RE: Warum ich das erste Mal in meinem Leben mit Ja gestimmt habe | 10.07.2010 | 17:42

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, dass Sie es im hohen Alter doch noch geschafft haben, Teil einer Jugendbewegung zu werden.

Aber ganz ehrlich, wäre das nicht einfacher gegangen? Hätte man sich nicht mit einer Flasche Schnapps und ein paar Fahnen in den Signaltönen schwarz-rot-gelb auf eine beliebige WM-Veranstaltung begeben können oder auf ein Konzert von irgendeinem DSDS-Vollspasten, um sich endlich an der Mehrheit zu antizipieren?

Und ist es wirklich das höchste Gut, sich in die Gruppe derer einzureihen, die erwachsenen Menschen mit dem erhobenen pädagogischen Zeigefinger ihre moralische Überlegenheit demonstrieren, gleichzeitig aber doch so verlogen sind, dass sie Geld der pösen Raucher in Form von Steuereinnahmen und Krankenkassen- und Rentenbeiträgen annehmen?

Wäre da nicht ein Volksentscheid zum völligen Verbot der Droge Nikotin ein wenig ehrlicher, ja anständiger gewesen? Aber darum gehts ja nicht. Auch nicht darum, dass der Nichtraucher (laut Nichtrauchrvereinigung) die Wahl aus nur drei von vier Kneipen hat. Es geht darum, dass man endlich wieder eine Gruppe gefunden hat, auf die man einschlagen darf und dafür auch noch Applaus bekommt. Nochmals herzlichen Glückwunsch. Sie sind endlich in der Mitte der deutschen Gesellschaft angekommen.