Chinas IPO-Kompromiss geht weiter

IPO Warum Chinas IPO-Kompromiss den amerikanischen IPO-Boom weiter anfeuert
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Ende Juli gab die China Securities Regulatory Commission (CSRC) bekannt, auch weiterhin IPOs chinesischer Firmen in den USA zu erlauben, solange diese auch den inländischen Regularien entsprechen.

Was sich auf den ersten Blick nach Business as usual anhört, könnte weitreichende Folgen für den IPO-Markt in den USA haben und den anhaltenden IPO-Boom weiter befeuern. Denn auch an der Börse wird der Einfluss Chinas immer deutlicher.

Der anhaltende IPO-Boom an US-Börsen

Initial Public Offerings (IPOs), zu Deutsch: Erstzeichnungsangebote, erleben einen anhalten Boom bei gleichzeitig zunehmender Liberalisierung, was das Potenzial mit sich bringt, die derzeitigen Handelsgewohnheiten von Privatinvestoren nachhaltig zu verändern.

Während noch vor wenigen Jahren IPOs nämlich nur Großinvestoren und Banken vorbehalten waren, geben immer mehr Unternehmen ihre IPOs auch an Privatinvestoren frei. Online-Broker wie Robinhood haben bereits hierauf reagiert und IPO-Features ins Leben gerufen, um Privatinvestoren die Möglichkeit zu geben, vom IPO-Markt zu profitieren.

Die Zahlen für den IPO-Boom sprechen für sich. Im Jahre 2020 konnten IPOs ein Kapital in Höhe von insgesamt 155 Milliarden US-Dollar generieren, fast doppelt so viel wie das letzte Rekordhoch von 88 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014.

Der IPO-Boom hat noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht. In den Folgejahren werden wir aller Voraussicht nach ein weiteres Wachstum bei gleichzeitig mehr Partizipation von Privatinvestoren erleben. China ist hierbei maßgeblich am Erfolg des IPO-Markts der letzten Jahre beteiligt, wie im folgenden Abschnitt deutlich wird.

Der Einfluss Chinas am amerikanischen IPO-Markt

Wenn Sie sich die Abbildung hier ansehen, wird schnell feststellen, dass das Jahr 2020 ein Rekordjahr für IPOs war. Das Jahr 2021 verspricht ein noch größeres Wachstum.

Interessanter wird es jedoch, wenn man sich anschaut, wer genau hinter dem IPO-Hype steckt. Denn hier zeigt sich, dass der Einfluss Pekings maßgeblich am US-amerikanischen IPO-Boom beteiligt ist.

Ein Blick auf die Ursprungsländer der IPO-Firmen macht nämlich deutlich, dass chinesische Firmen maßgeblich zum amerikanischen IPO-Boom beitragen.

Noch interessanter wird es, wenn man sich den Einfluss von ausländischen Firmen anhand der letzten Jahre genauer anschaut. Hier zeigt sich der wahre Einfluss Pekings. Chinesische Firmen seit dem Jahr 2017 eine Haupttriebfeder für den derzeitigen IPO-Boom darstellen.

Die Faktenlage macht deutlich, dass auch im Westen schon lange nichts mehr ohne den Einfluss von chinesischen Firmen geht. Umso erfreulicher war die Nachricht, dass China auch weiterhin IPOs an US-Börsen zulässt, solange diese den Anforderungen der CSRC entsprechen.

Ein grenzübergreifender und liberaler IPO-Markt schafft Vorteile für alle Marktteilnehmer

Auch wenn chinesische IPOs in Zukunft mehr bürokratische Hürden erfüllen müssen, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung getan, wenn es um die Öffnung und Liberalisierung der IPO-Märkte geht. Für viele Experten ist Pekings Entscheidung zur Marktöffnung jedoch nicht überraschend, da hierdurch eine Win-win-Situation für alle Marktteilnehmer geschaffen wurde.

Maxim Manturov, Abteilungsleiter Anlageforschung bei Freedom Finance Europe, sagt hierzu Folgendes: „Wäre Pekings Entscheidung anders ausgefallen, würden Menschen auch weiterhin vermehrt in westliche IPOs investieren, während chinesische Firmen nicht die Möglichkeit hätten, eigene IPOs in den USA zu veröffentlichen. Andererseits könnten die Anleger aus der EU und den USA auch weiterhin nach China strömen, da vermehrt potenzielle chinesische Unternehmen ihre IPOs auf dem chinesischen Festland veröffentlichen.”

Die Aussage macht deutlich, dass ein freier Markt, ohne Ausschluss von ausländischen Marktteilnehmern, der beste Erfolgsgarant für alle Marktteilnehmer ist. Während chinesische Firmen auch weiterhin vom dringend benötigten Kapitalzuschuss profitieren, können alle Investoren, ganz gleich ob im Westen oder in China, von der Partizipation an IPOs profitieren.

Auch wenn die Zukunft noch nicht in Stein gemeißelt ist, geht der Trend auch weiterhin in Richtung IPOs.

Die Zukunft von IPO-Investments für Privatinvestoren

IPOs sind im Kommen. Chinas IPO-Kompromiss wird auch in Zukunft den Boom noch weiter vorantreiben. Im Jahr 2021 wird die Anzahl an SPAC-IPOs nochmals ein neues Hoch erreichen. Erfolgreiche IPOs im Jahr 2021 sind hierbei die beste Triebfeder, um weitere in- und ausländische Firmen anzulocken.

Chinas Entscheidung für den US-amerikanischen IPO-Markt hat hierzu die passende Grundlage geliefert. Gleichzeitig wurde durch die Entscheidung Pekings eine Win-win-Situation für alle partizipierenden Marktteilnehmer geschaffen, da chinesische Firmen von lukrativen Börsengängen und Investoren von profitablen Aktien und IPOs am US-Markt profitieren können.

In Kombination mit der Liberalisierung des IPO-Marktes eröffnet der derzeitige IPO-Hype neue Möglichkeiten für Privatinvestoren, um aktiv am IPO-Handel teilzunehmen. Wenn diese Entwicklung weitergeht, werden IPOs aller Voraussicht nach einen immer größeren Stellenwert im Handelsportfolio eines jeden Privatinvestoren einnehmen.

IPOs sind nämlich in vielen Fällen lukrativer als Aktien und können bereits am ersten Handelstag exorbitante Profite einbringen. Inwieweit der IPO-Markt auch langfristig Bestand haben wird, wird sich darin zeigen, wie effizient die grenzübergreifende Kooperation von Washington und Peking gestaltet werden kann.

Denn Fakt ist: Ein offener, demokratischer und grenzübergreifender IPO-Markt schafft Vorteile für alle Marktteilnehmer, wie der amerikanische IPO-Markt in den letzten Jahren eindrucksvoll bewiesen hat.

12:29 31.08.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Dmytro Spilka

Dmytro ist ein Finanzautor mit Sitz in London. Seine Arbeiten wurden in Investing.com, IBM, FXStreet, Entrepreneur und FXEmpire veröffentlicht.
Dmytro Spilka

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