Scholl-Latour ist tot - auch wenn der freitag

... das noch nicht wahrhaben will.

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Ihre Freitag-Redaktion

Ich glaube, wiki ist, was IHN betrifft, korrekt und gut.

Das Bedauerliche:
Was er uns zu geben hatte, ist trotz reichlich Publizität leider noch nicht wirklich in D/F und anderen Ländern angekommen.
Dies gewiß zum Teil auch deshalb, weil er selbst für eine genauere Differenzierung zwischen den "Westlichen Werten" einerseits und den Werten und Normen aus universeller, zumindest kulturübergreifender Transzendentalpragmatik andererseits, dann doch kaum zu haben war.
Daran mag ein jesuitisch geprägter Stolz und partielle Ignoranz dieses seines aufgeklärt-gebildeten Katholizismus nicht ganz unschuldig sein, - ist aber gegenüber uns und anderen eine ausgesprochen lässliche Sünde:
Was eine/r sagt, muß verstanden werden (auch wenn sich der Urheber darin nicht immer verstanden fühlt), - und an dieser hermeneutischen Trägheit der gesellschaftlichen Eliten und "drunter" krankt sein Erbe in der Hand dieser
Gesellschaften.

Wie Krone-Schmalz, Gerd Ruge und nicht wenige andere tat er seine Arbeit aus der Immanenz heraus, - m. E. ohne den "falschen Anschein", den das Ausgeklammerte des Lebens der großen wie der kleinen Leute, an dem der Immanenzjournalismus ja teilnimmt bzw. sogar teilHAT, angemessen mitzureflektieren.
Was alles dem kritisch-aufgeschlossen-vorurteilsarmen Immanenzjournalismus entgehen konnte, der uns z. B. die Lebbarkeit des "Ostens" nachvollziehbar machte, statt reader's digest-Plattitüden und fakes nachzubeten, zeigte sich besonders deutlich am/nach dessen Zusammenbruch, z. B. in einigen rumänischen Weisenhäusern.

Nun denn:
fare well my dear, even if we are NOT prepared to be without YOU!


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Geschrieben von

dos

blender-studies since early 70ies.Im Zweifel links von der Sozialdemokratie.
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