Katalonien bewegt!

Info-Blog 8. Teil zu den aktuellen Entwicklungen bzw. Ereignissen in Katalonien.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Der siebte Teil hier: Katalonien-Baskenland-bewegt.

Gelb-Verbot in Katalonien: Sie gilt als die Farbe des Separatismus und als Zeichen der Unterstützung für die Inhaftierten:

Eingebetteter Medieninhalt

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Am Samstag (2. Dezember) fand in Barcelona ein Konzert für die Freilassung der politischen Gefangenen statt. Unter anderem wurde die katalanische Nationalhymne "Els Segadors" von dieser US-amerikanischen Heavy-Metal-Band gespielt:

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Das komplette ca. 4-Stunden Gedenkkonzert im Olympiastadion von Barcelona organisiert durch die ANC zur Forderung der Freilassung der politischen Gefangenen, können sich interessierte Leser im unteren Video anschauen.

Um die 50.000 Leute haben diè Freilassung der inhaftierten Ex-Regierungsmitglieder und der "Jordis" gefordert. Familienmitglieder der Gefangenen richteten auch persönliche Worte während des Megakonzertes. Die Einnahmen dienten der Gründung eines Solidaritätsfonds.

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Heute (4. Dezember) hat der zuständige Richter des Obersten Gerichtshofes in Spanien über die Freilassung der inhaftierten Unabhängigkeitsbefürworter entschieden:

"Kataloniens Ex-Vizepräsident Junqueras und drei weitere Vertreter der Unabhängigkeitsbewegung bleiben vorerst in Haft. Sechs ehemalige Minister der katalanischen Regionalregierung können hingegen auf Kaution freikommen.

Sein abgesetzter Vizeregierungschef hingegen, Oriol Junqueras, ist weiterhin in Spanien und in Untersuchungshaft. Dort soll er auch vorerst bleiben: Das Oberste Gericht in Madrid lehnte einen Antrag des Politikers der Katalanischen Linksrepublikaner (ERC) auf Freilassung ab.

Auch der ehemalige Innenminister Joaquim Forn von den liberalkonservativen europäisch-katalanischen Demokraten (PDeCAT) und die Anführer der einflussreichen katalanischen Gruppierungen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Òmnium Cultural, Jordi Sánchez und Jordi Cuixart, auch bekannt als die zwei Jordis, müssen weiter im Gefängnis bleiben, wie spanische Medien melden.

Der zuständige Richter sah zwar bei den vier Inhaftierten keine Fluchtgefahr, wie die spanische Zeitung El País meldete. Er befürchtete jedoch eine Wiederholungsgefahr der ihnen zur Last gelegten Straftaten. Es bleibe abzuwarten, ob das Versprechen der Separatisten, sich an das spanische Gesetz zu halten und eine einseitige Unabhängigkeit Kataloniens abzulehnen, "wahrhaftig und echt" sei, heißt es in einer Stellungnahme des Gerichts.

Sechs frühere Minister der abgesetzten Regierung dürfen indes gegen die Zahlung einer Kaution von jeweils 100 000 Euro auf freien Fuß gesetzt werden. Sie müssen allerdings weitere Auflagen erfüllen: Sie dürfen das Land nicht verlassen, müssen ihren Pass abgeben und sich wöchentlich bei einer Behörde melden." weiterlesen hier http://www.sueddeutsche.de/politik/entscheidung-in-madrid-kataloniens-ex-vizepraesident-bleibt-in-untersuchungshaft-1.3777112

Das Solidaritätscomité Katalonien hat auf ihrer sehr informativen Facebook-Seite den Beitrag von Oriol Junqueras in "politico.eu", Ex- Vizepräsident der katalanischen Regierung und seit heute weiterhin in Untersuchungshaft, übersetzt- und vielen Dank an dieser Stelle:

Ein Auszug davon:

"Wir können nicht darauf vertrauen, dass Madrid die Wahlen in Katalonien beaufsichtigt - die EU muss eingreifen.

Offen gesagt, ist es schwer zu glauben, dass die konservative Regierung der spanischen Volkspartei das Ergebnis dieser Wahlen tatsächlich respektieren wird. Deshalb ist es unerlässlich, dass die Europäische Union die Ergebnisse überwacht, um sicherzustellen, dass sie wirklich respektiert werden, und alle Zweifel an dem Ergebnis auszuräumen. Vor allem kann die EU von Anfang an dazu beitragen, dass mit den Ergebnissen dieser Wahlen am 21. Dezember die Missbräuche beendet werden. Die bisherige Abwesenheit Europas und die Feststellung, dass es sich um eine "innere Angelegenheit" Spaniens handelt, droht zu einem ernsten mittel- bis langfristigen Problem zu werden.

Die EU hat die Pflicht, die Demokratie aufrechtzuerhalten. Was die Bürger mit ihren Stimmen zum Ausdruck bringen, kann nicht nur ein Zeichen auf einem Blatt Papier sein, sondern eine Entscheidung, die umgesetzt wird, damit unsere Zukunft auf einem demokratischen Fundament aufgebaut werden kann. Das ist der Unterschied zwischen einer echten Demokratie und einer formalen Demokratie, eine Demokratie, die nur zur Schau gestellt wird.

Vergessen wir nicht, dass die spanische Regierung ein Defizit hat, das außer Kontrolle geraten ist, oder dass die regierende PP-Partei mit einem Ausmaß an struktureller Korruption operiert, das sonst nirgendwo in Europa zu finden ist,..." weiterlesen hier https://www.facebook.com/ComiteKatalonien/posts/144642222855742

Mehr zum ComiteKatalonien hier: https://solidaritaetscomitekatalonien.blogspot.de/

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Ein nachdenkenswerter Einwurf und Hinweis von Community-Mitglied calamity.jane:

17:39 04.12.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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