Dietrich Klose

Vielfältig interessiert am aktuellen Geschehen, zur Zeit besonders: Ukraine, Russland, Jemen, Rolle der USA, Neoliberalismus, Ausbeutung der 3. Welt
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Dietrich Klose
RE: Schweinebuchtmoral | 29.04.2019 | 10:50

Sparen Sie im Titel "bucht" ein, dann haben Sie einen brauchbaren Kürzestkommentar zur US-Außenpolitik von A (wie Afghanistan, alphabetisch der erste Staat) bis derzeit "nur" bis V: Venezuela.

RE: Wir gehen da jetzt rein | 07.04.2019 | 12:03

Mein Beitrag hier vom 19.6.2018:

Bodenrechtsreform und Bodenreform jetzt!!

https://www.freitag.de/autoren/dklose/bodenrechtsreform-und-bodenreform-jetzt

Daraus:

Boden und bestehendes Wohneigentum können über einen begrenzten Rahmen hinaus nicht Gegenstand von Vermögensanlage und Rendite aus Vermögensanlage sein. Institutionelle Anleger dürfen keinen Boden, keine Bestandswohnungen und keine bereits bestehenden Gewerbebauten erwerben und halten.

Entsprechende Verkäufe der letzten 10 Jahre von Wohneigentum aus öffentlicher oder genossenschaftlicher Hand sind für alle Wohnungsbestände von über 50 Wohnungen rückabzuwickeln.

Die Investoren werden durch zehnjährige Staatsschuldverschreibungen (innerhalb von zehn Jahren voll rückzahlbar) des Bundes entschädigt. Die Gesamtsumme der jeweiligen Entschädigung richtet sich nach dem seinerzeitigen Kaufpreis zuzüglich der seitdem eingetretenen offiziellen Inflationsrate. Die Staatsschuldverschreibungen sind jährlich mit dem Faktor der offiziellen Inflationsrate zu verzinsen.

Die Finanzierung der Staatsschuldverschreibungen erfolgt durch 1) die Einführung einer Finanztransaktionssteuer von 0,5 % auf alle Börsengeschäfte und außerbörslichen Wertpapiergeschäfte, 2) durch die Besteuerung internationaler Unternehmen grundsätzlich nach dem in Deutschland erzielten Umsatz, rückwirkend zum 1.1.2016.

Institutionelle Anleger, die Wohnungen aus dem Bestand vor über zehn Jahren erworben haben, genießen Bestandsschutz. Gemeinden und von den Gemeinden befugte Genossenschaften genießen für diese Wohnungen ein Vorkaufsrecht, wobei der Eigentümer ab 5 Jahre nach dem Inkrafttreten der Bodenrechtsreform zum Verkauf verpflichtet werden kann. Der Verkaufspreis entspricht dem für vergleichbare Wohnobjekte von der Gemeinde festgelegten Richtwert.

RE: Was ist hier schon gerecht? | 09.02.2019 | 07:18

Was in der Diskussion zu diesem Thema bei uns offenbar gezielt ausgeblendet wird, ist die schon in den 1970er Jahren vorgeschlagene stärkere Beteiligung der Unternehmen. Warum sollten nur Arbeitnehmereinkommen (und dazu gehören auch die sog. „Lohnnebenkosten“, dabei ist der sog. Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung, der Begriff ist freilich schon per se falsch gewählt), nicht aber Gewinne aus Unternehmenstätigkeit zur Finanzierung der allgemeinen Rentenversicherung herangezogen werden? Einen wirklichen Grund für eine solche Verweigerung gibt es nicht.

Der SPD-Arbeitsminister Herbert Ehrenberg (https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Ehrenberg ) hatte das vorgeschlagen. Natürlich wurde dieser Vorschlag damals von den „üblichen Verdächtigen“ bekämpft und mit dem Kampfbegriff „Maschinensteuer“ verunglimpft. Ehrenberg dazu 1983 im Interview mit der „Zeit“ (https://www.zeit.de/1983/24/umverteilung-der-lasten ):

"Ich habe den Verdacht, daß der Begriff „Maschinensteuer“ von denen erfunden worden ist, die eine Umstellung der Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung verhindern wollen. Das ist es nämlich, worum es mir angesichts aktueller Probleme geht: Der unaufhaltsame technische Fortschritt führt dazu, daß immer mehr Arbeitnehmer durch Maschinen ersetzt werden. Es gilt nun, einen Weg zu finden, der sicherstellt, daß das nicht gleichzeitig dazu führt, daß auch die Zahl der Beitragszahler für die Renten und die Arbeitslosenversicherung immer kleiner wird.

Hinsichtlich der Arbeitgeberbeiträge scheint es mir vernünftig, künftig nicht mehr an die Lohn- und Gehaltssumme anzuknüpfen, sondern an die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Es geht also nicht darum, der Wirtschaft eine neue Abgabe aufzuerlegen, sondern darum, eine bereits bestehende Abgabe auf eine sinnvollere, ja sogar wettbewerbsfreundlichere Grundlage zu stellen.

Derzeit ist es doch so, daß jedes Unternehmen, das am technischen Fortschritt besonders partizipiert, gleichzeitig mit der Freisetzung von Arbeitnehmern seine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung vermindert. Diejenigen, die die Probleme am Arbeitsmarkt verursachen, tragen also auch immer weniger zu ihrer Bewältigung und zur Alterssicherung bei. Umgekehrt müßte es sein! Diejenigen, die besonders am technischen Fortschritt teilhaben, müßten mehr zahlen; denn sie können es auf Grund ihrer Ertragslage besser als jene arbeitsintensiven Unternehmen, die noch Arbeitsplätze anbieten.

Eine Umstellung der Arbeitgeberbeiträge auf den Kapitalertrag der Unternehmen würde dazu führen, daß alle hochtechnisierten Produktionen belastet und alle arbeitsintensiven Produktionen entlastet würden. Das würde sich auch zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen auswirken."

Dem muss man nichts hinzufügen. Das ist so aktuell wie eh und je.

Und ganz generell lohnt sich auch mal ein Blick über den Gartenzaun:

https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/auch-selbststaendige-zahlen-ein-besseres-system-warum-es-in-oesterreich-fast-60-prozent-mehr-rente-gibt-als-bei-uns_id_8029888.html

https://www.heise.de/tp/features/Warum-bekommen-Oesterreicher-fast-60-Prozent-mehr-Rente-3921398.html

RE: Für mehr böse Kapitalistinnen! | 16.01.2019 | 21:51

Vielleicht lesen Sie ja mal das hier:

Women Now Run the Military-Industrial Complex. That’s Nothing To Celebrate.

Against the feminist-washing of U.S. militarism.

Major media outlets are fawning over the fact that women are taking over top positions in the country’s largest weapons companies and in U.S. defense and intelligence agencies. From MSNBC to Politico to NowThis, a number of prominent publications are framing this ascent as an indicator of overall progress for women—and of increased equity in the organizations they are now leading.

Throughout the [Politico] article, the women leading these organizations proclaim that women can make it to the top if they believe in themselves. They call on well-worn gender stereotypes to assert that women have something special to offer because of their unique talent at negotiating, their fierce protectiveness as mothers, and their “different perspective” on problem solving. The article even includes patronizing praise of how women’s leadership in the military can result in innovative solutions like wrapping sensitive equipment in pantyhose to keep out sand.

Yet, feminists should not view this “rise” of women as a win. Feminism, as the most recent wave of imperial-feminist articles shows, is increasingly being co-opted to promote and sell the U.S. military-industrial complex: a violent and deeply patriarchal institution that will never bring liberation to women—whether they are within its own ranks or in the countries bearing the greatest brunt of its brutality.

This pro-military media spin is no accident: Weapons contractors are working hard to sell a progressive, pro-women brand to the public. Raytheon and other firms spend millions on public relations painting themselves as noble empowerers of women and girls in the sciences.

http://inthesetimes.com/article/21682/women-military-industrial-complex-gina-haspel-trump-feminism-lockheed-marti

"feminist-washing": Ein schönes Wort

RE: Dreißig Jahre Abwegigkeit | 31.12.2018 | 13:21

Was in der Diskussion zu diesem Thema bei uns offenbar gezielt ausgeblendet wird, ist die schon in den 1970er Jahren vorgeschlagene stärkere Beteiligung der Unternehmen. Warum sollten nur Arbeitnehmereinkommen (und dazu gehören auch die sog. „Lohnnebenkosten“, dabei ist der sog. Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung, der Begriff ist freilich schon per se falsch gewählt), nicht aber Gewinne aus Unternehmenstätigkeit zur Finanzierung der allgemeinen Rentenversicherung herangezogen werden? Einen wirklichen Grund für eine solche Verweigerung gibt es nicht.

Der SPD-Arbeitsminister Herbert Ehrenberg (https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Ehrenberg ) hatte das vorgeschlagen. Natürlich wurde dieser Vorschlag damals von den „üblichen Verdächtigen“ bekämpft und mit dem Kampfbegriff „Maschinensteuer“ verunglimpft. Ehrenberg dazu 1983 im Interview mit der „Zeit“ (https://www.zeit.de/1983/24/umverteilung-der-lasten ):

"Ich habe den Verdacht, daß der Begriff „Maschinensteuer“ von denen erfunden worden ist, die eine Umstellung der Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung verhindern wollen. Das ist es nämlich, worum es mir angesichts aktueller Probleme geht: Der unaufhaltsame technische Fortschritt führt dazu, daß immer mehr Arbeitnehmer durch Maschinen ersetzt werden. Es gilt nun, einen Weg zu finden, der sicherstellt, daß das nicht gleichzeitig dazu führt, daß auch die Zahl der Beitragszahler für die Renten und die Arbeitslosenversicherung immer kleiner wird.

Hinsichtlich der Arbeitgeberbeiträge scheint es mir vernünftig, künftig nicht mehr an die Lohn- und Gehaltssumme anzuknüpfen, sondern an die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Es geht also nicht darum, der Wirtschaft eine neue Abgabe aufzuerlegen, sondern darum, eine bereits bestehende Abgabe auf eine sinnvollere, ja sogar wettbewerbsfreundlichere Grundlage zu stellen.

Derzeit ist es doch so, daß jedes Unternehmen, das am technischen Fortschritt besonders partizipiert, gleichzeitig mit der Freisetzung von Arbeitnehmern seine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung vermindert. Diejenigen, die die Probleme am Arbeitsmarkt verursachen, tragen also auch immer weniger zu ihrer Bewältigung und zur Alterssicherung bei. Umgekehrt müßte es sein! Diejenigen, die besonders am technischen Fortschritt teilhaben, müßten mehr zahlen; denn sie können es auf Grund ihrer Ertragslage besser als jene arbeitsintensiven Unternehmen, die noch Arbeitsplätze anbieten.

Eine Umstellung der Arbeitgeberbeiträge auf den Kapitalertrag der Unternehmen würde dazu führen, daß alle hochtechnisierten Produktionen belastet und alle arbeitsintensiven Produktionen entlastet würden. Das würde sich auch zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen auswirken."

Dem muss man nichts hinzufügen. Das ist so aktuell wie eh und je.

RE: Renten rauf, Riester runter! | 05.10.2018 | 11:36

Was in der Diskussion zu diesem Thema bei uns offenbar gezielt ausgeblendet wird, ist die schon in den 1970er Jahren vorgeschlagene stärkere Beteiligung der Unternehmen. Warum sollten nur Arbeitnehmereinkommen (und dazu gehören auch die sog. „Lohnnebenkosten“, dabei ist der sog. Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung, der Begriff ist freilich schon per se falsch gewählt), nicht aber Gewinne aus Unternehmenstätigkeit zur Finanzierung der allgemeinen Rentenversicherung herangezogen werden? Einen wirklichen Grund für eine solche Verweigerung gibt es nicht.

Der SPD-Arbeitsminister Herbert Ehrenberg (https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Ehrenberg ) hatte das vorgeschlagen. Natürlich wurde dieser Vorschlag damals von den „üblichen Verdächtigen“ bekämpft und mit dem Kampfbegriff „Maschinensteuer“ verunglimpft. Ehrenberg dazu 1983 im Interview mit der „Zeit“ (https://www.zeit.de/1983/24/umverteilung-der-lasten ):

"Ich habe den Verdacht, daß der Begriff „Maschinensteuer“ von denen erfunden worden ist, die eine Umstellung der Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung verhindern wollen. Das ist es nämlich, worum es mir angesichts aktueller Probleme geht: Der unaufhaltsame technische Fortschritt führt dazu, daß immer mehr Arbeitnehmer durch Maschinen ersetzt werden. Es gilt nun, einen Weg zu finden, der sicherstellt, daß das nicht gleichzeitig dazu führt, daß auch die Zahl der Beitragszahler für die Renten und die Arbeitslosenversicherung immer kleiner wird.

Hinsichtlich der Arbeitgeberbeiträge scheint es mir vernünftig, künftig nicht mehr an die Lohn- und Gehaltssumme anzuknüpfen, sondern an die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Es geht also nicht darum, der Wirtschaft eine neue Abgabe aufzuerlegen, sondern darum, eine bereits bestehende Abgabe auf eine sinnvollere, ja sogar wettbewerbsfreundlichere Grundlage zu stellen.

Derzeit ist es doch so, daß jedes Unternehmen, das am technischen Fortschritt besonders partizipiert, gleichzeitig mit der Freisetzung von Arbeitnehmern seine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung vermindert. Diejenigen, die die Probleme am Arbeitsmarkt verursachen, tragen also auch immer weniger zu ihrer Bewältigung und zur Alterssicherung bei. Umgekehrt müßte es sein! Diejenigen, die besonders am technischen Fortschritt teilhaben, müßten mehr zahlen; denn sie können es auf Grund ihrer Ertragslage besser als jene arbeitsintensiven Unternehmen, die noch Arbeitsplätze anbieten.

Eine Umstellung der Arbeitgeberbeiträge auf den Kapitalertrag der Unternehmen würde dazu führen, daß alle hochtechnisierten Produktionen belastet und alle arbeitsintensiven Produktionen entlastet würden. Das würde sich auch zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen auswirken."

Dem muss man nichts hinzufügen. Das ist so aktuell wie eh und je.

RE: Ein schwaches Herz | 10.07.2018 | 06:53

Was hier leider völlig ausgeblendet wird:

Die "Opposition" setzt auf bewaffnete Gewalt.

Die USA betreiben in Nicaragua einen "Regime change" unter Einsatz der "üblichen" Mittel mit massiver finanzieller und politischer Unterstützung der Opposition, wozu auch eine propagandistische Begleitung in den Medien gehört.

Mehr Info:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=44434

https://grayzoneproject.com/2018/06/19/ned-nicaragua-protests-us-government/

https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=q3VtYuANMkM

RE: Die Houthi-Iran-Connection | 14.03.2018 | 12:30

Mein Kommentar zu diesem Artikel ist jetzt doch zu lang und ein eigener Artikel geworden:

https://www.freitag.de/autoren/dklose/saudische-propaganda-jemen-und-iran

RE: Zwischen Cholera und Hungersnot | 05.03.2018 | 16:08

Danke für diesen Artikel bzw. die noch folgende Serie!

Nur eine Anmerkung: Die Huthis sind keine Schiiten, und schiitische Moscheen im Jemen passt auch nicht so ganz.

RE: Jemenkrieg-Mosaik 376 - Yemen War Mosaic 376 | 14.01.2018 | 15:00

Danke für Lob und Hinweis, der NZZ-Artikel ist schon drin!