DirkDiggler

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RE: Als Demotouristin in Berlin | 03.05.2013 | 09:57

Was mich an dem Artikel so erschüttert ist die zutiefst konsumistische Geisteshaltung der Autorin. Wie so viele kommt sie nach Berlin, weil hier auf eine diffuse Weise „was los ist“, es „was zu erleben gibt“. Teil davon möchte man dann aber doch lieber nicht werden, ein bisschen mitlaufen, ein bisschen miterleben reicht und vor allem: später davon berichten – im Freitag, auf Facebook: Ich war am 1. Mai in Berlin. Crazy! Zwar hat sie das, von dem sie berichtet – wie Papas Gruselgeschichten von '63 - nur vom Hörensagen – selbst erfahren ist hier wenig von Substanz ("...wie mir eine Demonstrantin später berichtet." "...dass es in der Oranienstraße Ausschreitungen gegeben haben soll."), aber das ironische Fazit maßt sie sich dann doch noch an, ziehen zu können. Vielleicht wegen der anrührigen Anekdote mit dem Barbieluftballon...

Hier geht es doch nicht um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Demonstrationen in Berlin, nicht um eine Auseinandersetzung mit Inhalten oder gar einer Reflektion der eigenen Rolle (Demotouristin), sondern ausschließlich um das Konsumieren eines Events. Ein Besuch im Disneyland steht dem in nichts nach. Leider ist diese Haltung weitverbreitet und dem Zeitgeist absolut entsprechend.