Ost-West-Getöse

Hamburg zu Fuß Seit Doris Brandt mit ihren Kinderwagen durch Hamburg spaziert, hat sie einen neuen Blick auf die Stadt. Diesmal gerät sie zwischen Solitär-Bauten.
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Es müssen an die zwanzig Koffer-Trolleys und einige ausrangierte Kinderbuggys sein. Akkurat in einer Reihe aufgestellt, manche mit hoppelnden, ausschlagenden Plastikrädern, alle berstend voll und zumeist schwarz. Die Trolley-Raupe wird von warmer Luft ummantelt, die permanent aus den dicken Entlüftungsrohren der chemischen Reinigung auf die Straße gepustet wird. Wie Raupen nun mal so sind, bewegt sie sich sehr behäbig voran.

Die Raupe gehört einer Frau mittleren Alters, in schwarz gekleidet, ein wenig geschminkt, die rotbraunen Haare mit einem Schal zusammengehalten. Sie ist augenscheinlich obdachlos. Eine Frau, die bedächtig ihr Hab und Gut an einer der meistbefahrenen und meist diskutierten Straßen Hamburgs transportiert. Morgens und nachmittags s