Luftangriff auf Krankenhaus im Jemen

Save The Children Bei einem Luftangriff auf ein von Save the Children unterstütztes Krankenhaus im Jemen wurden am 26. März acht Menschen getötet, darunter fünf Kinder.
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Zwei Pressemitteilungen von Save The Children

Bei einem Luftangriff auf ein von Save the Children unterstütztes Krankenhaus im Jemen wurdenam 26. Märzacht Menschen getötet, darunter fünf Kinder. Zwei Erwachsene werden noch vermisst. Der Angriff traf am Vormittag eine Tankstelle nahe dem Eingang zum Krankenhaus von Kitaf, 100 Kilometer von Saada entfernt, im Nordwesten des Landes.

Die Kinderrechtsorganisation ist entsetzt, dass wieder einmal Zivilisten, darunter unschuldige Kinder, zum Ziel eines Angriffs wurden. Dieser ereignete sich am vierten Jahrestags des Kriegs im Jemen.

Am selben Tag jährte sich der Kriegsbeginn im Jemen zum vierten Mal. Save the Children forderte bereits aus diesem Anlass, endlich den Krieg gegen Kinder im Jemen zu beenden.

„Der Luftangriff unterstreicht auf erschütternde Weise, dass insbesondere Kinder Opfer von schweren Völkerrechtsverstößen sind und daher die Lieferung von Rüstungsgütern an Saudi-Arabien zum jetzigen Zeitpunkt unverantwortlich wäre“, sagt Marvin Tarek Große,Jemen-Experte von Save the Children Deutschland. „Die Kinderrechtsorganisationruft daher die Bundesregierung auf, am kommenden Sonntag die Fortsetzung des Rüstungsexportstopps an Saudi-Arabien zu beschließen.“

Save the Children ist seit 100 Jahren weltweit im Einsatz für Kinder in Not, darunter seit mehr als 50 Jahren im Jemen. In ihrer Jubiläumskampagne fordert die Kinderrechtsorganisation: „Kein Krieg gegen Kinder“. Save the Children appelliert an alle Regierungen, keine Rüstungsgüter an die Konfliktparteien im Jemen zu liefern und Orte, an denen sich Zivilisten aufhalten, besonders zu schützen. Das sind neben Wohngebieten auch Krankenhäuser und Schulen. In einer aktuellen Petition fordert Save the Children deshalb: „Keine Bomben auf Schulen“.

Bitte beachten Sie nachfolgend zwei Pressemitteilungen zu dem Angriff im Jemen, die erste aus Gründen der Aktualität auf Englisch.

Seven killed in bombing of Save the Children-supported hospital in Yemen

SANA’A, YEMEN (March 26)—Four children were among seven people killedtodaywhen a hospital supported by Save the Children in Yemen was hit by an airstrike. Two other adults are unaccounted for.

A missile struck a petrol station near the entrance to Ritaf rural hospital, about 100km from the city of Saada in the northwest of the country, at 9.30am.

The hospital had been open for only half an hour and many patients and staff were arriving on a busy morning. They included a health worker who died along with their two children.

Also among the dead were two other children and a security guard. In addition to those killed and missing, a further eight people were wounded in the attack.

The missile was said to have landed within 50 meters of the facility’s main building on the fourth anniversary of the escalation of conflict in Yemen.

Save the Children, which reported earlier this week that 37 children a month had been killed or injured by foreign bombs in the last year, demanded an urgent investigation into the latest atrocity.

Helle Thorning-Schmidt, the chief executive of Save the Children International, who visited Save the Children health facilities in Yemen last year, said:

“We are shocked and appalled by this outrageous attack. Innocent children and health workers have lost their lives in what appears to been an indiscriminate attack on a hospital in a densely populated civilian area. Attacks like these are a breach of international law.

“This hospital is just one of the many Save the Children support across Yemen, delivering life-saving aid to children living in what is the worst place on earth to be a child. These children have the right to be safe in their hospitals, schools and homes. But time after time, we see a complete disregard by all warring parties in Yemen for the basic rules of war. Children must be protected. We must Stop this War on Children.”

Save the Children, which covers some of the staff costs at the hospital, is calling for an immediate suspension of arms sales to warring parties in Yemen, where children continue to be killed and maimed indiscriminately.

It is also calling for full diplomatic pressure to be applied to all parties in the conflict to resolve it through consultation and negotiation, and for those who commit violations of international law to be held to account.

Weiteres Kind bei Luftangriff auf Krankenhaus im Jemen getötet – Opferzahl steigt

Berlin,28.03.2019.Bei dem Luftangriff auf ein von Save the Children unterstütztes Krankenhaus im Jemen ist ein weiteres Kind getötet worden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei dem Angriff am Dienstag in Kitaf im Nordwesten des Landes auf insgesamt acht - unter ihnen fünf Kinder. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Konfliktparteien im Jemen bei ihren kämpferischen Handlungen nicht auf Zivilisten Rücksicht nehmen. Angriffe auf die Zivilbevölkerung sind ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Save the Children fordert: Die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden.

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children fordert in ihrer Kampagne zum 100-jährigen Bestehen: Kein Krieg gegen Kinder! Save the Children appelliert deshalb an die Bundesregierung, unter keinen Umständen wieder Rüstungsexporte an Saudi-Arabien und dessen Verbündete im Jemen-Konflikt zuzulassen. Zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen dürfen keine Ziele von Angriffen sein.

Ein achtjähriger Junge war das jüngste Todesopfer des Luftangriffs in Kitaf. Zudem wurden ein zehnjähriger, zwei zwölfjährige und ein 14-jähriger Junge getötet, als die Rakete am vierten Jahrestag des Jemen-Krieges nahe dem Krankenhaus einschlug. Außerdem kamen drei Erwachsene ums Leben.

Medikamente und medizinische Geräte wurden zerstört. Ein Krankenwagen und der Krankenhausgenerator wurden beschädigt. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis die Anlage wieder funktioniert. Ein Krankenhausmitarbeiter wurde verletzt, als er zwei Kinder behandelte. Er berichtet: „Alle Leute schrien und rannten aus dem Krankenhaus. Das Innere des Gebäudes wurde völlig beschädigt. Unser Kollege hat zwei Kinder verloren. Sie sind verbrannt.“

Nach dem Angriff flohen Patienten und Mitarbeiter sowie Bewohner des Ortes in die Umgebung, das Krankenhaus musste schließen. Mitarbeiter von Save the Children berichteten, anhaltende Luftangriffe versetzen die Menschen weiter in Angst und Schrecken.

Das Krankenhaus von Kitaf liegt rund 60 Kilometer von der Stadt Saada entfernt und ist die wichtigste Gesundheitseinrichtung in der Gegend. Es leistet die lebenswichtige Behandlung unterernährter Kinder und versorgt Mütter und Neugeborene. Das Krankenhaus behandelt zudem Durchfallerkrankungen - in einem Land, in dem täglich 1000 Cholera-Infektionen bei Kindern registriert werden.

Das Gesundheitssystem im Jemen ist nach vier Jahren Krieg nahezu vollständig zusammengebrochen. Save the Children schätzt, dass seit Beginn des Krieges vor vier Jahren rund 85.000 Kinder an extremem Hunger und Krankheiten gestorben sind.

Der Angriff erfolgte ungeachtet der Tatsache, obwohl die Konfliktparteien wussten, dass es sich bei dem Gebäude um ein Krankenhaus handelt. Die Koordinaten waren auf einer Nichtangriffsliste verzeichnet. Das verpflichtet alle Konfliktparteien dazu, bei Angriffen einen Abstand im Radius von mindestens 100 Metern einzuhalten. Die Rakete schlug 50 Meter vom Krankenhaus entfernt ein. Dies ist ein Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.

„Sogar Menschen, die in vier Jahren Krieg viel Schreckliches erlebt haben, sind geschockt“, sagt Jason Lee, stellvertretender Länderdirektor von Save the Children im Jemen. „Einer unserer Mitarbeiter vor Ort sagte, dass er noch nie in seinem Leben so viel Angst hatte.“

„Dieser Angriff hat nicht nur das Leben vieler Menschen zerstört, sondern droht auch katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung von 5000 Menschen in der Region zu haben“, sagt Lee. „Schwangere könnten gezwungen sein, ihre Babys ohne medizinischen Beistand zur Welt zu bringen. Unterernährte Kinder müssen auf eine lebensrettende Behandlung verzichten. Für diese Tat kann es keine Entschuldigung geben.“

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Über Save the Children:

Save the Children ist als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 120 Ländern tätig. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit – auch in Katastrophensituationen. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.

Save the Children im Jemen:

https://www.savethechildren.de/unterstuetzen/nothilfe/jemen/

Friedensresolution der Kinder im Jemen an die Welt:

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16:06 28.03.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Dietrich Klose

Vielfältig interessiert am aktuellen Geschehen, zur Zeit besonders: Ukraine, Russland, Jemen, Rolle der USA, Neoliberalismus, Ausbeutung der 3. Welt
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Dietrich Klose

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