Eisenbahn ohne Romantik

Zugbilder Auf der Strecke von München nach Berlin nimmt Tim N. Gidal das Reisen selbst in den Blick und erzählt Geschichten über das Abfahren und Ankommen.
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Tim N. Gidal (1909–1996) begann 1929 zu fotografieren, um mit der Arbeit als Fotojournalist sein Studium zu finanzieren. Nachdem er sich in seiner Heimatstadt München an der Universität eingeschrieben hatte, setzte er sein Studium in Berlin fort. In der Folge war er häufig mit der Eisenbahn – dem zu dieser Zeit modernsten Massenverkehrsmittel – zwischen beiden Städten unterwegs. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Art des Reisens einen jungen Fotoreporter dazu anregte, die Erlebnisse in Bilder zu übersetzen.

Das eigentliche Thema dieser Serie ist das Reisen selbst. Es gibt den Aufbruch, das Unterwegssein und die Ankunft. All das, was typisch an einer Zugfahrt war, findet sich hier wieder: die Anonymität des Wartens auf die Abfahrt, die erlebte Geschwindigkeit, der Zwischenhalt, die Begegnung mit der Vorstadt und schließlich das Eintauchen in das trubelige Leben der modernen Großstadt. Die Serie von 23 Motiven, die bisher völlig unbekannt geblieben ist, zeigt Szenen des Reisens zwischen der Abfahrt in München und dem Eintreffen in Berlin.

Die Ausstellung "Die fotografierte Ferne" in der Berlinischen Galerie vermittelt mit über 180 Bildern von 17 Fotografen eine Geschichte der künstlerischen Fotografie des 20. Jahrhunderts.

Die fotografierte Ferne. Fotografen auf Reisen (1880–2015)
Noch bis 11.09.2017
BERLINISCHE GALERIE
Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstr. 124-128, 10969 Berlin

10:12 06.07.2017
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Die fotografierte Ferne

Bloggen für die Ferne, eine Fernfotoreise der Berlinischen Galerie mit 17 Positionen
Die fotografierte Ferne

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