Katzebextra

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RE: Mitgliedervotum wird zum Dilemma | 27.11.2013 | 20:06

Eine Zustimmung ohne die Köpfe der Minister zu kennen ist für mich nicht möglich. Das gehört zur Akzeptanz des Vertrages dazu. Für eine zufriedenstellende Umsetzung von niedergeschriebenen aber ungeliebten SPD-Forderungen braucht es die geeignete Person.

RE: Die Macht sei mit uns | 27.11.2013 | 11:50

Es wird noch ein langer Weg. Hier ein Beispiel für Grüne - Bürgerverarschung mit System:

"Ein wichtiges Instrument ist dabei die Methode der sogenannten Zufallsbürger. Wie Sie wissen, melden sich bei umstrittenen Infrastrukturvorhaben oft dieselben Akteure. Das sind vor allem die direkt Betroffenen, die häufig emotional argumentieren. Mit der Methode der Zufallsbürger gelingt es uns, die Emotionen abzukühlen und normale Bürgerinnen und Bürger in die Diskussionen einzubinden. Das führt häufig dazu, dass eine Portion gesunder Menschenverstand die Diskussionen versachlicht. Schon das ist sehr viel wert."

Geschrieben von Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in einer Grußbotschaft an den Industrieverband Steine und Erden 2013!

RE: Rechtsstaat lässt sein Freiheits-Band... | 15.02.2013 | 17:39

Staatsanwalt: Es sei klar, dass das dargelegte Wir-Gefühl einer Bezugsgruppe nahe lege, dass sie eines ihrer Mitglieder um jeden Preis schützen würde, vermutlich auch mit einer Falschaussage.

Ich: Das ist ein scharfer Beobachter. Genau dieses Verhalten habe ich bei der Polizei am. 30.09. kritisiert. Man nennt es in diesen Kreisen jedoch Korpsgeist.

Danke für den Beitrag

RE: S21 - Untersuchungsausschuss 30.9. etc. | 24.11.2010 | 02:14

Diesen nachfolgenden Erlebnisbericht werde ich in den nächsten Stunden so weit wie möglich verbreiten. Es kann nicht sein, dass hunderte Augenzeugen als unglaubwürdig eingestuft werden.

Zum 30.09.

Es war ein Tag vor unserem Urlaub. Meine Frau und ich machten getrennt Besorgungen in Stuttgart. Auf Grund meines „oben bleiben“ Buttons wurde ich im Saturn gegen 13:30 von einem Verkäufer mit den Worten angesprochen: Wenn Sie können, gehen Sie in den Park, die fangen an zu holzen. An unserem verabredeten Treffpunkt, 14:00Uhr Schlossplatz, waren wir uns sofort einig in den Schlosspark zu gehen. Gegen 14:20Uhr kamen wir dort an. Zu diesem Zeitpunkt war offensichtlich bereits alles aus dem Ruder gelaufen.
Die Polizei versuchte gerade auf dem Weg, hinter dem Biergarten in Richtung Bahnhof, voranzukommen. Zwei Wasserwerfer, davor Polizei in Kampfausrüstung beim Versuch Gitter nach vorne zu schieben. Trotz Einsatz von Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern, gelang dies gegen den ausschließlich passiven Widerstand, nur zentimeterweise. Die meisten Blockierer saßen wegen dem Wasserwerfer sogar mit dem Rücken zur Polizei, bei der sich eine gewisse Hilflosigkeit ausbreitete. Plötzlich änderte die Polizei die Taktik. Links in Richtung Bahnhof wurden weiträumig Hamburger Gitter in den Park verbracht. Dort standen wenige Demonstranten. Eine größere Strecke war schnell errichtet.
In Richtung Bahnhof rechts, standen wir. 20m vor dem Wasserwerfer, zwischen Weg und Zaun auf der Wiese, inmitten von Bäumen und Gebüsch. Außer uns waren dort noch ca. 100 Menschen, vorwiegend ältere Semester, darunter auch der Theaterdirektor Volker Lösch.

Als dann ein Stosstrupp unvermittelt damit begann, alle, bis dato völlig unbeteiligte Personen zwischen Zaun und Wasserwerfer nach vorne zu drängen, war die Taktik klar. Sie wollten die Sitzblockade einkesseln. Die auf dem Weg sitzenden Demonstranten ermunterten uns, die Abseits stehenden, die Polizei bei dieser Aktion zu behindern. Es waren jedoch Menschen, die sich nicht körperlich am Konflikt beteiligen wollten. Gerade deshalb hatten sie sich dort positioniert.
Nun waren sie unerwartet der Polizeitaktik im Wege und mussten beseitigt werden.
Brachial, ohne Aufforderung den Bereich zu räumen, drängte sich die die Polizei durch Menschen und Gebüsch. Mit welcher Brutalität dabei vorgegangen wurde war erschreckend. Alte und Kinder, gehbehinderte Frauen und Männer, alles wurde umgerannt, weggeknüppelt und angesprayt. Leute die gefallen waren, noch am Boden lagen oder kauerten, wurden wie Kadaver weggezerrt. So etwas hatte ich bis dato nur im Spielfilm gesehen. Meine Frau lief in panischer Angst davon. Ich beobachtete die Vorgänge noch eine Weile und entfernte mich ebenfalls. Heute schäme ich mich dafür, den Gedemütigten nicht geholfen zu haben.
Nachdem ich meine Frau in der Nähe der Unterführung wieder gefunden hatte, sind wir in weitem Bogen noch mal zum Biergarten zurückgegangen. Bis ca. 17:00Uhr haben wir das weitere Geschehen verfolgt. Was uns in schrecklicher Erinnerung bleiben wird sind zwei Dinge:

• Die sadistische Besatzung des Wasserwerfers. Diese Psychopathen haben mit Hochgenuss auf ungesicherte Menschen in den Bäumen gezielt.

• Die Meldung, die am Abend bekannt wurde. Die Bäume wurden illegal gefällt. Und die Einsatzleitung hatte diese Information.

Meine Wertschätzung für die Polizei ist gegen Null gesunken. Wer es in solchen Situationen nicht fertigbringt, seinen Helm abzusetzen um seine Vorgesetzten an die Verhältnismäßigkeit zu erinnern, könnte sich wenigstens passiv verhalten. Wer wie ein Roboter, ohne wenn und aber seine Befehle ausführt, ist in diesem Beruf fehl am Platz. Das hatten wir alles schon einmal. Zum Schießbefehl ist es nur ein kleiner Schritt. Für die Politik im Hintergrund bleibt mir nur die größte Verachtung.