Dion

CARPE DIEM
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Dion
RE: „Zurück ins Mittelalter“ | 05.01.2017 | 16:19

Es werden hier Fakten verlangt. Das von den Rechten zu lesen ist etwas ganz Neues. Sie sind es doch, die auf Fakten keinen Wert legen, Hauptsache sie haben Recht. Trittin hat das schon ganz richtig gesagt: „Es handelt sich dabei um nichts anderes als eine gezielte Strategie der Neuen Rechten, Unwahrheiten mit scheinbaren Belegen zu verbreiten. Es geht um die Diskreditierung des politischen Gegners.“ Und: „Populismus gibt es nur von rechts.“

Die Strategie der AfD ist einfach: Eine Lüge über den politischen Gegner verbreiten, sie anschließend zu relativieren versuchen und am Ende eine Unterlassungserklärung unterschreiben, wovon jedoch außer der Beteiligten niemand weiß. Ergebnis: Es bleibt immer etwas hängen.

Fest steht: Anstand ist für die Rechten ein Fremdwort. Schon immer gewesen.

RE: Irreversible Schäden | 09.11.2016 | 22:58

Was folgen wird, hat Trump oft genug angekündigt: protektionistischen Maßnahmen sollen die heimische Wirtschaft schützen. Das werden sich andere Länder nicht gefallen lassen und werden ebenfalls protektionistisch handeln. Das bedeutete Handelskrieg, der leicht zu einem richtigen Krieg führen könnte – alles schon mal da gewesen.

Wenn man sieht, dass vor allem „old white men“, die den alten vermeintlich besseren Zeiten nachtrauern, und die verhältnismäßig wenig gebildeten, die es nicht besser wussten, Trump wählten, dann muss man hierzulande eine neue Bildungsoffensive starten, um nicht dort zu landen, wo sich die USA jetzt für die nächsten 4 Jahre befinden.

Es ist eminent wichtig, dass Wähler von morgen früh lernen zu unterscheiden, was eine redaktionell abgesicherte Nachricht ist, und was der oft in sozialen Netzen zu findende demagogische Kokolores.

RE: Pegidas Märchen | 21.03.2016 | 12:26

Hinter der Pegida und der AfD ist ein System sichtbar, das auch in den letzten Jahren der Weimarer Republik Erfolg hatte. Der Begriff „Lügenpresse“ wurde von der NSDAP benutzt, gern mit dem Zusatz, es handele sich dabei um vom „Weltjudentum“ gesteuerte Presse. Dies entspricht dem Begriff „Systempresse“, der in den rechten Medien und ihrer Kundschaft heute benutzt wird.

Man sollte die rechten Medien nicht unterschätzen, so nach dem Motto, die Wahrheit würde sich am Ende schon durchsetzen. Fragt sich nur, welche Wahrheit. Hitler schrieb in seinem „Mein Kampf“: „Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag.“

Dass diese Propaganda Erfolg hatte, braucht man wohl nicht zu betonen. Oder doch?


RE: Ist das unser Weimar? | 21.03.2016 | 11:44

Ja, die heutige Situation ist ähnlich der in den letzten Jahren der Weimarer Republik. Das Aufkommen von radikalen Parteien ist immer ein Zeichen für die Unzufriedenheit im Volk. Da das linke Gedankengut nach dem Untergang der Sowjetunion und der Sattelitenstaaten niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann, bleibt nur das rechte. Als Katalysator aller, die irgendwie mit dem Zustand der Republik unzufrieden sind und dafür Schuldige suchen. Und Schuldige in diesem Sinn können nur diejenigen sein, die bisher dieses Land regierten und immer noch regieren.

Eine Ablösung der etablierten Parteien wird von der AfD angestrebt, und wenn wir nicht aufpassen, wird es uns so ergehen wie vor 83 Jahren. Wir dürfen nicht vergessen: Adolf Hitler ist durch legale Wahlen an die Macht gekommen, genauso wie jetzt Viktor Orbán in Ungarn und Jarosław Kaczyński in Polen legal an die Macht gekommen sind. Und als sie gewählt wurden, haben sie einfach das in die Tat umgesetzt, was sie vor den Wahlen angekündigt haben. Allein das deutsche Volk – und das ungarische und das polnische – war und ist dafür verantwortlich, was im jeweiligen Land geschieht.

RE: Ist der Kapitalismus Schuld? | 21.03.2016 | 11:03

Sie, Frau Mohnen, haben jetzt viel geschrieben, aber Ihre Worte können nicht darüber hinweg täuschen, dass 2 der katholischsten Länder Europas – Ungarn und Polen – Flüchtlinge nicht haben wollen, vor allem die des muslimischen Glaubens nicht, was sie ganz offen sagen.

Das war's meinerseits zu dieser Diskussion. Vielen Dank.

RE: Ist der Kapitalismus Schuld? | 15.03.2016 | 14:58

„Mal angesehen davon, dass die aktuelle polnische Regierung hoffentlich immer mehr unter Druck gerät, aufgrund einer munteren die Rechtsbrüche der Regierung nicht mehr hinnehmen wollende Zivilbevölkerung, stimmt die Position der polnischen Bischofskonferenz stets mit der des Papstes überein“

Stets? Sie wollen uns hier wohl Sand in die Augen streuen, denn schon am 9.9.2015 hat die Welt, also keine linke Zeitung, unter der Überschrift „Warum Osteuropa muslimische Zuwanderung fürchtet“ geschrieben – Zitat:

„Jetzt hat der ungarische katholische Bischof Laszlo Kiss-Rigo von einer drohenden „Invasion“ von Muslimen gesprochen und alle Geschütze von Neid und Angst gegen sie in Stellung gebracht. Auch der polnische Erzbischof Henryk Hoser sprach von der Islamisierung Europas.“

Sie sollen sich besser informieren, Frau Mohnen, bevor Sie hier ungeprüft Unwahrheiten verbreiten.

Fakt ist: Das christliche bzw. das katholische Europa will Flüchtlingen nur helfen, wenn sie das richtige Glauben haben, sonst nicht. Das habe nicht nur ich erkannt, sondern auch die AfD: Sie schürt gezielt Angst gegen Flüchtlinge islamischen Glaubens – und hat offenbar Erfolg damit.

RE: Ist der Kapitalismus Schuld? | 11.03.2016 | 18:58

Blome hat Recht: Die AfD bringt das Schlechte im Menschen hervor: Neid und Egoismus. Natürlich sagt er das nicht so, sondern sagt: Die Menschen haben Angst, ihren Wohlstand zu verlieren bzw. zu teilen. Mit wem zu teilen? Natürlich mit Habenichtsen, vulgo Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen.

Da können die Kirchen noch so laut predigen, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, wenn es ums Teilen geht, ist sich jeder selbst der Nächste. Dem eigenen Clan, höchstens dem eigenen Dorf gönnt man was, aber schon der Nachbardorf ist einem herzlich egal, sollen sie doch selbst sehen, wie sie mit der Schwierigkeiten des Lebens fertig werden – ob es um eine Schnellstraße geht oder um einen Bau von Flüchtlingsunterkünften, die Reaktion ist immer die gleiche: Nicht bei uns, baut sie bei den Nachbarn!

RE: Zeit Online: Ein Lehrstück über Propaganda | 11.03.2016 | 12:28

Sie sagen: „Dass die Geschichte des Mädchens von russischen Medien und Politikern über Gebühr strapaziert wurde ist unbestritten. Dies nun aber als Beleg für eine Propagandaaktion der Russen mit dem Ziel des Sturzes der deutschen Kanzlerin zu interpretieren, erfordert viel Phantasie.“

Sie bagatellisieren damit den Vorfall, denn wenn sich russischer Außenminister Sergei Lawrow nicht nehmen ließ, in seiner Jahrespressekonferenz selbst darüber zu referieren, dann steht dahinter eine Absicht, die sich mit antideutscher Propaganda am besten erklären lässt. Oder wissen Sie eine bessere Antwort?

RE: Für einen sozialen Aufbruch | 11.03.2016 | 11:47

Um uns nicht unnötig in etwas zu verbeißen, das keinerlei Verbindung mehr zum Thema hat, wird diese Antwort nur kurz ausfallen.

1. Zu was haben es die kapitalistischen Gesellschaften denn gebracht, ohne dem man vielleicht nicht auch glücklich leben könnte?

Sehr wahrscheinlich gab es auch in der Steinzeit Menschen, die glücklich und zufrieden waren mit dem, wie sie lebten bzw. was sie hatten. Aber wären alle damit zufrieden, hätte es keinen Fortschritt gegeben – und wir lebten immer noch in der Steinzeit. Aber wahrscheinlich wären wir beide gar nicht da, weil die Ressourcen unter der steinzeitlichen Wirtschaftsmethoden nicht ausgereicht hätten, 7 Milliarden Menschen zu ernähren.

2. Wenn ich mich mit vielen anderen zu denen zähle, die Hilfe uneigennützig gewähren, warum haben Sie dann den Eindruck, dass ich mich damit brüsten will?

Über Ihre Motivation, „uneigennützige“ Hilfe zu leisten, kann ich nichts Bestimmtes sagen – in meinem letzten Posting habe ich lediglich eine von den Möglichkeiten angesprochen. Und über Mutter Theresa, die sie hier ins Spiel brachten, gibt es nicht nur Gutes zu berichten. Aber beides würde uns zu weit vom Thema führen, deshalb höre ich hier auf.

1. Zu was haben es die kapitalistischen Gesellschaften denn gebracht, ohne dem man vielleicht nicht auch glücklich leben könnte?

RE: Für einen sozialen Aufbruch | 07.03.2016 | 13:58

Sie fragen: Welche Gesellschaften sind für Sie "Gesellschaften, die es zu etwas gebracht haben"?

Nun, es gibt Stämme in Afrika, die den Neid, den Geburtshelfer des Egoismus, kaum kennen. Ohne Neid bzw. ohne Konkurrenzverhalten ist aber Egoismus nicht denkbar. Mögen diese Stämme für sich gesehen erfolgreich sein, aber „zu etwas gebracht“ – wie zum Beispiel die westlichen, kapitalistischen Gesellschaften – habe sie es nicht.

Sie sagen: Altruismus, der einem nützlich ist, ist kein Altruismus.

Vor jeder altruistischen Handlung steht die Entscheidung, sie auszuführen oder eben nicht auszuführen. Entscheidet man sich dafür, dann vielleicht auch, weil man an Goethes Worte denkt: Willst Du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück; denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.

Man kann aber auch profanere Gründe für den eigenen Altruismus finden. Zum Beispiel, um die Dankbarkeit zu erzeugen. Oder sich hinterher damit brüsten zu können. Wie Sie zum Beispiel, indem Sie hier schreiben:

Ich kenne viele Beispiele, in denen Menschen dem Altruismus folgen und uneigennützige Hilfe leisten.
Ich selbst zähle ich mich dazu.