RE: Francos Geist | 17.10.2017 | 08:26

dieser tage gerne gelesen: "Aufruhr & Rebellion gegen faschistische Erbschaften....

.....sind absolut ehrenhaft. Wie das die Inhaber dieser dreckigen Erbschaft betrachten wird durch ihre Handlungen deutlich - ebenso die Kollaboration deutscher Nachfolgeorganisationen der Selben Erbschaft.

Wer die Erziehungserfolge der Freislers und ihrer Knüppelgarden mit der Rechts-Wahrung beauftragt bekommt Rechts - was sonst"

https://www.heise.de/tp/features/Madrid-inhaftiert-zwei-Fuehrer-der-katalanischen-Unabhaengigkeitsbewegung-3863193.html

RE: Stiller Teilhaber | 12.10.2017 | 08:15

herr herden, ich schätze ihre analysen sehr. wenn es einen lieblingschreiber hier gibt, dann sind sie es. insofern nehmen sie es mir nicht übel, aber ein europa a la macron oder vermittlungen via der autoritär-neoliberalen eu in der causa katalonien halte ich gelinde gesagt für eine scheiss schnappsidee halte.

btw ein lagebericht von raul zelik ( facebook) aus catalunya:

"Als Antwort auf das Dialogangebot der katalanischen Regierung hat der spanische Ministerpräsident Rajoy heute die Suspendierung der katalanischen Autonomie nach Paragraph 155 eingeleitet. Die PSOE hat angekündigt, die gewaltsame Absetzung der Demokratie in Katalonien zu unterstützen. Parallel dazu wollen PP und PSOE die Verfassung (in ihrem Sinne) modernisieren.
Und das alles am Vorabend des 12. Oktober - Nationalfeiertag Spaniens anlässlich der brutalen Kolonisierung des lateinamerikanischen Kontinents ab 1492."

Die anarchistische Gruppe Rouvikonas hat heute die spanische Botschaft in Athen wegen der Repression in Katalonien besetzt.

Gibt es eigentlich noch mehr EuropäerInnen?

RE: Stiller Teilhaber | 12.10.2017 | 08:02

so viel zu ihrem eu- krisenmanagement, der sanchez-psoe bruder s. gabriel:" Eine einseitige Ausrufung der katalanischen Unabhängigkeit wäre unverantwortlich. Unsere gemeinsame europäische Erfahrung zeigt doch: Europas Stärke liegt in seiner Einigkeit und dem Frieden, den die europäische Einigung erbracht hat. Die Demonstrationen der letzten Tage haben gezeigt: Auch die Bevölkerung Kataloniens ist gespalten in der Frage der Unabhängigkeit.


Es bleibt dabei: Eine Lösung kann nur über Gespräche auf Basis der Rechtsstaatlichkeit und im Rahmen der spanischen Verfassung gelingen. Letztlich wird nur eine Lösung von Dauer sein, die von der Mehrheit der Spanier und der Katalanen mitgetragen wird."

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Meldungen/2017/171011-BM_Katalonien.html

RE: „Mein Katalonien“ | 11.10.2017 | 08:27

wenn "deutsche linke" enttäuscht werden, weil sie unter anderem sich eingestehen müssen, dass in diesem lande keine massenbewegung gegen den neoliberalismus mobilisierbar ist, dann wird wie hier mit dem finger auf jene gezeigt, die zumindest ausserhalb des parlaments bzw. auf der strasse für eine bessere gesellschaft gekämpft haben - und den ersten etappensieg erreicht haben: die unterzeichnete unabhängigkeitserklärung für katalonien. von wegen verbalradikalismus und kapitulation der unabhängigkeitsbewegung bzw. von puigdemont , dass mag dieser herr "prinz chaos" gerne unterstellen, um davon abzulenken, dass "die" deutsche linke nicht mal die hälfte der "cojones" von puigdemont&co hat, die niedergeprügelt, kriminalisiert, verhaftet bzw. weiterhin mit verhaftung/entmachtung bedroht werden. es gibt keinen grund von der linken unabhängigkeitsbewegung enttäuscht zu sein. im gegenteil: "Puigdemont hat die Gültigkeit des Referendums und damit die Erklärung der Unabhängigkeit bekräftigt - sie aber zugleich "für einige Wochen" suspendiert, um den internationalen Vermittlern Zeit zu verschaffen (so ähnlich ist auch Slowenien 1991 vorgegangen). Puigdemont ist damit vor allem auf die Bitten spanischer Linker, der Bürgermeisterin von Barcelona Ada Colau und der internationalen Vermittler eingegangen. Man kann nur hoffen, dass diese Leute und "Europa" jetzt auch etwas damit machen, sich also genauso reinhängen wie diejenigen, die am 1.Oktober die Wahllokale friedlich gegen die Polizei schützten."

Puigdemont ist erneut ein großes Risiko eingegangen. Denn der spanische Staat bedroht ihn mit Gefängnis...

(quelle: zelik via facebook)

RE: „Mein Katalonien“ | 10.10.2017 | 21:27

raul zelik via facebook zu der erklärung von puigdemont:

" Mir hat die Rede Puigdemonts gut gefallen: Ich fand sie im besten Sinne des Wortes "feminin". Er hat immer wieder von "Empathie" gesprochen und die Perspektiven der anderen eingenommen - von denjenigen, die jetzt Angst vor der Zukunft haben, die von der Polizeigewalt traumatisiert worden sind, die außerhalb Kataloniens leben und das alles nicht verstehen, von denen, die letztes Wochenende für die spanische Einheit demonstriert haben ... Man könnte auch sagen: Es war eine durch und durch antikriegerische Rede. Vor allem aber was es eine Rede für die internationale Öffentlichkeit. Die ganze Vorgeschichte des Konflikts wurde noch einmal ausführlich erklärt.
Puigdemont hat die Gültigkeit des Referendums und damit die Erklärung der Unabhängigkeit bekräftigt - sie aber zugleich "für einige Wochen" suspendiert, um den internationalen Vermittlern Zeit zu verschaffen (so ähnlich ist auch Slowenien 1991 vorgegangen). Puigdemont ist damit vor allem auf die Bitten spanischer Linker, der Bürgermeisterin von Barcelona Ada Colau und der internationalen Vermittler eingegangen. Man kann nur hoffen, dass diese Leute und "Europa" jetzt auch etwas damit machen, sich also genauso reinhängen wie diejenigen, die am 1.Oktober die Wahllokale friedlich gegen die Polizei schützten.
Puigdemont ist erneut ein großes Risiko eingegangen. Denn der spanische Staat bedroht ihn mit Gefängnis, die Leute auf dem Platz waren über den letzten Teil der Rede sehr enttäuscht, viele haben gepfiffen. Und die CUP hat im Parlament geantwortet: "Es gibt keine Gegenseite, die verhandeln will." Das sollte vielleicht auch endlich in Berlin verstanden werden: Hier heißt es Republik oder autoritärer Ausnahmezustand.PS: Die Abgeordneten der Mehrheitsparteien haben die Unabhängigkeitserklärung im Anschluss an die Rede

PPS: ALLE (auch die CUP) wussten, dass eine Unabhängigkeitserklärung ohne internationale Unterstützung gar nichts bringt. Die Suspendierung aber vergrößert die Legitimation der katalanischen Seite.

RE: „Mein Katalonien“ | 10.10.2017 | 19:28

wird die cup nicht wirklich zufrieden stellen, aber unter den gegebenen umständen ein möglicher ausgangspunkt für eine geordneten auszug aus der spanischen union in richtung unabhängiger staat - und mit unternationaler flankierung. siehe streck: "Während die linksradikale CUP und die großen zivilgesellschaftlichen Organisationen Druck machen, das Referendumsgesetz wortgetreu umzusetzen, drängt die linke ERC auch darauf, zeigt sich aber etwas flexibler. Im Gespräch ist ein Vorgehen nach Muster Sloweniens, das der Europarlamentarier Ramón Tremosa ins Spiel gebracht hat. Der Parlamentarier von Puigdemonts PdeCAT erklärte gegenüber dem baskischen Sender Onda Vasca, dass der "Prozess an seinem Endpunkt angekommen" sei und die Unabhängigkeit erklärt werden müsse. Doch die könne man auch befristet wieder aussetzen, um weiter zu versuchen zu verhandeln. In Slowenien seien innerhalb von sechs Monaten die "internationalen Anerkennungen gekommen", weil sich Belgrad nicht an den Verhandlungstisch gesetzt habe, sagte er mit Blick auf Dialogverweigerung in Madrid. https://www.heise.de/tp/features/Wird-die-Unabhaengigkeit-Kataloniens-am-Dienstag-erklaert-3853744.html auch lesenswerter taz-kommentar zu der erklärung von puigdemont von heute abend: http://www.taz.de/Kommentar-Katalonien-Konflikt/!5454112/

RE: „Mein Katalonien“ | 10.10.2017 | 15:54

kurzmeldung von streck: "Eine große Masse soll den Präsidenten und die Parlamentarier vor einer möglichen Festnahme schützen. "Wir stehen an seiner Seite", sagte der ANC-Präsident. Sánchez hat klargestellt, dass die katalanische Regierung keine "Verrücktheiten" begehen werde und Puigdemont weiter zu jedem Dialog und Vermittlung bereit sein. "Wer Dialogwege sehen will, wird sie auchfinden."

https://www.heise.de/tp/features/Unabhaengigkeitserklaerung-nur-wie-3855917.html

schauen wir mal...

RE: „Mein Katalonien“ | 10.10.2017 | 14:51

egal was puigdemont heute ab 18.00 h verkünden wird: die unabhängigkeitsbewegung hat durch ihren mut und starken kampfeswillen für eine alternative jenseits des autoritarismus und neoliberalismus gezeigt, dass gesellschaftliche veränderungsprozesse von unten durchaus realistisch sind. zumindest kann den katalanen bescheinigt werden, dass die bürger/innen zur selbstimmung und selbstermächtigung in der lage sind. könnte eine lehre für die schnarchende deutsche und europäische linke sein, die ausser theoretisieren ihren arsch nicht auf die strasse bekommt.

insofern stimme ich den spannienkernner und sympathisanten mit der unabhängigkeitsbewegung in katalonien, dem raul zelik, ohne wenn und aber zu, wenn er folgendes zum ausdruck bringt:

"Der Wille nach Selbstregierung ist immer legitim, die Bereitschaft zur Selbstermächtigung bleibt nie ohne Reaktion. Aber die katalanische Seite sucht weder Bürgerkrieg noch Straßenschlacht. Sie stellt sich der Staatsmacht unbewaffnet entgegen. Hier gibt es eine Massenbewegung, die mehr selbst entscheiden will, und eine Staatsmacht, die das mit Gewalt verhindern möchte.

Weder Rajoy noch Puigdemont.

Ganz falsch! Der spanische Regierungschef lässt die Bevölkerung verprügeln, der katalanische will die Bevölkerung abstimmen lassen und riskiert dafür, ins Gefängnis zugehen. Auch wenn einem das komisch vorkommen mag: Es gibt heute nicht viele europäische Linke, die bereit sind, so viel aufs Spiel zu setzen wie der katalanische Regierungschef heute."

https://www.raulzelik.net/baskenland-texte/502-12-faqs-zu-katalonien-republik-und-unabhaengigkeit-blog-9-10-2017

RE: Wie geht es weiter für Katalonien? | 10.10.2017 | 13:53

egal was puigdemont heute ab 18.00 h verkünden wird: die unabhängigkeitsbewegung hat durch ihren mut und starken kampfeswillen für eine alternative jenseits des autoritarismus und neoliberalismus gezeigt, dass gesellschaftliche veränderungsprozesse von unten durchaus realistisch sind. zumindest kann den katalanen bescheinigt werden, dass die bürger/innen zur selbstimmung und selbstermächtigung in der lage sind. könnte eine lehre für die schnarchende deutsche und europäische linke sein, die ausser theoretisieren ihren arsch nicht auf die strasse bekommt.

insofern stimme ich den spannienkernner und sympathisanten mit der unabhängigkeitsbewegung in katalonien, dem raul zelik, ohne wenn und aber zu, wenn er folgendes zum ausdruck bringt:

"Der Wille nach Selbstregierung ist immer legitim, die Bereitschaft zur Selbstermächtigung bleibt nie ohne Reaktion. Aber die katalanische Seite sucht weder Bürgerkrieg noch Straßenschlacht. Sie stellt sich der Staatsmacht unbewaffnet entgegen. Hier gibt es eine Massenbewegung, die mehr selbst entscheiden will, und eine Staatsmacht, die das mit Gewalt verhindern möchte.

Weder Rajoy noch Puigdemont.

Ganz falsch! Der spanische Regierungschef lässt die Bevölkerung verprügeln, der katalanische will die Bevölkerung abstimmen lassen und riskiert dafür, ins Gefängnis zugehen. Auch wenn einem das komisch vorkommen mag: Es gibt heute nicht viele europäische Linke, die bereit sind, so viel aufs Spiel zu setzen wie der katalanische Regierungschef heute."

https://www.raulzelik.net/baskenland-texte/502-12-faqs-zu-katalonien-republik-und-unabhaengigkeit-blog-9-10-2017