Ukraine und Jemen: Doppelmoral vom Feinsten

Saudi-Arabien Die Bilder von Toten, Verletzten und Zerstörungen aus dem Jemen und dem Donbass gleichen sich. Und der Westen demonstriert seine Doppelmoral.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Es ist kaum zu glauben, was hier passiert. In einem Land X vertreiben Rebellen mit Gewalt den Präsidenten. Der Präsident flieht in das große Nachbarland und bittet dort um Hilfe. Das Nachbarland lässt seine Luftwaffe Ziele in verschiedenen Städten von Land X bombardieren, inklusive der Hauptstadt. Zahlreiche Zivilisten kommen ums Leben. Das große Nachbarland lässt eine Streitmacht von 150.000 Soldaten an der Grenze von Land X aufmarschieren und droht mit Einmarsch. Der deutsche Außenminister erklärt, er habe „Verständnis“ für das Vorgehen des großen Nachbarlandes.

Und der Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes erklärt sogar, dass das Vorgehen des großen Nachbarlandes „im Einklang mit dem Völkerrecht steht“, denn: „Es hat von der legitimen demokratisch gewählten Regierung des Landes X in einer für sie, für das Land und auch für den Staatspräsidenten persönlich außerordentlich bedrohlichen Situation eine Bitte um Hilfe an die Staatengemeinschaft, auch an das Nachbarland, gegeben. Es ist nach den Regeln des Völkerrechts legitim, wenn auf die Bitte eines legitimen Staatsoberhauptes dann im Wege der Nothilfe reagiert wird. Insofern haben wir ‑ jedenfalls nach dem, was wir wissen ‑ keine Zweifel an der völkerrechtlichen Legitimität des Vorgehens des Nachbarlandes.“

Sie fragen sich, ob Sie vielleicht in der Ukrainekrise irgendetwas nicht mitbekommen haben? Land X: Ukraine? Präsident und Regierung, demokratisch gewählt, Janukowitsch! Ja, das war eine „für den Staatspräsidenten persönlich außerordentlich bedrohliche Situation“, als der Rechte Sektor auf dem Maidan am 22. Februar 2014 einen gewaltsamen Umsturz machte und Janukowitsch ins große Nachbarland Russland fliehen musste. Sie haben gar nicht mitbekommen, wie die russische Luftwaffe Kiew bombardierte und unser Auswärtiges Amt dazu erklärte, das sei alles „im Einklang mit dem Völkerrecht“? Ebenso wie 150.000 zum Einmarsch bereite russische Soldaten an der ukrainischen Grenze?

Das würde alles zu 100 % für die Ukraine passen, nur: Es geht diesmal gar nicht um die Ukraine, sondern um den Jemen. Ach so. Es geht um den zu den Saudis geflohenen Präsidenten Hadi und die Bombenangriffe der saudischen Luftwaffe auf Sanaa und andere Städte im Jemen. Und da ist die direkte Einmischung der Saudis dann plötzlich „im Einklang mit dem Völkerrecht“, die verdeckte Einmischung von Russland in der Ukraine ist es natürlich überhaupt nicht. Das halten Sie für unlogisch? Das verstehen Sie nicht? That’s Doppelmoral, stupid.

Im Jemen geht es nun mal um amerikanische geopolitische Interessen (in der Ukraine natürlich auch), nur jetzt eben unter umgekehrten Vorzeichen. Während die USA in der Ukraine den Sturz eines demokratisch gewählten Präsidenten selbst entscheidend mit betrieben haben, weil er amerikanischen Interessen im Wege war, ist der demokratisch gewählte Präsident im Jemen unantastbar und bleibt, auch wenn er aus dem Land vertrieben wurde,auf jeden Fall rechtmäßiger Präsident, weil er eben amerikanischen Interessen nützt. Das geopolitische Interesse der USA: Die Rebellen sind Schiiten, es geht darum, den Einfluss des Iran im Jemen kleinzuhalten. Und Deutschland als braver Verbündeter (Vasall?) hängt seine Fahne in genau den Wind, der aus Washington weht. Also deshalb: Wenn der demokratisch gewählte Janukowitsch Hadi von dem Rechten Sektor den Huthi-Rebellen mit Gewalt vertrieben wird und Zuflucht in Russland Saudi-Arabien sucht, dort um Hilfe bittet und die russische saudische Luftwaffe dann Kiew Sanaa, Mariupol Sadaa und andere Städte bombardiert, dann ist das „im Einklang mit dem Völkerrecht“.

Wenn Sie glauben, das gibt es doch gar nicht:

27.3.2015 – Auswärtiges Amt

Außenminister Steinmeier im Interview: „Die demokratisch gewählte Regierung des Jemen ist von den Houthi-Rebellen aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben und jetzt auch in Aden angegriffen worden. Staatspräsident Hadi hat das Nachbarland Saudi-Arabien angesichts dieser akuten Bedrohung um Hilfe gebeten. Saudi-Arabien hat dann gestern mit Unterstützung aus der Region Luftangriffe auf Houthi-Stellungen geflogen. Vor diesem Hintergrund habe ich Verständnis für das saudische Vorgehen.“

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Interviews/2015/150327-BM_Bild.html

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Dr. Martin Schäfer: „Sie sprechen die Frage an, ob das, was die Saudis dort tun, im Einklang mit dem Völkerrecht steht. Die Antwort aus Sicht der Bundesregierung lautet: Ja. Es hat von der legitimen demokratisch gewählten Regierung des Jemen in einer für sie, für das Land und auch für den Staatspräsidenten persönlich außerordentlich bedrohlichen Situation eine Bitte um Hilfe an die Staatengemeinschaft, auch an Saudi-Arabien, gegeben. Es ist nach den Regeln des Völkerrechts legitim, wenn auf die Bitte eines legitimen Staatsoberhauptes dann im Wege der Nothilfe reagiert wird. Insofern haben wir ‑ jedenfalls nach dem, was wir wissen ‑ keine Zweifel an der völkerrechtlichen Legitimität des saudischen Vorgehens.“

http://www.auswaertiges-amt.de/sid_EEF68EDF3D8D3E3EA3AD97AD44C97A74/DE/_ElementeStart/Sprecher_node.html#doc438320bodyText2

Dazu auch sehr interessant die eigenwillige US-amerikanische Interpretation von Janukowitschs Abgang:

14.2.2015 – Der Standard

USA: "Janukowitsch gab Amt freiwillig auf"

Sprecherin Psaki: Regierungswechsel in Kiew "verfassungsmäßig"

Die US-Interpretation war, wenn Janukowitsch das Land verlassen hat, hat er auf sein Amt verzichtet.

http://derstandard.at/2000011725728/USA-Janukowitsch-gab-Amt-freiwillig-auf

Das habe ich damals so kommentiert: Die erste Zeile ist ein Witz, die zweite falsch

Ja, was denn nun? Wenn ein demokratisch gewählter Präsident unter der Gewalt von Rebellen das Land verlässt – völlig unabhängig davon, ob er um sein Leben fürchten muss –, dann verzichtet er damit freiwillig auf sein Amt (Janukowitsch), nein, dann bleibt er rechtmäßiger Präsident (Hadi). Ja, was denn nun?

Dazu lese man bitte die Stellungnahme des Weißen Hauses vom 25. März zur Lage im Jemen:

25.3.2015 – The White House

Statement by NSC Spokesperson Bernadette Meehan on the Situation in Yemen

The United States strongly condemns ongoing military actions taken by the Houthis against the elected government of Yemen. These actions have caused widespread instability and chaos that threaten the safety and well-being of all Yemeni citizens. The United States has been in close contact with President Hadi and our regional partners. In response to the deteriorating security situation, Saudi Arabia, Gulf Cooperation Council (GCC) members, and others will undertake military action to defend Saudi Arabia’s border and to protect Yemen’s legitimate government.

https://www.whitehouse.gov/the-press-office/2015/03/25/statement-nsc-spokesperson-bernadette-meehan-situation-yemen

“Yemen’s legitimate government”: Wie denn jetzt dieses? Was ist mit dem „legitimen Präsidenten“ Janukowitsch? Seine „Absetzung“ durch das Rumpf-Parlament erfüllte nicht die Vorgaben der ukrainischen Verfassung.

Von Interesse in Sachen „Doppelmoral“ ist auch der Umgang mit dem Begriff „Aggression“ von Politik und Medien im Westen. Von Russlands Einmischen in der Ukraine wurde ständig als einer „Aggression“ gesprochen, die „russische Aggression“ fast inflationär gebraucht. Ständig wurde ein russischer Einmarsch herbeiphantasiert, viel mehr als heiße Luft kam nie heraus. Und jetzt im Jemen? Auf die Benennung dessen, was da geschehen ist und noch kommen wird, als „saudische Aggression“ können wir wahrscheinlich noch lange warten.

Artikel:

30.3.2015 – New Eastern Outlook

Yemen, Ukraine, and the Hypocrisy of ‘Aggression’

It is the international reaction to this new regional war which is of particular interest; specifically, the way in which the United States has reacted to this undeniable aggression by its Gulf allies. While Washington has gone to great lengths to paint Russia’s reunification with Crimea and its limited support for the anti-Kiev rebels of eastern Ukraine as “aggression,” it has allowed that same loaded term to be completely left out of the narrative about the new war in Yemen. So it seems that, according to Washington, aggression is not defined by any objective indicators: use of military hardware, initiation of hostilities, etc. Rather, the United States defines aggression by the relationship of a given conflict to its own strategic interests – by Eric Draitser
http://journal-neo.org/2015/03/30/yemen-ukraine-and-the-hypocrisy-of-aggression/

29.3.2015 – ntv

Stellvertreterkrieg im Nachbarland: Darum bombardieren die Saudis den Jemen

Seit vier Tagen bombardiert eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz Stellungen der Huthi - dass hinter dem "Sturm der Entschlossenheit" viel mehr als der Kampf gegen eine jemenitische Rebellengruppe steckt, gibt König Salman offen zu. Beim Liga-Treffen nun schwor König Salman die arabischen Staaten endgültig auf seinen Krieg - die Operation "Sturm der Entschlossenheit" - ein. Denn hinter den Rebellen steckt nach Ansicht des Monarchen noch mehr: "Im Jemen haben es fremde Kräfte der Huthi-Miliz, obwohl sie nur eine kleine Gruppe ist, ermöglicht, einen Putsch gegen die Regierung zu starten. Mit den "fremden Kräfte" meint Salman den Erzrivalen Iran. Der schiitische Staat gilt als heimlicher Financier der Huthi-Rebellen. Die konservativen Sunniten in Saudi-Arabien, bislang stärkste Macht am Golf, fürchten den Einfluss der Schiiten aus Teheran. Am unteren Ende der Arabischen Halbinsel könnte ein jahrelanger Kalter Krieg zwischen Riad und Teheran nun heiß werden, warnt der Nahost-Experte Yochi Dreazen in der "Washington Post". Denn Saudi-Arabien halte vor allem die Atomverhandlungen für einen "historischen Fehler". Der Krieg im Jemen solle weniger den Menschen im gepeinigten Land helfen, als vielmehr Teheran hervorlocken. Für die Region ist das ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang

http://www.n-tv.de/politik/Darum-bombardieren-die-Saudis-den-Jemen-article14802021.html

29.3.2015 – Münchner Merkur

Saudi-Arabien bombardiert Huthi-Hochburg im Jemen

Sanaa - Die von Saudi-Arabien geführte Koalition arabischer Staaten hat am frühen Sonntagmorgen mit Luftschlägen auf die Hochburg der Huthi-Rebellen im Nordjemen begonnen. Saudi-Arabien will verhindern, dass eine Schiitenmiliz, die mit dem schiitischen Iran verbandelt sein soll, das bettelarme Nachbarland kontrolliert und aus dem Einflussbereich der Sunniten reißt. Die USA haben sich in der Krise im Jemen auf die Seite ihres langjährigen Verbündeten Saudi-Arabien geschlagen. Washington sicherte dem Königshaus logistische und geheimdienstliche Unterstützung für den Militäreinsatz im Nachbarland zu, auch die Entsendung von Tankflugzeugen und Awacs-Luftaufklärern ist im Gespräch

http://www.merkur-online.de/politik/saudi-arabien-bombardiert-huthi-hochburg-jemen-zr-4862931.html

dazu auch

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-03/jemen-huthi-saudi-arabien-buergerkrieg-bombardements und http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-03/33248069-bundesregierung-unterstuetzt-saudische-intervention-im-jemen-003.htm und http://www.blick.ch/news/ausland/jemen-saudi-arabien-stimmt-auf-langen-krieg-im-jemen-ein-id3609451.html und http://www.tagesschau.de/ausland/jemen-245.html und http://www.n-tv.de/politik/Saudis-aktivieren-150-000-Soldaten-article14782121.html

29.3.2015 – Press TV.ir

US, Saudi Arabia losing influence in Yemen: Analyst

Press TV has conducted an interview with Wilmer Leon, a columnist and political commentator from Washington, to discuss the latest developments about the ongoing Saudi invasion of Yemen. The political commentator believes that the Saudi monarchy and its allies in Washington are attempting to restore government of Yemen’s fugitive president, Abd Rabbu Mansour Hadi, to power and seek to prop up his administration. The analyst strongly criticizes the US for waging and supporting conflicts in various parts of the world, adding that Washington has destabilized several countries such as Afghanistan, Pakistan, Iraq, Libya, Syria, and Yemen through its meddlesome policies

http://www.presstv.ir/Detail/2015/03/29/403810/US-Saudi-influence-declining-in-Yemen

27.3.2015 – Noch ein Parteibuch

Die Saudis ziehen in den Krieg

Das saudisch-wahhabitische Terrorregime hat einen umfänglichen und offenen Krieg gegen den Jemen mit dem Ziel der Wiederinstallation ihrer Marionette Hadi begonnen. Doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Krieg ganz andere Ergebnisse als beabsichtigt hervorbringt und möglicherweise sogar anstelle des Sturzes der jemenitischen Regierung von Ansarullah die Entmachtung der wahhabitischen Diktatur der Sauds zur Folge haben wird. … Was durchaus noch sehr wichtig werden kann, ist, dass es zwar Unterstützung durch die USA für den saudischen Krieg gegen Jemen gibt, diese jedoch praktisch allenfalls lauwarm aussieht. Die US-Regierung ließ erklären, die USA würden nicht an direkten Militäraktionen teilnehmen, US-Präsident Barack Obama habe jedoch Unterstützung für die Saudis durch Logistik und die Weitergabe von Geheimdienstinformationen im Rahmen einer gemeinsamen Planungszelle angeordnet

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2015/03/27/die-saudis-ziehen-in-den-krieg/

27.3.2015 – Information Clearing House

Invading Yemen: Criminality in Support of Hegemony

The Saudi intervention was not unexpected. Over the last few weeks there were signs that the U.S. and the Saudi’s were preparing the ground for direct military intervention in Yemen in response to the Houthi’s seizing state power in January. And this week with the fall of al-Anad military base, the base where the U.S. military and CIA conducted its drone warfare in Yemen, to Ansarullah fighters and the capture of the port city of Aden where disposed President Abd Rabbuh Mansur Hadi had fled, it was almost certain that the U.S. would the green light for its client states to intervene. And what was the justification for launching a military operation not sanction by the United Nations Security Council? According to the Saudi’s they have legitimate regional security concerns in Yemen. Their argument was that since they share a border with Yemen, the chaos that erupted over the last few months that culminated in what they characterize as a coup by the Houthi insurgency, forced them to intervene to establish order and defend by “all efforts” the legitimate government of President Hadi.

But this is becoming an old and tired justification for criminality in support of hegemony. The intervention by the Saudi’s and the GCC continues the international lawlessness that the U.S. precipitated with its War on Terror over the last decade and a half. Violations of the UN Charter and international law modeled by the powerful states of the West has now become normalized resulting in an overall diminution of international law and morality over the last 15 years. The double standard and hypocrisy of U.S. support for the Saudi intervention in Yemen and Western and U.S. condemnations of Russia’s regional security concerns in response to the right-wing coup in Ukraine will not be missed by most people. And so the conflagration in the Middle East continues. U.S. and Saudi geo-strategic interest in containing the influence of Iran has trumped international law and any concerns about the lives of the people of Yemen, Syria, Iraq, Lebanon and Bahrain. Militarism and war as first options has now become commonplace as instruments of statecraft in an international order in which power trumps morality and law is only applied to the powerless – by Ajamu Baraka

http://www.informationclearinghouse.info/article41369.htm = http://www.globalresearch.ca/invading-yemen-criminality-in-support-of-hegemony/5439277 dazu auch http://www.worldbulletin.net/world/157103/us-forces-rescue-2-saudi-pilots-in-yemen-offensive

28.3.2015 – The Telegraph

How Yemen's US-backed ex-dictator is tearing his country apart

Deposed in the aftermath of the 2011 Arab Spring, former strongman Ali Abdullah Saleh is wreaking vengeance. For years, the Americans saw President Ali Abdullah Saleh as a key ally in the fight against al-Qaeda. He allowed his air bases to be used by US drones to strike at the movement’s operatives, and gladly received Western aid in development cash and arms supplies … A Saudi-led, Western-backed coalition is now conducting nightly bombing raids against Houthi positions in an attempt to turn the tide. They are also threatening a ground operation if Mr Saleh and the Houthis do not withdraw, saying that the group’s Iranian links makes it a threat to Arab interests across the whole region.

According to Houthi-run government agencies, 45 civilians have been killed during the bombing raids. The attacks have divided the population of the Yemeni capital, Sana’a, many of whom said they were opposed to the Houthis until the bombing started. … In the meantime the Yemeni people, many of whom thought that by ejecting Mr Saleh they were likely to get a government more representative of their interests, now find themselves a playing field for competing regional, sectarian and ideological interests – by Richard Spencer

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/yemen/11502027/How-Yemens-US-backed-ex-dictator-is-tearing-his-country-apart.html

28.3.2015 – Alles Schall und Rauch

"The show must go on" mit einem neuen Krieg

Ein neuer Krieg wurde angefangen. Wie kann es anders sein, gegen ein arabisches Land, nämlich Jemen. Diesmal schickt Washington seine Marionetten-Regime der arabischen Halbinsel vor, um die Drecksarbeit zu erledigen. Die fünf Staaten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Emirate, Bahrain, Katar und Kuwait, von den USA unterstützt, haben Jemen in einer gemeinsamen Verlautbarung am Donnerstag den Krieg erklärt. Es gibt Berichte, 150'000 saudische Soldaten stehen an der Grenze zum Jemen und sind bereit für eine Invasion. Die Bombardierung aus der Luft hat bereits begonnen. Andere arabische Regime wollen auch am Krieg teilnehmen, wie die pro-amerikanische Militärjunta von Ägypten. Was ganz Besonderes stellt die Nachricht dar, israelische Kampfbomberhaben am Donnerstag an den von den Saudis angeführten Angriff auf Jemen teilgenommen. Wenn man es kurz fasst, dann findet der Krieg aus folgendem Grund statt: Die Houthis kontrollieren fast die Hälfte des Jemens, die Hauptstadt Sana'a und auch das Parlament. Behauptet wird, die Houthis erhalten Hilfe aus dem Iran, während die Saudis offenkundig ihre Rivalen unterstützen, die Terroristen der Al-Kaida. Ja, ihr lest richtig. Wie so oft hilft Washington über seine Stellvertreter den Terroristen, wie sie auch ISIS unterstützen (ein neuer Name für Al-Kaida), gibt aber vor, sie zu bekämpfen – von Freeman

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/03/the-show-must-go-on-mit-einem-neuen.html

25.3.2015 – Bild

Saudi-Arabien greift im Jemen ein

Die saudische Luftwaffe habe die schiitischen Huthi-Rebellen in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten Jemens bombardiert, sagte der saudische Botschafter in den USA, Adel al-Dschabir, bei einer Pressekonferenz in der Botschaft in Washington.

Saudi-Arabien hält laut Medienberichten für den internationalen Einsatz 100 Flugzeuge und 150 000 Soldaten bereit. Wegen des Konflikts hat Saudi-Arabien internationale und Inlandsflüge auf sieben Flughäfen im Süden des Landes ausgesetzt.

Über die saudischen Luftangriffe in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag berichteten Augenzeugen von schweren Explosionen in Sanaa. Alarm-Sirenen und Geräusche von Kampffliegern seien zu hören gewesen

http://www.bild.de/politik/ausland/jemen/saudi-arabien-greift-ein-40296540.bild.html


Filme:

RT: Die zivilen Opfer: https://www.youtube.com/watch?v=M5B1lvc7_ZQ

RT zum Krieg der Saudis gegen Jemen: https://www.youtube.com/watch?v=sbwFlGDUkbc

Zerstörungen: https://www.youtube.com/watch?v=_9ahGanEyF4

https://www.youtube.com/watch?v=nHKioG68r0o


Fotos:

Die gleichen furchtbaren Bilder wie in der Ukraine von getöteten Menschen, darunter Kindern, zerstörten Häusern, zerstörter Infrastruktur:

Yemen Post news on twitter: https://twitter.com/YemenPostNews

Zwei Kinder, getötet durch den saudischen Luftangriff, Außenbezirke von Sanaa: https://twitter.com/YemenPostNews/status/581189728755535874

Junge, 5. Klasse, getötet durch den saudischen Luftangriff : https://twitter.com/YemenPostNews/status/582270689266114560

Ein toter Zivilist wird aus den Trümmern eines zerstörten Hauses geborgen: https://twitter.com/YemenPostNews/status/581844883746369536

Zivilist, getötet durch den saudischen Luftangriff, Außenbezirke von Sanaa: https://twitter.com/YemenPostNews/status/581754547569217536

Nachbarn versuchen einen schweren Trümmerbrocken zu heben, um einen Eingeschlossenen zu befreien:https://twitter.com/YemenPostNews/status/581755056573169664

Verletzter im Krankenhaus: https://twitter.com/YemenPostNews/status/581754672165228544

Flughafen Al Hodieda nach den Luftangriffen: https://twitter.com/YemenPostNews/status/582198643383357440 und https://twitter.com/YemenPostNews/status/582198100917231616 und https://twitter.com/YemenPostNews/status/582186896886878208

Flughafen Al Hodieda in Flammen nach den saudischen Luftangriffen: : https://twitter.com/YemenPostNews/status/581929120130453504

Zerstörungen durch den saudischen Luftangriff in den Außenbezirken von Sanaa: https://twitter.com/YemenPostNews/status/581190191341174785und https://twitter.com/YemenPostNews/status/581189088373391360und https://twitter.com/YemenPostNews/status/581188750253797378und https://twitter.com/YemenPostNews/status/581188647560437760und https://twitter.com/YemenPostNews/status/581188479570214912und https://twitter.com/YemenPostNews/status/580992319995781121

Anwohner gehen an dem vorbei, was einmal das Haus eines Nachbarn war, Außenbezirke von Sanaa: https://twitter.com/YemenPostNews/status/581189620970311681

Zerstörungen durch den saudischen Luftangriff in Sadaa https://twitter.com/YemenPostNews/status/581075928018632704

Luftschläge in Sanaa: https://twitter.com/YemenPostNews/status/580901294212136961


Mehr Tweets

https://twitter.com/nationalyemen/media

https://twitter.com/search?q=%23sana&src=typd

https://twitter.com/hashtag/sanaa

https://twitter.com/search?q=%23Yemen&src=tyah


Nun, ein weiterer amerikanischer Verbündeter / Vasall hat einen neuen Stellvertreterkrieg begonnen

Die Situation zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen war in der Vergangenheit oft sehr angespannt. Also, in dem Wissen, dass sie von den USA und deren Verbündeten (Vasallen?) wie Deutschland zumindest moralisch unterstützt werden, ergreifen die Saudis (wie Sie ja wissen, die Vorkämpfer für Demokratie, Menschenrechte, Religionsfreiheit und persönliche Freiheit) die Gelegenheit, um alte Rechnungen zu begleichen. Eine ist, dass sie jetzt endlich einen schönen Religionskrieg (Sunniten gehen Schiiten) führen dürfen

http://de.wikipedia.org/wiki/Saudi-Jemenitischer_Krieg

http://www.tagesspiegel.de/politik/international/nahost-grenzkonflikt-zwischen-saudi-arabien-und-jemen-eskaliert/1643508.html?view=print

http://vergessene-kriege.blogspot.de/2009/09/hintergrund-zum-jemen-konflikt.html

Auf der Seite des Autors: http://poorworld.net/Ukraine/Ukraine-Yemen.htm

Fortsetzung: Mehr Links zum Weiterlesen, 1.4.2015:

https://www.freitag.de/autoren/dklose/krieg-im-jemen-mehr-links-zum-weiterlesen

14:36 30.03.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Dietrich Klose

Vielfältig interessiert am aktuellen Geschehen, zur Zeit besonders: Ukraine, Russland, Jemen, Rolle der USA, Neoliberalismus, Ausbeutung der 3. Welt
Schreiber 0 Leser 22
Dietrich Klose

Kommentare 4

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community