Erster COVID-19-Fall im Norden des Jemen

Save the Children ist besorgt angesichts der Ausbreitung des Virus in einem Konfliktstaat, dessen Gesundheitssystem weitgehend zusammengebrochen ist, u. fordert sofortigen Waffenstillstand
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Presseerklärung von Save the Children

Erster COVID-19-Fall im Norden des Jemen – Save the Children fordert sofortigen Waffenstillstand

Berlin, 06. Mai 2020Das neuartige Coronavirus hat mit dem Nachweis einer COVID-19-Infektion in Sanaa den Norden des Jemen erreicht. Die Zahl der Infizierten im ganzen Land liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums nun bei mindestens 21. Drei Menschen starben an dem Virus. Save the Children ist besorgt angesichts der Ausbreitung des Virus in einem Konfliktstaat, dessen Gesundheitssystem weitgehend zusammengebrochen ist. Die Kinderrechtsorganisation fordert einen sofortigen Stopp der Kampfhandlungen im Jemen, damit humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung und Maßnahmen zur Eindämmung des Virus möglich sind.

Xavier Joubert, Landesdirektor von Save the Children im Jemen, sagt:

„Es ist das Schlimmste eingetreten, was wir befürchtet haben: Das Corona-Virus breitet sich im ganzen Land aus und hat nun den Norden des Jemen erreicht, wo einige der am stärksten gefährdeten Kinder und Familien in dieser humanitären Katastrophe leben. Es muss einen sofortigen Waffenstillstand geben. Seit der weltweiten Ausbreitung von COVID-19 haben die Kriegsparteien im Jemen ihre Waffen nicht niedergelegt. Die Ausbreitung des Virus ist ein Weckruf, den sie nicht ignorieren können.

Nach fünf Jahren Krieg ist nur die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen im ganzen Land voll funktionsfähig. Der Jemen ist nicht in der Lage, einen massiven COVID-19-Ausbruch zu bewältigen. Die Gewalt muss aufhören, damit sich die jemenitische Bevölkerung, das Gesundheitspersonal und die Hilfsorganisationen darauf konzentrieren können, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, seine Folgen abzumildern und bedürftige Familien mit Nahrungsmitteln und sauberem Wasser zu versorgen.

Bislang wurden 200 Menschen auf COVID-19 getestet, aber wir kennen das wahre Ausmaß der Verbreitung nicht. Wir müssen uns darauf konzentrieren, in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Pandemie zu schärfen und über Maßnahmen zur Eindämmung aufzuklären. Gesundheitsexperten müssen die Möglichkeit haben, in alle betroffenen Landesteile zu reisen, um die dringend benötigte Unterstützung für diese Maßnahmen zu leisten. Das ist die einzige Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Nichts davon kann getan werden, wenn die Kämpfe weitergehen, wenn die Menschen Angst haben, nach draußen zu gehen und Hilfe zu suchen und wenn das Gesundheitspersonal der Gefahr eines Angriffs ausgesetzt ist. Die Gewalt muss jetzt aufhören, bevor der COVID-19-Ausbruch außer Kontrolle gerät.“

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in über 110 Ländern im Einsatz. Save the Children ist da für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen – seit 100 Jahren und darüber hinaus. Diese Kinder zu schützen, zu stärken und zu fördern ist das zentrale Anliegen der Organisation.Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.

Für mehr aktuelle Informationen folgen Sie uns online:

https://www.savethechildren.de/

https://www.facebook.com/savethechildrenDE/

https://www.instagram.com/savethechildren_de/

14:06 06.05.2020
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Dietrich Klose

Vielfältig interessiert am aktuellen Geschehen, zur Zeit besonders: Ukraine, Russland, Jemen, Rolle der USA, Neoliberalismus, Ausbeutung der 3. Welt
Schreiber 0 Leser 22
Dietrich Klose

Kommentare 1

Dieser Kommentar wurde versteckt