch. Die politische Blidung scheint weder auf ein abstraktes noch auf ein konkretes Wissen ausgelegt zu sein, oder ich war einfach faul oder doof.

RE: Brauchen wir die AfD? | 22.09.2019 | 14:33

"AfD wählen – um NPD zu verhindern!"

Das wäre ein passender Slogan für Die Partei...

Die AfD kann hervorragend Krawall im Netz, leider ist sie damit bei den weißen Y-Chromosomträgern 40+ ziemlich erfolgreich. Das jüngere Klientel scheint die Masche häufig besser zu durchschauen.

RE: Brauchen wir die Linke? | 21.08.2019 | 22:06

Danke für die Rückmeldung und das Anhören :-)

Unser Konzept beinhaltet auch nicht zwingend die eigene Kompetenz zum Thema sondern die Möglichkeit eine andere Meinung vertreten zu müssen als man eigentlich hat und so zum einen zu erfahren, was man sich so alles glaubt, wenn man es nur im emotional passend gefärbten Gespräch vertritt und zum anderen, wo man vielleicht nochmal die eigene Argumentation schärfen kann, wenn man wirklich ernsthaft mit jemandem diskutiert.

RE: Politiker und Kassenärzte mal einer Meinung | 20.08.2019 | 21:38

Wenn man genug Kontext (oder in diesem Fall Text) weglässt, kann man natürlich jedes Ergebnis so darstellen, dass es dem eigenen Wunsch entspricht. Man nennt das auch "Cherry Picking". Das können HomöopathInnen in der Regel ziemlich gut. Was macht Dich denn zum "vorurteilfreien" Beurteilenden? Und kann aus Deiner Sicht jemand der die Homöopathie Vorurteilsfrei beurteilt zum Ergebnis kommen, dass sich ihre Wirksamkeit nicht von Placebo unterscheidet?

RE: Politiker und Kassenärzte mal einer Meinung | 20.08.2019 | 21:29

Eine Einzelfallstudie ist natürlich sehr überzeugend. Ich würde sagen "Glück gehabt". Die meisten PatientInnen, die sich so entscheiden, wie dieser Patient haben weniger Glück. PatientInnen, die sogenannte Alternative Methoden bei Krebs wählen (und da zählt Homöopathie wohl dazu..) haben ein erhöhtes Sterberisiko.

RE: Brauchen wir die Linke? | 20.08.2019 | 21:21

Du darfst hat nicht alle Leute so ernst nehmen, wie Dich selbst, dann schmerzen Teaser auch nicht so sehr sondern machen neugierig, auf die Diskussion.

Die Grünen hatten wir schon:

https://www.freitag.de/autoren/diaphanoskopie/brauchen-wir-die-gruenen

RE: Politiker und Kassenärzte mal einer Meinung | 20.08.2019 | 19:23

Wenn einem die Argumente ausgehen, dann emotionalisiert man die Debatte mit einer dramatischen Geschichte. Das passt überhaupt nicht zu den „Argumenten“ die Du an anderer Stelle in dieser Debatte versuchst anzubringen.

RE: Politiker und Kassenärzte mal einer Meinung | 20.08.2019 | 18:18

Ab wie viel Prozent der Kosten würden Sie denn für eine nicht mehr Übernahme einer wirkungslosen Therapie durch die Krankenkassen plädieren?