RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 16.05.2022 | 11:44

Ach, Nakhoda, Sie irren auf der ganzen Linie. Ich werde jetzt aber unter keinen Umständen eine Diskussion über meine Person mit Ihnen beginnen.

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 16.05.2022 | 08:53

Wie so oft, irren Sie auch hier. Weil alle so viel Brimborium um den "Dr." machen (mir ganz unbegreiflich): Ja, der ist echt. Ihnen scheint das ja alles wichtiger zu sein als mir.

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 16.05.2022 | 08:50

Gut, damit sind die Fronten ja geklärt. Überlassen wir es dem Publikum, für sich zu entscheiden, wer hier die überzeugenderen Argumente hat.

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 15.05.2022 | 22:46

Offen gesagt, verstehe ich Ihren Einwand (wenn er denn einer ist) nicht. Die ukrainische Geschichte könnte ja erklären, warum der Nationalismus in diesem Land so stark geworden ist. Und nach dem russischen Überfall wird er noch größer werden, leider.

Die Geschichte mit dem Titel hat eine eigene Bewandtnis und ist nicht etwa auf Eitelkeit zurückzuführen. Aber ich bitte um Verständnis, dass ich hier nicht den Hintergrund ausbreite. Befassen Sie sich bitte lieber mit Inhalten und nicht mit Namen.

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 15.05.2022 | 22:39

Nun wird's leider infantil. Der Hauptpunkt meines Kommentars ist, dass Putin die Eigenstaatlichkeit der Ukraine in Frage stellt (von Anfang an bis heute) und er sich das Recht herausnimmt, über deren Beharren auf Eigenstaatlichkeit zu bestimmen. Dass Putin lügt, können u. a. Macron und Scholz bezeugen. (Von Macron ist der schöne Putin-Spruch in Bezug auf die Ukraine überliefert: "Ob's dir gefällt oder nicht, du wirst dich fügen müssen, meine Schöne!“ So kann man sein Denken auch entblößen.)

Zu erkennen ist (vielleicht nicht für Sie), dass Putin sich zweideutig äußert. Das scheint mir taktischer Natur zu sein. Meine Empfehlung ist ja, aus diesem hermeneutischen Dilemma herauszukommen, indem man sich ansieht, was er tut.

Was Sie als scheinheilig verstehen, ist mein Versuch, zivil miteinander umzugehen. Meine Aussage, dass ich Sie für naiv halte, bewegt sich für mich im Rahmen des zivilen Umgangs.

Ich verspüre aber gar keine Lust, mich mit Ihnen weiterhin auf dem von Ihnen gesetzten Niveau auseinanderzusetzen, dafür ist mir meine Zeit zu schade!

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 15.05.2022 | 15:15

Das ist eben nicht alles! Ihr Umgang mit der Geschichte ist bemerkenswert simpel und einseitig. Ich verweise Sie gerne auf die entsprechende Forschungsliteratur, z. B. auf das Standardwerk von Robert Conquest, "Harvest of Sorrow", das wahrscheinlich auch auf Deutsch erschienen ist.

Machen Sie sich kundig!

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 15.05.2022 | 14:24

Gut, gut, ich verstehe das und werfe Ihnen nicht vor, dass Ihnen die Argumente ausgegangen seien. Ist nicht mein Stil.

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 15.05.2022 | 14:22

Und ich habe Ihnen zu der "linken Ikone" ein paar Fragen gestellt. (Übrigens: Sie scheinen fest an Autoritäten zu glauben, ich bin da etwas kritischer eingestellt, selbst wenn es um Rosa Luxemburg geht.)

Was die Ukraine betrifft, müsste man schon viel stärker differenzieren, als Sie es tun. Auch würden genauere Geschichtskenntnisse nicht schaden, ich denke z. B. an den Holodomor, mit dem Stalin jeden Widerstand gegen die Kollektivierung der ukrainischen Landwirtschaft brechen wollte (und konnte). Dieser Massenmord hat viele Ukrainer nicht unbedingt der Idee des Kommunismus nähergebracht. Daran sollten Sie vielleicht auch einmal denken, wenn Sie meinen, Sie könnten so pauschalisierend über den ukrainischen Neo-Nazismus reden. Im Übrigen scheint der Begriff bei Putin schlicht "anti-russische Einstellung" zu bedeuten, hat daher mit dem Begriff des Nazismus im Rest Welt nichts zu tun.

Zu sagen, die ganze Ukraine sei "nazistisch durchsetzt", geht an der Wirklichkeit vorbei. Ich habe Sie schon einmal auf die überaus schwachen Wahlergebnisse für rechtsextreme Parteien dort hingewiesen. Nur Böswillige -- und Putin IST böswillig -- können die Ukraine mit Naziherrschaft (in welchem Sinne auch immer) gleichsetzen. Lassen Sie sich also bitte etwas Stichhaltigeres einfallen.

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 15.05.2022 | 12:23

Würden Sie jetzt schlussfolgern, dass Putin gegen die "Konterrevolution" kämpft, die er heute nur mit einem anderen Begriff bezeichnet: Nazismus?

Denken Sie, dass Rosa Luxemburg Putins Krieg gutheißen würde?

Und was meinen Sie: Gibt es denn keinen großrussischen Nationalismus, und ist der weniger reaktionär oder vielleicht sogar gar nicht reaktionär? Klären Sie mich bitte auf.

RE: Wahldebakel und Haltung zum Ukraine-Krieg: Was erlauben Scholz? | 15.05.2022 | 10:51

Ach, Herr Jäger, ich komme nun doch noch einmal auf Ihre Antwort vom Donnerstag (?) zurück.

1) Sie: "Die Unterstellung, Putin greife Lenin an, Stalin aber nicht, ist grotesk. Man hat das häufig gelesen, es ist eine pure Erfindung."

Dagegen Putin 2022: "Zwischen ihnen [den Bolschewiki] gab es [1917 f.] heftige Meinungsverschiedenheiten. Stalin [...] wollte das Land nach dem Autonomieprinzip aufbauen, also den zukünftigen administrativ-territorialen Einheiten weitreichende Vollmachten innerhalb des Einheitsstaats (!) geben. Lenin kritisierte diesen Plan und schlug vor, Zugeständnisse an die Nationalisten zu machen, an die 'Unabhängigkeitler', wie er sie damals nannte. Auf Basis genau dieser Lenin’schen Ideen eines konföderativen Staatsaufbaus und der Parole vom Selbstbestimmungsrecht der Völker bis hin zur Abspaltung wurde dann die sowjetische Staatlichkeit errichtet. [...] Vom Standpunkt des historischen Schicksals Russlands und seiner Völker waren die Lenin‘schen Prinzipien des Staatsaufbaus nicht nur einfach ein Fehler, sie waren, sozusagen viel schlimmer als ein Fehler. Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ist das vollkommen offensichtlich." Diese Entscheidung Lenins habe sich als verhängnisvoll erwiesen, die Stalin'sche Lösung wäre nach P. wohl die eindeutig bessere gewesen, weil dann die Ukraine gar nicht erst aus dem Einheitsstaat hätte ausbrechen können -- Anfang der 1990er Jahre!. (Dass Stalin mit dem ganzen "Unabhängigkeitlertum" zehn, fünfzehn Jahre nach diesen "Meinungsverschiedenheiten" in seinem Sinne" aufgeräumt hat, steht auf einem anderen Blatt.)

2) Ich muss meinen Satz aus meinem Fragenkatalog an Sie wiederholen, weil sie ihn übergangen haben: "Und dann kommt ein weiterer wichtiger Punkt: 'Man muss verstehen, dass die Ukraine im Grunde nie eine gefestigte Tradition einer eigenen authentischen Staatlichkeit hatte.' (Zitat Putin; etwas später heißt es bei ihm: 'Eine stabile Staatlichkeit ist in der Ukraine bis heute (!) nicht entstanden'.) Da erheben sich natürlich Fragen: Was ist eine 'gefestigte Tradition'? Was ist eine 'eigene authentische Staatlichkeit'? Wer darf darüber bestimmen, was all das ist? Es hat für mich den deutlichen Anschein, als ob Putin selbst sich für den maßgeblichen Entscheider in all diesen Fragen hält, als legitimen Vollstrecker der 'wahren' Geschichte. Wie viele autoritäre Herrscher vor, aber auch neben ihm scheint er sich als von der Vorsehung bestellter Rächer historischer Verbrechen zu sehen."

Sie sagen: Aber es gibt doch andere Stellen, in denen er der Ukraine die Souveränität "zubilligt". Ich sage: Mag sein, aber die oben zitierten Stellen gibt es aber eben auch, und wir können sie nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Putin ist zweideutig und will es sein aus taktischen Gründen (zum Beispiel, damit Exegeten wie Sie seine eigentlichen Absichten im Schleier des Unklaren belassen können). Was kann man in dieser heuristischen Zwickmühle tun? Auf die Realität schauen, sehen, was aus Worten gefolgt ist, die Taten sprechen lassen! Diese treffliche Interpretationshilfe möchte ich Ihnen dringlich anempfehlen.