Die Unsichtbaren Deutschen

Eine Stimme für die unmündig gemachte Wohnbevölkerung.
Schreiber 0 Leser 1
Avatar
RE: Kitsch als Therapie | 25.06.2014 | 21:11

An Normalität ist gar nicht zu denken, solange Knabenwindelprosa und Idioten-Theater der weißen, deutschen Mittel- und Oberschichten die Bretter beherrschen. Für diese Leutchen ist Migranten-Gucken wie der obligatorische Elend-Tourismus für eine Entwicklungs-NGO, um den Lebenslauf zu polieren.

Migration bringt Leute hervor, die eine "Weltgeschichte von unten" erzählen können. Wenn man sehr viel über Weltgeschichte weiss, kann man ihre Biographien einordnen. Mit der provinziellen Halb-Bildung unserer Kultur-Intelligenz geht das natürlich nicht - immer wollen sie die Interkulturalität suchen, an der sie ihre Grünhörner abstossen kann aufsuchen. Nur leider existieren distinkte Kulturen nicht, sondern Kulturen sind einen widersprüchliche Ansammlung von Copy Cat Praktiken.

RE: Rassismus raus aus den Köpfen | 25.06.2014 | 20:55

Hmmm...Weshalb adaptieren wir angelsächsische, rassistische Praktiken gegenüber Schwarze ausgerechnet von einem Shakespeare Stück ? Rassismus sollte wenigstens germanisiert werden. Verdammte Globalisierung !?

Die deutschen Fans hätten sich beim Blackfacing an den 1968 Black Power Salute erinnern sollen, um die Amis und Briten zu ärgern.

RE: Rassismus raus aus den Köpfen | 24.06.2014 | 16:58

Beim Sport spielt ethnische Zugehörigkeit eine sehr grosse Rolle, solange es um ein Wettbewerbs-Setting handelt und um Nationalmannschaften. Nationen arbeiten mit einem Mix aus Sexismus, Rassismus und Klassismus, um sich eine Kollektividentität zu geben. Nationale Identität entsteht, wenn man bewusst bestimmte Gruppen aus der Repräsentation auschließt - d.h. Frauen, Proletarier und unangenehme Anstaltsbevölkerungen.

Es ist aber schon erstaunlich, wie diese Blackfacing Praxis in die BRD eingewandert ist. Wie lange gibt es das Blackfacing in der BRD ?

RE: Kitsch als Therapie | 24.06.2014 | 16:49

Frau Wuchold sollte lernen das Wort "interkulturell" nicht mehr zu verwenden. Publikum und Schauspieler machen ein Theater nicht interkulturell, wenn sie einen Migrationsvordergrund haben. Nein - sondern Publikum und Schauspieler sind aus verschiedenen urbanen Mileus super-divers zusammengesetzt.

Es ist nicht gern gesehen, dass Wort "Kultur" an alles dran zu hängen, was man selbst als anders ansieht. Methodiker würden Ihnen den Begriff um die Ohren hauen, und dreimal nachfragen, wie man Kultur operationalisiert und ausmessen kann.

Wenn Sie selbst nicht wissen, wie man es misst, dann hören sie einfach auf das Wort im Zusammenhang mit Migrationsthemen zu verwenden.

Migranten haben keine andere Kultur, sie haben andere Praktiken und Werkzeugkoffer, um mit dem Dasein fertig zu werden. Diese Praktiken sind aber zum grossen Teil durch Lokalkolorit im Einwanderungsland beeinflusst. Man kann das dann nicht der fremd anmutenden Kultur zuschreiben, wenn sie etwas für Sie selber Unverständliches tun.

RE: Tatort Köln | 23.06.2014 | 17:58

Das muss ja eine seltsame Welt sein - das Theater: was bitte schön ist an den diasporischen Lebenswelten besonders authentisch. Alles was die Diaspora macht ist eigentlich modern und jüngeren Datums. Das fängt an bei der Medien-Affinität, Konsumverhalten und geht weiter bis zu Geschlechterrollen und Mehrsprachigkeit. Erdig ist da nichts. Die Theaterleute haben Tomaten auf den Augen.

RE: Ein gefährliches Spiel | 22.06.2014 | 19:48

Die Entwicklung der EU zur Militärmacht ist umumkehrbar, solange man den Gedanken nicht aufgeben will, es den Rugby-spielenden Staaten gleich zu tun. Wirtschaftspolitik ist eben immer auch Militärpolitik.

Lange Zeit war man in Europa mit der Rolle des Trittbrettfahrers der US Streitkräfte zufrieden. Die neue indische Flotte im Indischen Ozean. Flugzeugträger-Übungen der Brasilianer mit den Chinesen. Neue Seewege werden frei, weil das Eis um Grönland schmilzt, was Häfen für Russland, Kanada, USA und die skandinawischen Länder bedeutet.

Das sind Realitäten. Die Gefahren der neuen Welt kann man pro-aktiv anpacken, indem man die militärischen Fähigkeiten der US-Verbündeten Großbritannien, Türkei und Israel substituiert durch eigene Verbände - die Alternative ist eine Zaungast-Rolle. Überhaupt was man mit den Briten machen soll, ist auch noch nicht geklärt. Jedenfalls muss man Schottland immer eine separate EU-Mitgliedschaft garantieren - im Zweifelsfall auch Wales und Nord-Irland.

RE: Das heißt hier Hilfe | 22.06.2014 | 19:32

Zunächst einmal: Afrika ist kein Land, sondern religiös, politisch, klimatisch und ökonomisch sehr heterogen. Frankreich, Großbritannien, die USA, Russland, China, Brasilien und Indien machen deswegen eine bessere Afrika-Politik, weil sie differenzieren können. Das würde der deutschen Debatte auch gut tun.

Die Wanderungsströme hängen von den Wanderungskosten ab. Durch die Aufrüstung der Grenzen in den USA und der EU werden Wanderungsströme nach Südostasien abgelenkt. Ihr schwarzmalerisches Bild von der Asylantenflut, das die EU bedroht stimmt so nicht.

Das seltsame Sprechen über Afrika hat wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Entweder wird immer im Zusammenhang mit dem Rassismus und dem Kolonialismus versucht einen Mantel des Schweigens auszubreiten, oder man argumentiert mit der chinesischen Bedrohung in Afrika, um militärisches Engagement unter dem Deckmantel der Menschenrechtsverteidigung zu rechtfertigen.

Schwedische, taiwanesische und japanische Entwicklungshilfe und Aussenwirtschaftsförderung in Afrika sind grundsätzlich anders aufgestellt.

Die Kolonialstaaten sollten einfach einmal ihren Geschichtsunterricht anders aufstellen und sich mehr mit Nicht-Kolonialstaaten vergleichen, um zu sehen, ob man sich seltsam benimmt.

RE: The winner is Zonen-Gaby | 22.06.2014 | 15:32

Die institutionellen Sozialisierungsunterschiede zwischen ostdeutschen und westdeutschen Frauen existieren. Nur hilft es den ostdeutschen Frauen wenig, solange sie ostdeutsche Löhne erhalten. Wenn sie in den Westen abwandern, werden sie mit den westdeutschen Frauen vermengt - weil man ihre Vorteilhaftigkeit als Arbeitskraft vor Vertragsabschluß nicht erkennen kann. Einen besonderen Diskriminierungsstatus als ostdeutsche Frau existiert nicht. So muss die ostdeutsche Frau sich die gleichen Verdachtsmomente gefallen lassen, mit der Statistiker die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit schätzen. Das geht jetzt sogar auf Strassenzugsebene. Makroökonomische Modelle werden immer noch mit männlichen Repräsentativhaushalten simuliert, und es wird so die Politik beraten. Junge Frauen sind stille Wesen in den Hörsälen. Das stört sie nicht. Aufstand - wozu ?

RE: Die Armut von innen | 21.06.2014 | 14:13

Das sehen Sie falsch, wenn sie eine Lanze für Romas brechen wollen, weil sie Statistiken gefunden haben, die (angeblich) belegen sollen, dass Romas bildungsnäher sind. Auf diese Weise reproduzieren Sie das Phänomen des "Statistical Discrimination". Bildungsnähe und Bildungsferne lassen sich mit der Ethnizität nicht prognostizieren, eher schon mit dem Rechtsstatus, regionaler Wohnort und dem Bildungsstand des Vaters und Mutters. Es macht keinen Sinn ethnische Gruppen bei der Bildungsnähe zu vergleichen.

Wo es Sinn macht auf das Merkmal der Herkunftsnationalität zurückzugreifen ist in der Handelspolitik, Finanzmarktpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Währungspolitik und Informationsdienstleistungen der Einwanderungsländer und der Auswanderungsländer.

Migranten leben nämlich typischerweise in Haushalten, wo die Orte der Produktion und der Konsumption auf zwei Staaten und Jurisdiktionen verteilt sind. Der Ressourcenaustausch zwischen diesen atomisierten Haushalten innerhalb des transnationalen sozialen Raums ist für einige Migrationskorridore so gross, dass Währungskurse beeinflusst werden. Ebenso werden durch Migration Transaktionskosten im internationalen Handel gesenkt. Bei den Informationsdienstleistungen handelt es sich hauptsächlich um Urheberrechtsfragen bei ausländischen Medienproduktionen, Marktinformationen und Rechtshilfe. Es ist nicht so, dass multikulturalistischer Traditionalismus irgendeine Rolle im kulturellen Konsumverhalten der Migranten spielt.

Sinnvoll ist es daher nicht pauschal von Migranten und Migrationshintergrund zu sprechen, sondern von staatenlosen Minderheiten und transnationalen Haushalten. Diese beiden Gruppen sind völlig verschieden politisch zu bespielen, wobei den transnationalen Haushalten gegenüber anderen Minderheiten Gruppen immer Priorität eingeräumt werden muss.

Transnationale Haushalte puffern Konjunkturrisiken im Welthandel mit Rücküberweisungen ab und liefern die dringend benötigten Steuergelder für staatliche Ausgabenprogramme. Da die Territorialstaaten durch regionalistische Projekte sich in Währungsunionen und Zollunionen organisieren und Geldmarktpolitik und Zollpolitik nur eingeschränkt nutzbar sind, verändert sich die Rolle der transnationalen Haushalte zu einem Asset, um globale Ungleichheit zu glätten. Es ergänzt sozusagen, das traditionelle Mittel der territorialstaatlichen Fiskalpolitik.

Staatenlose Minderheiten sind starken Stigmas ausgesetzt und sollten in der Debatte von transnationalen Haushalten getrennt werden, um negative Spill-overs zu vermeiden.

Bei der Korrektur des Marktversagens durch kollektive Konsumption bei Wohnungszugang, Bildungszugang,... gehört der Fokus nicht auf die Rumänen, Romas oder sonst wen, sondern der Fokus sollte auf die undokumentierten Bauarbeitern gerichtet werden, die die Häuser tatsächlich bauen, aber keine Wohnberechtigung darin erhalten. Ebenso sollte man über die vom Steuerzahler finanzierten Wertsteigerungen der Hausbesitzer reden, indem er die Häuserpreise durch den Bau von Bibliotheken, Schulen, Strassen, Verkehrsmitteln und Feuerwehrdienstleistungen nach oben treibt. Diese Themen liefern eine rationale Grundlage, um die Debatte zu der Erhöhung der Grunderwerbssteuer und die Grundsteuer zur Finanzierung des Kita-Ausbaus zugunsten breiter Bevölkerungen von den Frauen, Hartz 4'ler, Rentnern bis zu verschiedenen transnationalen Haushalten in den Raum zu bringen. Die steuerliche Umverteilung vom Steuerzahler auf die Hausbesitzer durch öffentliche Infrastruktur muss wieder rückgängig gemacht werden.

RE: Dürfen Frauen bevorzugt werden? | 16.06.2014 | 20:01

Na ja - der wesentliche Unterschied zwischen einem angelsächsischen Manager-Ausbildung und einer deutschen Management Ausbildung ist folgender: in den angelsächsischen Staaten wird man zum General Manager mit breiter Bildung und einer tiefgestaffelten Themenvielfalt ausgebildet. In der BRD zählen Fachkenntnisse und Fachidiotie, und der Deutsche glaubt seine Mankos an Menschenverstand mit Individualität und Charisma weg machen zu können - ein Mensch ist zur Führungspersönlichkeit geboren. Manager werden ist nicht trainierbar - Manager werden berufen.

Angelsachsen wären Tatsachen orientiert genug, um die Angelegenheit wissenschaftlich zu untersuchen und auszumessen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Die deutschen Gesellschaftswissenschaften wissen nicht, wie man Messungen macht in den Gesellschaftswissenschaften. Briten und Amerikaner dominieren die quantitative Methodenlehre - und hierzulande ist man hoffnungslos abgehängt. Die Statistischen Bundesämter wandeln nur Sauerstoff in Kohlendioxid um. Dann ist dann auch noch die peinliche Sarrazin Episode, die illustriert wie verkommen die deutsche Ökonometrie und quantitativen Methodenlehre bereits ist. Ich spreche da einmal nicht mal vom Adligen Guttenberg und unserer Bildungsministerin Schavan.

Deutsche Frauen stellen normalerweise das geduldige Anlage Kapital zu Verfügung, weil sie durch ihre geringeren Verdienste risikoaverser sind. Normalerweise sind es Frauen die die Konsumentscheidungen treffen, um über den Konsum die Inlandsnachfrage in der Konjunkturkrise anzukurbeln.

Das Phänomen der Schein-Selbständigkeit wird bei den heutigen Mittelschichtsberufen eher noch zunehmen. Unternehmen werden Festangestellte abbauen und sie als privatversicherte Schein-Selbständige wieder einstellen - ob die Männer nun weiterhin die Heilige Kuh geschlechterblinde Meritokratie anbeten oder nicht ? So oder so: die Arbeitgeberseite wird ihre Flexicurity mit oder ohne Gender Diversity und Job-Sharing erhalten - und die Kapitalmärkte werden ihre Kapitallieferanten bekommen. Es müssen ja nicht Frauen sein - es können auchmarginalisierte männliche, privatversicherte Schein-Selbständige sein mit Überstunden Potential.