Reise nach Jerusalem

Neues Sehen Die Reisen, die Marianne Breslauer im Sommer 1931 über die Grenzen Europas hinaus führten, veränderten ihr Selbstverständnis als Fotografin.
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Marianne Breslauer (1909–2001) wusste schon früh, dass sie Fotografin werden wollte, weshalb sie 1927 eine Ausbildung im Berliner Lette-Verein begann. Kurz danach fand sie eine Anstellung als Fotojournalistin im Ullstein-Verlag. Breslauer fuhr 1931 nach Jerusalem zur Hochzeit ihrer Schulfreundin und zusammen mit ihren Gastgebern nach Bethlehem, Hebron, an das Tote Meer und nach Alexandria. Die Erfahrung, dort ohne Auftrag und nach eigenen Vorstellungen fotografieren zu können, bewegte sie dazu, die Arbeit im Verlag zu kündigen.

Die Bilder, die auf ihrer zweimonatigen Tour durch den Nahen Osten entstanden, haben weder den Charakter einer Reportage noch sind sie Reisebericht – es sind vorausbedachte Schnappschüsse, die das Alltagsleben einfacher Menschen zeigen. Die ungewöhnlichen Perspektiven verdeutlichen, dass sie die Bildsprache des Neuen Sehens – die moderne Strömung in der Fotografie zu dieser Zeit – als Ausdrucksmittel in ihre Fotografien integrierte und sie damit auch einen künstlerischen Anspruch verfolgte.

Schon zwei Jahre später - angeregt durch die Essays und Reisebeschreibungen Ernest Hemingways und Kurt Tucholskys - entschloss sie sich zu ihrer nächsten großen Reise, diesmal zusammen mit der Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach nach Spanien.

Die Ausstellung "Die fotografierte Ferne" in der Berlinischen Galerie vermittelt mit über 180 Bildern von 17 Fotografen eine Geschichte der künstlerischen Fotografie des 20. Jahrhunderts.

Die fotografierte Ferne. Fotografen auf Reisen (1880–2015)
Noch bis 11.09.2017
BERLINISCHE GALERIE
Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstr. 124-128, 10969 Berlin

10:00 07.07.2017
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Die fotografierte Ferne

Bloggen für die Ferne, eine Fernfotoreise der Berlinischen Galerie mit 17 Positionen
Die fotografierte Ferne

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