Dietrich Klose

Vielfältig interessiert am aktuellen Geschehen, zur Zeit besonders: Ukraine, Russland, Jemen, Rolle der USA, Neoliberalismus, Ausbeutung der 3. Welt
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Dietrich Klose
RE: Renten rauf, Riester runter! | 05.10.2018 | 11:36

Was in der Diskussion zu diesem Thema bei uns offenbar gezielt ausgeblendet wird, ist die schon in den 1970er Jahren vorgeschlagene stärkere Beteiligung der Unternehmen. Warum sollten nur Arbeitnehmereinkommen (und dazu gehören auch die sog. „Lohnnebenkosten“, dabei ist der sog. Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung, der Begriff ist freilich schon per se falsch gewählt), nicht aber Gewinne aus Unternehmenstätigkeit zur Finanzierung der allgemeinen Rentenversicherung herangezogen werden? Einen wirklichen Grund für eine solche Verweigerung gibt es nicht.

Der SPD-Arbeitsminister Herbert Ehrenberg (https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Ehrenberg ) hatte das vorgeschlagen. Natürlich wurde dieser Vorschlag damals von den „üblichen Verdächtigen“ bekämpft und mit dem Kampfbegriff „Maschinensteuer“ verunglimpft. Ehrenberg dazu 1983 im Interview mit der „Zeit“ (https://www.zeit.de/1983/24/umverteilung-der-lasten ):

"Ich habe den Verdacht, daß der Begriff „Maschinensteuer“ von denen erfunden worden ist, die eine Umstellung der Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung verhindern wollen. Das ist es nämlich, worum es mir angesichts aktueller Probleme geht: Der unaufhaltsame technische Fortschritt führt dazu, daß immer mehr Arbeitnehmer durch Maschinen ersetzt werden. Es gilt nun, einen Weg zu finden, der sicherstellt, daß das nicht gleichzeitig dazu führt, daß auch die Zahl der Beitragszahler für die Renten und die Arbeitslosenversicherung immer kleiner wird.

Hinsichtlich der Arbeitgeberbeiträge scheint es mir vernünftig, künftig nicht mehr an die Lohn- und Gehaltssumme anzuknüpfen, sondern an die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Es geht also nicht darum, der Wirtschaft eine neue Abgabe aufzuerlegen, sondern darum, eine bereits bestehende Abgabe auf eine sinnvollere, ja sogar wettbewerbsfreundlichere Grundlage zu stellen.

Derzeit ist es doch so, daß jedes Unternehmen, das am technischen Fortschritt besonders partizipiert, gleichzeitig mit der Freisetzung von Arbeitnehmern seine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung vermindert. Diejenigen, die die Probleme am Arbeitsmarkt verursachen, tragen also auch immer weniger zu ihrer Bewältigung und zur Alterssicherung bei. Umgekehrt müßte es sein! Diejenigen, die besonders am technischen Fortschritt teilhaben, müßten mehr zahlen; denn sie können es auf Grund ihrer Ertragslage besser als jene arbeitsintensiven Unternehmen, die noch Arbeitsplätze anbieten.

Eine Umstellung der Arbeitgeberbeiträge auf den Kapitalertrag der Unternehmen würde dazu führen, daß alle hochtechnisierten Produktionen belastet und alle arbeitsintensiven Produktionen entlastet würden. Das würde sich auch zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen auswirken."

Dem muss man nichts hinzufügen. Das ist so aktuell wie eh und je.

RE: Ein schwaches Herz | 10.07.2018 | 06:53

Was hier leider völlig ausgeblendet wird:

Die "Opposition" setzt auf bewaffnete Gewalt.

Die USA betreiben in Nicaragua einen "Regime change" unter Einsatz der "üblichen" Mittel mit massiver finanzieller und politischer Unterstützung der Opposition, wozu auch eine propagandistische Begleitung in den Medien gehört.

Mehr Info:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=44434

https://grayzoneproject.com/2018/06/19/ned-nicaragua-protests-us-government/

https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=q3VtYuANMkM

RE: Die Houthi-Iran-Connection | 14.03.2018 | 12:30

Mein Kommentar zu diesem Artikel ist jetzt doch zu lang und ein eigener Artikel geworden:

https://www.freitag.de/autoren/dklose/saudische-propaganda-jemen-und-iran

RE: Zwischen Cholera und Hungersnot | 05.03.2018 | 16:08

Danke für diesen Artikel bzw. die noch folgende Serie!

Nur eine Anmerkung: Die Huthis sind keine Schiiten, und schiitische Moscheen im Jemen passt auch nicht so ganz.

RE: Jemenkrieg-Mosaik 376 - Yemen War Mosaic 376 | 14.01.2018 | 15:00

Danke für Lob und Hinweis, der NZZ-Artikel ist schon drin!

RE: Déjà Vu im Libanon - Saudis und Libanon 2016 | 06.01.2018 | 07:44

Die Beteiligung der libanesischen Hisbollah im Irak wird immer wieder erwähnt (etwa: https://en.wikipedia.org/wiki/Hezbollah#Involvement_in_Iranian-led_intervention_in_Iraq ), es gibt auch eine eigene irakische Hisbollah: https://en.wikipedia.org/wiki/Hezbollah_Movement_in_Iraq und https://en.wikipedia.org/wiki/Kata%27ib_Hezbollah ).

In Saudi-Arabien sieht es doch ganz nach einer weitgehenden Konzentration der Macht in der Hand von Kronprinz Salman aus. Das traditionelle Verhältnis mit verschiedenen Machtzentren hat Salman massiv zu seinen Gunsten verschoben und andere Zweige und Figuren des Herrscherhauses ausgebootet. Ein erfolgreicher Schritt dahin war seine angebliche Anti-Korruptions-Kampagne, die sich ja vor allem gegen Angehörige der eigenen Dynastie gerichtet hat.

der eigenen Machtsicherung dienen auch die angeblichen "Reformen" und die aggressive Außenpolitik.

Der saudische Druck auf den Libanon (die Festsetzung von Ministerpräsident Hariri) passt eigentlich genau in das Schema der aggressiven Außenpolitik von Kronprinz Salman. Dazu gehören ja auch der Jemenkrieg, das Vorgehen gegen Katar, die Zunahme der Aggressivität gegenüber dem Iran.

RE: Gebot der Stunde | 03.12.2017 | 22:54

Wenn die SPD bei ihrer neoliberalen Politik bleibt, dann wird es ihr ergehen wie ihrem niederländischen Pendant Partij van de Arbeid

Wahlergebnisse

2012: 24,8 % – 38 Sitze

2017: 5,7 % – 9 Sitze

oder ihrem französischen Pendant Partie Socialiste

2012: 29,35 %

2017: 7,44 %

Eine CDU oder FDP light braucht kein Mensch.

RE: Die neue Freitag-Webseite: Bugs, Bugs, Bugs | 18.09.2017 | 06:36

Die alten pages haette man sicher "verbessern" koennen, aber es musste wohl ein neues Design her, um das Marketing zu "befrieden". Das Ganze ist ein typisches Beispiel fuer "function follows design" mit dem Ergebnis: " function killed by design".

von Aussie 42, das trifft den Nagel auf den Kopf.

Wen es noch interessiert: Ich habe noch einen Nachtrag geschrieben: Noch mehr Bugs, und Tricks (draufgekommen durch Try and Error)

RE: Jemenkrieg-Mosaik 335 - Yemen War Mosaic 335 | 19.08.2017 | 21:50

Danke, smukster! Mir Ihrer Befürchtung haben Sie sicher leider recht. Können Sie sich vorstellen, was in unseren Medien los wäre, würde Russland einen Krieg wie im Jemen führen oder auch irgendein anderes Land, das von Russland unterstützt wird so wie die Saudis von den USA?